- 218 PS (160,3 kW) und 120,6 Nm (89 lb-ft) aus dem bekannten 1.103-cm³-V4
- Exklusiv: Ducati Racing Gearbox mit Neutral Lock, STM-Trockenkupplung, Corner Sidepods und größere Doppelflügel
- Ab März 2027 als Einsitzer in der Lackierung Winter Test bei den europäischen Händlern
Seit dem Generationswechsel der Panigale V4 zum Modelljahr 2025 gab es keine SP mehr im Programm. Die erste Panigale V4 SP kam 2021, ein Jahr später folgte die SP2. Die Neuauflage baut auf der überarbeiteten Panigale V4 des Modelljahres 2027 auf und übernimmt deren Motor, Rahmen und Elektronik. Darüber legt Ducati eine Schicht aus Teilen, die direkt aus der Superbike-Weltmeisterschaft stammen oder für den Einsatz auf der Rennstrecke gedacht sind. Zielgruppe sind Fahrer, die regelmäßig auf die Rennstrecke gehen, aber keine Profis sind. Jede SP trägt eine eigene Seriennummer, eine feste Stückzahl nennt Ducati allerdings nicht. Die SP zählt damit zu den Ducati-Neuheiten für das Modelljahr 2027.

Was unterscheidet die Panigale V4 SP von der Panigale V4 S?
Die SP hat ein Rennsportgetriebe, eine Trockenkupplung, Carbonräder und ein eigenes Aero-Paket. Dazu kommen eine Brembo-Bremspumpe mit Fernverstellung und zusätzliche Einstellmöglichkeiten am Federbein.
Das Grundgerüst teilen sich beide Modelle. Bei Motor, Front Frame und Elektronik gibt es keine Unterschiede. Auch das elektronisch geregelte Öhlins-Fahrwerk mit Gabel NPX 25/30 und Federbein TTX36 hat bereits die V4 S. Die SP geht aber an mehreren Stellen weiter. Statt geschmiedeter Aluminiumfelgen rollt sie auf Carbonrädern. Die Ölbadkupplung weicht einer Trockenkupplung, und das Getriebe arbeitet mit einem Schaltschema wie im Rennsport. Hinzu kommen eine leichtere Kette, Fußrasten aus gefrästem Aluminium und eine Reihe von Anbauteilen für die Rennstrecke, die Ducati gleich mitliefert.
Wie funktioniert der Leerlauf unter dem ersten Gang?
Bei der Ducati Racing Gearbox liegt der Leerlauf nicht mehr zwischen dem ersten und zweiten Gang, sondern unterhalb des ersten. Das System Neutral Lock sperrt den Leerlauf zusätzlich, solange das Motorrad fährt.
Im normalen Straßengetriebe kann beim harten Herunterschalten vor einer Kurve versehentlich der Leerlauf statt des ersten Gangs einrasten. Auf der Rennstrecke ist das ein Risiko, weil dann plötzlich Motorbremse und Antrieb fehlen. Mit der neuen Anordnung kann das nicht mehr passieren. Wer in den Leerlauf will, muss dafür denselben Ablauf nutzen wie die Werksfahrer von Ducati in der Superbike-WM und der MotoGP. Die Gangwechsel sollen dadurch außerdem präziser werden.
Passend dazu lassen sich die Fußrasten schnell von normalem auf umgekehrtes Schaltschema umbauen. Beim umgekehrten Schema wird der erste Gang nach unten gedrückt statt nach oben gezogen, wie es viele Rennfahrer bevorzugen. Die Rasten selbst sind aus vollem Aluminium gefräst, verstellbar und haben einen Fersenschutz aus Carbon.

Was bringen die Corner Sidepods und die größeren Flügel?
Die größeren Doppelflügel sollen bei 270 km/h 25 Prozent mehr Abtrieb erzeugen als bei der Panigale V4. Die Corner Sidepods nutzen in großer Schräglage den Bodeneffekt und helfen dem Motorrad, die Linie zum Kurveninneren hin zu schließen.
Das Aero-Paket ist für die Superbike-Weltmeisterschaft homologiert. Die Flügel bestehen wie bei der Basis aus zwei übereinanderliegenden Elementen, fallen aber größer aus. Mehr Abtrieb drückt das Vorderrad bei hohem Tempo stärker auf den Asphalt. Das soll die Panigale auf schnellen Passagen ruhiger und genauer machen.
Die Corner Sidepods sitzen unten seitlich an der Verkleidung. Ducati hat diese Lösung 2021 in der MotoGP eingeführt und später mit der Panigale V4 R erstmals auf ein Serienmotorrad übertragen. Liegt das Motorrad tief in der Kurve, entsteht zwischen Verkleidung und Fahrbahn ein Sog. Die SP soll dadurch von sich aus enger einlenken. Das Ziel sind höhere Kurvengeschwindigkeiten und damit kürzere Rundenzeiten.
Wie viel PS hat die Panigale V4 SP?
Der Desmosedici Stradale leistet in der SP 218 PS (160,3 kW) bei 13.500 U/min und 120,6 Nm (89 lb-ft) bei 11.000 U/min. Das entspricht der Panigale V4 2027, ein eigenes Leistungsplus gibt es mit Serienausstattung nicht.
Der V4 mit 1.103 cm³ und gegenläufig drehender Kurbelwelle stammt aus der MotoGP-Entwicklung. Für 2027 hat Ducati ihm 2 PS (1,5 kW) mehr verschafft, vor allem durch eine bessere Atmung und geringere innere Reibung. Der Lufteinlass vorn ist größer und erhöht bei 300 km/h den Luftdruck um 0,6 Prozent. Laut Ausstattungsliste greift der Drehzahlbegrenzer vom zweiten bis zum sechsten Gang erst bei 15.000 U/min ein. Zusammen mit der längeren Endübersetzung von 17 zu 42 Zähnen reicht jeder Gang weiter. Das soll die Höchstgeschwindigkeit steigern und pro Runde Schaltvorgänge sparen.
Etwas mehr Leistung ist über die Trockenkupplung möglich. Sie erlaubt den Einsatz des Ducati Corse Performance Oil. Mit diesem Öl soll der Motor bis zu 3,5 PS (2,6 kW) mehr Spitzenleistung abgeben.

Was kann die Trockenkupplung besser?
Die STM-Trockenkupplung vom Typ EVO-SBK soll beim harten Herunterschalten wirksamer gegen ein stempelndes Hinterrad arbeiten und beim Einkuppeln weicher ansprechen. Außerdem lässt sich mit ihr die mechanische Motorbremse anpassen.
Eine Trockenkupplung läuft ohne Ölbad und erzeugt das für Ducati typische Rasseln. Die Anti-Hopping-Funktion, also das Verhindern eines springenden Hinterrads beim Herunterschalten, soll gerade bei sehr hoher Belastung besser greifen als bei der Serienkupplung. Die Kraft geht über eine 520er-Kette vom Typ DID ERV7 ans Hinterrad. Diese Kette nutzen mehrere Werksteams, sie ist deutlich leichter als die Lösung der V4 S.
Warum wiegt die SP trotz Carbonrädern mehr als die V4 S?
Ducati gibt für die Panigale V4 SP fahrfertig ohne Kraftstoff 188 kg (414 lbs) an. Die V4 S kommt nach Werksangabe auf 187 kg (412 lbs), warum die SP trotz leichterer Räder 1 kg mehr wiegen soll, ist nicht ganz klar.
Die Carbonräder mit fünf geteilten Speichen sparen gegenüber den geschmiedeten Aluminiumrädern der V4 S zusammen 0,95 kg (2,1 lbs) an ungefederter Masse. Wichtiger ist die geringere Trägheit: Sie sinkt vorn um 12 Prozent und hinten um 19 Prozent. Die Räder lassen sich dadurch leichter in Bewegung setzen und wieder abbremsen. Richtungswechsel sollen so schneller und präziser gelingen. Vorn misst die Felge 3,50 x 17 Zoll, hinten 6,00 x 17 Zoll. Ab Werk sind Pirelli Diablo Supercorsa SP-V4 in 120/70 ZR17 und 200/60 ZR17 montiert. Die Carbonräder sind auch für den Betrieb mit Sozius freigegeben.
Mit welchen Teilen die SP an anderer Stelle Gewicht zulegt, geht aus den Unterlagen von Ducati nicht hervor. Neu hinzu kommen zum Beispiel die Corner Sidepods und die größeren Flügel.

Fahrwerk und Bremsen der Panigale V4 SP
Beim Federbein bekommt die SP zwei Einstellmöglichkeiten, die die V4 S nicht hat. Die Federvorspannung lässt sich hydraulisch verstellen, was Änderungen am Setup beschleunigt. Dazu kommt eine längenverstellbare Umlenkstrebe, die von der Panigale V4 R stammt und aus der Superbike-WM abgeleitet ist. Mit ihr lässt sich das Heck um bis zu 5 Millimeter anheben oder absenken, ohne die Federvorspannung zu verändern. So lässt sich die Fahrzeuggeometrie an die jeweilige Strecke anpassen.
Gabel, Federbein und Lenkungsdämpfer kommen von Öhlins und werden über das System Smart EC 3.0 elektronisch gedämpft. Die 43-Millimeter-Gabel hat Standrohre mit TiN-Beschichtung, die die Reibung verringern soll. Die Federwege betragen 125 Millimeter vorn und 130 Millimeter hinten.
Vorn bremsen zwei 330-Millimeter-Scheiben mit Vierkolben-Monoblocksätteln vom Typ Brembo Hypure, hinten eine 245-Millimeter-Scheibe. Neu ist die Bremspumpe Brembo MCS 19.21. Über sie lässt sich der Druckpunkt am Hebel in drei Stufen verändern. Der Abstand des Hebels zum Lenker lässt sich während der Fahrt über ein Bedienelement am linken Lenkerstummel nachstellen, eine Lösung aus dem Rennsport. Brems- und Kupplungshebel sind an den Enden gefräst.
Welche Elektronik hat die Panigale V4 SP?
Die SP übernimmt das komplette Elektronikpaket der Panigale V4 2027. Grundlage ist eine Inertialmesseinheit mit sechs Achsen, die alle Regelsysteme mit Daten zur Lage des Motorrads versorgt.
Dazu gehören das Kurven-ABS mit Race eCBS, die Traktionskontrolle, die Wheelie Control, die Launch Control und die Slide Control. Die neue Dynamic Engine Brake regelt die Motorbremse nach der Last auf dem Hinterreifen, die Race Brake Control bindet das Hinterrad stärker ins Bremsen ein. Der Ducati Vehicle Observer verfeinert die Eingriffe mehrerer Systeme. Zur Wahl stehen die Fahrmodi Race A, Race B, Sport, Road und Wet. Die Anzeige läuft über ein 6,9-Zoll-TFT-Display im Format 8:3. Quickshifter, Tempomat, Pit Limiter und Rundenzeitmessung sind Serie, ebenso eine Lithiumbatterie. Für den Datenlogger Ducati Data Logger und das Ducati Multimedia System ist die SP vorbereitet.

Was gehört zum Track-Kit und was bringt die Akrapovič-Anlage?
Ducati liefert die SP mit mehreren Teilen aus, die nur für die Rennstrecke gedacht und im Straßenverkehr nicht erlaubt sind. Dazu gehören Abdeckungen für die Spiegelbohrungen aus gefrästem Aluminium, ein Kit zum Abbau des Kennzeichenhalters und ein offener Kupplungsdeckel aus Carbon.
Ebenfalls im Lieferumfang stecken ein Renntankdeckel, Kühlluftführungen aus Carbon für die vorderen Bremsen und ein GPS-Modul. Die Lenkerstummel lassen sich für den Rennstreckeneinsatz um 10 Millimeter höher montieren.
Als Zubehör bietet Ducati Performance eine komplette Titan-Rennauspuffanlage an, die mit Akrapovič entwickelt wurde. Die beiden Endschalldämpfer sitzen hoch neben dem Heck. Ducati hat die Anlage so überarbeitet, dass sie mehr Leistung bringt und trotzdem leiser bleibt. Damit soll sie auch auf Strecken mit strengen Lärmgrenzen nutzbar sein. Die Anlage spart 6,6 kg (14,6 lbs) und soll 11 PS (8,1 kW) sowie 7 Nm (5,2 lb-ft) mehr bringen.
Woran ist die Panigale V4 SP auf den ersten Blick zu erkennen?
Die SP kommt ausschließlich in der Lackierung Winter Test. Sie ist an die Ducati-Rennmaschinen angelehnt, die bei den Testfahrten vor der Saison in MotoGP und Superbike-WM eingesetzt werden.
Verkleidung und Carbonräder sind mattschwarz. Dazu steht der unlackierte Tank aus gebürstetem Aluminium mit 17 Litern Inhalt im Kontrast. Akzente in Ducati-Rot und eine eigene Sitzbank mit dem Schriftzug V4 SP ergänzen die Optik. Der vordere Kotflügel ist aus Carbon. Die obere Gabelbrücke ist aus vollem Aluminium gefräst und trägt die fortlaufende Nummer des jeweiligen Motorrads. Die Lackierung Winter Test hatten bereits die früheren SP-Modelle.

Wann kommt die Panigale V4 SP 2027 zu den Händlern?
Die Panigale V4 SP 2027 steht ab März 2027 bei den europäischen Ducati-Händlern. Sie wird als Einsitzer ausgeliefert, ein Soziuskit ist als Zubehör erhältlich.
Die SP erfüllt die Abgasnorm Euro 5+. Ducati gibt einen Verbrauch von 6,5 Litern auf 100 Kilometer und einen CO2-Ausstoß von 151 g/km an. Die Garantie läuft 24 Monate ohne Kilometerbegrenzung. Der Ölwechsel ist alle 12.000 Kilometer oder 24 Monate fällig, die Ventilspielkontrolle alle 24.000 Kilometer. Die Sitzhöhe liegt bei 850 Millimetern, der Radstand bei 1.477 Millimetern.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die Panigale V4 SP 2027?
Die Panigale V4 SP 2027 leistet 218 PS (160,3 kW) bei 13.500 U/min und 120,6 Nm (89 lb-ft) bei 11.000 U/min. Mit dem Ducati Corse Performance Oil sollen bis zu 3,5 PS (2,6 kW) mehr möglich sein. Die Akrapovič-Rennanlage soll weitere 11 PS (8,1 kW) bringen.
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Was ist bei der Panigale V4 SP anders als bei der V4 S?
Die SP hat ein Rennsportgetriebe mit Leerlauf unter dem ersten Gang, eine Trockenkupplung, Carbonräder und größere Flügel mit Corner Sidepods. Dazu kommen eine Brembo-MCS-Bremspumpe, eine hydraulische Federvorspannung und eine verstellbare Umlenkstrebe am Federbein. Motor, Rahmen und Elektronik sind bei beiden Modellen gleich.
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Wie schwer ist die Ducati Panigale V4 SP?
Ducati gibt 188 kg (414 lbs) fahrfertig ohne Kraftstoff an. Das ist 1 kg mehr als bei der V4 S, obwohl die Carbonräder 0,95 kg (2,1 lbs) leichter sind als deren Aluminiumräder. Eine Erklärung dafür nennt Ducati nicht.
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Ist die Panigale V4 SP limitiert?
Jede SP trägt ihre eigene Nummer auf der gefrästen Gabelbrücke. Eine begrenzte Stückzahl hat Ducati dagegen nicht genannt.
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Wann kommt die Panigale V4 SP auf den Markt?
Die Panigale V4 SP kommt ab März 2027 zu den europäischen Ducati-Händlern. Erhältlich ist sie als Einsitzer in der Lackierung Winter Test.
➜ Alle technischen Daten zum Modell findest du in unserer Motorrad-Datenbank: Ducati Panigale V4 SP 2027.
➜ Dieser Artikel ist Teil unserer umfassenden Übersicht: Neue Motorräder 2027: Alle Modelle, Neuheiten und Highlights im Überblick. Dort findest du alle wichtigen Informationen zum Thema gebündelt.
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