- 48 PS (35 kW), 43 Nm und 177 kg fahrfertig
- In Deutschland ab 7.250 Euro (circa 8.126 US-Dollar), Marktstart voraussichtlich im Juni 2027
- Vier Ausstattungsvarianten, Easy Ride Clutch für alle Versionen erhältlich
BMW Motorrad hat am 15. Oktober 2026 die neue F 450 RR vorgestellt. Sie ist nach der Reiseenduro F 450 GS und dem Naked Bike F 450 R das dritte Modell auf Basis des neuen Reihenzweizylinders. Die Premiere kommt keine drei Wochen vor der EICMA in Mailand, wo die RR erstmals öffentlich zu sehen sein soll. Für BMW ist sie der Einstieg in die RR-Welt, zu der bisher die S 1000 RR und die M 1000 RR gehören. Entwickelt hat BMW die Plattform zusammen mit dem indischen Partner TVS. Die letzte kleine RR der Marke, die G 310 RR, gab es nur in Indien. Die F 450 RR kommt dagegen auch nach Europa und in die USA. Damit gehört sie zu den Motorrad-Neuheiten des Modelljahrs 2027.

Was kostet die BMW F 450 RR?
Die BMW F 450 RR kostet in Deutschland ab 7.250 Euro (circa 8.126 US-Dollar) plus Nebenkosten. Damit liegt sie 760 Euro über der F 450 R (ab 6.490 Euro, circa 7.274 US-Dollar) und 30 Euro über der F 450 GS (ab 7.220 Euro, circa 8.092 US-Dollar). Innerhalb der 450er-Familie ist die RR damit das teuerste Modell.
In Österreich startet die Basisversion bei 7.100 Euro (circa 7.958 US-Dollar). In den USA geht BMW einen anderen Weg. Dort gibt es nur die Variante M Sport, und zwar für 7.815 US-Dollar (circa 6.973 Euro). Die Easy Ride Clutch kostet in den USA 330 US-Dollar (circa 294 Euro) Aufpreis. Die nackte F 450 R kommt übrigens nicht auf den US-Markt, die RR schon.
Wann kommt die BMW F 450 RR zu den Händlern?
In Deutschland soll die F 450 RR laut BMW voraussichtlich im Juni 2027 in den Handel kommen. Für die USA ist der Verkaufsstart für den Sommer 2027 geplant. Vorher steht die öffentliche Premiere auf der EICMA in Mailand an. Einen Termin für erste Pressetests gibt es noch nicht.

Wie viel PS hat die BMW F 450 RR?
Die BMW F 450 RR leistet 48 PS (35 kW) bei 8.750 Umdrehungen pro Minute. Damit nutzt sie die Leistungsgrenze der Führerscheinklasse A2 komplett aus, eine Drosselung ist nicht nötig. Das maximale Drehmoment liegt bei 43 Nm (circa 31,7 lb-ft) und steht bei 6.750 Umdrehungen an. Laut BMW sind schon bei 3.000 Umdrehungen 80 Prozent davon verfügbar. Das soll für ordentlichen Vortrieb aus niedrigen Drehzahlen sorgen.
Die Leistungsdaten sind identisch mit denen von F 450 GS und F 450 R. Für die RR hat BMW den Motor aber nach eigenen Angaben gezielt auf einen Supersportler abgestimmt. Von 0 auf 100 km/h soll die RR in 5,6 Sekunden kommen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 177 km/h. Das sind 8 km/h mehr als bei der F 450 R (169 km/h) und 12 km/h mehr als bei der F 450 GS (165 km/h).
Wie ist der Zweizylinder aufgebaut?
Der wassergekühlte Reihenzweizylinder hat exakt 420 Kubikzentimeter Hubraum, obwohl der Name 450 verspricht. Bohrung und Hub betragen 72 und 51,6 Millimeter, die Verdichtung liegt bei 13:1. Zwei obenliegende Nockenwellen betätigen über leichte Schlepphebel vier Ventile pro Zylinder. Eine Zahnkette auf der rechten Seite treibt die Auslassnockenwelle an, die ihre Kraft über Zahnräder an die Einlassnockenwelle weitergibt. Die Ventilteller messen 29 Millimeter im Einlass und 24,3 Millimeter im Auslass, die Drosselklappen haben 38 Millimeter Durchmesser.
Die Besonderheit ist die Kurbelwelle. Ihre Hubzapfen sind um 135 Grad versetzt. Dadurch zünden die beiden Zylinder nicht in gleichmäßigen Abständen. Das prägt laut BMW Leistungscharakter und Klang. Eine Ausgleichswelle vor der Kurbelwelle soll die Vibrationen gering halten. Projektleiter Massimiliano Chizzali spricht davon, dass der Motor in der RR seine sportliche Seite zeigt: drehfreudig und durchzugsstark. Den Klang prägt neben der Kurbelwelle auch der Schalldämpfer aus Edelstahl, der unter dem Motorrad sitzt.
Gewicht spart BMW unter anderem mit Deckeln aus Magnesium für Kupplung und Getriebe. Gemischaufbereitung und E-Gas übernimmt die Motorsteuerung BMS-Z. Beim E-Gas misst ein Sensor am Gasgriff, wie weit der Fahrer aufdreht, und die Elektronik öffnet die Drosselklappen entsprechend.
Wie viel verbraucht die BMW F 450 RR?
Laut BMW verbraucht die F 450 RR im WMTC-Zyklus 3,8 Liter auf 100 Kilometer. Der Tank fasst 14 Liter, rechnerisch reicht das für mehr als 350 Kilometer. Der CO2-Ausstoß liegt bei 88 Gramm pro Kilometer. Der Motor erfüllt die Abgasnorm Euro 5+ und läuft mit Superbenzin (95 ROZ). Zur Inspektion muss die RR alle 10.000 Kilometer.

Wie funktioniert die Easy Ride Clutch?
Die Easy Ride Clutch, kurz ERC, kuppelt automatisch ein, und zwar abhängig von der Motordrehzahl. Kombiniert mit dem Schaltassistent Pro lässt sich die F 450 RR damit ohne Kupplungshebel anfahren, schalten und anhalten. Der Hebel bleibt aber am Lenker, um bei Bedarf selbst einzugreifen.
Technisch steckt eine Fliehkrafteinheit in der Kupplung. Anders als bei vielen anderen Fliehkraftkupplungen bleibt die ERC im Schiebebetrieb geschlossen. Die Motorbremse wirkt deshalb bis kurz vor dem Stillstand. Erst bei Leerlaufdrehzahl öffnet die Kupplung und verhindert, dass der Motor abstirbt. BMW nennt als Einsatzbereiche Stadtverkehr, Rangieren und kurvige Landstraßen. Ab Werk gibt es die ERC nur für die M Sport im Innovationspaket. Für alle anderen Varianten lässt sie sich als Zubehör nachrüsten. Sie macht das Motorrad ein Kilogramm schwerer.
Getriebe, Schaltassistent und umkehrbares Schaltschema
Die Kraft geht über ein Sechsganggetriebe an eine X-Ring-Kette auf der linken Seite. Der Schaltassistent Pro erlaubt Hoch- und Runterschalten ohne Kupplung. Er ist in allen Varianten außer der Basis serienmäßig, dort kann er nachgerüstet werden. Für die Rennstrecke lässt sich das Schaltschema ohne großen Aufwand umdrehen. Dann liegt der erste Gang oben und die übrigen Gänge werden nach unten geschaltet, wie es im Rennsport üblich ist.
Welche Assistenzsysteme hat die BMW F 450 RR?
Serienmäßig hat jede F 450 RR drei Fahrmodi sowie ABS Pro, Dynamic Traction Control (DTC), Dynamic Brake Control (DBC) und eine Motorschleppmomentregelung (MSR). Die Fahrmodi heißen „Rain“, „Road“ und „Race“ und sind mit den Regelsystemen verknüpft:
- „Rain“ ist für nasse Straßen gedacht, mit weicher Gasannahme und Regelsystemen, die auf Stabilität ausgelegt sind.
- „Road“ gilt für trockene Straßen, mit direkter Gasannahme und einer Traktionskontrolle zwischen Stabilität und Dynamik.
- „Race“ ist für sportliches Fahren gedacht. Traktionskontrolle, Wheelie-Erkennung und Schleppmomentregelung greifen hier später ein.
Das Paket Fahrmodi Pro bringt zusätzlich den Modus „Race Pro“. Darin lassen sich Gasannahme, Traktionskontrolle und ABS selbst einstellen. In den M-Sport-Varianten ist das Paket ab Werk dabei, für die anderen gibt es es als Zubehör.
ABS Pro funktioniert auch in Schräglage. Bei einer Schreckbremsung in der Kurve soll das System verhindern, dass sich das Motorrad aufrichtet. Die DBC erkennt beim starken Bremsen, wenn der Fahrer gleichzeitig unbeabsichtigt Gas gibt, und lässt die Drosselklappen dann geschlossen. Ein dynamisches Bremslicht warnt den Verkehr dahinter in zwei Stufen vor starken Bremsungen und Notbremsungen.

Was unterscheidet die F 450 RR technisch von F 450 GS und F 450 R?
Die F 450 RR nutzt den Motor und das Rahmenkonzept der GS, hat aber eine eigene Fahrwerksgeometrie, Ergonomie und Verkleidung. Hinzu kommen 17-Zoll-Räder vorne und hinten, eine sportlichere Abstimmung der Fahrmodi und das umkehrbare Schaltschema. Die Sitzposition ist laut BMW stärker auf das Vorderrad ausgerichtet.
Der Rahmen besteht aus verschweißten Stahlrohren und Schmiedeteilen. Der Motor ist mittragend eingebaut. Der Radstand beträgt 1.405 Millimeter, der Lenkkopfwinkel 23,4 Grad und der Nachlauf 110 Millimeter. Diese Werte bestimmen, wie leicht ein Motorrad einlenkt und wie stabil es geradeaus läuft. BMW nennt präzises Einlenken und hohe Stabilität als Ziel der Abstimmung.
Vorne arbeitet eine KYB-Upside-down-Gabel mit 43 Millimetern Durchmesser und goldfarbenen Standrohren. Mit dem Sportfahrwerk lassen sich Zug- und Druckstufe einstellen. Hinten sitzt eine Zweiarmschwinge aus Aluminium mit einem KYB-Federbein, bei dem Federvorspannung und Zugstufe einstellbar sind. Vorne und hinten stehen jeweils 140 Millimeter Federweg zur Verfügung.
Gebremst wird vorne mit einer 310-Millimeter-Scheibe und einem Brembo-Vierkolben-Monoblocsattel, hinten mit einer 240-Millimeter-Scheibe und einem ByBre-Einkolbensattel. Die Aluminium-Gussräder tragen Reifen in 110/70-17 vorne und 150/60-17 hinten. Fahrfertig wiegt die RR 177 kg (circa 390 lbs), mit ERC 178 kg (circa 392 lbs). Das sind 2 kg mehr als die F 450 R. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 355 kg (circa 783 lbs), die Zuladung also bis zu 178 kg (circa 392 lbs).
Design und Ergonomie der F 450 RR
Optisch orientiert sich die F 450 RR an der aktuellen S 1000 RR. Typisch sind die nach vorne geneigte Silhouette mit hohem Heck, Winglets an der Verkleidung und asymmetrische Seitenteile mit Kiemen auf der rechten Seite. Dazu kommen das Splitface und ein LED-Tagfahrlicht, dessen Form an die große RR erinnert. Designchef Alexander Buckan beschreibt das Ziel so: Die Formensprache der S 1000 RR sollte in die 48-PS-Klasse übertragen werden, kompakt und eigenständig.
Ein Stummellenker ist direkt mit der geschmiedeten Gabelbrücke aus Aluminium verbunden. Tank und Verkleidung sind auf guten Knieschluss ausgelegt. Die zweiteilige Sitzbank liegt 790 Millimeter hoch. Mit Zubehörsitzen lässt sich die Höhe um 20 Millimeter anheben oder um 15 Millimeter senken, also auf 775 bis 810 Millimeter. Schalt- und Bremshebel sowie der Seitenständer sind aus geschmiedetem Aluminium. Die Halter der Soziusrasten sind mit dem Heckrahmen verschraubt, was BMW in dieser Klasse als nicht selbstverständlich bezeichnet.
Markus Flasch, Chef von BMW Motorrad, sagt zur neuen RR: „Was mir an der neuen BMW F 450 RR besonders gefällt: Sie ist leicht, direkt und sehr präzise zu fahren. Genau so muss für mich ein Supersportler sein. Sie macht auf der Landstraße richtig Spaß und funktioniert genauso auf der Rennstrecke. Gleichzeitig steckt ganz klar die DNA unserer RR-Modelle in ihr. Für mich ist sie damit der perfekte Einstieg in die BMW RR-Welt.“

Ausstattung: Display, Licht und Komfort
Serienmäßig hat die F 450 RR LED-Scheinwerfer, LED-Blinker und LED-Rücklicht, Heizgriffe und eine USB-C-Steckdose am Cockpit. Das 6,5 Zoll große TFT-Display bedient der Fahrer über ein Drehrad an der linken Lenkerarmatur. Es zeigt einen reduzierten Pure Ride Screen. Mit Fahrmodi Pro kommen drei Sport-Ansichten mit Daten zu Traktionskontrolle, Bremskraft und Schräglage dazu, außerdem ein Rundenzeitmesser.
Per Bluetooth lassen sich Smartphone und Helm-Kommunikation koppeln, um zu telefonieren und Musik zu hören. Dafür braucht es keine App. Mit der kostenlosen BMW Motorrad Connected App zeigt das Display eine einfache Pfeilnavigation. Wer eine richtige Kartennavigation will, braucht die Navigationsvorbereitung aus dem Zubehör und dazu den ConnectedRide Navigator oder die Smartphone-Halterung ConnectedRide Cradle.
Welche Varianten der F 450 RR gibt es?
BMW bietet die F 450 RR in vier Ausstattungsvarianten und drei Farben an:
- Basis in Cosmic Black
- Sport in Racing Red, zusätzlich mit Schaltassistent Pro und Sportfahrwerk
- M Sport in Snaefell Weiß / M Motorsport, zusätzlich mit Fahrmodi Pro, weißem Rahmen und Felgenrandaufklebern in M-Farben
- M Sport mit Innovationspaket, wie M Sport, zusätzlich mit Easy Ride Clutch
Welches Zubehör bietet BMW für die F 450 RR an?
Für Alltag und kurze Touren gibt es einen Tankrucksack mit 5 bis 8 Litern, der ohne Riemen befestigt wird, und Softkoffer mit je 16,5 Litern. Dazu kommen Gepäckrollen und Hecktaschen. Für den Einsatz auf der Rennstrecke bietet BMW ein höheres Sport-Windschild, M-Handhebelprotektoren, einen Motorprotektor und Montageständer vorne und hinten an. Auch Kühlerschutzgitter und Achsprotektoren stehen auf der Liste.

Häufige Fragen
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Was kostet die BMW F 450 RR?
Die BMW F 450 RR kostet in Deutschland ab 7.250 Euro (circa 8.126 US-Dollar) plus Nebenkosten. In Österreich liegt der Basispreis bei 7.100 Euro (circa 7.958 US-Dollar). In den USA gibt es nur die M Sport für 7.815 US-Dollar (circa 6.973 Euro).
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Darf man die BMW F 450 RR mit dem A2-Führerschein fahren?
Ja, mit 48 PS (35 kW) entspricht die F 450 RR genau der Leistungsgrenze der Klasse A2. Eine Drosselung ist dafür nicht nötig.
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Wie schwer ist die BMW F 450 RR?
Die F 450 RR wiegt fahrfertig 177 kg (circa 390 lbs). Mit der Easy Ride Clutch sind es 178 kg (circa 392 lbs). Damit ist sie 2 kg schwerer als die F 450 R.
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Wie schnell ist die BMW F 450 RR?
Laut BMW erreicht die F 450 RR 177 km/h Spitze. Von 0 auf 100 km/h soll sie in 5,6 Sekunden beschleunigen. Damit ist sie 8 km/h schneller als die F 450 R und 12 km/h schneller als die F 450 GS.
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Wann kommt die BMW F 450 RR auf den Markt?
In Deutschland soll die F 450 RR voraussichtlich im Juni 2027 zu den Händlern kommen. In den USA ist der Start für den Sommer 2027 geplant.












