- Geplanter WM-Start: frühestens Magny-Cours Anfang September 2027, spätestens beim China-Finale Ende Oktober
- Basis ist die V4SR-RR mit mehr als 210 PS und 180 kg Trockengewicht
- Ab 2027 liefert CFMoto außerdem das Einheitsmotorrad der Frauen-WM WorldWCR
Auf der EICMA 2026 in Mailand steht die Serienversion der CFMoto V4SR-RR im Mittelpunkt des Messestands. Für den Hersteller ist das Superbike aber mehr als ein neues Topmodell für die Händler. Mit ihm will CFMoto als erste chinesische Marke in der höchsten Klasse der seriennahen Weltmeisterschaft antreten. Das Ziel ist die zweite Hälfte der Saison 2027. Der Weg dorthin ist kurz, und vieles muss erst noch aufgebaut werden.

Wann steigt CFMoto in die Superbike-WM ein?
CFMoto will gegen Ende der Saison 2027 in die Superbike-WM einsteigen. Als frühester Termin gilt das Rennwochenende in Magny-Cours Anfang September, als spätester das Saisonfinale in China am letzten Oktober-Wochenende.
Es geht zunächst also um die letzten Rennen des Jahres, nicht um eine komplette Saison. Das Finale findet auf dem Shanghai International Circuit statt. Die Superbike-WM fährt 2027 zum ersten Mal in China. Die Strecke war in den 2000er-Jahren schon Gastgeber der MotoGP und gehört seit 2004 zum Kalender der Formel 1, nur in den Corona-Jahren 2020 und 2021 nicht. Für CFMoto wäre das Rennen in Shanghai ein Heimspiel.
Warum ist der WM-Einstieg für CFMoto so wichtig?
Für CFMoto geht es vor allem um Prestige gegenüber der Konkurrenz aus dem eigenen Land. Andere chinesische Marken haben in den seriennahen Klassen schon Erfolge gefeiert, CFMoto noch nicht.
Kove gewann 2025 mit Benat Fernandez den Titel in der Supersport-300-WM. ZXMoto holte in seiner ersten Saison in der Supersport-WM mit Valentin Debise sechs Rennsiege, Debise wurde Vizeweltmeister. Auch QJMotor ist in der Supersport-Klasse dabei. CFMoto ist im Rennsport bisher vor allem über die Partnerschaft mit dem Aspar-Team im Grand-Prix-Sport bekannt. In der Moto3 tritt das Team mit Motorrädern von KTM an, die unter dem Namen CFMoto laufen. 2024 gewann David Alonso damit den Fahrertitel, dazu kam der Titel bei den Konstrukteuren. Danach ging es weiter in die Moto2.
Die Superbike-WM wäre deshalb das erste Rennprojekt, bei dem CFMoto ein Motorrad einsetzt, das der Hersteller selbst entwickelt und gebaut hat. Gleichzeitig wäre CFMoto nach QJMotor, Kove und ZXMoto der vierte chinesische Hersteller im Fahrerlager der Superbike-WM.

Wer arbeitet am Superbike-Projekt von CFMoto?
Das Rennmotorrad entsteht bei Modena 40, dem europäischen Forschungs- und Entwicklungszentrum von CFMoto in Rimini. Das Team für die WM baut parallel Jorge „Aspar“ Martinez auf, der Chef des Aspar-Teams.
Seit Dezember 2025 gehört Matteo Ferrari als Testfahrer zum Projekt. Der Italiener gewann 2019 den ersten MotoE-Weltcup und ist 2026 parallel in der Supersport-WM für das Team WRP auf einer Ducati unterwegs, an der Seite von Petr Svoboda. Seine Aufgabe ist es, aus der V4SR-RR ein Motorrad für den WM-Einsatz zu machen. Für die Entwicklung des Fahrwerks soll CFMoto zudem einen früheren Ingenieur von Ducati geholt haben.
Ende September 2026 durften auch die Aspar-Piloten auf das Superbike. Die Moto2-Fahrer David Alonso und Daniel Holgado sowie Moto3-Weltmeister Maximo Quiles drehten Testrunden. Wer 2027 tatsächlich im Sattel sitzt, ist noch offen. Laut SpeedWeek haben sich mehrere bekannte Fahrer bei CFMoto beworben, darunter Alvaro Bautista, zweifacher Superbike-Weltmeister mit 63 Laufsiegen.
Die Verbindung zwischen CFMoto und Aspar ist auf lange Sicht angelegt. Der Vertrag läuft bis 2031, außerdem betreiben beide gemeinsam Nachwuchsprogramme in China und Spanien. Zusätzlich hat CFMoto 51 Prozent am deutschen Fahrwerkshersteller Kalex übernommen.
Mit welchem Motorrad tritt CFMoto an?
Grundlage für das Rennprojekt ist die V4SR-RR, die CFMoto auf der EICMA 2026 erstmals als Serienversion zeigt. Ihr V4-Motor mit 997 Kubikzentimetern und 90 Grad Zylinderwinkel soll mehr als 210 PS leisten, der Drehzahlbegrenzer greift bei 15.000/min.
Der Motor trägt das Fahrwerk mit und ist über die Zylinderköpfe mit dem Aluminiumrahmen verschraubt. Den Rahmen gießt CFMoto im Hohlgussverfahren, unterschiedliche Wandstärken sollen für die passende Flexibilität sorgen. Der Hersteller nennt die Technik „Aerocast“. Sie ist laut CFMoto entscheidend für das Trockengewicht von 180 kg (397 lbs). Für die Aerodynamik arbeitete die Marke mit Pininfarina im Windkanal. Das Ergebnis sind aktive Winglets, die unabhängig voneinander arbeiten und ihren Winkel je nach Fahrsituation sogar gegenläufig verstellen können.
Die V4SR-RR hat eine längere Vorgeschichte. 2024 zeigte CFMoto auf der EICMA die Designstudie „Master of Speed“ und den V4-Motor „Core of Speed“, ein Jahr später folgte ein weit entwickelter Prototyp. Bei Testfahrten in China erreichte ein Vorserienmotorrad 316 km/h, das ist auch die Höchstgeschwindigkeit, die CFMoto für das Serienmodell angibt. Neben der Serienversion steht in Mailand die „Carbon Black“, laut Pressemitteilung ein Showbike, das Möglichkeiten zur Personalisierung zeigen soll. Damit gehört CFMoto zu den auffälligsten Ausstellern der EICMA 2026.

Was ist beim WM-Projekt noch offen?
Eine offizielle Bestätigung von CFMoto mit Fahrern, Teamstruktur und festen Einsätzen steht noch aus. Klar ist nur, dass die Vorbereitungen laufen und der Zeitplan sehr eng ist.
Noch im Mai 2026 klang Jorge Martinez deutlich zurückhaltender. Damals wies er Berichte zurück, nach denen CFMoto schon 2027 in die MotoGP einsteigen sollte, und nannte das Wahnsinn. Ein MotoGP-Start mit Motorrädern von KTM sei absurd. Das Interesse von CFMoto an der Superbike-WM und der MotoGP bestätigte er, einen Termin nannte er für keine der beiden Serien. Seitdem ist einiges passiert: Testfahrten mit den Aspar-Piloten, der Vertrag für die WorldWCR und die Rennen in Shanghai.
Bis zum frühesten möglichen Einstieg bleiben rund zehn Monate. In dieser Zeit muss aus dem Serienmotorrad eine konkurrenzfähige Rennmaschine werden, und gleichzeitig muss ein schlagkräftiges Team entstehen. Allen Beteiligten ist bewusst, wie groß diese Aufgabe ist.
WorldWCR und China-Runde: CFMoto ab 2027 fest im Fahrerlager
Unabhängig vom Superbike-Projekt ist CFMoto ab 2027 regelmäßig an der Rennstrecke vertreten. Der Hersteller löst Yamaha als Lieferant der WorldWCR ab, der Weltmeisterschaft nur für Frauen, die im Rahmenprogramm der Superbike-WM fährt.
Die WorldWCR gibt es seit 2024. Bisher fuhren die Teilnehmerinnen seriennahe Yamaha R7 mit Zweizylindermotor und rund 71 PS (52 kW). Ab der vierten Saison 2027 kommt die CFMoto 675SR-R mit rund 91 PS (67 kW) als einziges Modell zum Einsatz. Der Vertrag gilt für die Saisons 2027 bis 2029. Samantha Liu, Chefin des Motorsportbereichs von CFMoto, sieht darin ein wichtiges neues Kapitel für die Marke im internationalen Rennsport und ein langfristiges Bekenntnis zum Frauenrennsport. Gregorio Lavilla, Geschäftsführer der Superbike-WM, betont, dass die Fahrerinnen damit ein stärkeres Motorrad bekommen, ohne dass sich an den gleichen technischen Bedingungen für alle etwas ändert.
Auch die Runde in China hängt mit dem wachsenden Einfluss der chinesischen Marken zusammen. Lavilla nennt die Erweiterung des Kalenders einen großen Schritt. Die Entwicklung sei über die Jahre mit den chinesischen Herstellern gewachsen, von Koves Titel in der Supersport-300-WM bis zum starken Auftritt von ZXMoto. Er erwartet, dass die Weltmeisterschaft von dem Rennen in Shanghai profitiert.

Häufige Fragen
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Wann startet CFMoto in der Superbike-WM?
CFMoto plant den Einstieg gegen Ende der Saison 2027. Als frühester Termin gilt Magny-Cours Anfang September, als spätester das Saisonfinale in Shanghai am letzten Oktober-Wochenende. Eine offizielle Bestätigung mit festen Einsätzen gibt es noch nicht.
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Mit welchem Motorrad fährt CFMoto in der Superbike-WM?
Basis ist die CFMoto V4SR-RR, deren Serienversion auf der EICMA 2026 zu sehen ist. Der V4-Motor mit 997 Kubikzentimetern soll mehr als 210 PS leisten, das Trockengewicht liegt bei 180 kg. Das Rennmotorrad wird bei Modena 40 in Rimini entwickelt.
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Wer ist Testfahrer für das Superbike von CFMoto?
Seit Dezember 2025 entwickelt Matteo Ferrari die V4SR-RR für den WM-Einsatz. Der Italiener gewann 2019 den ersten MotoE-Weltcup. Im September 2026 testeten außerdem David Alonso, Daniel Holgado und Maximo Quiles das Motorrad.
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Welche Rolle spielt CFMoto in der WorldWCR?
CFMoto ersetzt ab 2027 Yamaha als Lieferant der Frauen-WM WorldWCR. Eingesetzt wird die 675SR-R mit rund 91 PS. Der Vertrag läuft bis einschließlich 2029.











