- Stanley Pophal aus Wisconsin betrog laut Staatsanwaltschaft 190 Anleger um 14,25 Millionen US-Dollar (rund 12,5 Millionen Euro).
- Beschlagnahmt wurden über 600 Fahrzeuge, darunter rund 300 Motorschlitten und zahlreiche Motorräder.
- Die Verwertung läuft in drei Online-Auktionen, die am 4., 11. und 18. August 2026 enden.
Ein einzelner Mann, eine angemietete Lagerhalle und Hunderte Fahrzeuge dicht an dicht: Was nach einer riesigen Privatsammlung aussieht, ist in Wahrheit das Ergebnis eines groß angelegten Anlagebetrugs. Der US-Amerikaner Stanley Pophal soll über Jahre Geld von Anlegern eingesammelt und statt in Investments in Motorschlitten, Motorräder und weitere Fahrzeuge gesteckt haben. Jetzt wird die komplette Sammlung im Auftrag des US-Finanzministeriums versteigert. Für Sammler alter Renntechnik ist das eine seltene Gelegenheit, für die Opfer die Hoffnung auf einen Teil ihres Geldes.

Wie kam es zur Beschlagnahmung der Fahrzeuge?
Die Fahrzeuge wurden eingezogen, weil sie mit dem Geld betrogener Anleger gekauft wurden. Der 64-jährige Pophal aus Wausau im Bundesstaat Wisconsin bekannte sich am 12. Juni des Überweisungsbetrugs und der Geldwäsche schuldig. Nach Angaben der Ermittler bot er zwischen Mai 2019 und Juni 2025 über seine Firma Bright with Silver Inc., zuvor unter dem Namen Fromm Bros. Inc., angebliche Geldanlagen an. Dabei ging es um Kryptowährungen, den Handel mit Immobilien, Technik rund um künstliche Intelligenz sowie um Gold, Silber und Smaragde. Anleger unterschrieben Schuldscheine, die feste Renditen von mindestens 20 Prozent garantierten. Pophal versicherte ihnen, ihr eingesetztes Kapital sei sicher, weil er über genug eigenes Vermögen verfüge, um sie notfalls auszuzahlen. Das war laut Staatsanwaltschaft falsch. Tatsächlich funktionierte das Ganze wie ein Schneeballsystem: Geld neuer Anleger diente dazu, ältere auszuzahlen. Den Rest steckte er nach Darstellung der Ermittler in Fahrzeuge, gecharterte Privatflüge, Reisen und die Raten für sein Haus.
Welche Fahrzeuge kommen unter den Hammer?
Versteigert werden vor allem alte Rennschlitten und klassische Motorräder. Den größten Anteil machen historische Motorschlitten aus den 1970er und 1980er Jahren aus, etwa Modelle von Ski-Doo, Moto-Ski, Scorpion, Arctic Cat und Polaris, viele davon aus dem Rennsport. Dazu kommen zahlreiche Motocross-Zweitakter, darunter Klassiker wie die Honda CR Elsinore, verschiedene Yamaha YZ, die Kawasaki KX, die Suzuki RM und die KTM MC. Für Kenner besonders interessant sind einzelne Straßen- und Sportmodelle wie die Suzuki RGV250, die kleine Honda NSR50 und die Honda NS400R. Auch zwei Harley-Davidson stehen auf der Liste, eine FLH Panhead im Chopper-Stil von 1956 und eine CVO Softail von 2009, dazu die elektrische Indian eFTR Hooligan. Allein die erste der drei Auktionsrunden umfasst mehr als 150 Lose.

Was geschah mit dem Nissan-Rennwagen?
Ein Fahrzeug wurde schon vor der eigentlichen Versteigerung verkauft. Dabei handelt es sich um das Rollchassis eines Nissan NPT-90 GTP-Rennwagens von 1990, also um den Rahmen ohne Motor und Antrieb. Es wechselte für 23.000 US-Dollar (rund 20.100 Euro) den Besitzer. Das Chassis ist auf Fotos aus den Ermittlungsakten zu sehen, mitten zwischen den Hunderten Motorschlitten und Motorrädern in Pophals Halle. Warum es vorab veräußert wurde, ist nicht öffentlich bekannt.
Wer organisiert die Versteigerung?
Die Auktion läuft über das Auktionshaus Apple Auctioneering im Auftrag des US-Finanzministeriums. Das Eigentum an den Fahrzeugen liegt inzwischen beim Executive Office for Asset Forfeiture des Finanzministeriums, kurz TEOAF. Diese Behörde verwaltet und verwertet Vermögen, das in Verfahren wegen Finanzkriminalität eingezogen wird. Eigene Auktionen führt sie nicht durch, sondern beauftragt Auktionshäuser. In diesem Fall ist das die Firma Apple Auctioneering aus Wausau, die über die Bieterplattform HiBid abwickelt. Die Fahrzeuge stehen an der Stewart Avenue in Wausau und können nur vor Ort abgeholt werden. Verkauft wird in drei Online-Runden unter dem Namen WI Motorsports: Die Gebote für die erste Runde starteten am 21. Juli, die drei Auktionen enden am 4., 11. und 18. August 2026. Dass für eine einzige Sammlung gleich drei aufeinanderfolgende Auktionen nötig sind, zeigt, wie groß der Bestand ist.
Wie können Interessenten mitbieten?
Wer bieten will, muss sich vorab über HiBid registrieren und einen amtlichen Ausweis vorlegen. Die Freigabe kann laut Auktionshaus 24 bis 48 Stunden dauern, wer sich zu spät anmeldet, verpasst also womöglich den Zuschlag. Jedes Los endet mit einem sogenannten Soft Close: Wird in den letzten drei Minuten noch geboten, verlängert sich die Frist automatisch. Der Zuschlagpreis ist innerhalb von 48 Stunden zu zahlen, per Überweisung, Bankeinzahlung oder Kassenscheck. Die Papiere gibt das Auktionshaus erst nach Zahlungseingang heraus. Ein wichtiger Punkt für Käufer: Die Fahrzeuge bleiben zunächst auf Pophal zugelassen, bis der neue Besitzer die Ummeldung selbst erledigt. Verkauft wird zudem alles im Ist-Zustand und ohne Rückgaberecht. Bei jahrelang eingelagerten Schlitten sollten Bieter mit Arbeiten wie einer Vergaserreinigung, einem neuen Antriebsriemen oder einer frischen Batterie rechnen.
Wie geht es für Stanley Pophal weiter?
Das Strafmaß steht noch aus. Pophal soll am 2. September vom zuständigen Bundesrichter William M. Conley verurteilt werden, die Entschädigung der Opfer dürfte dabei eine große Rolle spielen. Ermittelt haben die Steuerfahndung des IRS, die Bundespolizei FBI, das Sheriffbüro von Marathon County und die Polizei Wausau, unterstützt von Behörden aus dem Nachbarstaat Iowa. Der Fall reiht sich ein in die regelmäßigen Verwertungsauktionen des US-Finanzministeriums, bei denen eingezogene Werte aus Kriminalfällen zu Geld gemacht werden. Zuständiger Staatsanwalt Chadwick Elgersma betonte, die Rückgabe von Vermögen sei ein zentraler Teil des Rechtssystems und solle den Opfern helfen, das Verlorene zumindest teilweise zurückzubekommen.
Häufige Fragen
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Wer ist Stanley Pophal?
Stanley Pophal ist ein 64-jähriger US-Amerikaner aus Wausau in Wisconsin. Er bekannte sich im Juni des Überweisungsbetrugs und der Geldwäsche schuldig, nachdem er nach Angaben der Staatsanwaltschaft 190 Anleger um 14,25 Millionen US-Dollar (rund 12,5 Millionen Euro) gebracht hatte.
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Wann findet die Versteigerung von Stanley Pophal statt?
Die Fahrzeuge werden in drei Online-Auktionen verkauft, die am 4., 11. und 18. August 2026 enden. Abgewickelt wird alles über das Auktionshaus Apple Auctioneering und die Plattform HiBid.
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Was wird versteigert?
Verkauft werden über 600 Fahrzeuge, vor allem rund 300 historische Motorschlitten sowie viele klassische Motorräder. Darunter sind Motocross-Zweitakter, Sportmodelle wie die Suzuki RGV250 und die Honda NS400R sowie zwei Harley-Davidson.
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Wohin fließt der Erlös?
Der Erlös geht an die geschädigten Anleger. Das eingezogene Vermögen wird über das US-Finanzministerium verwertet, um die Opfer des Betrugs zumindest teilweise zu entschädigen.












