- EICMA 2026 vom 5. bis 8. November: Auftritt des V5 im Gespräch, vom Hersteller nicht bestätigt
- Superbike-WM: Zugelassen sind nur Viertakter mit 2, 3 oder 4 Zylindern
- Fahrplan der Superbike-Kommission bis 2030: Fünf Zylinder sind darin nicht vorgesehen
ZXMoto-Gründer Zhang Xue hat über soziale Medien einen Fünfzylinder in V-Anordnung mit rund 1.000 Kubik angekündigt. Der Motor soll zuerst im Rennsport laufen und danach in einem leistungsstarken Serienmotorrad mit Straßenzulassung. Angepeilt ist dafür das Jahr 2028. Seitdem ist aus der kurzen Ankündigung ein Projekt mit Messetermin und Rennserie geworden, zumindest auf dem Papier. Bestätigt hat ZXMoto davon nichts. An einer Stelle passen Ziel und Wirklichkeit schon heute nicht zusammen, und das ist das Reglement.

Was ist über den ZXMoto V5 bisher bekannt?
Offiziell bekannt sind nur drei Eckpunkte: fünf Zylinder in V-Anordnung, rund 1.000 Kubik und das Zieljahr 2028. Eine Leistungsangabe, die Abmessungen des Motors und den Namen des Motorrads hat Zhang Xue nicht genannt. Ein technisches Datenblatt gibt es nicht.
Ein erstes Foto des Motors ist allerdings im Umlauf. Darauf ist zu sehen, dass drei Zylinder nach vorn und zwei nach hinten geneigt sind. Der Winkel zwischen den beiden Zylinderbänken lässt sich auf der schrägen Aufnahme nicht genau bestimmen. Er wirkt wie annähernd 90 Grad, gemessen ist das aber nicht.
Außerdem kursieren zwei Datensätze, die nicht zusammenpassen. Der erste nennt rund 1.000 Kubik, einen Kompressor mit Benzineinspritzung, 253 PS (186 kW) bei 13.500/min, 137,5 Nm (101 lb-ft) und ein Motorgewicht von 55 kg (121 lbs). Das fertige Motorrad soll 310 km/h schaffen. Als Modellnamen werden ZXMoto 1000 RR für die Straße und 1000 RR-R für den Motorsport gehandelt. Der zweite Datensatz stammt aus China und spricht von rund 1.100 Kubik und mehr als 210 PS (154 kW). Dort ist ausdrücklich von Spekulation die Rede. Vom Hersteller kommt keiner der beiden Datensätze.
Wann soll der ZXMoto V5 öffentlich zu sehen sein?
Der Motor soll schon existieren und auf der EICMA gezeigt werden, die vom 5. bis 8. November 2026 in Mailand stattfindet. Das geht aus einer Meldung aus Italien vom 11. September hervor.
Gezeigt werden soll der V5 demnach entweder als einzelner Motor oder eingebaut in einen Prototyp. Einen Beleg dafür gibt es bisher nicht. Der Hersteller hat die Meldung nicht bestätigt, es gibt kein Datenblatt und kein Zitat von Zhang Xue. Die Meldung ist bisher die einzige ihrer Art. Überprüfen lässt sie sich spätestens auf der Messe in Mailand. Dort zeigen viele Hersteller ihre Neuheiten für die kommende Saison, und der V5 wäre dort entweder zu sehen oder eben nicht.

Warum ist die Superbike-WM als Ziel für 2028 im Gespräch?
Der Meldung vom 11. September zufolge will ZXMoto mit dem V5 im Jahr 2028 in die Superbike-Weltmeisterschaft einsteigen. Dafür wäre bis Ende 2027 eine Straßenversion nötig.
Als Leistung nennt diese Meldung rund 210 PS (154 kW) bei 1.000 bis 1.100 Kubik. Von einem Kompressor ist dort keine Rede. Damit weicht sie in einem zentralen Punkt vom ersten Datensatz mit 253 PS ab.
Was hat ZXMoto im Rennsport bisher erreicht?
Im Rennsport kann ZXMoto schon Ergebnisse vorweisen. Die Marke wurde 2024 von Zhang Xue in Chongqing gegründet, nachdem er beim Hersteller Kove ausgestiegen war. In der Saison 2026 ist ZXMoto mit der 820 RR-R und einem selbst entwickelten Reihendreizylinder in die Supersport-Weltmeisterschaft eingestiegen. Nach 18 von 24 Rennen liegt Valentin Debise mit 241 Punkten und sechs Siegen auf Platz 2 der Fahrerwertung. Vor ihm steht nur Albert Arenas auf Yamaha mit 311 Punkten. In der Herstellerwertung ist ZXMoto Dritter hinter Yamaha und Ducati.
Das zeigt, dass die Marke einen eigenen Motor entwickeln kann, der im Wettbewerb mithält. Ein Dreizylinder mit 818 Kubik für die Mittelklasse ist aber etwas anderes als ein Fünfzylinder der Literklasse.
Darf ein Fünfzylinder in der Superbike-WM starten?
Nach dem aktuellen Reglement nicht. Der Motorrad-Weltverband FIM beschreibt die Superbike-Klasse als Klasse für Viertaktmotoren mit 2, 3 oder 4 Zylindern.
Auch der Hubraum ist genau festgelegt. Zweizylinder dürfen über 850 bis 1.200 Kubik haben, Drei- und Vierzylinder über 750 bis 1.000 Kubik. Für einen Fünfzylinder gibt es keine eigene Hubraumgrenze. Er kommt im Regelwerk schlicht nicht vor.
In der MotoGP sieht es nicht anders aus. Ab 2027 gelten dort 850 Kubik, höchstens vier Zylinder und höchstens 75 Millimeter Bohrung. Aufladung ist in der MotoGP verboten. Ein V5, ob mit oder ohne Kompressor, hätte also auch in der Königsklasse keinen Platz.

Was ändert der neue Fahrplan der Superbike-WM bis 2030?
Der Fahrplan bringt Drehzahlgrenzen, einen Einheitskraftstoff, neue Hilfen für schwächere Hersteller und mehr Hubraum für Vierzylinder. Fünf Zylinder erlaubt er nicht.
Beschlossen hat die Superbike-Kommission den Fahrplan am 31. Juli 2026. Ab 2027 bekommt jeder Hersteller eine eigene Drehzahlgrenze, die in Schritten von 500 Umdrehungen angepasst wird. Dazu kommen ein einheitlicher Kraftstoff und eine um 3 Dezibel geringere Lautstärke. Ab 2028 gibt es ein neues System von Zugeständnissen, sogenannten Konzessionen. Damit dürfen schwächere Hersteller technisch aufholen. Ab 2030 steigt die Hubraumgrenze für Vierzylinder auf 1.200 Kubik.
Von fünf Zylindern steht in diesem Fahrplan nichts. Damit bleiben zwei Möglichkeiten. Entweder das Reglement wird für einen solchen Motor geöffnet, oder mit dem Renneinsatz 2028 ist etwas anderes gemeint als die Superbike-WM, etwa eine nationale Serie in China. Geäußert hat sich dazu bisher niemand, weder ZXMoto noch die Verantwortlichen der Rennserie.
Gab es schon einmal ein Straßenmotorrad mit fünf Zylindern?
Ja, aber nicht als V5. Die Megola aus München hatte von 1921 bis 1925 einen Fünfzylinder-Sternmotor, der mitten im Vorderrad saß und sich beim Fahren mitdrehte.
Der Motor der Megola hatte 640 Kubik und 14 PS (10 kW). Gebaut wurden rund 2.000 Exemplare. 1966 folgte mit der Honda RC149 ein Reihenfünfzylinder mit 125 Kubik. Sie war ein reines Rennmotorrad und durfte nie auf die Straße.
Den bekanntesten V5 baute ebenfalls Honda. Die RC211V ging ab 2002 mit einem V5 mit 990 Kubik in die neue Viertakt-Ära der MotoGP. Auch bei ihr waren drei Zylinder nach vorn und zwei nach hinten geneigt, der Winkel zwischen den Zylinderbänken lag bei 75,5 Grad. Die RC211V holte drei Fahrertitel, zwei mit Valentino Rossi und einen mit Nicky Hayden. Sie war aber ein Rennmotorrad in sehr kleiner Stückzahl, gebaut ohne Rücksicht auf Abgasnormen, Wartung oder Kosten.
Oft verwechselt wird sie mit der Honda RC213V-S von 2015. Das ist zwar ein straßenzugelassener Ableger aus der MotoGP, hat aber einen V4. Einen Fünfzylinder in V-Anordnung mit Straßenzulassung hat es damit noch nie gegeben.

Wie werden aus unbestätigten Zahlen technische Daten?
Seit Mitte September werden die unbestätigten Werte zum Teil als gesicherte technische Daten weitergegeben, obwohl keine neuen Fakten dazugekommen sind.
Am 16. September erschienen die 253 PS bei 13.500/min, die 137,5 Nm, die 55 kg, der Kompressor, der Name ZXMoto 1000 RR und die 310 km/h unter der Überschrift technische Details. Im Vorspann hieß es, Zhang Xue habe die Daten bekanntgegeben. Im Text selbst steht dafür aber weder eine Quelle noch ein Zitat. Einen Tag später wurden die Angaben erneut übernommen. ZXMoto hat sich bis Mitte September weder zu den Zahlen noch zum Kompressor geäußert.
Wie hoch die 253 PS wären, zeigt ein Vergleich mit der Kawasaki Ninja H2. Sie hat 998 Kubik, einen Kompressor und 231 PS (170 kW) bei 11.500/min. Ein erst 2024 gegründeter Hersteller müsste mit seinem ersten Motor dieser Größe also auf Anhieb mehr Leistung bieten als Kawasaki.
Kompressor, V4 und neue Bauformen: das Umfeld des V5
Mit einer ungewöhnlichen Motoridee steht ZXMoto nicht allein. Mehrere Hersteller wollen aus weniger Hubraum mehr Leistung holen und dabei die Abgasgrenzwerte einhalten.
CFMoto aus China setzt bei der V4 SR-RR auf einen klassischen V4 mit 997 Kubik und über 210 PS. Mit einem Prototyp erreichte die Marke am 15. Juni 2026 auf dem Testgelände in Shangrao 315,82 km/h und ließ den Wert notariell beglaubigen. Das ist der Bestwert für ein in China gebautes Motorrad. Das Serienmodell wird für 2027 erwartet.
MV Agusta zeigte Ende 2025 mit dem Cinque Cilindri ebenfalls einen Fünfzylinder. Er hat zwei Kurbelwellen, eine für die drei vorderen und eine für die zwei hinteren Zylinder, angeordnet in U-Form. Der Hubraum soll sich von 850 bis 1.150 Kubik anpassen lassen. In der stärksten Version stehen über 240 PS (176 kW) bei mehr als 16.000/min im Raum. Allerdings läuft bei MV Agusta seit April keine Produktion mehr, und über die Sanierung des Unternehmens entscheidet im November ein Gericht.
Honda geht mit der V3R 900 E-Compressor den Weg über die Aufladung. Ihr wassergekühlter V3 mit rund 900 Kubik und 75 Grad Zylinderwinkel bekommt Unterstützung von einem elektrisch angetriebenen Kompressor. Honda gibt an, damit die Fahrleistungen eines 1.200ers zu erreichen. Die Serienversion wird für 2027 erwartet.

Wie geht es mit dem ZXMoto V5 weiter?
Die nächste Gelegenheit, mehr zu erfahren, ist die EICMA ab dem 5. November in Mailand. Dort zeigt sich, ob der Motor tatsächlich existiert.
Offen bleiben auch dann einige Fragen. Unklar ist, welche Leistung der V5 hat und ob er einen Kompressor bekommt. Unklar ist auch, in welcher Rennserie er 2028 starten soll. Bis jetzt gibt es ein Foto, zwei Datensätze, die sich widersprechen, und ein Zieljahr, für das es noch keine passende Rennserie gibt.

Häufige Fragen
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Wird der ZXMoto V5 auf der EICMA 2026 gezeigt?
Das ist möglich, aber nicht bestätigt. Laut einer Meldung vom 11. September soll der Motor schon existieren und auf der EICMA vom 5. bis 8. November in Mailand zu sehen sein, entweder als einzelner Motor oder in einem Prototyp. ZXMoto hat das bisher nicht bestätigt.
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Ist der ZXMoto V5 für die Superbike-WM zugelassen?
Nein, nach dem aktuellen Reglement nicht. Die FIM lässt in der Superbike-WM nur Viertakter mit 2, 3 oder 4 Zylindern zu. Auch der Fahrplan der Superbike-Kommission bis 2030 sieht keine fünf Zylinder vor.
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Wie viel PS hat der ZXMoto V5?
Eine offizielle Angabe gibt es nicht. Im Umlauf sind 253 PS (186 kW) bei 13.500/min mit Kompressor sowie rund 210 PS (154 kW) bei 1.000 bis 1.100 Kubik ohne Kompressor. Keiner dieser Werte kommt vom Hersteller.
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Gab es schon ein Motorrad mit V5-Motor und Straßenzulassung?
Nein. Die Honda RC211V mit V5 war ein reines Rennmotorrad, und die straßenzugelassene Honda RC213V-S hat einen V4. Die Megola aus den 1920er-Jahren hatte zwar fünf Zylinder, aber als Sternmotor im Vorderrad.












