- 554 ccm Reihenzweizylinder mit 56 PS (41 kW) bei 8.250 Umdrehungen, A2-Version mit 48 PS (35 kW) verfügbar
- Deutschland: 6.999 Euro (circa 7.960 US-Dollar) inklusive Nebenkosten, USA: 5.999 US-Dollar (circa 5.275 Euro) als Einführungspreis
- Marzocchi-Fahrwerk, Brembo-Bremsen, 5-Zoll-TFT-Display mit WLAN und Bluetooth
Für den amerikanischen Markt ist die Tornado 550 eine Premiere, für den europäischen längst nicht mehr. Keeway America, der Importeur mit Sitz in Frisco im US-Bundesstaat Texas, hatte die Maschine bereits im November 2025 gemeinsam mit zwei weiteren Modellen angekündigt und die Auslieferung für Anfang 2026 in Aussicht gestellt. Jetzt stehen die ersten Exemplare bei den Händlern. In Deutschland dagegen läuft der Verkauf seit dem Frühjahr 2025, entsprechend gibt es hier bereits Fahreindrücke und einen etablierten Marktpreis.

Warum ist die Tornado 550 in Europa längst bekannt?
Die Tornado 550 kam 2025 in Europa auf den Markt und ist dort seitdem regulär erhältlich. Der aktuelle US-Start betrifft also kein frisch entwickeltes Modell, sondern die Ausweitung eines bestehenden Angebots auf einen weiteren Kontinent.
Benelli gehört seit 2005 zur chinesischen Qianjiang Group. Entworfen wird die Tornado 550 im italienischen Pesaro, gebaut wird sie in China. Der Name knüpft an die Tornado 900 an, mit der die Marke Anfang der 2000er Jahre in der Superbike-Weltmeisterschaft antrat. Technisch verbindet die beiden Maschinen nichts mehr: Aus dem exotischen Dreizylinder von damals ist ein Zweizylinder für die Einsteigerklasse geworden, aus einem teuren Nischenmodell ein Angebot für preisbewusste Käufer.
Was kostet die Benelli Tornado 550 in Deutschland und in den USA?
In Deutschland liegt der Preis bei 6.999 Euro (circa 7.960 US-Dollar) einschließlich Nebenkosten, in den USA bei einem Einführungspreis von 5.999 US-Dollar (circa 5.275 Euro). Damit ist die Maschine in Amerika beim direkten Umrechnen des Betrags spürbar günstiger als hierzulande.
Ein Teil des Unterschieds erklärt sich durch die Systematik: US-Preise werden üblicherweise ohne Steuern und ohne Überführung angegeben, der deutsche Preis enthält die Nebenkosten bereits. Wie lange der amerikanische Einführungspreis gilt, teilt Keeway America nicht mit. Das Unternehmen weist lediglich darauf hin, dass die Stückzahlen zum Start begrenzt seien und Interessenten sich an ihren Händler wenden sollten.

Welche Technik steckt im Motor der Tornado 550?
Angetrieben wird die Tornado 550 von einem flüssigkeitsgekühlten Reihenzweizylinder mit 554 Kubikzentimetern, der 56 PS (41 kW) bei 8.250 Umdrehungen und 54 Newtonmeter (circa 40 lb-ft) bei 5.500 Umdrehungen leistet. Das Triebwerk basiert auf dem bekannten 500er-Motor von Benelli, wurde aber leicht aufgebohrt und im Hub verlängert.
Die wichtigste Änderung betrifft die Kurbelwelle. Statt eines Hubzapfenversatzes von 360 Grad arbeitet der Motor nun mit 270 Grad. Das verändert die Zündabstände und sorgt für einen Klang, der eher an einen V2 erinnert als an einen klassischen Parallel-Twin. Die Verdichtung beträgt 11,5:1, die Kraft läuft über ein Sechsganggetriebe und eine Anti-Hopping-Kupplung ans Hinterrad. Diese Kupplung verhindert, dass das Hinterrad beim harten Herunterschalten stempelt.
Mit 56 PS liegt die offene Version über der A2-Grenze von 48 PS. Benelli bietet deshalb zusätzlich eine gedrosselte Variante mit 48 PS (35 kW) an, die für Inhaber der Führerscheinklasse A2 zugelassen ist. Einen Schaltautomaten gibt es nicht, weder in der einen noch in der anderen Ausführung.
Fahrwerk, Bremsen und Gewicht
Das Rückgrat bildet ein Stahl-Gitterrohrrahmen, in dem der Motor als mittragendes Element eingebunden ist. Vorn arbeitet eine voll einstellbare Upside-down-Gabel von Marzocchi mit 41 Millimetern Standrohrdurchmesser, hinten ein Federbein, das sich in Federvorspannung und Zugstufendämpfung anpassen lässt.
Die Bremsanlage stammt von Brembo. Vorn greifen radial montierte Vierkolbensättel auf zwei schwimmend gelagerte Scheiben mit 320 Millimetern Durchmesser, hinten kommt eine Scheibe mit 260 Millimetern zum Einsatz. ABS ist serienmäßig an Bord, nach Angaben aus dem US-Markt handelt es sich um ein kurvenoptimiertes Zweikanalsystem von Bosch. Ab Werk sind Pirelli Angel GT montiert, also Sporttouring-Reifen und keine ausgesprochenen Sportgummis.
Fahrfertig wiegt die Tornado 550 rund 198 Kilogramm (circa 437 lbs). Der Tank fasst etwa 16,7 Liter, die Sitzhöhe beträgt 800 Millimeter.

Welche Elektronik bietet die Tornado 550 serienmäßig?
Zur Serienausstattung gehören ein 5-Zoll-TFT-Farbdisplay, WLAN- und Bluetooth-Anbindung, ein USB-C-Anschluss, eine Traktionskontrolle, zwei Fahrmodi sowie eine Reifendruck- und Reifentemperaturanzeige. Für ein Motorrad dieser Preisklasse ist das ein vergleichsweise umfangreiches Paket.
Wer sein Smartphone per WLAN koppelt, kann die Navigation auf das Display spiegeln lassen. Die beiden Fahrmodi heißen je nach Markt Normal und Sport beziehungsweise Road und Sport. Die Lichtanlage arbeitet vollständig mit LED-Technik. Die Tagfahrleuchten sind als schmale Bögen ausgeführt, die nach Darstellung von Benelli an die Fangzähne eines Löwen erinnern sollen, das historische Markenzeichen des Herstellers. Angeboten wird die Maschine in Gres White, Midnight Black und Tech Silver, in den ersten beiden Farben mit gelben Akzenten.
Wie fährt sich die Tornado 550 auf der Strecke?
Laut Medienberichten aus einem ersten Fahrtest auf dem Autodromo di Modena zeigt sich die Tornado 550 stabil und spurtreu, ohne dabei besonders handlich zu sein. Der Motor drückt vor allem aus der unteren Mitte kräftig an und zieht sauber durch, kurz nach der Höchstleistung greift der Drehzahlbegrenzer allerdings recht abrupt ein.
Für den Test hatte Benelli sportlichere Pirelli Diablo Rosso IV Corsa aufziehen lassen und die Assistenzsysteme abgeschaltet. Positiv fiel dabei die Bremsleistung auf, die in dieser Klasse selten in dieser Güte zu finden sei. Kritik gab es für das Getriebe, das entschlossene Schaltbefehle verlangt, und für das Fehlen eines Schaltautomaten. Die Schräglagenfreiheit endet, wenn Fußrasten, Seitenständerausleger und Verkleidung aufsetzen, was auf der Landstraße kaum eine Rolle spielen dürfte. Auf der Geraden zeigte der Tacho mehr als 170 km/h (circa 106 mph) an.

Wo steht die Tornado 550 in Benellis Modellpalette?
Die Tornado 550 ist derzeit das einzige vollverkleidete Sportmodell im Benelli-Programm. Sie ergänzt die Naked Bikes TNT135 und 302S, die vier Modelle der TRK-Reisereihe sowie die klassisch gezeichnete Imperiale 400.
Damit besetzt Benelli ein Segment, das im Modelljahrgang 2026 stark umkämpft ist: mittelgroße Zweizylinder-Sportler, die sich sowohl an Aufsteiger als auch an Fahrer mit A2-Beschränkung richten. Für den US-Importeur ist der Schritt Teil einer breiteren Offensive. Keeway America vertreibt neben Benelli auch die Marken Keeway und Benda und hatte die Tornado 550 im November 2025 zusammen mit dem Muscle-Cruiser Benda LFC700 und dem Roller Keeway Shiny 50 angekündigt.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die Benelli Tornado 550?
Die Benelli Tornado 550 leistet in der offenen Version 56 PS (41 kW) bei 8.250 Umdrehungen. Zusätzlich gibt es eine auf 48 PS (35 kW) gedrosselte Ausführung für die Führerscheinklasse A2. Das maximale Drehmoment liegt bei 54 Newtonmetern bei 5.500 Umdrehungen.
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Was kostet die Benelli Tornado 550 in Deutschland?
In Deutschland kostet die Tornado 550 6.999 Euro (circa 7.960 US-Dollar) einschließlich Nebenkosten. In den USA ruft der Importeur Keeway America einen Einführungspreis von 5.999 US-Dollar (circa 5.275 Euro) auf, dort allerdings ohne Steuern und Überführung.
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Ist die Benelli Tornado 550 A2-tauglich?
Ja, allerdings nur in der gedrosselten Variante. Die offene Version mit 56 PS überschreitet die A2-Grenze von 48 PS, weshalb Benelli parallel eine Ausführung mit 48 PS (35 kW) anbietet.
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Wie schwer ist die Benelli Tornado 550?
Fahrfertig wiegt die Tornado 550 rund 198 Kilogramm (circa 437 lbs). Die Sitzhöhe beträgt 800 Millimeter, der Tank fasst etwa 16,7 Liter.
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Wann kommt die Benelli Tornado 550 in die USA?
Die Tornado 550 ist seit Juli 2026 bei autorisierten Benelli-Händlern in den USA erhältlich. Der Importeur weist darauf hin, dass die verfügbaren Stückzahlen zum Start begrenzt sind.












