- Neue AIM+-Schale, laut Shoei rund 1,9-mal so viel Luft am oberen Einlass und etwa 40 Prozent mehr am Kinn
- 13 Prozent weniger Auftrieb und 3 Prozent weniger Luftwiderstand als beim Vorgänger
- In Italien ab 499 Euro (circa 557 US-Dollar), in den USA als RF-1500 ab 699,99 US-Dollar (circa 627 Euro)
Der NXR 3 löst den NXR 2 ab und soll vor allem bei der Belüftung, beim Windgeräusch und bei der Bedienung des Visiers zulegen. Gleichzeitig ändert sich die Bauweise der Schale. Der japanische Hersteller hat den Helm zunächst in seiner Heimat als Z-9 vorgestellt, in Europa trägt er den Namen NXR 3. Parallel dazu hat der US-Importeur Helmet House den RF-1500 präsentiert, für den Shoei dieselben Verbesserungen nennt. Damit lassen sich die ersten Fahreindrücke aus Amerika gut einordnen, auch wenn Zulassung und Größen je nach Markt verschieden sind.

Was ist neu am Shoei NXR 3?
Der NXR 3 bekommt eine komplett neu gezeichnete Schale aus AIM+, eine umgebaute Belüftung und ein überarbeitetes Visiersystem. Dazu kommen neue Polster und eine Vorbereitung für Kommunikationssysteme.
AIM+ steht für Advanced Integrated Matrix Plus. Gemeint ist ein Verbund aus Glasfaser und organischen Fasern. Bei der US-Version beschreibt Shoei sechs Lagen: außen und innen jeweils Glasfaser, dazwischen mehrere Schichten aus hochfesten und verstärkten organischen Fasern. Laut Hersteller ist die Schale dicker als beim Vorgänger. Auch das EPS wurde an wichtigen Stellen geändert. EPS ist der Schaumstoff im Inneren, der bei einem Aufprall die Energie aufnimmt. Er besteht beim neuen Helm aus mehreren Teilen mit unterschiedlicher Dichte.
Optisch fallen die Rippen auf, die von den Einlässen über die Seiten bis zum Spoiler am Hinterkopf laufen. Am unteren Rand verzichtet Shoei auf die bisherige Trennlinie in der Schale. Das soll die Form kompakter halten und den Kinnbügel stabiler machen. Nach Angaben von Shoei ist der NXR 3 unter den Modellen der Marke mit ECE-22.06-Zulassung der leichteste Integralhelm. Ein Gewicht für die europäische Version nennt der Hersteller bisher nicht. Für den RF-1500 gibt Shoei in Größe M 1.655 Gramm (3,65 lbs) an, ein Exemplar in Größe L brachte im Test 1.750 Gramm (3,86 lbs) auf die Waage. Damit ist der US-Helm etwas schwerer als der RF-1400. Shoei begründet das mit der dickeren Schale und dem mehrteiligen EPS, die eigene Sicherheitsvorgaben erfüllen sollen.
Ist der Shoei RF-1500 derselbe Helm wie der NXR 3?
Die technischen Angaben decken sich weitgehend. Für den RF-1500 nennt Shoei in den USA exakt dieselben Werte bei Lüftung und Aerodynamik wie in Japan für den Z-9, der in Europa als NXR 3 erscheint. Auch Dekore wie Diggia Echo, Kaboom und Burnside tauchen in beiden Programmen auf.
Unterschiede gibt es bei der Zulassung und den Schalengrößen. Der RF-1500 ist nach Snell M2025D und dem US-Standard DOT geprüft. Snell ist eine private Prüfstiftung mit eigenen Tests. Der RF-1500 wird in sieben Größen von XS bis 3XL auf sechs Außenschalen gebaut, nur XS und S teilen sich eine Schale. Der europäische NXR 3 hat eine ECE-22.06-Zulassung und kommt mit fünf Außenschalen für die Größen XXS bis XXXL.
Die RF-Reihe hat in den USA eine lange Tradition. Sie begann 1984 mit dem RF-101. Später folgten der RF-1000 im Jahr 2004, der RF-1100 im Jahr 2010, der RF-1200 im Jahr 2014 und der RF-1400 im Jahr 2021. Der RF-1500 löst den RF-1400 nach rund fünf Jahren ab.

Wie viel mehr Luft bringt die neue Belüftung?
Am oberen Einlass soll der neue Helm etwa 1,9-mal so viel Luft durchlassen wie der Vorgänger, an den unteren Einlässen rund 40 Prozent mehr. Das sind Werte aus dem Windkanal von Shoei.
Die vier Öffnungen auf der Stirn sitzen jetzt näher an der Mitte und sind in einem einzigen Bauteil zusammengefasst. Der Schieber dafür ist größer und mit dem Shoei-Schriftzug verbunden, damit er sich auch mit dicken Handschuhen bedienen lässt. Die zwei seitlichen Zusatzöffnungen, die der RF-1400 noch hatte, sind weggefallen. Am Kinn gibt es zwei neu gestaltete Einlässe mit Klappen, die von oben aufkippen statt zur Seite zu gleiten. Shoei Japan sieht darin eine Anlehnung an ältere Z-Modelle vom Z-III bis zum Z-6. Insgesamt zählt Shoei Europe sechs Einlässe an Stirn und Kinn sowie vier Auslässe am Hinterkopf. Der Auslass im Spoiler lässt sich nicht schließen.
Ultimate Motorcycling hat den RF-1500 bereits auf der Straße getestet. Dort fiel auf, dass der weit vorne und etwas tiefer sitzende Stirneinlass spürbar kräftiger lüftet als bei vielen anderen Helmen. Beim Öffnen und Schließen der Kinnklappen auf der Autobahn entstand ein leichtes Zusatzgeräusch. In einem weiteren Test aus den USA wurde bemängelt, dass der obere Schieber ohne deutliche Rastung läuft und mit Handschuhen schwer zu ertasten ist.
Wie leise ist der Shoei NXR 3?
Shoei hat das Windgeräusch nach eigenen Angaben gezielt verringert. Im Windkanal bei einer Geschwindigkeit, die 100 km/h entspricht, soll der neue Helm vor allem tiefe Frequenzen leiser durchlassen als das Vorgängermodell.
Dafür sorgen mehrere Details. Am Visier sitzen kleine Vortex-Generatoren. Das sind Kanten, die die Luft gezielt verwirbeln, damit an der Seite des Visiers in Ohrnähe weniger Turbulenzen entstehen. Shoei hat dafür verschiedene Formen, Anzahlen und Abstände im eigenen Windkanal ausprobiert. Ohrpolster sollen den Schall dämpfen, und die gelochten Platten dahinter sollen Echos im Helm verringern, selbst wenn die Polster entfernt sind.
Auch die Aerodynamik spielt mit: Laut Shoei sinkt der Auftrieb um etwa 13 Prozent, der Luftwiderstand um rund 3 Prozent. In den Tests auf Naked Bikes kam es weder zu Flattern noch zu spürbarem Auftrieb. Hinter großen Fahrzeugen in verwirbelter Luft bewegte sich der Kopf etwas, in freier Anströmung bei Autobahntempo blieb der Helm ruhig. Beim Geräuschpegel sehen die Tester den RF-1500 mindestens auf dem Niveau des RF-1400. Ohrstöpsel bleiben trotzdem sinnvoll.

Visier und Innenausstattung im Detail
Beim Visier setzt Shoei weiter auf das CWR-F2, das auch der X-Fifteen nutzt. Neu ist ein größerer Verriegelungsknopf in der Mitte. Eine zentrale Verriegelung soll verhindern, dass sich das Visier beim Öffnen verzieht, und es gleichmäßiger an die Dichtung drücken. Mit einem kleinen Hebel an der Visierbasis lässt sich die Dichtung nachjustieren, laut Shoei Japan um etwa einen Millimeter pro Seite, falls mit der Zeit ein Spalt entsteht.
Eine zusätzliche Stellung hält das Visier einen Spalt weit offen. Das soll bei langsamer Fahrt gegen Beschlagen helfen und mehr Luft hineinlassen. In einem der US-Tests blieb das Visier in dieser Position auch bei hohem Tempo offen. Ein Pinlock-EVO-Einsatz liegt bei. Pinlock ist eine zweite Scheibe im Visier, die wie eine Doppelverglasung das Beschlagen verhindert. Ihre Haltestifte sitzen weiter außen, wodurch die beschlagfreie Fläche fast das ganze Sichtfeld abdeckt. Als Zubehör nennt Shoei Europe unter anderem getönte und verspiegelte Visiere, ein selbsttönendes Transitions-Visier und Varianten des CWR-F2R. Als Option nennt Shoei zudem die elektronisch tönende e:DRYLENS.
Innen gibt es ein herausnehmbares und waschbares Futter mit einem 3D-Mittelpolster. Wangenpolster bietet Shoei Europe in 31, 35, 39 und 43 Millimetern Stärke an. Händler mit dem Shoei Personal Fitting System können das Mittelpolster nach einer Kopfvermessung individuell anpassen. Der Kinnriemen schließt weiter mit Doppel-D-Ring. Für Notfälle ist das E.Q.R.S. an Bord, ein Notfallsystem, mit dem Retter die Wangenpolster schnell herausziehen und den Helm schonender abnehmen können.
Beide US-Tester loben den Sitz ohne Druckstellen. In einem der Tests ließ sich der RF-1500 leichter aufsetzen als der RF-1400, weil die Öffnung unten weniger eng ist. Auch die Kanäle für Brillenbügel fielen großzügig aus.
Lässt sich ein Kommunikationssystem einbauen?
Ja, der NXR 3 ist dafür vorbereitet. Im Helm gibt es Aussparungen für Lautsprecher, eine Kabelführung und einen Platz für das Mikrofon.
In Japan gibt es für den Z-9 einen optionalen Comlink-Adapter aus drei aufsteckbaren Teilen. In den Größen XS bis XXL passt damit das Sena SRL3, frühere Sena-Systeme wie SRL, SRL2 und SRL-Mesh dagegen nicht. Auch beim europäischen NXR 3 lassen sich das Sena SRL3 und das SRL3 Plus über Comlink und passendes Zubehör einbauen. In den USA soll Anfang 2027 ein eigenes Kommunikationssystem für den RF-1500 folgen. Shoei deutet an, dass es wieder mit Sena entsteht und per Adapter direkt an der Schale einrastet. Eine äußere Aufnahme für das Gerät, wie es sie beim Neotec 3 oder GT-Air 3 gibt, hat der RF-1500 nicht.

Was kostet der Shoei NXR 3?
In Italien startet der NXR 3 bei 499 Euro (circa 557 US-Dollar). Für Deutschland ist bisher kein offizieller Preis bekannt.
In Großbritannien kostet die einfarbige Version 449,99 Pfund (circa 539 Euro / 602 US-Dollar). Für Dekore werden 539,99 Pfund (circa 647 Euro / 723 US-Dollar) fällig, für die Replika Diggia Echo 589,99 Pfund (circa 707 Euro / 790 US-Dollar). Der RF-1500 kostet in den USA 699,99 US-Dollar (circa 627 Euro) in Unifarben, 799,99 US-Dollar (circa 717 Euro) mit Dekor und 849,99 US-Dollar (circa 761 Euro) als Replika. Shoei Europe gibt fünf Jahre Garantie.
In Japan hat Shoei den Helm als Z-9 für September 2026 angekündigt. Shoei UK führte den NXR 3 Anfang November als in Kürze erhältlich.
Welche Farben und Dekore gibt es für den NXR 3?
Shoei Europe bietet den NXR 3 in sieben Unifarben und mehreren Dekoren an. Zu den Unifarben gehören Weiß, Schwarz, Mattschwarz, Basalt Grey, Chalk Grey, Matt Radiant Blue und Shine Red.
Bei den Dekoren stechen zwei Motive mit MotoGP-Bezug heraus: Marquez BCN Streets im Farbschema TC-1 und Diggia Echo als Replika von Fabio Di Giannantonio im TC-3. Dazu kommen Burnside in mehreren Farbvarianten, Kaboom, Lean Angle, Cloud Stream und Ronin’s Rest. In den USA gibt es mit Dedicated 3 ein zusätzliches Dekor. Gefertigt wird der Helm wie alle Shoei-Modelle von Hand in Japan. Nach Angaben des Herstellers arbeiten 65 Mitarbeiter in 26 Schritten an jedem Helm, der fünf Lackschichten und elf Kontrollen durchläuft.
Damit gehört der NXR 3 zu den Helmneuheiten der EICMA 2026 in Mailand, wo neben den Motorrädern für 2027 auch viel neue Ausrüstung zu sehen ist.

Häufige Fragen
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Was kostet der Shoei NXR 3?
In Italien kostet der NXR 3 ab 499 Euro (circa 557 US-Dollar). In Großbritannien beginnen die Preise bei 449,99 Pfund (circa 539 Euro / 602 US-Dollar), Replikas kosten 589,99 Pfund. Ein offizieller Preis für Deutschland ist bisher nicht bekannt.
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Was ist der Unterschied zwischen Shoei NXR 3 und RF-1500?
Für beide Helme nennt Shoei dieselben Werte bei Belüftung und Aerodynamik. Der RF-1500 für die USA ist nach Snell M2025D und DOT geprüft und hat sechs Außenschalen. Der europäische NXR 3 hat eine ECE-22.06-Zulassung und fünf Außenschalen.
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Wie schwer ist der Shoei NXR 3?
Für die europäische Version hat Shoei noch kein Gewicht veröffentlicht. Der RF-1500 für die USA wiegt laut Hersteller in Größe M 1.655 Gramm (3,65 lbs). Laut Shoei ist der NXR 3 der leichteste Integralhelm der Marke mit ECE-22.06-Zulassung.
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Passt ein Sena-Kommunikationssystem in den NXR 3?
Ja, der Helm hat Aussparungen für Lautsprecher, Mikrofon und Kabel. Über das Comlink-System lässt sich das Sena SRL3 montieren, frühere Systeme wie SRL, SRL2 und SRL-Mesh passen laut Shoei Japan nicht.












