Im Juli 2026 ist eine Zeichnung aufgetaucht, die aus einer in Indien eingereichten Design-Anmeldung von BMW stammen soll und die nächste S 1000 RR zeigt. Zusammen mit dem Bild sind erste technische Daten durchgesickert, allen voran eine Leistungsangabe von 215 PS.
- Die neue BMW S 1000 RR 2027 soll ab Werk 215 PS (158 kW) leisten, also fünf PS mehr als das aktuelle Modell
- Äußerlich bleibt das Serienmodell nach bisherigem Stand fast eins zu eins am Concept RR von 2025
- Produktionsbeginn angeblich Mai 2027, im Handel dürfte sie im Sommer 2027 stehen
Als BMW im Mai 2025 das Concept RR zeigte, war die Ansage eindeutig: Das Showbike sollte die Richtung für die nächste Generation der RR-Baureihe vorgeben. Gut ein Jahr später gibt es erstmals konkrete Hinweise darauf, wie nah die Serienmaschine an dieser Vorlage bleibt. Und die Antwort fällt deutlicher aus, als es bei Studien sonst üblich ist.

Was zeigt das Patentbild der neuen BMW S 1000 RR?
Das Bild zeigt eine Maschine, die dem Concept RR äußerlich fast exakt entspricht. Zu sehen sind die in die Verkleidung integrierten Winglets und der große zentrale Lufteinlass in der Front.
Die Abbildung tauchte im Juli 2026 auf und soll aus einem Design-Patent stammen, das BMW in Indien angemeldet hat. Ein Design-Patent schützt ausschließlich die äußere Form eines Produkts, nicht dessen Technik. Genau deshalb ist es für einen Ausblick auf das Aussehen so aufschlussreich.
Die Verkleidung behält die scharf gezeichneten Linien der Studie. Der zentrale Schlund in der Front dient gleich zwei Zwecken: Er drückt beim Fahren Luft in den Ansaugtrakt, was als Ram-Air-Effekt bezeichnet wird und bei hohem Tempo für etwas mehr Ladedruck sorgt. Gleichzeitig leitet er den Luftstrom durch das Motorrad bis ans Heck.
Die Winglets sind dabei kein Zierrat mehr. Die kleinen Flügel erzeugen bei Tempo Abtrieb und halten das Vorderrad beim Beschleunigen am Boden. Bei Leistungswerten jenseits von 200 PS ist das ein Bauteil mit klarer Funktion und kein Rennsport-Zitat.
Wie viel Leistung soll die neue BMW S 1000 RR haben?
Die durchgesickerten Daten nennen 215 PS (158 kW), und zwar serienmäßig und mit Straßenzulassung. Das wären fünf PS mehr als beim aktuellen Modell.
Die heutige S 1000 RR kommt auf 210 PS (154 kW) bei 13.750/min und 113 Nm (rund 83 lb-ft) bei 11.000/min. Nach Werksangabe reicht das für 303 km/h. Am Grundprinzip dürfte sich nichts ändern: Angetrieben wird die Maschine von einem Reihenvierzylinder mit rund 1.000 Kubikzentimetern.
Eine wichtige Rolle spielt dabei ShiftCam, BMWs zweistufig variable Steuerung der Einlassnockenwelle. Sie erlaubt unterschiedliche Ventilöffnungszeiten für den unteren und den oberen Drehzahlbereich. Dazu kommen leichte Titanventile, die im Supersport-Segment längst Standard sind und sehr hohe Drehzahlen ermöglichen.

Warum ist beim Concept RR von mehr als 230 PS die Rede?
Weil sich diese Zahl auf die Studie bezieht und nicht auf das Serienmodell. BMW nannte im Zusammenhang mit dem Concept RR ausdrücklich mehr als 230 PS (169 kW).
Das Triebwerk der Studie leitet sich vom Werks-Superbike ab, mit dem Toprak Razgatlioglu 2024 den Titel in der Superbike-Weltmeisterschaft holte. Ein solcher Motor lässt sich nicht ohne Weiteres in ein straßenzugelassenes Serienmotorrad übertragen. Die 215 PS der kommenden S 1000 RR und die über 230 PS der Studie beschreiben also zwei verschiedene Dinge.
Hinzu kommt der interne Abstand: Über der S 1000 RR steht die M 1000 RR, und dieser Abstand muss erhalten bleiben. Die aktuelle M-Version leistet 218 PS (160 kW) bei 14.500/min.
Wie schwer wird die neue BMW S 1000 RR?
Dazu gibt es bislang keine Angaben. Bekannt ist nur der heutige Wert: 198 Kilogramm (rund 437 Pfund) in Grundausstattung mit zu 90 Prozent gefülltem Tank.
Laut Medienberichten liegt das Trockengewicht der aktuellen Maschine bei 185 Kilogramm (rund 408 Pfund). Die beiden Zahlen widersprechen sich nicht, sie messen nur unterschiedlich: einmal ohne Betriebsflüssigkeiten, einmal fahrbereit.
Ob die neue Generation abspeckt, ist offen. Die Marschrichtung hatte BMW bei der Vorstellung der Studie aber angedeutet: viel Carbon, dazu Aluminium, Titan und Magnesium. Die Leistung soll weiter über 200 PS liegen, das Gewicht weiter unter 200 Kilogramm. Als Referenz gilt die M 1000 RR mit 194 Kilogramm (rund 428 Pfund), gemessen mit Carbonrädern und einem zu 90 Prozent gefüllten 16,5-Liter-Tank.

Was das Concept RR über Rahmen, Bremsen und Fahrwerk verrät
Beim Showbike bestanden sämtliche Verkleidungsteile offenbar aus Carbon. Die Räder dagegen waren dem Anschein nach kein Carbon, sondern geschmiedetes oder gefrästes Leichtmetall, vermutlich Aluminium.
Auffällig war der Rahmen. Sowohl der Brückenrahmen als auch der angeschraubte Heckrahmen schienen aus Aluminium gefertigt zu sein, der Heckrahmen mit einer Gitterstruktur. Bei S 1000 RR und M 1000 RR besteht dieses Bauteil bisher aus Stahl.
Bei den Bremsen kamen Monoblock-Zangen von Brembo zum Einsatz, dazu besonders große Scheiben mit einem geschätzten Durchmesser zwischen 330 und 340 Millimetern. Gabel und Federbein stammten von Öhlins. Das Carbon an der Hinterradschwinge dürfte lediglich eine Abdeckung über dem Aluminium gewesen sein.
Ein Carbon-Rahmen wie bei der HP4 Race von 2017 gilt als unwahrscheinlich. Jene Maschine war eine limitierte Kleinserie ohne Straßenzulassung und damit ein Sonderfall.
Wann kommt die neue BMW S 1000 RR auf den Markt?
Der Produktionsbeginn ist dem Vernehmen nach für Mai 2027 geplant. In den Handel dürfte die Maschine damit im Sommer 2027 kommen.
Dieser Termin kursiert nicht erst seit dem Patentbild. Schon bei der Vorstellung der Studie im Mai 2025 war von Mai 2027 die Rede. Plausibel wirkt das auch deshalb, weil BMW die aktuellen Euro-5+-Versionen von S 1000 RR und M 1000 RR erst im Herbst 2024 als Neuheit für 2025 präsentiert hatte. Ob BMW schon vorher mehr zeigt, etwa bei einer Messe im Herbst 2026, ist offen.
Ungewöhnlich bleibt, wie früh BMW die kommende Generation angekündigt hat. Markus Flasch, Leiter von BMW Motorrad, sprach bei der Präsentation davon, dass der Konzern nie zuvor so früh einen Ausblick auf eine künftige RR-Generation gegeben habe, und leitete daraus den „Führungsanspruch von BMW Motorrad“ in diesem Segment ab.

Was ändert sich für das Modelljahr 2027 an der aktuellen S 1000 RR?
Bis zur neuen Generation bekommt die heutige Maschine noch ein Update. Ab August 2026 lässt sie sich als Ausstattungsvariante „Edition M Sport“ bestellen.
Dazu gehört die Farbkombination „Blackstorm Metallic/M Motorsport„, ein getöntes Windschild und geschmiedete M-Räder. Neu ist außerdem ein USB-Ladeanschluss, der sowohl im Dynamic Package als auch in der Edition M Sport enthalten ist. Auch das M Package wird erweitert und umfasst künftig die M Schmiederäder.
Die neue BMW M 1000 RR folgt erst für die Saison 2028
Auch die M 1000 RR bekommt für das Modelljahr 2027 ein Update, und zwar ebenfalls ab August 2026 bestellbar. Kernstück ist der neue M Motorsport Rahmen der dritten Generation, der 1,3 Kilogramm (rund 2,9 Pfund) leichter ausfällt.
Dieser Schritt hat einen sportlichen Hintergrund. In der Superbike-Weltmeisterschaft dürfen nur Bauteile eingesetzt werden, die auch am Serienmotorrad verbaut sind. Dieses Verfahren heißt Homologation. Der neue Rahmen bildet damit die Basis für die Saison 2027.
Die komplett neue M 1000 RR auf der neuen RR-Plattform wird erst gegen Ende 2027 erwartet, dann für die Saison 2028. Auch bei ihr ist mit einer weiter gesteigerten Spitzenleistung zu rechnen. Aktuell stehen 218 PS (160 kW) bei 14.500/min, bis zu 314 km/h und 194 Kilogramm mit gefülltem Tank in den Papieren.
Damit zeichnet sich für den Supersport-Jahrgang 2027 eine gestaffelte Ablösung ab: erst die Basisversion, ein Jahr später die Rennsportvariante.

Warum meldet BMW das Design ausgerechnet in Indien an?
Weil Indien als möglicher Markt für die künftige RR-Baureihe gilt. BMW verkauft die S 1000 RR dort bereits, und eine Design-Anmeldung ist meist einer der ersten Schritte, wenn ein Hersteller einen Markt prüft.
Wichtig ist die Einordnung: Die Anmeldung gilt als vorsorglicher Schritt. Eine Serienversion des Concept RR hat BMW bislang für keinen Markt offiziell vorgestellt, und einen Zeitplan hat das Unternehmen ebenfalls nicht genannt. Das Weltdebüt dürfte daher zuerst anderswo stattfinden.
Was die Anmeldung dennoch wertvoll macht: Sie liefert die erste belastbare Vorstellung davon, wie das Serienmotorrad aussehen wird. Und die fällt für ein Motorrad, das noch gut ein Jahr entfernt ist, erstaunlich detailliert aus.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die neue BMW S 1000 RR 2027?
Die durchgesickerten Daten nennen 215 PS (158 kW) in der straßenzugelassenen Serienversion. Das sind fünf PS mehr als beim aktuellen Modell mit 210 PS (154 kW) bei 13.750/min. Eine offizielle Bestätigung durch BMW steht noch aus.
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Wann kommt die neue BMW S 1000 RR?
Der Produktionsbeginn soll im Mai 2027 liegen, die Auslieferung an die Händler wird für den Sommer 2027 erwartet. Bestätigt hat BMW diesen Zeitplan bislang nicht.
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Was kostet die neue BMW S 1000 RR?
Zum Preis gibt es bislang keine Angaben. BMW hat weder eine Serienversion offiziell vorgestellt noch eine Preisliste veröffentlicht.
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Wie unterscheidet sich das Concept RR von der Serienmaschine?
Äußerlich offenbar kaum, das Patentbild zeigt Winglets und zentralen Lufteinlass nahezu unverändert. Technisch liegen die beiden aber auseinander: Für das Concept RR nannte BMW mehr als 230 PS (169 kW), für die Serienversion sind 215 PS (158 kW) im Gespräch.
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Wann kommt die neue BMW M 1000 RR?
Die komplett neue M 1000 RR wird erst gegen Ende 2027 erwartet, passend zur Saison 2028. Für das Modelljahr 2027 gibt es zunächst nur ein Update mit einem um 1,3 Kilogramm leichteren Rahmen.












