- Neuer luft-/ölgekühlter Reihenzweizylinder mit 743 cm³, 55 PS und 63 Nm
- Erstmals bei Royal Enfield: Tempomat, Kurven-ABS, einstellbares Showa-Fahrwerk und Doppelscheibenbremse
- In Italien ab 7.390 Euro bestellbar, deutsche Preise stehen noch aus
Zehn Jahre nach der ersten Himalayan 411 schiebt Royal Enfield ein Modell über die bekannten Einzylinder. Die Himalayan 750 feierte am 3. November 2026 in Mailand Premiere, zum Abschluss des 125-jährigen Firmenjubiläums. Sie ist das erste Serienmodell mit dem neuen 743er-Twin, der auch in der gleichzeitig gezeigten Continental GT 750 steckt. Die Himalayan 750 gehört damit zu den wichtigsten Neuheiten des Messejahrgangs und zu den Motorrädern des Modelljahrs 2027. Wer allerdings eine aufgeblasene Rallye-Maschine erwartet hat, wird überrascht: Royal Enfield setzt auf Drehmoment im Alltag, Komfort und Ausstattung statt auf Spitzenleistung.

Welchen Motor hat die Royal Enfield Himalayan 750?
Die Royal Enfield Himalayan 750 fährt mit einem luft-/ölgekühlten Reihenzweizylinder mit 743 cm³ Hubraum. Er leistet 55 PS (40,5 kW) bei 7.000 U/min und stemmt 63 Nm (46,5 lb-ft) bei 5.000 U/min.
Technisch baut der Motor auf dem bekannten 650er-Twin auf, der unter anderem in der Interceptor und der Continental GT arbeitet. Die Bohrung wächst von 78 auf 83,5 Millimeter, der Hub bleibt bei 67,8 Millimetern. Ein Großteil der Bauteile soll trotzdem neu sein. Dazu gehören beschichtete Zylinderlaufbahnen, kürzere Kühlrippen und Motordeckel aus Magnesium. Durch das leichte Material, eine einzelne Drosselklappe und eine 2-in-1-Auspuffanlage soll der größere Motor kaum mehr wiegen als der 650er.
Interessant ist vor allem die Charakteristik. Laut Hersteller liegen schon bei 3.500 U/min rund 90 Prozent des maximalen Drehmoments an. Damit liefert die 750 schon im unteren Drehzahlbereich mehr Kraft, als der 650er überhaupt in der Spitze schafft. Gegenüber dessen 47 PS legt die Leistung um rund 15 Prozent zu, das Drehmoment sogar um etwa 20 Prozent. Die niedrige Verdichtung von 9,5:1 passt zu Reisen in Länder, in denen nicht überall hochwertiger Sprit zu haben ist.
Die Kraft geht über eine Anti-Hopping-Kupplung an ein Sechsganggetriebe und von dort per Kette ans Hinterrad. Eine Anti-Hopping-Kupplung verhindert, dass das Hinterrad beim harten Herunterschalten stempelt. Einen Quickshifter oder eine automatische Kupplung bietet Royal Enfield nicht an.
Was ist neu an der Elektronik der Himalayan 750?
Die Himalayan 750 ist das erste Modell von Royal Enfield mit einem Ride-by-Wire-Gasgriff, also einer elektronischen statt einer mechanischen Verbindung zur Drosselklappe. Erst dadurch werden Tempomat und schräglagenabhängige Assistenzsysteme möglich.
Eine Messeinheit mit sechs Achsen (IMU) erfasst ständig, wie stark das Motorrad sich neigt, nickt und beschleunigt. Mit diesen Daten arbeiten das Kurven-ABS und die Traktionskontrolle auch in Schräglage. Die Traktionskontrolle hat drei Stufen und lässt sich abschalten, das ABS am Hinterrad ebenfalls, was im Gelände hilft. Über fünf Fahrmodi namens Rain, Road, Road Sport, Trail und Custom passt der Fahrer Gasannahme, Traktionskontrolle und ABS an.
Auch bei der Ausstattung legt die Marke zu. Zur Serie gehören:
- Tempomat und Reifendruckkontrolle
- rundes 4-Zoll-TFT-Display mit WLAN, Bluetooth und Navigation über Google Maps
- Anbindung an die Royal-Enfield-App mit Wingman 2.0 über 4G und GPS
- zwei USB-C-Anschlüsse, einer davon mit 27 Watt Schnellladung
- selbstrückstellende Blinker, Notbremslicht und Wegfahrsperre
- 7-Zoll-LED-Scheinwerfer in einem Aluminiumgehäuse und ein Hauptständer
Damit bietet die Himalayan zum Beispiel einen Tempomat, den selbst die deutlich teurere Yamaha Ténéré 700 nicht hat.

Wie unterscheidet sich die Himalayan 750 von der Himalayan 450?
Die 750 ist kein größerer Bruder für noch mehr Gelände, sondern ein Reisemotorrad. Sie hat ein kleineres Vorderrad, weniger Federweg und rund 30 Kilogramm mehr Gewicht als die Himalayan 450.
Die 450 rollt vorne auf einem 21-Zoll-Rad, die 750 auf einem 19-Zoll-Rad, hinten sind es 17 Zoll. Diese Kombination ist typisch für straßenorientierte Reiseenduros. Die Reifen haben die Größen 110/80 R19 und 150/70 R17. Royal Enfield bietet Guss- und Speichenräder an, beide für schlauchlose Reifen. Die Speichenversion steht ab Werk auf grob profilierten Vredestein Centauro XR, die Gussversion auf Ceat Crossrad RT.
Beim Fahrwerk setzt Royal Enfield auf Showa. Die 43-Millimeter-Upside-down-Gabel hat 190 Millimeter Federweg und ist in Druck- und Zugstufe einstellbar. Hinten arbeitet ein Federbein mit Umlenkung und 175 Millimetern Federweg, bei dem sich die Zugstufe und über ein Handrad auch die Federvorspannung verstellen lassen. Bei der 450 sind es vorne und hinten jeweils 200 Millimeter. Einstellbare Dämpfung hatte bisher kein Royal-Enfield-Modell.
Als Rahmen dient ein Zentralrohrrahmen aus Kastenprofil mit gepressten Stahlauslegern, der Motor trägt mit. Das soll den Schwerpunkt niedrig halten. Vorne bremsen zwei schwimmend gelagerte 280-Millimeter-Scheiben mit Zweikolben-Schwimmsätteln von ByBre, hinten eine 255-Millimeter-Scheibe. Eine Doppelscheibe gab es bei Royal Enfield bisher ebenfalls nicht.
Fahrfertig mit 90 Prozent Tankfüllung wiegt die Himalayan 750 laut Hersteller 223 kg (492 lbs). Der Radstand misst 1.522 Millimeter, der Lenkkopfwinkel 27,9 Grad und der Nachlauf 121,5 Millimeter.
Wie gut eignet sich die Himalayan 750 für lange Reisen?
Auf lange Strecken ist die Himalayan 750 deutlich besser vorbereitet als ihre kleinen Schwestern. Ein 17,8-Liter-Tank, getrennte Sitze für Fahrer und Sozius und eine Zuladung von knapp 195 kg (430 lbs) zielen klar auf Touren zu zweit mit Gepäck.
Der Verbrauch soll bei rund 4,4 Litern auf 100 Kilometer liegen. Rechnerisch reicht eine Tankfüllung damit für etwa 400 Kilometer. Die Sitzhöhe beträgt 815 Millimeter, für eine Reiseenduro dieser Größe ein eher niedriger Wert. Als Zubehör gibt es eine niedrigere Sitzbank und Komfortsitze für Fahrer und Sozius. Der Windschild lässt sich in fünf Stufen um insgesamt 60 Millimeter verstellen. Die Bodenfreiheit liegt bei 205 Millimetern.
Gemeinsam mit Givi hat Royal Enfield ein Koffersystem entwickelt, das ohne separaten Gepäckträger am Motorrad befestigt wird. Dazu kommt weiches Reisegepäck aus derselben Zusammenarbeit.

Wo steht die Himalayan 750 im Vergleich zur Konkurrenz?
Mit 55 PS und 63 Nm liegt die Himalayan 750 bei den reinen Zahlen unter vielen Reiseenduros der Mittelklasse. Die fast gleich große Honda Transalp hat zum Beispiel mehr Drehmoment, und flüssigkeitsgekühlte Konkurrenten bieten meist deutlich mehr Leistung.
Royal Enfield setzt dagegen auf Ausstattung und Preis. Tempomat, Kurven-ABS, einstellbares Showa-Fahrwerk und Reifendruckkontrolle sind in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Die luft-/ölgekühlte Bauweise spart außerdem einen Kühler, der im Gelände beschädigt werden kann. Wie gut das Paket auf der Straße funktioniert, müssen erste Fahrberichte zeigen.
Welche Varianten und Preise gibt es für die Royal Enfield Himalayan 750?
In Europa gibt es die Royal Enfield Himalayan 750 in drei Ausstattungen, Bestellungen sind seit dem 3. November 2026 möglich. In Italien reicht die Preisspanne von 7.390 Euro (circa 8.260 US-Dollar) bis 9.290 Euro (circa 10.390 US-Dollar).
Die Basis hat Gussräder und ist in Aztec Green zu haben, außerdem nennt Royal Enfield die Farbe Tectonic Black für die Gussradversion. Die Speichenrad-Varianten tragen die Farben Viking Bronze oder Siberia White. An der Spitze steht die Ausführung in Antarctic Silver. Sie kommt serienmäßig mit Givi-Seitenkoffern und Topcase samt Halterungen und Innentaschen, Heizgriffen, Handschützern und einem Motorschutz aus Aluminium.
Die Einführungspreise im Überblick:
- Gussräder: 7.390 Euro in Italien (circa 8.260 US-Dollar), 6.999 Pfund in Großbritannien (circa 8.400 Euro / 9.390 US-Dollar)
- Speichenräder: 7.790 Euro in Italien (circa 8.710 US-Dollar), 7.299 Pfund in Großbritannien (circa 8.760 Euro / 9.790 US-Dollar)
- Antarctic Silver mit Reisepaket: 9.290 Euro in Italien (circa 10.390 US-Dollar), 8.699 Pfund in Großbritannien (circa 10.440 Euro / 11.670 US-Dollar)
In Großbritannien gibt Royal Enfield drei Jahre Garantie, die sich auf bis zu sieben Jahre verlängern lässt.

Wann kommt die Himalayan 750 nach Deutschland?
Einen deutschen Preis und einen Liefertermin hat Royal Enfield noch nicht genannt. Auch für die USA gibt es noch keine Angaben zu Preis und Marktstart.
Da die Bestellungen europaweit seit Anfang November laufen und die italienischen Preise feststehen, dürfte sich der deutsche Preis in einem ähnlichen Bereich bewegen. Royal Enfield hat in Deutschland inzwischen eine eigene Niederlassung. Sobald die Marke Preise für den deutschen Markt nennt, werden wir diesen Artikel ergänzen.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die Royal Enfield Himalayan 750?
Die Royal Enfield Himalayan 750 leistet 55 PS (40,5 kW) bei 7.000 U/min. Das maximale Drehmoment von 63 Nm liegt bei 5.000 U/min an, rund 90 Prozent davon sollen schon ab 3.500 U/min bereitstehen.
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Was kostet die Royal Enfield Himalayan 750?
In Italien startet die Himalayan 750 bei 7.390 Euro (circa 8.260 US-Dollar), in Großbritannien bei 6.999 Pfund (circa 8.400 Euro / 9.390 US-Dollar). Die Topversion mit Givi-Gepäck kostet in Italien 9.290 Euro. Deutsche Preise stehen noch nicht fest.
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Wie schwer ist die Himalayan 750?
Fahrfertig mit 90 Prozent Tankfüllung wiegt die Himalayan 750 laut Hersteller 223 kg (492 lbs). Sie ist damit rund 30 Kilogramm schwerer als die Himalayan 450 und darf knapp 195 kg zuladen.
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Hat die Himalayan 750 ein 21-Zoll-Vorderrad?
Nein, die Himalayan 750 rollt auf einem 19-Zoll-Vorderrad und einem 17-Zoll-Hinterrad. Wahlweise gibt es Guss- oder Speichenräder, beide für schlauchlose Reifen.












