- Bobber 350 mit 742 mm Sitzhöhe und 28,2 PS, dazu eine SP-Version mit goldener Upside-down-Gabel und 16-Zoll-Speichenrädern
- Scrambler 350 mit neu entwickeltem Motor, 29 PS, 30 Nm und 19-Zoll-Vorderrad
- Marktstart beider Modelle und der Thunderbolt 350 im Jahr 2027, Preise stehen noch aus
Die Bantam ist für BSA seit ihrem Comeback das wichtigste Modell im Programm. Laut Hersteller lag die 350er in Großbritannien und der EU mehrfach an der Spitze ihres Segments der modernen Klassiker. Genau auf dieser Basis baut BSA jetzt zwei Ableger, die der Hersteller unter dem Namen „Dual Rebellion“ zusammenfasst. Auf den ersten Blick wirken Bobber und Scrambler wie zwei Kleider für dieselbe Technik. Bei genauerem Hinsehen unterscheiden sie sich aber schon beim Motor, beim Fahrwerk und bei der Sitzposition deutlich.

Was unterscheidet die BSA Bobber 350 von der Scrambler 350?
Der größte Unterschied steckt im Antrieb: Beide Modelle haben 334 cm³, aber die Scrambler bekommt einen neu konstruierten Motor mit mehr Drehmoment, während die Bobber einen anderen Einzylinder nutzt. Dazu kommen eine um 70 mm niedrigere Sitzhöhe bei der Bobber und ein deutlich längerer Radstand.
Beide Motoren sind flüssigkeitsgekühlte Viertakter mit zwei obenliegenden Nockenwellen (DOHC), einer Verdichtung von 11:1, Sechsganggetriebe und Kettenantrieb. Damit enden die Gemeinsamkeiten aber schon. Die Bobber kommt auf 28,2 PS (21 kW) bei 8.000 Umdrehungen und 26,4 Nm (19,5 lb-ft) bei 6.000 Umdrehungen. Der Motor der Scrambler leistet 29 PS (21 kW) bei 8.100 Umdrehungen und stemmt 30 Nm (22,1 lb-ft) bei 6.750 Umdrehungen. BSA beschreibt das Aggregat als komplett neu, gebaut mit dem Ziel, Gewicht zu sparen und gleichzeitig mehr Leistung zu bieten. Eine angepasste Übersetzung und viel Drehmoment im unteren und mittleren Drehzahlbereich sollen für ein direktes Ansprechverhalten sorgen.
Zum Vergleich: Die bereits erhältliche Bantam 350 hat 29 PS bei 7.750 Umdrehungen und 29,6 Nm bei 6.000 Umdrehungen. Die Scrambler liegt damit beim Drehmoment knapp über dem Basismodell, die Bobber spürbar darunter.
Auch die Geometrie ist eine ganz andere. Die Bobber hat einen Radstand von 1.500 mm und baut sehr flach. Die Scrambler ist mit 1.403 mm Radstand fast zehn Zentimeter kürzer und steht dank 19-Zoll-Vorderrad deutlich höher. Bei der Sitzhöhe trennen die beiden 742 mm und 812 mm.
Für wen ist die BSA Bantam Bobber 350 gedacht?
Die Bobber richtet sich an Fahrer, die vor allem allein unterwegs sind und einen niedrigen Einstieg suchen. Sie hat nur einen Sitzplatz, und mit 742 mm Sitzhöhe ist sie das niedrigste Modell im aktuellen BSA-Programm.
BSA vermarktet sie als Motorrad für die persönliche Auszeit, mit einem Zylinder und einem Sitz. Optisch setzt die Bobber auf eine flache Linie im Stil eines Custombikes ab Werk, mit tropfenförmigem Tank und breitem Lenker. Vorne arbeitet eine 41 mm dicke Teleskopgabel, hinten ein Zentralfederbein mit Gasdruck, dessen Vorspannung sich in sieben Stufen einstellen lässt. Die Standardversion rollt auf Leichtmetallrädern mit 18 Zoll vorne und 17 Zoll hinten, bereift mit 100/90-18 und 150/70-17. Gebremst wird mit einer 320-mm-Scheibe vorne und einer 240-mm-Scheibe hinten, dazu kommt Zweikanal-ABS. Das Cockpit ist ein LCD-Display.
Der Tank fasst 13,2 Liter, das Gewicht mit Flüssigkeiten liegt bei 189 kg (417 lbs). Zum Start zeigt BSA die Bobber nur in einer dunkelroten Lackierung mit Grau, weitere Farben sollen folgen.
Was bietet die Bobber 350 SP?
Die SP (Special Parts) ist die aufwendiger ausgestattete Variante in dunkler Chromoptik. Statt der Teleskopgabel trägt sie eine goldene Upside-down-Gabel mit ebenfalls 41 mm Durchmesser. Dazu kommen 16-Zoll-Speichenräder mit dicken Reifen im Format 130/90-16 vorne und 150/80-16 hinten, was der Front einen deutlich wuchtigeren Auftritt gibt. Außerdem ersetzt ein farbiges TFT-Display die LCD-Anzeige. Gewicht, Motor, Bremsen und Sitzhöhe bleiben gleich.

Was steckt technisch in der BSA Bantam Scrambler 350?
Die Scrambler kombiniert den neuen 334er-Motor mit einem klassischen Fahrwerk aus Telegabel und zwei Federbeinen sowie Speichenrädern im Format 19 und 17 Zoll. Sie ist mit 184 kg (406 lbs) etwas leichter als die Bobber.
Ihr Vorbild ist die BSA Bushman von 1966, ein schlichtes Motorrad mit viel Bodenfreiheit, das für raue Pisten im australischen Outback gedacht war. Die neue Scrambler soll diesen Charakter aufnehmen, aber auch in der Stadt funktionieren. Die hydraulische Telegabel hat 150 mm Federweg und Faltenbälge, hinten bieten die beiden Federbeine 130 mm Federweg und eine fünffach einstellbare Vorspannung. Die Drahtspeichenräder mit je 36 Speichen sind 19 x 2,5 Zoll vorne und 17 x 4,25 Zoll hinten groß und tragen leicht grobstollige Reifen. Vorne verzögert eine schwimmend gelagerte 320-mm-Scheibe, hinten eine 240-mm-Scheibe, beide mit Zweikanal-ABS.
Der Tank ist mit 12,5 Litern etwas kleiner als bei der Bobber. Die Scrambler wird in Schwarz, Grün und Grau angeboten. Mit ihrem Namen könnte sie leicht mit der größeren BSA Scrambler 650 verwechselt werden, die seit Juli 2025 auf dem Markt ist und auf dem 652er-Einzylinder der Gold Star aufbaut.
Welche Verwandtschaft haben die neuen BSA-Modelle zu Jawa und Yezdi?
Beide Neuheiten stammen aus dem Baukasten von Classic Legends, der Mahindra-Tochter, zu der neben BSA auch Jawa und Yezdi gehören. Die Bobber basiert weitgehend auf der Jawa 42 Bobber, die in Indien verkauft wird.
Grundform, Tankform, Sitz und Lenker der BSA Bobber ähneln dem indischen Schwestermodell stark. Die Scrambler sieht wiederum der Yezdi Scrambler 350 aus Indien sehr ähnlich. Classic Legends betont selbst, dass die drei Marken auf eine gemeinsame globale Plattform zurückgreifen, aber ihre jeweils eigene Herkunft und Gestaltung behalten sollen.
Die Rollen sind dabei klar verteilt. Die neuen BSA-Modelle sind vor allem für Europa gedacht. Ob die beiden 350er auch nach Indien kommen, hat BSA nicht gesagt. Mitgründer Anupam Thareja spricht davon, dass beide Modelle auf der Bantam 350 aufbauen und vor allem mehr Menschen aufs Motorrad bringen sollen. Langfristig will BSA nach seinen Worten in jedem Segment ein Modell anbieten.

Wann kommen BSA Bobber 350 und Scrambler 350 nach Deutschland?
BSA plant den Marktstart der beiden neuen Bantams für 2027. Preise hat der Hersteller noch nicht genannt.
In Deutschland, Österreich und Griechenland kümmert sich seit dem 1. November 2025 die KSR Group um den Vertrieb von BSA. Aktuell sind hierzulande die Gold Star 650, die Scrambler 650 und die Bantam 350 erhältlich. Die Bantam 350 startet bei 4.099 Euro (circa 4.620 US-Dollar) plus Nebenkosten, was einen ersten Anhaltspunkt für die Preise der neuen Ableger gibt. Alle Euro-5+-Modelle von BSA haben drei Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung, das gilt laut Datenblatt auch für Bobber und Scrambler.
Mit einer Leistung von rund 21 kW liegen beide Modelle deutlich unter der Grenze von 35 kW für den Führerschein A2.
Was ist aus der BSA Thunderbolt 350 geworden?
Die Thunderbolt 350 kommt ebenfalls erst 2027 auf den Markt. Ursprünglich war ihr Start für Mitte 2026 geplant.
Das erste Adventure-Bike der neuen BSA wurde auf der EICMA 2025 vorgestellt und erinnert mit seinem Namen an den früheren Thunderbolt-Tourer der Marke. Auf der EICMA 2026 zeigt BSA sie in drei neuen Farben: Schwarz mit Gelb, Grau sowie Grün mit Elfenbein. Auch sie nutzt einen flüssigkeitsgekühlten 334er-Einzylinder mit vier Ventilen und Doppelzündung. Die Leistung gibt BSA mit 29 PS bei 8.100 Umdrehungen und 29,62 Nm (21,8 lb-ft) bei 6.750 Umdrehungen an, beide Werte sind aber noch als vorläufig gekennzeichnet.
Zur Ausstattung gehören eine 43-mm-Upside-down-Gabel, ein Zentralfederbein mit Umlenkung, ein 21-Zoll-Vorderrad und ein 17-Zoll-Hinterrad. Außerdem bringt sie eine Traktionskontrolle und drei ABS-Modi mit. Mit 830 mm Sitzhöhe, 16,5 Litern Tankinhalt und 202 kg (445 lbs) ist sie das größte und schwerste der drei 350er-Modelle.

Welche neuen Farben bekommen die übrigen BSA-Modelle?
Neben den Neuheiten frischt BSA die Farbpalette fast aller bestehenden Modelle für das Modelljahr 2027 auf.
- Gold Star 650: Birmingham Blue und Brooklands Black für den 652er-Roadster, der 2021 das Comeback der Marke eingeleitet hat
- Scrambler 650: Deep Green, Black Chrome und Gloss Black, zusätzlich bleibt Victor Yellow im Angebot
- Bantam 350: Mist Green als neueste Farbe, eine Anspielung auf die allererste Bantam von 1948
Die neuen BSA-Modelle gehören damit zu den zahlreichen Neuheiten der EICMA 2026, die den Motorradjahrgang 2027 prägen.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die BSA Bobber 350?
Die BSA Bobber 350 leistet 28,2 PS (21 kW) bei 8.000 Umdrehungen. Das maximale Drehmoment liegt bei 26,4 Nm bei 6.000 Umdrehungen. Die SP-Version nutzt denselben Motor.
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Wie hoch ist die Sitzhöhe der BSA Bobber 350?
Die Sitzhöhe liegt bei 742 mm. Damit ist die Bobber 70 mm niedriger als die Scrambler 350 und das niedrigste aktuelle BSA-Modell.
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Was kostet die BSA Bantam Scrambler 350?
Einen Preis hat BSA noch nicht genannt. Die Scrambler 350 soll 2027 auf den Markt kommen, in Deutschland über den Importeur KSR Group.
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Haben Bobber 350 und Scrambler 350 den gleichen Motor?
Nein, beide haben zwar 334 cm³ Hubraum, nutzen aber unterschiedliche Einzylinder. Der Motor der Scrambler ist neu entwickelt und liefert mit 30 Nm mehr Drehmoment als die 26,4 Nm der Bobber.
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Worin unterscheidet sich die Bobber 350 SP von der Standardversion?
Die SP hat eine goldene Upside-down-Gabel, 16-Zoll-Speichenräder mit breitem Vorderreifen, ein TFT-Farbdisplay und eine dunkle Chromlackierung. Motor, Bremsen, Sitzhöhe und Gewicht entsprechen der Standardversion.












