- Testfahrzeug nahe Pune in zwei Sitzvarianten fotografiert
- Komplett neue Plattform mit Monoshock statt Doppelfederbein
- Marktstart in Indien voraussichtlich Ende Juli oder Anfang August 2026
Im November 2026 feiert die Bajaj Pulsar ihren 25. Geburtstag. Es ist eine Marke, die den indischen Motorradmarkt wie kaum eine andere geprägt hat und bis heute rund zwei Drittel des gesamten Zweiradabsatzes von Bajaj Auto ausmacht. Ausgerechnet die Classic-Modelle, also die Pulsar 125 und Pulsar 150, die nach wie vor zu den meistverkauften Varianten gehören, basieren allerdings noch immer auf einer Technikbasis, deren Grundstruktur sich bis zu den frühen Pulsar-Generationen zurückverfolgen lässt. Das soll sich jetzt ändern: Ein bei Testfahrten am Stadtrand von Pune fotografierter Prototyp zeigt erstmals, wie die nächste Generation der Pulsar Classic aussehen könnte.
Was verraten die Erlkönigbilder über die neue Bajaj Pulsar?
Die Spionagefotos zeigen trotz starker Tarnung einige aufschlussreiche Details. Mehrere Testfahrzeuge wurden in unterschiedlichen Konfigurationen abgelichtet, darunter sowohl eine Variante mit durchgehender Einzelsitzbank als auch eine Version mit Splitbank. Dieses Muster entspricht dem aktuellen Pulsar-125-Programm, das ebenfalls beide Sitzlösungen anbietet, während die modernere Pulsar N125 ausschließlich mit Splitbank erhältlich ist.
Auffällig ist das Fehlen der massiven Gabelverkleidungen, die zu den markanten Erkennungsmerkmalen der N125 gehören. Stattdessen zeigt der Prototyp eine offen sichtbare Teleskopgabel. Die Gesamtsilhouette mit dem voluminösen, muskulösen Tank und den weicheren Linien erinnert deutlich stärker an die Formensprache der aktuellen Pulsar Classic als an das schärfere, aggressivere Design der N-Serie. Auch Details wie der Motorschutz, der Hinterradhugger und der geschlossene Kettenschutz sind typische Merkmale der Classic-Reihe.
Ein weiteres Indiz für die Zuordnung als Pulsar 125 liefert das Raddesign, das nahezu identisch mit den aktuell bei den 125er-Modellen verbauten Felgen erscheint. Bei den Bremsen ist vorn eine Scheibenbremse zu erkennen, hinten kommt offenbar weiterhin eine Trommelbremse zum Einsatz.
Welche technischen Änderungen bringt die neue Plattform?
Die wohl wichtigste Neuerung betrifft das Fahrwerk. Die aktuelle Pulsar Classic steht auf einem betagten Doppelschleifen-Rahmen (Double Cradle) mit zwei konventionellen Federbeinen am Heck. Die nächste Generation wechselt laut übereinstimmenden Berichten auf eine komplett neue Plattform mit einem Einrohr-Stahlrohrrahmen und einem zentralen Monoshock-Federelement am Heck. Diese Lösung entspricht dem Aufbau, den Bajaj bereits bei den neueren Pulsar-N-Modellen einsetzt und der als gelungener Kompromiss aus Handling und Komfort gilt.
Der Motor soll bei der neuen Plattform als mittragendes Element (Stressed Member) fungieren, also Teil der tragenden Rahmenstruktur sein. Das reduziert das Gewicht und erhöht die Steifigkeit des Gesamtkonstrukts. Über die konkreten Motordaten gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine gesicherten Informationen. Erwartet werden allerdings spürbare Verbesserungen bei Laufruhe, Leistung und Fahrbarkeit gegenüber den aktuellen DTS-i-Aggregaten. Ob der neue Motor technisch mit den Triebwerken der N-Serie verwandt sein wird, bleibt abzuwarten. Die Hubraumklassen sollen bei 125 und 150 Kubikzentimetern bleiben, da beide Segmente in Indien zu den absatzstärksten überhaupt gehören.
Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Ethanol-Beimischungen im indischen Kraftstoffmarkt wäre es naheliegend, den neuen Motor von Beginn an auf höhere Ethanolanteile auszulegen. Das würde die langfristige Marktrelevanz sichern und künftige Kraftstoffnormen vorwegnehmen.
Was ändert sich am Design der Pulsar Classic?
Bajaj dürfte beim Design eher evolutionär als revolutionär vorgehen. Der ikonische, betont maskuline Auftritt der Pulsar Classic mit den markanten Linien und dem kräftigen Tank gehört zu den wichtigsten Kaufgründen dieser Modellfamilie. 2026 jährt sich zudem das berühmte „Wolf Eye“-Scheinwerferdesign zum zwanzigsten Mal, das 2006 in die Pulsar-Reihe eingeführt wurde und in leicht abgewandelter Form bis heute bei der Pulsar 150 und Pulsar 125 zum Einsatz kommt.
Die Spy Shots zeigen einen muskulösen Kraftstofftank mit Tankextensions, eine kleine Bikini-Verkleidung und ein schlankes Heck, alles Stilelemente, die an die Silhouette der originalen Pulsar erinnern. Im Sinne einer Modernisierung dürften LED-Scheinwerfer, ein digitales Kombiinstrument und Bluetooth-Konnektivität zum Serienumfang gehören. LED-Blinker, die Bajaj bereits beim jüngsten Facelift der Pulsar 150 und Pulsar 220 eingeführt hat, werden ebenfalls erwartet.
Wann kommt die neue Bajaj Pulsar auf den Markt?
Der Marktstart wird voraussichtlich Ende Juli oder Anfang August 2026 erfolgen. Das Timing ist strategisch gewählt: In Indien beginnt im August die Festsaison (Festive Season) rund um die großen hinduistischen Feiertage, traditionell die absatzstärkste Phase des Jahres für Zweiradhersteller. Ein Launch kurz davor würde Bajaj maximale Sichtbarkeit und Nachfrage sichern.
Die Pulsar 125 und Pulsar 150 sollen als erste Modelle der Classic-Reihe das Update erhalten. Auch die Pulsar 220F steht als weiterer Kandidat für eine spätere Überarbeitung im Raum.
Was soll die neue Pulsar Classic kosten?
Offizielle Preise hat Bajaj noch nicht kommuniziert. Laut Branchenschätzungen dürfte die neue Pulsar 125 in einer Spanne von 80.000 bis 90.000 Indischen Rupien (circa 732 bis 824 Euro / 847 bis 953 US-Dollar) starten, die neue Pulsar 150 zwischen 1,05 und 1,15 Lakh Rupien (circa 961 bis 1.053 Euro / 1.112 bis 1.218 US-Dollar), jeweils als Ex-Showroom-Preis ohne Steuern und Registrierung. Das entspräche einem moderaten Aufpreis gegenüber den aktuellen Modellen. Die bisherige Pulsar 125 ist ab 82.420 Rupien (circa 754 Euro / 873 US-Dollar) erhältlich und leistet 11,8 PS (8,7 kW) bei 8.500 Umdrehungen pro Minute bei einem Gewicht von 140 kg (309 lbs).
Wie ordnet sich das Update in Bajajs Gesamtstrategie ein?
Die neue Pulsar Classic ist Teil einer umfassenden Portfolio-Offensive, die Bajaj Auto Anfang 2026 angekündigt hatte. Rakesh Sharma, Executive Director von Bajaj Auto, bestätigte im Rahmen des Earnings Calls zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26, dass insgesamt acht neue Pulsar-Modelle geplant seien. Dabei handelt es sich sowohl um leichte Überarbeitungen als auch um grundlegende Neuauflagen. Seit November 2025 habe das Unternehmen bereits sieben Portfoliorevisionen umgesetzt, darunter die aktualisierten Versionen der Pulsar 150 und Pulsar 125 Anfang 2026.
Das erklärte Ziel: Bajaj will mit der erneuerten Pulsar-Familie das Branchenwachstum in den Segmenten 125 und 150+ Kubikzentimeter übertreffen. Die Pulsar-Marke ist für das Unternehmen von existenzieller Bedeutung, sie trägt nach eigenen Angaben rund zwei Drittel zum gesamten Zweiradabsatz bei. Rajiv Bajaj, Managing Director und CEO von Bajaj Auto, hatte bereits Ende 2025 angekündigt, dass 2026 ganz im Zeichen der Pulsar stehen werde.
Neben den Classic-Modellen stehen auch die NS-Serie (insbesondere NS 160 und NS 200) sowie langfristig die gesamte Pulsar-Palette auf der Update-Liste. Die modernere N-Serie dürfte hingegen keine grundlegenden Änderungen erfahren, da ihre Plattform noch vergleichsweise jung ist.
Häufige Fragen
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Wann kommt die neue Bajaj Pulsar Classic 2026 auf den Markt?
Der Marktstart der nächsten Pulsar-Classic-Generation wird Ende Juli oder Anfang August 2026 in Indien erwartet. Bajaj will damit rechtzeitig vor der indischen Festsaison präsent sein, die traditionell die höchsten Absatzzahlen im Zweiradmarkt bringt.
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Was kostet die neue Bajaj Pulsar 125?
Offizielle Preise liegen noch nicht vor. Laut Branchenschätzungen soll die neue Pulsar 125 in einer Spanne von 80.000 bis 90.000 Indischen Rupien starten, umgerechnet circa 732 bis 824 Euro (847 bis 953 US-Dollar) als Ex-Showroom-Preis.
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Welches Fahrwerk bekommt die neue Bajaj Pulsar Classic?
Die nächste Generation wechselt von einem Doppelschleifen-Rahmen mit Doppelfederbein auf eine komplett neue Plattform mit Einrohr-Stahlrohrrahmen und zentralem Monoshock am Heck. Der Motor fungiert dabei als mittragendes Element der Rahmenstruktur.
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Wie viel PS hat die aktuelle Bajaj Pulsar 125?
Die aktuelle Bajaj Pulsar 125 leistet 11,8 PS (8,7 kW) bei 8.500 Umdrehungen pro Minute. Für die nächste Generation werden spürbare Verbesserungen bei Laufruhe und Leistung erwartet, konkrete Daten sind aber noch nicht bekannt.
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Wird auch die Bajaj Pulsar 150 erneuert?
Ja, die Pulsar 150 gehört zusammen mit der Pulsar 125 zu den ersten beiden Modellen, die das Generationsupdate auf die neue Plattform erhalten sollen. Auch die Pulsar 220F steht langfristig auf der Update-Liste.












