- Knapp 48 PS (35 kW), 180 kg fahrbereit, Sitzhöhe ab 790 mm, passend für den A2-Führerschein
- Erwarteter Preis um 6.000 Euro, offiziell nennen will Moto Guzzi ihn erst auf der EICMA
- Öffentliche Premiere in Mailand, bei den Händlern ab Anfang 2027
Eine Moto Guzzi erkennt man seit Jahrzehnten an den beiden Zylinderköpfen, die links und rechts neben dem Tank in den Fahrtwind ragen, und am Kardan statt einer Kette. Die The Trip hat beides nicht. Am 28. Oktober 2026 hat der Hersteller aus Mandello del Lario das neue Naked Bike der 500er-Klasse offiziell vorgestellt und es zum Auftakt einer neuen Modellgeneration erklärt. Statt des quer eingebauten V2 arbeitet ein Reihenzweizylinder im Rahmen, die Kraft geht per Kette ans Hinterrad. Angesprochen werden Einsteiger mit A2-Führerschein, Rückkehrer nach einer längeren Pause und erfahrene Fahrer, die ein leichtes Motorrad für den Alltag suchen. Gleichzeitig wird die The Trip zum kleinsten Modell im Programm, denn bisher begann die Palette bei der V7 mit 853 cm³.

Was steckt in der Moto Guzzi The Trip?
Die Moto Guzzi The Trip ist ein Roadster mit flüssigkeitsgekühltem Reihenzweizylinder, der knapp 48 PS leistet. Fahrbereit wiegt sie 180 kg (397 lbs) und gehört zu den Neuheiten des Modelljahrs 2027.
Der Motor stammt aus dem Piaggio-Konzern, zu dem neben Moto Guzzi auch Aprilia gehört. Dort steckt er bereits in der RS 457 und der Tuono 457. Eine umgelabelte Aprilia ist die The Trip trotzdem nicht. Rahmen, Heck und Optik sind eigenständig, von der Tuono 457 stammen neben dem Motor vor allem die Räder und einige Kleinteile.
Beim Gewicht hält die Neue deutlichen Abstand zu den bisherigen Modellen aus Mandello. Die V7 Stone gibt Moto Guzzi zum Vergleich mit 218 kg (481 lbs) an. Die Sitzhöhe der The Trip beginnt bei 790 mm, der Tank aus Stahlblech fasst 15 Liter.
Optisch spricht der Hersteller von einer neuen Formensprache, die bewusst auf Zierrat verzichtet. Klare Flächen und ausgewogene Proportionen stehen im Vordergrund, der schwarz lackierte Motor wird zum zentralen Gestaltungselement. Im LED-Scheinwerfer steckt ein stilisierter Adler als Tagfahrlicht, das Wappentier der Marke. Den Modellnamen hat Moto Guzzi in die Sitzbank sticken lassen.
Wie viel PS hat die Moto Guzzi The Trip?
Die Moto Guzzi The Trip leistet knapp 48 PS (35 kW) und liegt damit genau an der Leistungsgrenze der Führerscheinklasse A2. Laut Hersteller liegt ein Großteil des Drehmoments schon bei niedrigen Drehzahlen an, damit der Motor in der Stadt gelassen bleibt und auf der Landstraße trotzdem lebendig wirkt.
Mehr technische Daten hat Moto Guzzi bisher nicht genannt, Hubraum und Drehmoment fehlen in der offiziellen Mitteilung. In den Aprilia-Modellen leistet der 457er 48 PS bei 9.400/min und 43,5 Nm (32,1 lb-ft) bei 6.700/min. Ob die Guzzi-Version anders abgestimmt ist, bleibt offen. Laut dem Fahrbericht von Motorrad ist zumindest die Endübersetzung kürzer als bei der Tuono 457. Bei 100 km/h im sechsten Gang dreht der Motor demnach mit rund 5.500/min.
Die Kurbelwelle hat 270 Grad Hubzapfenversatz. Die beiden Kolben laufen also nicht gleichzeitig auf und ab, sondern zeitversetzt. Dadurch klingt der Reihenmotor ähnlich wie ein V2 mit 90 Grad Zylinderwinkel, also wie die Bauform, die Moto Guzzi bei den großen Modellen verwendet.
Neu für die heutige Modellpalette ist die Kette. Seit Jahrzehnten setzt Moto Guzzi auf Kardanantrieb, in der A2-Klasse ist eine Kette dagegen üblich und spart Gewicht und Kosten. In der Firmengeschichte ist das allerdings nicht ohne Vorbild, denn Kettenantrieb war bei Moto Guzzi lange normal, bevor V2 und Kardan zum Markenzeichen wurden.
Fahrwerk und Bremsen der The Trip
Beim Fahrwerk geht die The Trip einen anderen Weg als ihre Aprilia-Verwandten. Statt eines Aluminium-Brückenrahmens trägt ein neu konstruierter Stahlrohrrahmen den Motor. Vorn arbeitet eine Upside-down-Gabel. Hinten stützt sich die Schwinge über ein einzelnes Federbein ab, das rechts seitlich sitzt, ähnlich wie bei der V85 TT. Eine Umlenkung, die die Federung mit zunehmendem Weg straffer macht, gibt es nicht.
Ein vollständiges Datenblatt zum Fahrwerk hat Moto Guzzi noch nicht veröffentlicht. Offen sind unter anderem Federwege, Bremsscheibengrößen und das Material der Schwinge. ABS ist serienmäßig an Bord.
Welche Ausstattung hat die Moto Guzzi The Trip?
Serienmäßig hat die The Trip Ride-by-Wire mit drei Fahrmodi, ein rundes 3,6-Zoll-TFT-Display mit Smartphone-Anbindung, LED-Licht und beleuchtete Lenkerschalter. Quickshifter und Navigation gibt es nur als Zubehör.
Ride-by-Wire bedeutet, dass der Gasgriff nicht mehr über einen Seilzug, sondern elektronisch mit der Drosselklappe verbunden ist. Erst das macht die drei Fahrmodi möglich. Road ist auf eine sanfte Gasannahme im Alltag abgestimmt, Sport soll auf kurvigen Strecken spontaner ansprechen, und Rain ist für nasse oder rutschige Straßen gedacht.
Das runde Display greift die Form klassischer Rundinstrumente auf und verbindet sich mit dem Smartphone. Die optionale Navigation zeigt die Route mit Pfeilsymbolen im Display an. Die beleuchteten Schalter sollen die Bedienung im Dunkeln erleichtern, ein Detail, das in dieser Klasse nicht selbstverständlich ist. Ob die The Trip eine Traktionskontrolle hat, geht aus den bisherigen Angaben nicht hervor.
Wie fährt sich die Moto Guzzi The Trip?
Erste Fahreindrücke gibt es bisher nur von einem Medium. Laut dem Fahrbericht von Motorrad fühlt sich die The Trip sehr leicht an, lenkt mühelos ein und bleibt auch in Schräglage ruhig.
Die Sitzposition beschreibt der Tester als entspannt, bei 1,71 m Körpergröße erreichte er mit beiden Füßen sicher den Boden. Die Kupplung lässt sich demnach mit einem Finger ziehen, und die drei Fahrmodi unterscheiden sich spürbar. Im Sport-Modus spricht der Motor direkt an, gleichzeitig rollt die The Trip mit 50 km/h noch im höchsten Gang durch die Stadt.
Gebremst wird mit Komponenten von Bybre, einer indischen Marke von Brembo. Trotz einfacher Bremspumpe lassen sie sich laut Fahrbericht gut dosieren. Das Fahrwerk schluckt die meisten Unebenheiten, nur bei schnell aufeinanderfolgenden Stößen kommt das Federbein an seine Grenzen. Montiert sind Eurogrip-Reifen im Format 110 vorn und 150 hinten. Kalt wirken sie etwas unpräzise, mit Temperatur passen Haftung und Rückmeldung.
Was soll die Moto Guzzi The Trip kosten?
Einen offiziellen Preis gibt es noch nicht, Moto Guzzi will ihn auf der EICMA nennen. Erwartet wird ein Preis um 6.000 Euro (circa 6.700 US-Dollar) zuzüglich Nebenkosten.
Damit läge die The Trip unter der Aprilia Tuono 457, mit der sie sich den Motor teilt. Spannender ist der Vergleich mit der BMW F 450 R, die ebenfalls für 2027 neu ist. Das A2-Naked-Bike von BMW holt 48 PS (35 kW) aus 420 cm³, wiegt fahrfertig 175 kg (386 lbs) und kostet in Deutschland in vier Varianten zwischen 6.490 und 7.220 Euro (circa 7.250 bis 8.065 US-Dollar). Schon die Basisversion hat drei Fahrmodi, Traktionskontrolle, Heizgriffe und ein 6,5-Zoll-TFT-Display, einen Schaltassistenten gibt es erst ab der zweiten Ausstattungsstufe.
Bestätigt sich der erwartete Preis, wäre die The Trip also rund 500 Euro günstiger als die günstigste F 450 R. Dafür wiegt sie 5 kg mehr, und zur Ausstattung fehlen bisher noch Angaben. Einen Vorteil hätte die Guzzi beim Zeitpunkt: Die BMW soll voraussichtlich erst im Juni 2027 zu den Händlern kommen, die The Trip bereits Anfang 2027.
Warum verzichtet Moto Guzzi bei der The Trip auf V2 und Kardan?
Der wichtigste Grund sind die Kosten. Einen eigenen V2 mit Kardan für die Klasse unter 500 cm³ zu entwickeln, wäre deutlich teurer, als den Reihentwin zu nutzen, den der Konzern bereits in großen Stückzahlen baut.
Gebaut werden soll die The Trip nicht in Mandello, sondern in Indien. Im Werk in Baramati fertigt Piaggio bereits die 457er-Modelle von Aprilia. Den Produktionsort hat Moto Guzzi offiziell bisher nicht bestätigt. Mit diesem Weg ist die Marke nicht allein, auch BMW und Triumph lassen ihre kleinen Modelle in Indien fertigen.
Moto Guzzi selbst stellt die The Trip nicht als Abkehr von der eigenen Tradition dar, sondern als Beginn einer neuen Generation. Der Zeitpunkt passt dazu: 2026 feiert die Marke ihr 105-jähriges Bestehen und hat in Mandello ein neues Werk samt Museum eröffnet. Die großen Modelle mit V2 und Kardan bleiben weiter im Programm.
Wann kommt die Moto Guzzi The Trip zu den Händlern?
Die Moto Guzzi The Trip soll Anfang 2027 bei den offiziellen Händlern stehen. Öffentlich zu sehen ist sie erstmals auf der EICMA in Mailand am Stand von Moto Guzzi in Halle 9.
Die Messe läuft vom 3. bis 8. November 2026, die ersten beiden Tage sind Presse und Fachbesuchern vorbehalten. Für das Publikum öffnet die EICMA vom 5. bis 8. November. Dort dürfte die The Trip eine der meistbeachteten Premieren unter den Neuheiten des Modelljahrs 2027 werden, zumal Moto Guzzi dann auch den Preis nennen will.
Zum Start gibt es drei Farben. Black Metropolis in Schwarz steht für den städtischen Auftritt, Green Grove greift das traditionelle Guzzi-Grün auf, und Red Beat soll die sportliche Seite betonen. Dazu kommt die Sonderserie The Opening für Käufer der ersten Stunde. Was sie von den Serienfarben unterscheidet, hat Moto Guzzi noch nicht verraten.
Häufige Fragen
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Ist die Moto Guzzi The Trip A2-tauglich?
Ja, die Moto Guzzi The Trip ist für den A2-Führerschein ausgelegt. Ihr Reihenzweizylinder leistet knapp 48 PS (35 kW) und liegt damit genau an der Grenze dieser Führerscheinklasse.
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Was kostet die Moto Guzzi The Trip?
Einen offiziellen Preis gibt es noch nicht, Moto Guzzi will ihn auf der EICMA im November 2026 nennen. Erwartet werden rund 6.000 Euro (circa 6.700 US-Dollar) zuzüglich Nebenkosten. Damit läge sie unter der Aprilia Tuono 457 und der BMW F 450 R.
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Wann kommt die Moto Guzzi The Trip auf den Markt?
Die The Trip soll Anfang 2027 bei den offiziellen Moto-Guzzi-Händlern stehen. Zum ersten Mal öffentlich zu sehen ist sie auf der EICMA in Mailand.
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Hat die Moto Guzzi The Trip einen Kardanantrieb?
Nein, die The Trip hat einen Kettenantrieb. Anders als die großen Modelle der Marke verzichtet sie auch auf den quer eingebauten V2 und nutzt stattdessen einen Reihenzweizylinder aus dem Piaggio-Konzern.












