- 218 PS (160 kW) aus dem Motor der M 1000 RR, 196 kg fahrfertig mit vollem Tank
- Weltweit auf 1.000 Exemplare limitiert, ab März 2027 beim Händler
- Preis in Deutschland: 40.000 Euro (circa 44.860 US-Dollar)
BMW Motorrad hat auf der EICMA 2026 in Mailand die M 1000 RS vorgestellt. Sie gehört zu den Neuheiten des Modelljahrgangs 2027 und ist eine Sonderserie. Die Grundlage bildet die M 1000 R mit M Competition Paket, den Antrieb liefert der Reihenvierzylinder der M 1000 RR. Eine Abstimmung auf den Naked-Bike-Einsatz gibt es nicht, der Motor behält seine 218 PS. Laut BMW soll die RS damit das stärkste Hyper Naked Bike der Welt sein.

Was ist die BMW M 1000 RS?
Die BMW M 1000 RS ist ein auf 1.000 Stück limitiertes Hyper Naked Bike, also ein unverkleidetes Motorrad aus der obersten Leistungsklasse. Sie verbindet die aufrechte Sitzposition der M 1000 R mit dem Motor und dem Heck des Superbikes M 1000 RR.
Bei den bisherigen M-Modellen gab es zu jeder Maschine ein Gegenstück aus der S-Baureihe. Die M 1000 RR baut auf der S 1000 RR auf, die M 1000 R auf der S 1000 R und die M 1000 XR auf der S 1000 XR. Eine S 1000 RS ist dagegen nicht bekannt. Die RS ist also kein aufgewertetes Serienmodell, sondern eine eigenständige Weiterentwicklung der M 1000 R.
Auch optisch geht die RS eigene Wege. BMW setzt auf einen dunklen Auftritt mit matten Carbonteilen, neuen Grafiken und einem Tank aus gebürstetem Aluminium. Der Sitz ist mit einer Oberfläche in Alcantara-Leder-Optik bezogen und trägt eine RS-Stickerei.
Wie viel PS hat die BMW M 1000 RS?
Die BMW M 1000 RS leistet 218 PS (160 kW) bei 14.500 U/min. Das maximale Drehmoment von 113 Nm (83 lb-ft) liegt bei 11.000 U/min an.
Der wassergekühlte Reihenvierzylinder hat 999 cm³ Hubraum, eine Bohrung von 80 mm und einen Hub von 49,7 mm. Die Verdichtung beträgt 14,5:1. Mit an Bord ist BMW ShiftCam, eine variable Steuerung der Einlassnockenwelle, die die Ventilsteuerzeiten je nach Drehzahl verändert. Die Nennleistung gilt für Super Plus mit 98 Oktan. Dank Klopfregelung verträgt der Motor auch Super mit 95 Oktan.
Gegenüber der M 1000 R ist der Unterschied klar messbar. Deren Motor kommt auf 210 PS (154 kW) bei 13.750 U/min. Die RS hat also 8 PS mehr und erreicht ihre Spitzenleistung 750 Umdrehungen später. Das Drehmoment ist bei beiden Modellen gleich. Ungewöhnlich ist die Entscheidung trotzdem, denn Naked Bikes bekommen Superbike-Motoren meist mit weniger Spitzenleistung, dafür mit mehr Durchzug im unteren Drehzahlbereich. Bei der RS verzichtet BMW bewusst auf diesen Kompromiss.
Für den Sprint von 0 auf 100 km/h nennt BMW 3,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 283 km/h. Bei 196 kg ergibt sich ein Leistungsgewicht von rund 0,82 kW pro Kilogramm, also gut 1,1 PS pro Kilogramm.
Wie schneidet die M 1000 RS gegen die Ducati Streetfighter V4 SP ab?
Bei der Spitzenleistung liegt die BMW vor der Ducati Streetfighter V4 SP, beim Drehmoment ist die Ducati stärker. Beide Modelle sind auf der EICMA 2026 vorgestellt worden und erscheinen nur als nummerierte Kleinserie. Ducati baut 500 Exemplare, also halb so viele wie BMW von der RS.
Der V4 der Ducati hat 1.103 cm³ Hubraum und leistet 214 PS (157,4 kW) bei 13.500 U/min. Das sind 4 PS weniger als bei der RS. Beim Drehmoment kommt die Ducati dagegen auf 120 Nm (89 lb-ft) bei 11.250 U/min, also 7 Nm mehr. Weil die Kupplung der SP trocken läuft, also nicht im Motoröl, kann Ducati ein spezielles Rennöl freigeben, das bis zu 3 PS mehr bringen soll. Auch damit bleibt sie knapp unter den 218 PS der BMW. Den Titel als stärkstes Hyper Naked Bike begründet BMW allein mit dieser Spitzenleistung.
Beim Gewicht ist kein direkter Vergleich möglich. Ducati nennt für die SP 188 kg (414 lbs) fahrfertig, aber ohne Kraftstoff. BMW gibt für die RS 196 kg mit vollem Tank an.
Die Ausstattung ähnelt sich. Beide fahren auf Carbonrädern und mit elektronisch geregeltem Fahrwerk, die Ducati hat zusätzlich die Trockenkupplung. Mit 36.990 Euro (circa 41.490 US-Dollar) ist die Streetfighter V4 SP in Deutschland 3.010 Euro (circa 3.380 US-Dollar) günstiger als die RS. Beide kommen im März 2027 zu den Händlern. Zu den direkten Konkurrenten der RS gehört außerdem die KTM 1390 Super Duke R Evo.

Warum steht RS bei der M 1000 RS für Rennsport?
Bei der M 1000 RS steht das Kürzel RS für Rennsport. BMW greift damit eine Bezeichnung auf, die die Marke früher für Rennmaschinen wie die RS 255 Kompressor aus den Jahren 1935 bis 1939 und die spätere RS 54 verwendet hat.
Das ist bemerkenswert, denn seit der R 100 RS von 1976 steht RS bei BMW für „Reise und Sport“. Aktuell trägt nur die R 1300 RS mit Boxermotor dieses Kürzel, ein klassischer Sporttourer. Entsprechend falsch lagen die Erwartungen, als im August 2026 erste Hinweise auftauchten. Die US-Umweltbehörde EPA und die kalifornische Behörde CARB hatten eine M 1000 RS für das Modelljahr 2027 zugelassen, zusammen mit der M 1000 RR. Die Unterlagen deuteten zudem auf ein etwas höheres Gewicht als bei der RR hin. Viele rechneten deshalb mit einem sportlichen Reisemotorrad auf Basis des Superbikes. Das fertige Modell geht in die entgegengesetzte Richtung.
Was unterscheidet die M 1000 RS von der M 1000 R?
Auf der RS sitzt der Fahrer höher und stärker nach vorn geneigt als auf der M 1000 R, außerdem ist sie leichter und stärker. Die meisten Änderungen stammen von der M 1000 RR.
Der Sitz liegt 20 mm höher als bei der M 1000 R und damit auf 850 mm. Dazu kommt die Fußrastenanlage der RR. Zusammen bringen beide Änderungen mehr Gewicht auf das Vorderrad. Die Haltung wird deutlich sportlicher, und die RS passt damit eher zur Rennstrecke und zu schnellen, kurvigen Landstraßen als zu langen Etappen. Auch das Heck übernimmt BMW von der RR.
Beim Gewicht spart die RS 3 kg ein. Sie wiegt fahrfertig und vollgetankt 196 kg (432 lbs), die M 1000 R 199 kg (439 lbs). Dazu tragen die serienmäßigen M Carbonräder, eine Abgasanlage komplett aus Titan und eine leichte M Batterie bei. Wie viel die Titananlage allein spart, sagt BMW nicht.
Vorn sitzen matte Carbon-Winglets mit RS-Schriftzug. Sie sollen neben der Optik auch eine aerodynamische Aufgabe haben, eine Angabe zum Abtrieb macht BMW aber nicht. Für die Winglets der M 1000 R hatte der Hersteller bei 220 km/h eine um 11 kg höhere Vorderradlast genannt.

Fahrwerk, Bremsen und Ausstattung der M 1000 RS
Der Aluminium-Brückenrahmen nutzt den Motor als mittragendes Bauteil. Vorn arbeitet eine Upside-down-Gabel mit 45 mm Standrohrdurchmesser, hinten eine Zweiarmschwinge aus Aluminium mit Zentralfederbein. Beide gehören zum System Dynamic Damping Control (DDC), das die Dämpfung während der Fahrt elektronisch anpasst. Die Federvorspannung lässt sich vorn und hinten einstellen. Die Federwege betragen 120 mm vorn und 117 mm hinten. Der Radstand liegt bei 1.467 mm, der Lenkkopfwinkel bei 65,8 Grad und der Nachlauf bei 97,6 mm.
Gebremst wird mit der M Bremse. Vorn greifen radial montierte Vierkolben-Festsättel in zwei schwimmend gelagerte 320-mm-Scheiben, hinten arbeitet ein Einkolben-Schwimmsattel an einer 220-mm-Scheibe. Das teilintegrale ABS Pro und die Traktionskontrolle DTC sind serienmäßig. Die Carbonräder messen 3,50 x 17 Zoll vorn und 6,00 x 17 Zoll hinten, aufgezogen sind Reifen der Größen 120/70 ZR17 und 200/55 ZR17.
Die Ausstattung ist umfangreich. Keyless Ride, Tempomat, Heizgriffe und Reifendruckkontrolle sind ebenso an Bord wie die Fahrmodi Pro, das M Track Package und der Schaltassistent Pro, mit dem sich ohne Kupplung hoch- und herunterschalten lässt. Dazu kommen ein M Kurzhubgasgriff, M Brems- und Kupplungshebel, Lenkerendspiegel, ein 6,5-Zoll-TFT-Display und eine eigene Startanimation. Die Kraft geht über ein Sechsganggetriebe, eine Anti-Hopping-Kupplung und eine Kette ans Hinterrad.
Der Tank fasst 16,5 Liter. Im WMTC-Zyklus nennt BMW einen Verbrauch von 6,5 l/100 km und einen CO2-Ausstoß von 151 g/km. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 407 kg (897 lbs), daraus ergibt sich eine Zuladung von 211 kg (465 lbs). Die RS ist 2.095 mm lang und mit Spiegeln 996 mm breit.
Was kostet die BMW M 1000 RS und wann kommt sie?
Die BMW M 1000 RS kostet in Deutschland 40.000 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer (circa 44.860 US-Dollar). Bei den BMW-Händlern soll sie ab März 2027 stehen.
In Großbritannien verlangt BMW 36.220 Pfund (circa 43.340 Euro / 48.610 US-Dollar). Für eine M 1000 R mit M Competition Paket werden dort 24.980 Pfund (circa 29.890 Euro / 33.520 US-Dollar) fällig. Der Aufpreis für die RS liegt also bei rund 11.240 Pfund (circa 13.450 Euro / 15.080 US-Dollar). Einen Bestellstart hat BMW noch nicht genannt, auch Preise für weitere Märkte stehen noch aus.
Die Stückzahl ist bewusst knapp gewählt. BMW-Motorrad-Chef Markus Flasch begründet das so: „Und weil echte Exklusivität Grenzen braucht, bauen wir exakt 1.000 Exemplare.“
Für die RS gibt es eigenes Zubehör. Mehr Alltagstauglichkeit sollen ein niedriges Windschild in klarer oder getönter Ausführung, eine Lenkererhöhung, ein niedriger M Fahrersitz, ein Tankpad und ein M Soziuskit bringen. Für die Rennstrecke bietet BMW einen M Datenlogger mit GPS-Laptrigger, ein M Cover Kit, Protektoren für Motor und Achsen sowie Kettenspanner mit Aufnahme für den Montageständer an. Wer Gepäck mitnehmen will, findet eine 22 Liter große Hecktasche sowie eine Soziussitztasche und einen Tankrucksack mit jeweils 7 bis 10 Litern. Dazu kommen der ConnectedRide Navigator mit Halterung, eine Diebstahlwarnanlage und ein Schutzglas für das Display. Zubehörpreise nennt BMW noch nicht.

Häufige Fragen
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Was kostet die BMW M 1000 RS?
Die BMW M 1000 RS kostet in Deutschland 40.000 Euro inklusive Mehrwertsteuer. In Großbritannien liegt der Preis bei 36.220 Pfund. Die Auslieferung über die Händler soll im März 2027 beginnen.
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Wie schwer ist die BMW M 1000 RS?
Die M 1000 RS wiegt fahrfertig und vollgetankt 196 kg. Sie ist damit 3 kg leichter als die M 1000 R. Dazu tragen unter anderem die Carbonräder, die Titananlage und eine leichte Batterie bei.
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Ist die BMW M 1000 RS ein Sporttourer?
Nein, die M 1000 RS ist ein Hyper Naked Bike mit sportlicher Sitzposition. Das RS steht hier für Rennsport und nicht wie bei der R 1300 RS für Reise und Sport.
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Wie viele Exemplare der BMW M 1000 RS gibt es?
BMW baut weltweit genau 1.000 Exemplare der M 1000 RS. Wie sich die Stückzahl auf die einzelnen Märkte verteilt, ist noch nicht bekannt.












