- Beide Modelle mit 526 cm³, 54 PS (40 kW) und 52 Nm
- 550MT-X mit 21-Zoll-Vorderrad, 230 mm Federweg vorn und 183 kg fahrfertig
- 550MT mit 23-Liter-Tank, Tempomat, Kurven-ABS und Radar nach hinten
Zwischen der 450MT und der deutlich stärkeren 700MT hatte CFMoto bisher keine Reiseenduro im Programm. Diese Lücke schließen nun gleich zwei Modelle mit demselben Antrieb. Die 550MT spricht Fahrer an, die vor allem pendeln, Wochenendrunden drehen oder mit Gepäck verreisen. Die 550MT-X führt dagegen den Ansatz der 450MT weiter und ordnet sich in der Modellreihe unterhalb der großen 800MT-X und 1000MT-X ein. Wie ernst CFMoto die Geländeversion nimmt, zeigte schon die Enthüllung in Mailand: Mit auf der Bühne stand Markenbotschafter Mario Román Serrano, der 2026 beim Red Bull Romaniacs die Wertung Adventure Ultimate auf einer 450MT gewonnen hat.

Was unterscheidet die CFMoto 550MT von der 550MT-X?
Der Motor ist bei beiden gleich, fast alles andere nicht. Räder, Fahrwerk, Sitzposition, Tank und Elektronik richten die 550MT auf die Straße und die 550MT-X auf das Gelände aus.
Am deutlichsten zeigt sich das an den Rädern. Die 550MT rollt auf einem 19-Zoll-Vorderrad und einem 17-Zoll-Hinterrad, wie es bei straßenorientierten Reiseenduros üblich ist. Die 550MT-X bekommt Speichenräder im klassischen Enduro-Format mit 21 Zoll vorn und 18 Zoll hinten. Das große Vorderrad rollt leichter über Steine und Kanten, das kleinere der Straßenversion lenkt auf Asphalt handlicher ein.
Auch beim Sitzen gehen die beiden getrennte Wege. Die 550MT hat eine zweiteilige Sitzbank, deren Höhe sich zwischen 800 und 820 mm einstellen lässt. Die 550MT-X nutzt eine durchgehende, schmale Sitzbank, die beim Fahren im Stehen mehr Bewegungsfreiheit lässt. Sie liegt mit 850 mm deutlich höher, kann aber auf 830 mm abgesenkt werden.
Beim Tank hat die Straßenversion mit 23 Litern klar die Nase vorn, die 550MT-X fasst 16 Liter. Unterschiedlich fallen auch die Cockpits aus: Die 550MT hat ein 8-Zoll-Display mit Apple CarPlay, die 550MT-X ein hochkant montiertes 6,2-Zoll-Display, das an ein Roadbook aus dem Rallyesport erinnert.
Welcher Motor steckt in der CFMoto 550MT?
Beide Modelle nutzen einen neu entwickelten Reihenzweizylinder mit 526 cm³ Hubraum. CFMoto gibt 54 PS (40 kW) bei 8.500/min und 52 Nm (38,4 lb-ft) bei 6.000/min an.
Damit legt der Motor gegenüber dem 449-cm³-Twin der 450MT laut CFMoto rund 30 Prozent an Leistung zu. Der Antrieb ist keine Weiterentwicklung mit etwas mehr Hubraum. Mehr als 80 Prozent der Hauptbauteile sollen neu konstruiert sein. Bohrung und Hub sollen bei 74 und 61,2 mm liegen, statt 72 und 55,2 mm beim bisherigen Motor. Dazu kommen eine Kurbelwelle mit 270 Grad Hubzapfenversatz und eine Verdichtung von 12,5:1. Diese Detailwerte hat CFMoto bisher allerdings nicht offiziell bestätigt. Zum ersten Mal tauchte der Motor im Cruiser 550CL-C auf, der bislang nur in China verkauft wird.
Einen Schaltassistenten haben beide Modelle an Bord. Er erlaubt Gangwechsel nach oben und unten ohne Kupplung. Die 550MT soll zusätzlich mit einer elektronisch gesteuerten Kupplung kommen, die beim Anfahren und im Stop-and-go-Verkehr hilft. Ob sie in Deutschland serienmäßig verbaut wird, ist noch offen. CFMoto Frankreich führt die Version mit E-Kupplung als Option. Verbrauchswerte und eine Höchstgeschwindigkeit nennt der Hersteller noch nicht.
Parallel zu den beiden Reiseenduros zeigte CFMoto in Mailand eine neue Basis für künftige 550er-Modelle namens AEROCAST. Sie kombiniert einen Rahmen aus Aluminiumguss mit einem Zweizylinder der neuen Generation und einer konfigurierbaren E-Kupplung. Zuerst soll diese Plattform in der SR-Familie zum Einsatz kommen, also bei den Sportlern der Marke.

Wie geländetauglich ist die CFMoto 550MT-X?
Auf dem Papier ist die 550MT-X klar für das Gelände ausgelegt. Sie hat voll einstellbare KYB-Federelemente mit 230 mm Federweg vorn und 220 mm hinten sowie 250 mm Bodenfreiheit.
Bei der Bodenfreiheit liegt sie damit 30 mm über der 450MT. Leichter ist sie trotz des größeren Motors auch: CFMoto nennt 172 kg (379 lbs) trocken und 183 kg (403 lbs) fahrfertig, also mit vollem Tank und allen Flüssigkeiten. Gegenüber der 450MT soll sie damit 3 kg einsparen.
Um Gewicht an den Rädern zu sparen, setzt CFMoto vorn auf eine einzelne Bremsscheibe mit 320 mm. Weniger ungefederte Masse hilft dem Fahrwerk, Unebenheiten sauberer zu folgen. Hinten arbeitet eine 240-mm-Scheibe, die Bremsanlage stammt von J.Juan. Ab Werk sind Reifen von CST montiert.
Optisch erinnert die Front mit dem schnabelartigen Kotflügel an Rallye-Motorräder. Handprotektoren und ein hochgezogener Auspuff passen ins Bild. Die Taille ist schmal gehalten, damit sich die Maschine im Stehen gut mit den Knien führen lässt.
Die Elektronik ist schlanker als bei der Schwester, aber auf den Einsatz abseits der Straße abgestimmt. Es gibt ein elektronisches Gasgriff-System, drei Fahrmodi und einen Offroad-Modus, in dem sich die Traktionskontrolle und das ABS am Hinterrad abschalten lassen. Auf losem Untergrund kann ein blockierendes Hinterrad beim Bremsen und in engen Kehren nützlich sein. Über die App MotoPlay lässt sich das Smartphone koppeln, etwa für Navigationshinweise im Display.
Ausstattung der CFMoto 550MT für Alltag und Reise
Bei der 550MT steht der Komfort im Mittelpunkt. Der 23-Liter-Tank ist nach Angaben von CFMoto der größte in dieser Klasse. Wie weit er reicht, lässt sich ohne Verbrauchsangabe noch nicht sagen.
Die Elektronik umfasst drei Fahrmodi sowie ein Kurven-ABS und eine Traktionskontrolle von Bosch. Beide greifen auf eine IMU zurück, also eine Messeinheit, die Schräglage und Nickbewegungen des Motorrads erfasst. Dazu kommen ein Tempomat und ein System namens Rear Detection System (RDS). Es soll per Radar den toten Winkel überwachen und warnen, wenn von hinten ein Auffahrunfall droht. Solche Radarhelfer waren lange größeren und deutlich teureren Reisemotorrädern vorbehalten.
Im Cockpit sitzt ein 8-Zoll-Display mit der Bedienoberfläche MMI 2.0 und Apple CarPlay. Gestartet wird per Smart Key, der über Bluetooth und NFC funktioniert. Die KYB-Federelemente sollen voll einstellbar sein. Für die Reise gibt es ein Windschild und ein optionales Koffersystem.
Noch offen sind bei der 550MT das Gewicht, die Federwege, die Bodenfreiheit und die Bremsanlage. CFMoto weist außerdem darauf hin, dass alle Daten aus der Entwicklungsphase stammen und sich bis zur Serie noch ändern können.

Sind die CFMoto 550MT und 550MT-X A2-tauglich?
In der offenen Version nicht, denn mit 40 kW liegen beide über der A2-Grenze von 35 kW. CFMoto Frankreich bewirbt die neuen Modelle trotzdem als A2-Motorräder, was eine gedrosselte Variante voraussetzt.
Ob und in welcher Form eine A2-Version nach Deutschland kommt, hat CFMoto noch nicht bekanntgegeben. Die 450MT ist hier im Vorteil, denn sie hält die A2-Grenze schon serienmäßig ein. Für Fahrer mit A2-Schein bleibt sie damit vorerst die einfachere Wahl, bis die Drosselung der 550er geklärt ist.
Gegen welche Konkurrenz treten die neuen CFMoto-Reiseenduros an?
Die beiden 550er treffen in der Mittelklasse unter anderem auf die Kawasaki KLE 500 und die Norton Atlas. Innerhalb der Marke liegen sie zwischen der 450MT und der 700MT.
Die Kawasaki KLE 500 hat mit 451 cm³ weniger Hubraum und weniger Leistung. Beim Gelände-Einsatz fällt vor allem die Bodenfreiheit auf: Die 550MT-X bietet 65 mm mehr als die KLE 500 mit ihren 185 mm. Die Norton Atlas spielt mit 585 cm³ und rund 70 PS in einer stärkeren Liga. Ob sich die CFMoto-Modelle preislich darunter einordnen, lässt sich erst sagen, wenn Preise feststehen.

Wann kommen die CFMoto 550MT und 550MT-X auf den Markt?
CFMoto führt beide Reiseenduros als Modelljahr 2027. Einen Verkaufsstart und Preise für Deutschland gibt es noch nicht.
Als Orientierung kann die 450MT dienen, die in Deutschland 5.990 Euro (circa 6.700 US-Dollar) kostet. Wie groß der Aufschlag für den neuen Motor und die zusätzliche Ausstattung ausfällt, ist offen. Die beiden Modelle gehören zu den wichtigsten Neuheiten der EICMA 2026 im Bereich der bezahlbaren Reiseenduros und reihen sich in den Motorrad-Jahrgang 2027 ein.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die CFMoto 550MT?
Die CFMoto 550MT leistet 54 PS (40 kW) bei 8.500/min. Das maximale Drehmoment liegt bei 52 Nm bei 6.000/min. Die Geländeversion 550MT-X hat dieselben Leistungswerte.
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Wie schwer ist die CFMoto 550MT-X?
Die 550MT-X wiegt laut CFMoto 172 kg trocken und 183 kg fahrfertig. Damit soll sie 3 kg leichter sein als die 450MT. Für die Straßenversion 550MT gibt es noch keine Gewichtsangabe.
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Was kostet die CFMoto 550MT?
Einen Preis hat CFMoto noch nicht genannt. Zum Vergleich: Die kleinere 450MT kostet in Deutschland 5.990 Euro.
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Darf man die CFMoto 550MT mit dem A2-Führerschein fahren?
Nur in einer gedrosselten Version, da die offene Leistung von 40 kW über der A2-Grenze von 35 kW liegt. Ob eine A2-Variante für Deutschland angeboten wird, steht noch nicht fest.












