- Erwartete Eckdaten: Dreizylinder mit 890 Kubik, bis zu 119 PS (88 kW), Räder in 21 und 18 Zoll
- Preisspanne der Konkurrenz: 10.999 Euro bis 19.100 Euro
- Gewichtsspanne fahrfertig: 215 bis 240 Kilogramm
Die Klasse der großen Enduros um 900 Kubik ist überschaubar, aber gut besetzt. Wer ein Motorrad sucht, das mit einem 21-Zoll-Vorderrad, viel Federweg und deutlich über 100 PS ins Gelände darf, findet derzeit fünf ernsthafte Angebote. Sie unterscheiden sich weniger bei der Leistung als bei Gewicht, Tankgröße und vor allem beim Preis. Genau in dieses Umfeld würde eine Ténéré 900 hineinfahren.

Welche Eckdaten werden für die Yamaha Ténéré 900 erwartet?
Erwartet wird ein Reihendreizylinder mit rund 890 Kubik, einer Leistung von bis zu 119 PS (88 kW) und Rädern in 90/90-21 vorn sowie 150/70-18 hinten. Dazu kämen deutlich über 200 Millimeter Federweg, ein Tank um 20 Liter und ein Gewicht um 230 Kilogramm (507 lbs).
Bestätigt ist davon nichts. Yamaha hat für den 2. November 2026 lediglich eine Präsentation in Mailand angekündigt und dazu eine Grafik mit drei ungleichmäßigen Herzschlägen veröffentlicht. Die drei Ausschläge werden als Hinweis auf einen Dreizylinder gelesen, die ungleichen Abstände als Hinweis auf eine ungewöhnliche Zündfolge. Als technische Basis gilt der bekannte CP3-Motor mit 890 Kubik, der bereits in MT-09, Tracer 9, XSR900 und R9 arbeitet. Ein Einstiegspreis um 15.000 Euro (circa 17.433 US-Dollar) gilt als realistische Erwartung, wäre aber ebenfalls unbestätigt.
Warum gelten 21 Zoll vorn und 18 Zoll hinten als Bedingung?
Weil Yamaha selbst diese Bedingung gestellt hat. Clément Villet, European Land Mobility Director bei Yamaha Motor Europe, äußerte sich im vergangenen Jahr am Rande der Mailänder Messe konkret dazu.
Er sprach davon, dass die Ingenieure aktuell an einem solchen Projekt arbeiten, ein fauler Kompromiss aber nicht infrage komme. Wörtlich sagte er: „If we go to the CP3 engine one day for the Ténéré it has to have 18/21-inch wheels, it has to be a real off-road machine. So, the question is now, can we make something with the CP3 platform that doesn’t damage the DNA of the Ténéré name?“ Übersetzt: „Wenn wir eines Tages mit dem CP3-Motor für die Ténéré kommen, muss sie 18/21-Zoll-Räder haben, sie muss eine echte Offroad-Maschine sein. Die Frage lautet also: Können wir mit der CP3-Plattform etwas bauen, das die DNA des Namens Ténéré nicht beschädigt?“
Damit ist klar, warum eine Ténéré 900 nicht einfach eine höhergelegte Tracer 9 werden kann. Die Tracer 9 gibt es als Crossover mit 17-Zoll-Straßenrädern längst. Und in der Ténéré-Familie steht bisher nur die Ténéré 700 mit dem CP2-Zweizylinder.

Was bietet die BMW F 900 GS für 13.750 Euro?
Die BMW F 900 GS ist mit 13.750 Euro (circa 15.980 US-Dollar) das günstigste europäische Angebot in dieser Runde. Ihr Zweizylinder mit 895 Kubik leistet 105 PS (77 kW) bei 8.500/min und liefert 93 Nm (68,6 lb-ft) bei 6.750/min.
Fahrfertig wiegt sie in der Basisversion 219 Kilogramm (483 lbs). Vorn läuft ein Reifen in 90/90-21, hinten allerdings in 150/70 R17 und damit nicht in der Enduro-typischen 18-Zoll-Größe. Die Federwege betragen 230 Millimeter vorn und 215 Millimeter hinten, beide Elemente sind voll einstellbar. Die Sitzhöhe liegt je nach Sitzbank zwischen 835 und 890 Millimetern. Schräglagensensible Assistenzsysteme, also Elektronik, die den Neigungswinkel des Motorrads berücksichtigt, gehören bereits zur Serienausstattung.
Der Tank fasst nur 14,5 Liter. Das erklärt einen Teil des niedrigen Gewichts, begrenzt aber die Reichweite. Wer den Konfigurator nutzt, landet zudem schnell deutlich über dem Grundpreis.
Wie günstig ist die CFMoto 1000 MT-X wirklich?
Die CFMoto 1000 MT-X kostet nach Liste 10.999 Euro (circa 12.783 US-Dollar) und ist damit das günstigste Modell des Feldes. Zeitweise bot der Importeur einen befristeten Einführungspreis von 9.999 Euro (circa 11.620 US-Dollar) an.
Der Zweizylinder mit 946 Kubik gibt 83 kW ab, was 113 PS bei 8.500/min entspricht. Das maximale Drehmoment beträgt 105 Nm (77,4 lb-ft) bei 6.250/min. Der Motor stammt aus dem Gemeinschaftsprojekt mit KTM und findet sich dort in den 990er-Modellen. Eine KTM 990 Adventure auf dieser Basis gibt es bisher nicht, im Programm steht nur die 890er.
Fahrfertig bringt die 1000 MT-X 222 Kilogramm (489 lbs) auf die Waage. Mit 22,5 Litern hat sie den größten Tank der Runde. Die Federwege betragen je 230 Millimeter, die Reifen messen 90/90-21 vorn und 150/70 R18 hinten. Die Sitzhöhe liegt bei 875 Millimetern. Das Elektronikpaket von Bosch arbeitet schräglagensensibel. CFMoto gewährt in Deutschland und Österreich fünf Jahre Garantie oder 40.000 Kilometer. Eine Nummer kleiner steht die 800 MT-X mit 91 PS (67 kW) ab 9.499 Euro (circa 11.040 US-Dollar) im Programm.

KTM 890 Adventure R: das leichteste Modell im Vergleich
Die KTM 890 Adventure R wiegt vollgetankt 215 Kilogramm (474 lbs) und ist damit die leichteste Maschine dieser Runde. Aus 889 Kubik holt der Zweizylinder 105 PS (77 kW) und 100 Nm (73,8 lb-ft).
Der Tank fasst 20 Liter, die Federwege liegen bei 240 Millimetern an beiden Achsen und damit über dem Niveau der Konkurrenz. Die Räder messen 21 und 18 Zoll, die Assistenzsysteme arbeiten schräglagensensibel. Mit 15.490 Euro (circa 18.003 US-Dollar) nach Liste liegt sie allerdings im oberen Preisbereich. Wie viel davon beim Händler tatsächlich fällig wird, hängt vom Einzelfall ab. Offen ist außerdem, wann auf die 890 Adventure ein 990er-Modell folgt, dessen Motor bei CFMoto bereits in einer Reiseenduro läuft.
MV Agusta Enduro Veloce mit 124 PS für 19.100 Euro
Die MV Agusta Enduro Veloce ist mit 19.100 Euro (circa 22.198 US-Dollar) das teuerste Modell des Feldes und zugleich das stärkste. Ihr Dreizylinder mit 931 Kubik leistet 124 PS (91 kW) bei 10.000/min und erzeugt 102 Nm (75,2 lb-ft) bei 7.000/min.
Die Radkombination in 21 und 18 Zoll spricht für Geländeeinsatz, die Federwege von je 210 Millimetern liegen jedoch unter denen der Konkurrenz. Dazu kommen 230 Millimeter Bodenfreiheit, ein langer Radstand von 1.610 Millimetern und ein Gewicht von 240 Kilogramm (529 lbs). Das begrenzt in der Summe, wie hart eine Enduro Veloce abseits befestigter Wege bewegt wird.

Was macht den Triumph-Dreizylinder im Gelände besonders?
Die Triumph Tiger 900 Desert Edition arbeitet mit einer ungleichmäßigen Zündfolge. Der T-Plane genannte Motor zündet nicht in gleichmäßigen 120-Grad-Abständen, sondern in der Folge 180-270-270 Grad.
Das ergibt einen bollernden Lauf, der eher an einen Zweizylinder erinnert. Nach Herstellerangaben verbessert diese Auslegung das Ansprechverhalten bei niedrigen Drehzahlen und den Grip im Gelände, weil das Hinterrad weniger zum Durchdrehen neigt. Genau hier liegt die Verbindung zur erwarteten Ténéré 900: Die ungleichmäßigen Ausschläge in Yamahas Teaser-Grafik werden als Hinweis auf ein vergleichbares Konzept gelesen, möglicherweise unter dem Namen Y-Plane.
Technisch leistet der Triple mit 888 Kubik 108 PS (79 kW) bei 9.500/min und 90 Nm (66,4 lb-ft) bei 6.850/min. Die Federwege betragen 240 Millimeter vorn und 230 Millimeter hinten, die Räder messen 21 Zoll vorn und 17 Zoll hinten. Der Tank fasst 20 Liter, fahrfertig wiegt sie 231 Kilogramm (509 lbs). Triumph gibt vier Jahre Garantie. Der Preis liegt bei 16.995 Euro (circa 19.752 US-Dollar).
Wo würde sich die Ténéré 900 preislich einordnen?
Bei einem Einstiegspreis um 15.000 Euro (circa 17.433 US-Dollar) läge die Ténéré 900 zwischen der BMW F 900 GS und der KTM 890 Adventure R. Damit wäre sie deutlich teurer als die CFMoto 1000 MT-X und klar günstiger als die MV Agusta Enduro Veloce.
Ob die 119 PS am oberen Ende der Erwartungen wirklich nötig sind, ist offen. Zum Enduro-Konzept passt ein kräftiges Drehmoment um 105 Nm (77,4 lb-ft) besser als eine hohe Spitzenleistung. Auch beim Gewicht gibt die Konkurrenz die Richtung vor: Wer wie KTM bei 215 Kilogramm (474 lbs) liegt, setzt einen Maßstab, den eine Ténéré 900 mit 230 Kilogramm (507 lbs) nicht überschreiten sollte.
Ein Punkt könnte die Yamaha von allen anderen unterscheiden. Sie wäre die einzige Maschine dieser Klasse, für die eine Automatik als Option denkbar ist. Ob es dazu kommt, klärt sich mit der Präsentation am 2. November 2026. Sie fällt damit in die Neuheitenwelle rund um die EICMA in Mailand, auf der auch andere Hersteller ihre Modelle für das kommende Jahr zeigen.

Häufige Fragen
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Wann wird die Yamaha Ténéré 900 vorgestellt?
Yamaha hat für den 2. November 2026 eine Präsentation in Mailand angekündigt. Ob dabei tatsächlich eine Ténéré 900 gezeigt wird, hat der Hersteller nicht bestätigt. Der Termin liegt im Umfeld der EICMA.
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Wie viel PS soll die Yamaha Ténéré 900 haben?
Erwartet werden bis zu 119 PS (88 kW) aus einem Dreizylinder mit rund 890 Kubik. Bestätigt ist dieser Wert nicht. Zum Enduro-Konzept passt ein Drehmoment um 105 Nm (77,4 lb-ft) besser als die maximale Spitzenleistung.
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Welche Enduro in dieser Klasse ist am günstigsten?
Die CFMoto 1000 MT-X mit 10.999 Euro (circa 12.783 US-Dollar) nach Liste. Sie bietet 113 PS (83 kW), 22,5 Liter Tankvolumen und wiegt fahrfertig 222 Kilogramm (489 lbs). Dazu kommen fünf Jahre Garantie oder 40.000 Kilometer.
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Welche Enduro der Klasse ist am leichtesten?
Die KTM 890 Adventure R mit 215 Kilogramm (474 lbs) vollgetankt. Sie hat zugleich mit 240 Millimetern an beiden Achsen die längsten Federwege im Vergleich. Der Preis liegt bei 15.490 Euro (circa 18.003 US-Dollar).
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Warum ist ein 21-Zoll-Vorderrad bei Enduros wichtig?
Ein größeres Vorderrad rollt besser über Hindernisse und gibt im Gelände mehr Sicherheit. Yamaha hat die Kombination aus 21 Zoll vorn und 18 Zoll hinten selbst als Bedingung für eine größere Ténéré genannt. Ohne diese Räder wäre das Modell eher ein Straßen-Crossover.












