- Neuer 204-cm³-Einzylinder mit 26,5 PS (19,5 kW) bei 10.000 U/min und 19,1 Nm (14,1 lb-ft) bei 8.000 U/min
- Drei Varianten ab 230.500 Rupien (rund 2.080 Euro / 2.410 US-Dollar), Auslieferung ab Mitte September 2026
- 149 Kilogramm (328 lbs) fahrfertig, Stahlrohr-Rahmen wiegt 14 Kilogramm
Die R-Serie von Yamaha hat in Indien einen eigenen Stellenwert. Nach Angaben des Herstellers sind dort inzwischen mehr als eine Million Motorräder dieser Baureihe unterwegs, getragen vor allem von der R15. Genau darüber setzt Yamaha nun die R2 an, die am 27. August 2026 ihre Weltpremiere hatte und zunächst ausschließlich für den indischen Markt gebaut wird. Entwickelt wurde sie laut Pressemitteilung gemeinsam von japanischen und indischen Teams, produziert wird im Werk in Tamil Nadu.

Was leistet der neue 204-cm³-Motor?
Der Einzylinder kommt auf 26,5 PS (19,5 kW) bei 10.000 U/min und 19,1 Nm (14,1 lb-ft) bei 8.000 U/min. Es handelt sich um eine komplette Neuentwicklung mit Flüssigkeitskühlung, zwei obenliegenden Nockenwellen und vier Ventilen.
Yamaha verzichtet dabei auf die variable Ventilsteuerung VVA, die in der R15 steckt. Stattdessen arbeiten Schlepphebel mit einer DLC-Beschichtung, also einer sehr harten Kohlenstoffschicht, die Reibung und bewegte Masse verringern soll. Diese Technik stammt nach Herstellerangaben aus der R1. Dazu kommen ein DiASil-Zylinder mit spiegelnder Lauflächenbearbeitung, eine Semi-Dry-Sump-Schmierung, eine Verdichtung von 11,5:1 und eine elektronische Gasannahme. Die Kraft geht über ein Sechsganggetriebe und eine Anti-Hopping-Kupplung an das Hinterrad. Ein- und Auslasstrakt wurden zusätzlich auf den Klang abgestimmt.
Wie leicht ist die R2 wirklich?
Die Basisversion wiegt fahrfertig 149 Kilogramm (328 lbs), die beiden höheren Varianten jeweils 150 Kilogramm (331 lbs). Yamaha bezeichnet die R2 damit als leichtestes Motorrad ihres Segments.
Grundlage ist ein neuer Stahlrohr-Rahmen in Diamantbauweise aus hochfestem Stahl, der 14 Kilogramm wiegt und damit rund 2,8 Kilogramm leichter ausfällt als die Deltabox-Konstruktion der R15. Der Motor ist an vier Punkten aufgehängt, was Bewegungen zwischen Rahmen und Antrieb reduzieren und die Rückmeldung verbessern soll. Für die Geometrie hat sich Yamaha nach eigenen Angaben an den Chassismaßen der R6 orientiert. Konkret ergeben sich ein Radstand von 1.340 Millimetern, ein Lenkkopfwinkel von 24,5 Grad, 103 Millimeter Nachlauf und 20 Millimeter Gabelversatz. Hinten arbeitet eine im Druckguss gefertigte Aluminiumschwinge. Die Sitzhöhe liegt bei 810 Millimetern und damit fünf Millimeter niedriger als bei der R15, der Tank fasst zwölf Liter.

Fahrwerk und Bremsen im Detail
Vorn steckt eine 37 Millimeter starke Upside-down-Gabel, hinten ein über eine Umlenkung angebundenes Zentralfederbein. Beides gehört bei allen Versionen zur Serienausstattung.
Bei den Bremsen fällt vor allem die Vorderradanlage auf: eine 282-Millimeter-Schwimmsattelscheibe mit radial verschraubtem Vierkolbensattel, hinten eine 220-Millimeter-Scheibe. Zweikanal-ABS ist Serie. Die Räder messen vorn und hinten 17 Zoll, die Bereifung fällt mit 100/80 vorn und 140/70 hinten schmal aus. Die Bodenfreiheit beträgt 170 Millimeter.
Welche Elektronik bietet die R2?
Serienmäßig sind eine elektronische Gasannahme, Traktionskontrolle, das Fahrmodus-System Yamaha Ride Control und ein Fünf-Zoll-Farbdisplay. Über YRC lassen sich die Modi Street, Sport und Rain wählen, dazu kommt ein frei konfigurierbarer Custom-Modus.
Im Custom-Modus lassen sich Gasannahme und Traktionskontrolle getrennt einstellen, bei den Versionen mit Schaltautomat auch dessen Verhalten. Das TFT-Display beherrscht Abbiegehinweise und die Smartphone-Anbindung Y-Connect. Der Schaltautomat selbst arbeitet in beide Richtungen, erlaubt also kupplungsfreies Hoch- und Herunterschalten. Yamaha bezeichnet ihn als Neuheit in dieser Klasse. Die Beleuchtung ist komplett auf LED umgestellt, vorn sitzt ein kompakter Doppelfunktions-Scheinwerfer zwischen zwei Positionsleuchten.

Welche Varianten gibt es und was kosten sie?
Yamaha bietet die R2 in drei Ausführungen an, die Preise reichen von 230.500 bis 253.000 Rupien. Alle Angaben verstehen sich ab Werk in Delhi, ohne Steuern und Zulassung.
Die Basisversion kostet 230.500 Rupien (rund 2.080 Euro / 2.410 US-Dollar) und ist in Metallic Black und Dark Bluish Gray erhältlich. Die mittlere Stufe mit Schaltautomat liegt bei 239.500 Rupien (rund 2.160 Euro / 2.510 US-Dollar), lackiert in Matte White Pearl oder Racing Blue, dazu kommen in Wagenfarbe gehaltene Räder. Die R2M steht mit 253.000 Rupien (rund 2.280 Euro / 2.650 US-Dollar) an der Spitze und wird ausschließlich in Metallic Gray angeboten.
Die R2M bringt neben dem Schaltautomaten ein schlüsselloses System, eine einstellbare Gabel und ein in der Vorspannung verstellbares Federbein mit. Kupplungs- und Bremshebel lassen sich in fünf Stufen anpassen. Optisch unterscheidet sie sich durch ein plastisches Emblem, einen Sitzbezug in Wildlederoptik, eine silberne Schwinge, gravierte Gabelkappen und eine gestrahlte Endkappe am Auspuff.
Was die R2 von der R15 unterscheidet
Die R15 bleibt im Programm, ebenso die MT-15 und die XSR 155. Die R2 ist also keine Ablösung, sondern eine zusätzliche Stufe darüber.
Der Abstand ist deutlich. Die R15 V4 leistet 18,4 PS (13,5 kW) und 14,2 Nm (10,5 lb-ft) aus 155 cm³ bei 141 Kilogramm (311 lbs). Die R2 legt beim Hubraum, bei der Leistung und beim Drehmoment zu, bringt Fahrmodi, Traktionskontrolle, das größere Display und die deutlich aufwendigere Bremsanlage mit. Yamaha nennt ein Leistungsgewicht von 5,62 Kilogramm pro PS. Im indischen Wettbewerbsumfeld trifft die R2 vor allem auf die KTM RC 200 mit 25 PS (18,4 kW) und 19,2 Nm (14,2 lb-ft), dazu auf die Hero Karizma XMR 210 und die Bajaj Pulsar RS200.
Die Vorbestellung lief bereits seit dem 12. August gegen eine Anzahlung von 10.000 Rupien (rund 90 Euro / 105 US-Dollar), die auf den Kaufpreis angerechnet wird. Verkauft wird die R2 ausschließlich über die Premium-Händler der Blue-Square-Kette, die Auslieferung beginnt Mitte September 2026.

Kommt die Yamaha R2 nach Europa?
Nach derzeitigem Stand nicht. Yamaha Motor Europe soll einen Import bereits abgelehnt haben, so wird es aus dem europäischen Markt berichtet. Eine offizielle Bestätigung dazu gibt es bislang nicht.
Rein technisch wäre die R2 hierzulande kein Fremdkörper. 26,5 PS liegen deutlich über den 15 PS einer 125er, das Gewicht bleibt niedrig, und Schaltautomat, Farbdisplay, Radialbremszange und Fahrmodi entsprechen dem, was in Europa in dieser Preisregion sonst kaum zu finden ist. Für die A2-Klasse, die bis 48 PS reicht, ist die Leistung allerdings zu gering. Die R2 bewegt sich damit in einer Lücke zwischen aufgewerteter Einsteigerklasse und Mittelklasse, für die es in Europa kaum einen etablierten Markt gibt.
Warum Yamaha das Modell zuerst in Indien bringt
Indien ist für Yamaha inzwischen mehr als ein Absatzmarkt. Hajime Aota, Chairman der Yamaha Motor India Group, beschreibt das Land als aufstrebendes globales Zentrum für Entwicklung, Fertigung und Export.
Er ordnet die R2 ausdrücklich nicht als bloßen Einstieg in ein neues Segment ein: „The YZF-R2 is not an entry into a new segment“ („Die YZF-R2 ist kein Einstieg in ein neues Segment“), sondern als Motorrad für Fahrer, die sich dem Charakter der R-Serie verbunden fühlen. Zu den Geschäftszahlen verweist er auf ein Wachstum von „over 41 per cent year-on-year“ („über 41 Prozent im Jahresvergleich“) im ersten Halbjahr 2026 in Indien und darauf, dass Forschung, Entwicklung und Fertigung in Chennai gebündelt bleiben. Einen Beigeschmack hat der Start dennoch: Die 321 cm³ große R3 wurde in Indien Anfang des Jahres aus dem Programm genommen, was bei Teilen der Kundschaft für Enttäuschung sorgte. Nach Berichten aus Indien fiel die Resonanz in sozialen Netzwerken entsprechend gemischt aus, während die Reaktionen bei der Präsentation vor Presse und Influencern überwiegend positiv waren.
Für das Modelljahr 2026 ist die R2 damit der jüngste Zuwachs einer R-Serie, die vom 155er-Einstieg bis zur R1 reicht und zuletzt vor allem durch die R9 erweitert wurde. Dass ein neues Mitglied dieser Familie seine Weltpremiere in Indien feiert und nicht in Japan oder Europa, ist innerhalb der Baureihe ein Novum.

Häufige Fragen
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Was kostet die Yamaha R2?
Die Yamaha R2 kostet ab 230.500 Rupien (rund 2.080 Euro / 2.410 US-Dollar) ab Werk in Delhi. Die mittlere Version mit Schaltautomat liegt bei 239.500 Rupien (rund 2.160 Euro / 2.510 US-Dollar), die R2M bei 253.000 Rupien (rund 2.280 Euro / 2.650 US-Dollar).
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Wie viel PS hat die Yamaha R2?
Die R2 leistet 26,5 PS (19,5 kW) bei 10.000 U/min. Das maximale Drehmoment beträgt 19,1 Nm (14,1 lb-ft) bei 8.000 U/min. Der Motor ist ein flüssigkeitsgekühlter 204-cm³-Einzylinder mit vier Ventilen und zwei obenliegenden Nockenwellen.
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Kommt die Yamaha R2 nach Deutschland?
Ein Marktstart in Deutschland ist nicht geplant. Yamaha Motor Europe soll einen Import bereits abgelehnt haben, eine offizielle Bestätigung dazu liegt nicht vor. Das Modell wird zunächst ausschließlich in Indien gebaut und dort verkauft.
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Wie schwer ist die Yamaha R2?
Die Basisversion wiegt fahrfertig 149 Kilogramm (328 lbs), die Varianten mit Schaltautomat und die R2M jeweils 150 Kilogramm (331 lbs). Allein der Stahlrohr-Rahmen wiegt 14 Kilogramm und ist damit rund 2,8 Kilogramm leichter als der Rahmen der R15.
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Wann startet der Verkauf der Yamaha R2?
Die Auslieferung beginnt ab Mitte September 2026. Verkauft wird ausschließlich über die Blue-Square-Händler in Indien. Die Vorbestellung lief seit dem 12. August 2026 gegen eine Anzahlung von 10.000 Rupien (rund 90 Euro / 105 US-Dollar).












