- Ride-by-Wire ersetzt die Seilzug-Drosselklappen
- Quickshifter jetzt serienmäßig für Hoch- und Runterschalten
- Optionale E-Clutch nach dem Vorbild von Honda
Die modern gestaltete CFMoto 500SR wird bislang nur in China verkauft. Außerhalb ihres Heimatmarkts ist bisher nur die Retro-Schwester 500SR Voom zu haben, zum Beispiel in Australien. Jetzt hat der chinesische Hersteller zwei neue Varianten der 500SR gezeigt. Beide arbeiten mit einem elektronischen Gasgriff, auf Wunsch gibt es dazu eine automatisierte Kupplung. Für einen Vierzylinder mit 500 Kubikzentimetern ist das ein deutlicher Technik-Sprung, denn bislang setzte die 500SR auf eine eher einfache Lösung.

Was ändert sich an der CFMoto 500SR mit Ride-by-Wire?
Mit Ride-by-Wire gibt es keinen Gaszug mehr zwischen Griff und Drosselklappen. Ein Sensor am Gasgriff meldet den Befehl an die Elektronik, und die öffnet die Drosselklappen. Bisher waren die vier Drosselklappen der 500SR noch direkt per Seilzug mit dem Gasgriff verbunden.
Diese Technik ist heute an vielen modernen Motorrädern zu finden. Ein Grund dafür sind strenge Abgasvorschriften, die sich mit elektronisch gesteuerten Drosselklappen leichter einhalten lassen. Außerdem baut moderne Elektronik wie aktuelle Traktionskontrollen und Schaltassistenten auf Ride-by-Wire auf.
Genau hier lag die Grenze der bisherigen 500SR. Ihr Quickshifter funktionierte nur beim Hochschalten. Er unterbrach dafür kurz die Zündung, damit der nächste Gang ohne Kupplung hineingeht. Beim Runterschalten konnte er dagegen kein automatisches Zwischengas geben. Die Seilzug-Lösung galt deshalb als Kompromiss: Sie ist günstiger und einfacher in der Wartung, setzt der Elektronik aber enge Grenzen. Bei den neuen Varianten ist ein Quickshifter für beide Richtungen serienmäßig an Bord.
Wie funktioniert die E-Clutch der CFMoto 500SR?
Ein elektrischer Stellmotor am Kupplungsdeckel übernimmt das Ein- und Auskuppeln. Der normale Kupplungshebel am linken Lenkerende bleibt erhalten und hat jederzeit Vorrang. Wer selbst kuppeln will, zieht einfach wie gewohnt am Hebel.
Im Alltag bedeutet das: Anfahren und Anhalten gelingen allein mit Gas und Bremse. Den Motor abzuwürgen, ist damit nicht mehr möglich. Während der Fahrt arbeiten E-Clutch und Quickshifter zusammen, sodass auch beim Gangwechsel kein Griff zum Kupplungshebel nötig ist. Erst Ride-by-Wire macht die elektronische Kupplung an der 500SR möglich. Sie ist allerdings nicht serienmäßig, sondern eine Option.
Das Prinzip ähnelt der E-Clutch von Honda, die das System bei Motorrädern bekannt gemacht hat. Honda bietet es zum Beispiel für die A2-taugliche CBR500R mit 48 PS (35 kW) an. Dort lässt sich die E-Clutch über das TFT-Display aktivieren. Vom Anfahren über das Schalten bis zum Anhalten genügt dann der Schalthebel am Fuß. Auch bei Honda kann der Fahrer jederzeit selbst zum Kupplungshebel greifen.

Leistung, Drehmoment und Gewicht der neuen 500SR
An den Fahrleistungen ändert die neue Technik wenig. Der 499 Kubikzentimeter große Reihenvierzylinder leistet laut CFMoto weiterhin 79 PS (58 kW) bei 12.500/min, genau wie die Basisversion. Das maximale Drehmoment soll bei 49 Nm (36,1 lb-ft) bei 10.000/min liegen. Das ist 1 Nm mehr als bei der Variante mit Seilzug.
Etwas zugelegt hat dagegen das Gewicht. Die Ride-by-Wire-Version bringt 189 kg (417 lbs) auf die Waage und ist damit 2 kg schwerer als bisher. Für einen vollverkleideten Vierzylinder dieser Klasse ist das weiterhin ein geringes Gewicht. Der Motor dreht hoch, denn einer Bohrung von 63 mm steht nur ein Hub von 40,1 mm gegenüber. Bei der Basisversion sorgt ein Ram-Air-System bei hohem Tempo zudem für eine Spitzenleistung von 83 PS (61 kW).
Warum setzen immer mehr chinesische Hersteller auf eine E-Clutch?
Das System ist vergleichsweise günstig und lässt die klassische Bedienung unangetastet. Der Stellmotor verteuert ein Motorrad nur wenig. Weil der Kupplungshebel bleibt, verzichtet niemand auf die gewohnte Kontrolle. Bei chinesischen Herstellern verbreiten sich solche Lösungen deshalb gerade schnell. Es ist gut vorstellbar, dass sie in wenigen Jahren so selbstverständlich werden wie ABS oder Traktionskontrolle.
CFMoto ist dabei nicht allein. Benda hat in China mit der Black Flag 600 einen Cruiser mit E-Clutch vorgestellt. Er hat einen flüssigkeitsgekühlten V4-Motor mit 600 Kubikzentimetern, 71 PS (52 kW) und 55 Nm (40,6 lb-ft). Der Preis liegt bei 32.800 Yuan (circa 4.310 Euro / 4.890 US-Dollar). Auch hier lässt sich das Sechsganggetriebe wahlweise mit oder ohne Kupplungshebel schalten.
Laut chinesischen Zulassungsunterlagen soll außerdem der überarbeitete Benda Chinchilla 500 eine elektronische Kupplung bekommen. Fußschalthebel und Kupplungshebel bleiben dort ebenfalls erhalten. Das System soll das Kuppeln beim Anfahren, Schalten und Anhalten übernehmen. Der Hebel bleibt nutzbar, etwa wenn der Fahrer am Kurvenausgang mit schleifender Kupplung nachhelfen möchte. Die Leistung des V2 soll dabei von 48 PS (35 kW) auf 54 PS (40 kW) steigen.

Kommt die CFMoto 500SR nach Europa?
Offiziell bestätigt ist ein Verkaufsstart in Europa bislang nicht. Es gibt aber mehrere Hinweise darauf, dass CFMoto den Export vorbereitet.
Die 500SR steht inzwischen auf der globalen Internetseite der Marke. Als naheliegende Bühne für eine Europa-Premiere gilt die Motorradmesse EICMA in Mailand vom 5. bis 8. November 2026. Dort zeigen die Hersteller traditionell ihre Neuheiten für die kommende Saison.
Der chinesische Preis von 28.980 Yuan (circa 3.810 Euro / 4.320 US-Dollar) lässt sich allerdings nicht einfach übertragen. Zulassung, Transport, Steuern und der Vertrieb treiben die Kosten in Europa nach oben. Zu Preisen und Marktstart der beiden neuen Varianten hat CFMoto noch keine Angaben gemacht.
Dass ausgerechnet jetzt Ride-by-Wire kommt, dürfte die Exportchancen verbessern. Die Technik erleichtert das Einhalten strenger Abgasnormen, und die neue Ausstattung schließt eine Lücke zu den Konkurrenten.
In Europa wäre die Kawasaki Ninja ZX-4RR der naheliegende Gegner. Sie ist ebenfalls ein Vierzylinder, hat aber 399 Kubikzentimeter. Innerhalb der CFMoto-Palette sitzt die 500SR zwischen dem Zweizylinder 450SR und dem Dreizylinder 675SR-R.

Häufige Fragen
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Hat die CFMoto 500SR eine E-Clutch?
Ja, die neuen Varianten der CFMoto 500SR gibt es optional mit elektronischer Kupplung. Ein Stellmotor am Kupplungsdeckel übernimmt dabei das Kuppeln, der Hebel am Lenker bleibt für manuelles Kuppeln erhalten. Die Basisversion mit Seilzug-Gas hat keine E-Clutch.
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Wie viel PS hat die CFMoto 500SR mit Ride-by-Wire?
Die CFMoto 500SR mit Ride-by-Wire leistet 79 PS (58 kW) bei 12.500/min, genauso viel wie die Basisversion. Das Drehmoment liegt bei 49 Nm bei 10.000/min und damit 1 Nm über der Seilzug-Variante.
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Was wiegt die neue CFMoto 500SR?
Die Version mit Ride-by-Wire wiegt 189 kg (417 lbs). Das sind 2 kg mehr als bei der Variante mit Seilzug-Gas.
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Was ist der Unterschied zwischen der E-Clutch und einem Quickshifter?
Der Quickshifter hilft nur beim Gangwechsel während der Fahrt, die E-Clutch übernimmt zusätzlich das Anfahren und Anhalten. Bei der neuen 500SR arbeitet der Quickshifter in beide Richtungen. Zusammen mit der optionalen E-Clutch muss der Fahrer den Kupplungshebel gar nicht mehr benutzen.
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Wann kommt die CFMoto 500SR nach Deutschland?
Einen offiziellen Termin gibt es noch nicht. Die 500SR steht inzwischen auf der globalen Internetseite von CFMoto, und die EICMA im November 2026 gilt als mögliche Bühne für die Europa-Premiere. Preise für Europa sind noch nicht bekannt.












