- Geplant für 2027: North West 200 (11. bis 15. Mai), TT (31. Mai bis 12. Juni) und ausgewählte BSB-Läufe
- McGuinness wird im April 55 Jahre alt und hat 23 Siege bei der Tourist Trophy
- Eine offizielle Bestätigung durch Honda steht noch aus
Die Antwort kam am Rande des Saisonfinales in Brands Hatch. Dort fuhr John McGuinness im letzten Lauf der National Superstock 1000 Championship, einer nationalen Serie im Rahmenprogramm der britischen Superbike-Meisterschaft. Gegenüber dem Sender TNT Sports sprach der Brite aus Morecambe über seine Pläne für das kommende Jahr. Viel verraten durfte er nach eigenen Worten nicht. Was er sagte, lässt aber wenig Zweifel: Der 23-fache TT-Sieger hängt noch eine Saison dran.

Welche Rennen fährt John McGuinness 2027?
McGuinness plant 2027 Starts beim North West 200 in Nordirland, bei der TT auf der Isle of Man und bei einigen ausgewählten Läufen der britischen Superbike-Meisterschaft (BSB). Vor der Saison will er zudem mit seinem Team testen.
Seine Aussage im Original: „I’m going to go testing with the team and I’m going to be riding next year with the team, and we’ll be on the grid at some various races. We’re going to pick and choose a few BSB rounds but the North West and TT’s on the horizon.“ Auf Deutsch: Er werde mit dem Team testen, im nächsten Jahr mit dem Team fahren und bei verschiedenen Rennen in der Startaufstellung stehen. Man werde sich einige BSB-Läufe aussuchen, doch das North West 200 und die TT seien das eigentliche Ziel.
Die beiden großen Straßenrennen liegen 2027 eng beieinander. Das North West 200 findet vom 11. bis 15. Mai statt. Nur gut zwei Wochen später beginnt die TT, die vom 31. Mai bis 12. Juni läuft. Damit fügt sich McGuinness in den Fahrerkreis ein, der die TT 2027 bestreiten will. Die Rennwoche auf der Isle of Man bleibt für ihn wie in den vergangenen Jahren der Höhepunkt der Saison.
Was hat die rote Flagge im Senior TT 2026 mit seiner Entscheidung zu tun?
McGuinness will seine TT-Karriere nicht mit einem abgebrochenen Rennen beenden. Genau so war das Senior TT 2026 ausgegangen, das Hauptrennen der Rennwoche und traditionell ihr Abschluss.
Das Rennen wurde nach einer Runde gewertet, nachdem der Finne Erno Kostamo am 11th Milestone gestürzt war. McGuinness stand in der Wertung auf Platz elf. Für einen Fahrer, der das Senior TT siebenmal gewonnen hat, war das kein Abschied nach seinem Geschmack. Er sagte dazu: „I didn’t want to finish the TT on a red flag! It was a red flag in the Senior and I didn’t want to finish that way, but I’m still motivated, still focused, and I still want to improve myself.“ Übersetzt: Er habe die TT nicht unter roter Flagge beenden wollen. Das Senior sei mit der roten Flagge abgebrochen worden, und so habe er nicht aufhören wollen. Er sei aber weiterhin motiviert und fokussiert und wolle sich noch verbessern.
Dass der Antrieb nicht nur aus diesem einen Rennen kommt, machte er ebenfalls deutlich. Er beschreibt den Rennsport als etwas, von dem er nicht lassen könne, fast wie eine Krankheit. Mit Selbstironie fügte er hinzu: „Even though I look a bit saggy around the old face and a bit heavier on the belly, the fire’s still burning and I’m enjoying it still.“ Sinngemäß: Auch wenn das Gesicht etwas schlaffer und der Bauch etwas schwerer geworden sei, brenne das Feuer noch, und er habe weiterhin Spaß daran.

Wie schnell war McGuinness in der Saison 2026?
McGuinness war 2026 auf der Isle of Man so schnell wie nie zuvor über eine volle Renndistanz. Im Superbike TT wurde er Fünfter und fuhr dabei seine schnellste Zeit über sechs Runden. Eine Runde auf dem Mountain Course misst 37,73 Meilen, also rund 60,7 Kilometer.
Erster Sieg seit 2019 beim Classic TT
Im Spätsommer folgte ein Erfolg, auf den er sieben Jahre gewartet hatte. Am 24. August 2026 gewann er beim Classic TT das Historic Senior, ein Rennen für historische Motorräder über drei Runden. Auf der Paton des Teams Winfield setzte er sich von Beginn an ab. Seine erste Runde mit 113,028 mph (rund 181,9 km/h) war die schnellste des Rennens. Im Ziel lag er 26,8 Sekunden vor Shaun Anderson, ebenfalls auf einer Paton. Mike Browne wurde auf einer Norton ES2 Dritter. Für McGuinness war es der vierte Sieg in dieser Klasse und sein erster Rennsieg seit dem Classic TT 2019. Das Rennen fiel zudem in das Jahr, in dem sich sein Debüt auf dem Mountain Course zum 30. Mal jährte.
Saisonfinale in Brands Hatch
Beim Saisonabschluss in Brands Hatch kam er im ersten Superstock-Rennen am Samstag auf Platz 18. Im zweiten Lauf am Sonntag, der bei Kälte und Nässe stattfand, verbesserte er sich auf Platz zwölf. Er räumte ein, dass er am Start mit einem langen Rennen gerechnet hatte. Dann habe er aber einen guten Rhythmus gefunden und die Punkte zum Saisonende mitgenommen, nachdem der Samstag nur durchschnittlich gelaufen sei.
Bleibt John McGuinness 2027 bei Honda?
Alles deutet darauf hin, dass McGuinness auch 2027 für Honda Racing UK fährt. Er selbst spricht von Testfahrten und Rennen mit „dem Team“, eine offizielle Bestätigung von Honda gibt es bislang aber nicht.
Seine Rolle beim Hersteller hat sich verändert. Neben den Renneinsätzen übernimmt er inzwischen Aufgaben als Markenbotschafter und weitere Tätigkeiten für Honda. Er schilderte das so: „The job’s sort of a changed a little bit, some ambassador stuff, some different bits and pieces with Honda, but I still like putting the leathers on and that’s the problem.“ Übersetzt: Die Aufgabe habe sich etwas verändert, mit Botschafterarbeit und verschiedenen anderen Dingen für Honda. Er ziehe aber immer noch gern die Lederkombi an, und genau das sei das Problem.
Im Rennteam fährt McGuinness eine Honda CBR1000RR-R Fireblade SP. Sein Teamkollege ist Dean Harrison, der für Honda Racing UK die Siege bei der TT holen soll. Die Verbindung zum Werksteam ist nicht selbstverständlich. Nach seinem schweren Unfall beim North West 200 im Jahr 2017 folgte eine schwierige Phase mit Norton. Erst als die TT 2022 nach der Corona-Pause zurückkehrte, saß McGuinness wieder auf einer Werks-Honda. Damit reicht seine Karriere im Straßenrennsport inzwischen in das vierte Jahrzehnt.
Im Sommer war in der Szene offen darüber gesprochen worden, ob ein jüngerer Fahrer seinen Platz bei Honda übernehmen sollte. Harrison und Davey Todd stellten sich im TT-eigenen Format „Between the Hedges“ klar hinter McGuinness. Harrison verwies darauf, dass er mit rund 212 km/h (132 mph) Rundenschnitt bei jedem Einsatz unter den ersten sechs lande. Er fragte: „Realistically, who’s going faster than him on the grid that’s going to get his ride and take that ride to the next place?“ Also: Wer im Feld sei realistisch schneller als er, um seinen Platz zu bekommen und daraus mehr zu machen? Todd sagte: „I don’t think there’s anybody else who deserves his seat at Honda.“ Auf Deutsch: Er glaube nicht, dass jemand anderes seinen Platz bei Honda verdiene. Man könne niemanden zum Rücktritt auffordern, der noch persönliche Bestzeiten fahre und dabei Freude habe.

Steht beim North West 200 2027 der 100. Start an?
Das ist möglich. Laut offizieller Statistik hatte McGuinness vor der Ausgabe 2026 genau 96 Rennen beim North West 200 bestritten, das Jubiläum war ursprünglich für 2026 erwartet worden.
Weil am Donnerstag der Veranstaltung 2026 das Superbike- und das Superstock-Rennen abgesagt wurden, rückte der 100. Start nach damaligem Stand ins Jahr 2027. Schon ein Jahr zuvor hatte McGuinness mit dem Meilenstein gerechnet und sich dafür eigens einen Helm lackieren lassen. Den musste er wieder einpacken, weil er sich bei der Zahl seiner Starts verzählt hatte, wie er selbst einräumte.
Seine Geschichte auf dem Kurs in Nordirland reicht weit zurück. Beim North West 200 fährt er seit über 30 Jahren. Sein erstes Podium holte er 1997 als Zweiter in der Klasse 250/400 ccm hinter Callum Ramsey. Zwischen 2000 und 2012 gewann er dort sechs Rennen. 2017 stürzte er auf dem Hochgeschwindigkeitskurs wegen eines technischen Defekts schwer und brach sich mehrere Wirbel. 2024 stand er mit 52 Jahren als Dritter im zweiten Superstock-Rennen noch einmal auf dem Podium.
Welche Bilanz hat McGuinness bei der TT?
McGuinness ist mit 23 Siegen der dritterfolgreichste Fahrer in der Geschichte der TT. Vor ihm liegen nur Michael Dunlop mit 36 und Joey Dunlop mit 26 Siegen.
Seit seinem Debüt 1996 hat er auf dem Mountain Course mehr als 100 Rennen bestritten. Besonders eng ist er mit dem Senior TT verbunden: Mit sieben Siegen in diesem Rennen teilt er sich den Rekord mit Mike Hailwood. Siege im Kampf um die Spitze bei den modernen Klassen sind für ihn inzwischen außer Reichweite. Seine Zeiten zeigen aber, dass er sich weiterhin im vorderen Feld behauptet. Für die TT 2027 bringt er damit eine Erfahrung mit, die im Fahrerfeld kaum ein anderer vorweisen kann.

Häufige Fragen
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Fährt John McGuinness bei der TT 2027?
Ja, McGuinness hat angekündigt, 2027 bei der TT an den Start zu gehen. Die Rennwoche auf der Isle of Man findet vom 31. Mai bis 12. Juni 2027 statt. Eine offizielle Bestätigung durch Honda steht noch aus.
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Für welches Team fährt McGuinness 2027?
Alles deutet auf Honda Racing UK hin. McGuinness spricht von Tests und Rennen mit dem Team, 2026 fuhr er dort eine Honda CBR1000RR-R Fireblade SP. Neben den Rennen ist er inzwischen auch als Markenbotschafter für Honda tätig.
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Wann findet das North West 200 2027 statt?
Das North West 200 findet vom 11. bis 15. Mai 2027 in Nordirland statt. McGuinness plant dort einen Start, möglicherweise mit seinem 100. Rennen auf dem Kurs.
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Wann hat John McGuinness zuletzt ein Rennen gewonnen?
Seinen letzten Sieg holte McGuinness am 24. August 2026 beim Classic TT im Historic Senior. Auf der Paton des Teams Winfield gewann er mit 26,8 Sekunden Vorsprung. Es war sein erster Rennsieg seit dem Classic TT 2019.
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Wie oft hat McGuinness das Senior TT gewonnen?
McGuinness hat das Senior TT siebenmal gewonnen. Damit teilt er sich den Rekord für dieses Rennen mit Mike Hailwood. Die Ausgabe 2026 wurde nach einer Runde abgebrochen und gewertet, McGuinness lag dabei auf Platz elf.












