- Laden von 20 auf 80 Prozent in weniger als 30 Minuten bei Akkus mit bis zu 17,3 kWh
- Nachrüstsatz geplant für S, SR, SR/S, SR/F, DS, DSR und DSR/X mit Cypher-III-Betriebssystem
- Markteinführung im Laufe des Jahres 2027, genaue Preise und Spezifikationen stehen noch aus
Am 2. September 2026 hat Zero Motorcycles in Amsterdam angekündigt, eine Level-3-Gleichstromladung nach dem CCS-Standard in sein Angebot aufzunehmen. Der Hersteller arbeitet seit über 20 Jahren an elektrischen Motorrädern und setzte bisher ausschließlich auf Wechselstromladen. Mit dem neuen Schnelllademodul kann eine Zero künftig neben Typ-2-Säulen auch Gleichstrom-Schnelllader mit CCS-Stecker nutzen.

Was ändert sich beim Laden der Zero-Modelle konkret?
Die Motorräder können künftig an CCS-Säulen mit Gleichstrom laden statt nur an Typ-2-Säulen mit Wechselstrom. Der Akku soll dabei in weniger als 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent kommen, sofern die Kapazität bei bis zu 17,3 kWh liegt.
Bisher sieht das anders aus. Serienmäßig laden die betroffenen Modelle mit 6,6 kW. Wer mehr wollte, konnte über einen Händler das sogenannte Rapid Charge System nachrüsten lassen, das die Ladeleistung auf 12,6 kW anhebt. Zero bezeichnet diesen Wert als Maßstab in der Branche. Von 20 auf 80 Prozent vergehen damit laut Hersteller weniger als 45 Minuten.
Das Schnelllademodul wird derzeit vom Entwicklungsteam finalisiert. Es soll im Laufe des Jahres 2027 für alle neuen Street- und Dual-Sport-Motorräder verfügbar sein.
Zero Motorcycles CCS: Welche Modelle lassen sich nachrüsten?
Zero nennt in der Fußnote der Pressemitteilung sieben Baureihen: S, SR, SR/S, SR/F, DS, DSR und DSR/X, jeweils mit dem Cypher-III-Betriebssystem. Der Nachrüstsatz soll für alle seit dem Modelljahr 2022 gebauten Street- und Dual-Sport-Maschinen dieser Generation angeboten werden.
Motorräder ohne Cypher III sind damit nicht vorgesehen. Die Pressemitteilung bindet die Kompatibilität ausdrücklich an dieses Betriebssystem.
Cypher III ist die Software- und Elektronikplattform, über die Zero seit 2022 Fahrmodi, Leistungsabgabe und eben auch Ladefunktionen steuert. Sie ist der Grund, warum sich die Kompatibilität überhaupt so klar abgrenzen lässt.

Wie viel Ladeleistung steckt hinter der 30-Minuten-Angabe?
Zero nennt selbst keine Kilowattzahl für das neue Modul. Aus den Herstellerangaben lässt sich aber ein Mindestwert ableiten. Zwischen 20 und 80 Prozent fließen bei einem 17,3-kWh-Akku rund 10,4 kWh in die Zellen. Soll das in weniger als einer halben Stunde gelingen, braucht es im Schnitt mehr als 20 kW Ladeleistung.
Das wäre rund 1,7-mal so viel wie mit dem bisherigen Rapid Charge System und seinen 12,6 kW.
Zero selbst hält sich zu den endgültigen Ladespezifikationen bislang zurück. Sie sollen erst im weiteren Verlauf der Entwicklung veröffentlicht werden.
Welche Vorteile bringt der CCS-Anschluss unterwegs?
Mit CCS kann eine Zero an Gleichstrom-Schnellladesäulen laden, die ihr bisher verschlossen waren. Zero selbst begründet den Schritt damit, dass sich das Gleichstromladen in Europa und Nordamerika schnell ausbreitet.
Ein praktischer Unterschied betrifft das Ladekabel. An Typ-2-Säulen muss in der Regel ein eigenes Kabel mitgebracht werden. An CCS-Säulen ist das Kabel dagegen fest angeschlossen.
Das Laden mit Wechselstrom fällt nicht weg. Die serienmäßige Ladung mit 6,6 kW bleibt erhalten, CCS kommt als zusätzliche Möglichkeit hinzu.

Was soll die CCS-Nachrüstung kosten?
Einen Preis hat Zero bislang nicht genannt. Angaben zu Preisen, Verfügbarkeit und den Voraussetzungen für die Nachrüstung sollen erst im weiteren Entwicklungsverlauf folgen.
Als Orientierung dienen die bisherigen Zusatzoptionen. Das Rapid Charge System und der optionale Zusatzakku für die Tankattrappe liegen je nach Modell bei rund 3.500 Euro (circa 4.070 US-Dollar). Ob das CCS-Modul preislich in diesem Rahmen liegen wird, ist offen.
Welche Fragen bleiben offen?
Offen ist vor allem, welche Motorräder im Detail umgerüstet werden können. Zero spricht von Street- und Dual-Sport-Modellen mit Akkus bis 17,3 kWh. Welche Akkuvarianten genau dazugehören und welche technischen Voraussetzungen für den Umbau gelten, will der Hersteller erst später veröffentlichen.
Auch der Termin steht noch nicht fest. Zero nennt das Jahr 2027, aber weder ein Quartal noch ein Modelljahr.
Die Ankündigung gehört zu den Elektro-Neuheiten für 2027, betrifft aber nicht nur kommende Modelle. Die Nachrüstung richtet sich an Besitzer bereits verkaufter Motorräder der dritten Generation. Sie sollen die neue Ladetechnik nutzen können, ohne ein neues Motorrad kaufen zu müssen.

Was sagt Zero selbst zur Entscheidung?
Zero begründet den Schritt mit Kundenwünschen und mit dem Ausbau der Ladeinfrastruktur. CEO Pierre-Martin Bos ordnet die Technik als Beitrag zum Umstieg auf elektrische Mobilität ein.
Er spricht darüber, dass das Gleichstromladen mehr Motorradfahrer für die Marke gewinnen soll und dass es sich um eine Funktion handelt, nach der Kunden gefragt hätten. Ausdrücklich betont er, man habe die Technik nicht ausschließlich künftigen Modellen vorbehalten wollen: „Wir wollten diese Technologie nicht nur bei zukünftigen Zero-Modellen anbieten, sondern auch Tausenden von bestehenden Zero-Besitzern die Möglichkeit geben, von dieser neuen Funktion zu profitieren und so den Wert ihres Motorrads weiter zu steigern.“ Den Zeitpunkt hält er für passend, weil sich das Gleichstromladen in Europa und Nordamerika weiter rasch ausbreite.

Häufige Fragen
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Wann kommt Zero Motorcycles CCS auf den Markt?
Zero nennt das Jahr 2027. Das neue CCS-Modul soll im Laufe dieses Jahres für neue Street- und Dual-Sport-Modelle verfügbar sein, ebenso das Zubehörteil für die Nachrüstung. Ein genaues Quartal oder Modelljahr hat der Hersteller bisher nicht genannt.
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Wie lange lädt eine Zero mit CCS?
Von 20 auf 80 Prozent soll der Ladevorgang bei Akkus mit bis zu 17,3 kWh weniger als 30 Minuten dauern. Zum Vergleich: Mit dem bisherigen Rapid Charge System und 12,6 kW Wechselstrom gibt Zero für denselben Bereich weniger als 45 Minuten an.
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Welche Zero Modelle lassen sich mit CCS nachrüsten?
Genannt werden S, SR, SR/S, SR/F, DS, DSR und DSR/X ab Modelljahr 2022, jeweils mit Cypher-III-Betriebssystem. Modelle ohne dieses Betriebssystem sind ausgeschlossen. Welche Akkuvarianten im Detail freigegeben werden, will Zero später bekannt geben.
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Was kostet die CCS-Nachrüstung bei Zero?
Einen Preis hat Zero bislang nicht veröffentlicht. Die bisherigen Zusatzoptionen für mehr Ladeleistung oder mehr Kapazität liegen je nach Modell bei rund 3.500 Euro (circa 4.070 US-Dollar). Ob das CCS-Modul preislich in diesem Rahmen liegt, ist offen.
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Bleibt das Laden per Typ-2-Stecker erhalten?
Ja, die serienmäßige Wechselstromladung mit 6,6 kW bleibt Teil der Ausstattung. CCS kommt als zusätzliche Möglichkeit hinzu, sodass sich beide Ladewelten je nach Situation nutzen lassen.












