- Testfahrer: Dani Holgado, David Alonso und Máximo Quiles aus dem Umfeld des Aspar-Teams
- Motor: V4 mit 997 ccm und laut Hersteller über 210 PS (157 kW)
- Perspektive: Die V4 SR-RR gilt als mögliche Basis für einen Einstieg in die Superbike-WM
Nach dem Topspeed-Rekord im Sommer geht die Entwicklung der CFMoto V4 SR-RR in die nächste Phase. Das Aspar-Team hat ein kurzes Video veröffentlicht, das den Prototyp auf einer Rennstrecke zeigt. Die Maschine trägt eine Tarnlackierung, die Details des neuen Modells verdecken soll. Interessant ist vor allem, wer gefahren ist: drei Piloten aus der Motorrad-WM, zwei davon auf dem Sprung in die MotoGP. Damit rückt eine Frage in den Mittelpunkt, die in der Szene schon länger diskutiert wird. Wird die V4 SR-RR das Motorrad, mit dem CFMoto in die Superbike-Weltmeisterschaft einsteigt?

Wer hat die CFMoto V4 SR-RR beim Test mit dem Aspar-Team gefahren?
Gefahren sind Dani Holgado, David Alonso und Máximo Quiles. Alle drei stammen aus dem Umfeld des spanischen Aspar-Teams, das eng mit CFMoto zusammenarbeitet.
Die Namen haben Gewicht. Holgado wechselt nach dem Ende der laufenden Saison in die MotoGP. Dort fährt er für das Gresini-Team, sein Teamkollege wird Joan Mir. David Alonso startet 2027 für Honda in der MotoGP. Máximo Quiles fährt für Aspar in der Moto3. Organisiert haben den CFMoto V4 SR-RR Test der Hersteller und das Aspar-Team gemeinsam.
Dass gerade diese Fahrer das neue Superbike bewegen, ist kein Zufall. Der Test verbindet zwei Bereiche desselben Projekts: das Engagement von CFMoto in der Motorrad-WM über das Aspar-Team und die Entwicklung des Supersportlers, der künftig die technische Spitze der chinesischen Marke bilden soll.
Welche Rolle spielt das Aspar-Team für CFMoto?
Aspar ist der Partner von CFMoto im Grand-Prix-Sport. Über das Team ist der Hersteller in der Moto2 und der Moto3 vertreten.
Laut CFMoto fließen die Erfahrungen aus dem Rennsport direkt in die Serie. Leistungskurven, Rahmensteifigkeit und Regelprogramme der Elektronik, die sich in der Moto3 bewährt haben, sollen schnell in Modelle wie die V4 SR-RR und die 500SR übernommen worden sein. Außerdem hat sich CFMoto an Kalex Engineering beteiligt. Das Unternehmen baut die Fahrwerke, die in der Moto2 das Feld prägen. Diese Beteiligung soll die technische Entwicklung weiter beschleunigen.
Vizepräsident Chen Zhiyong stellte diese Verbindung schon beim Rekord im Juni heraus: „This breakthrough stems from CFMOTO’s long-term commitment to independent R&D and refining technologies through world-class racing events.“ Auf Deutsch: „Dieser Durchbruch ist das Ergebnis des langfristigen Engagements von CFMOTO für eigenständige Forschung und Entwicklung und für die Verfeinerung von Technologien in erstklassigen Rennserien.“

Plant CFMoto einen Einstieg in die WorldSBK?
Offiziell bestätigt ist ein Einstieg in die Superbike-WM bisher nicht. Mehrere Berichte sehen die V4 SR-RR aber als wahrscheinliche Basis für ein solches Projekt.
Deutlich wurde Jorge Martinez, Chef des Aspar-Teams. Im Gespräch mit Speedweek sagte er im Sommer: „The priorities are set. Our partner CFMoto is very interested in developing towards the Superbike World Championship and then MotoGP.“ Auf Deutsch: „Die Prioritäten sind gesetzt. Unser Partner CFMoto ist sehr daran interessiert, sich in Richtung Superbike-WM und dann MotoGP zu entwickeln.“ Martinez sprach außerdem darüber, dass es ein einmaliger Vorgang sei, dass ein großer chinesischer Hersteller so umfassend investiert: in die Förderung von Talenten, in Teams, in Infrastruktur und in Technik.
Hinweise auf die Superbike-Pläne gibt es schon länger. Bereits Ende 2025 wurde berichtet, dass CFMoto Matteo Ferrari als Haupttestfahrer für die V4 SR-RR verpflichtet hat. Der Italiener ist ehemaliger MotoE-Champion und fuhr zuvor in der Moto3, der MotoE und der Supersport-WM. Ferrari sagte damals: „It’s a great challenge and an incredible opportunity. CFMoto has a long-term vision and clear ambition. I’m excited to start working on this project.“ Auf Deutsch: „Es ist eine große Herausforderung und eine unglaubliche Chance. CFMoto hat eine langfristige Vision und klaren Ehrgeiz. Ich freue mich darauf, mit der Arbeit an diesem Projekt zu beginnen.“
Laut denselben Berichten soll CFMoto zudem einen leitenden Fahrwerkskonstrukteur von Ducati abgeworben haben. Als Zeitplan wurden damals erste umfassende Streckentests in der zweiten Jahreshälfte 2026 genannt, ein Start in der WorldSBK sei ab 2027 möglich. Die aktuellen Testfahrten mit dem Aspar-Team passen zu diesem Zeitrahmen. Sollte die aktive Aerodynamik der V4 SR-RR auch im Rennmotorrad zum Einsatz kommen, wäre CFMoto damit eines der ersten Teams in der Serie mit dieser Technik.
Kommt der Einstieg zustande, wäre CFMoto der erste chinesische Hersteller in der Königsklasse einer Motorrad-Weltmeisterschaft. Gelänge später auch noch der Sprung in die MotoGP, wäre die Marke eine von nur vier, die in beiden Serien gleichzeitig antreten. Aktuell sind das Ducati, Honda und Yamaha. Suzuki, Aprilia und Kawasaki waren früher ebenfalls zeitgleich in beiden Meisterschaften vertreten.
Warum ist die MotoGP für CFMoto derzeit schwerer erreichbar?
Der Weg in die MotoGP gilt im Moment als deutlich schwieriger. Ein Grund ist der Hubraum: Die MotoGP stellt 2027 auf kleinere Motoren mit 850 ccm um, gleichzeitig ersetzt Pirelli den bisherigen Reifenlieferanten Michelin. Die V4 SR-RR mit ihren 997 ccm passt deshalb eher in die Superbike-WM.
Hinzu kommt die Lage im Fahrerlager. CFMoto soll Interesse am MotoGP-Platz von KTM gehabt haben, falls die Österreicher wegen ihrer Finanzprobleme ausgestiegen wären. Dazu kam es nicht, KTM hat die Krise überstanden. Außerdem hat KTM zusammen mit Ducati, Aprilia, Honda und Yamaha die neue kommerzielle Vereinbarung der Hersteller unterzeichnet. Damit bleiben alle fünf Marken für die nächsten fünf Jahre in der MotoGP. Als langfristiges Ziel bleibt die Königsklasse für CFMoto trotzdem im Gespräch.
Welche Technik steckt in der CFMoto V4 SR-RR?
Im Kern steckt ein komplett selbst entwickelter, flüssigkeitsgekühlter 90-Grad-V4 mit 997 ccm. Laut Hersteller leistet er über 210 PS (157 kW) und dreht bis 15.000 U/min.
Der Motor hat eine gegenläufige Kurbelwelle, eine Lösung aus der MotoGP. Die Kurbelwelle dreht dabei entgegen der Laufrichtung der Räder, was die Kreiselkräfte teilweise ausgleicht und das Motorrad handlicher machen soll. Für den Motor hält CFMoto nach eigenen Angaben mehr als 40 Patente. Das Trockengewicht gibt der Hersteller mit 180 kg (397 lbs) an, fahrfertig soll die Maschine unter 200 kg (441 lbs) bleiben.
Auffällig ist die aktive Aerodynamik. Die Flügel an der Front verstellen sich elektronisch je nach Fahrsituation. Laut CFMoto sinkt der Luftwiderstand beim Beschleunigen dadurch um 12 Prozent, der Abtrieb am Vorderrad steigt bei hohen Geschwindigkeiten um 45 Prozent. Abgestimmt wurde die Aerodynamik unter anderem im Windkanal von Pininfarina.
Die Elektronik basiert auf einer sechsachsigen IMU. Dieser Sensor erfasst Schräglage und Beschleunigung in alle Richtungen. Darauf bauen Kurven-ABS, das Verbundbremssystem e-CBS, Traktionskontrolle, ein Schaltassistent für beide Richtungen, eine Berganfahrhilfe und ein Tempomat auf.

Topspeed-Rekord als Zwischenschritt
Der Rennstrecken-Test folgt auf die Rekordfahrt vom 15. Juni 2026. Auf dem Testgelände in Shangrao in der Provinz Jiangxi erreichte ein Vorserien-Prototyp 315,82 km/h (196,2 mph). Gefahren sind Du Bang und Huang Shizhao. Überwacht und per Video dokumentiert wurde die Fahrt laut CFMoto von einem staatlichen Prüfzentrum in Chongqing und einem Notariat in Hangzhou, gemessen wurde per GPS. Das Motorrad soll dabei kein speziell umgebautes Rennmotorrad gewesen sein.
Der Wert gilt als Rekord für ein chinesisches Motorrad mit Verbrennungsmotor. China ist nach Angaben des Herstellers damit erst das vierte Land, das mit einem eigenen Motorrad die Marke von 300 km/h geknackt hat. Zum Vergleich: Der Topspeed-Rekord der MotoGP, aufgestellt von Jorge Martin auf der Aprilia RS-GP in Mugello, liegt nur rund 52,8 km/h (32,8 mph) höher.
Wann kommt die CFMoto V4 SR-RR auf den Markt?
Einen Termin und einen Preis hat CFMoto noch nicht genannt. Fest steht nur, dass die V4 SR-RR in Serie gehen und das neue Flaggschiff der Marke werden soll.
Mit der Serienversion tritt CFMoto gegen etablierte Superbikes an. Als direkte Konkurrenten gelten die Ducati Panigale V4, die Honda CBR1000RR-R, die Yamaha R1, die BMW M 1000 RR und die Kawasaki ZX-10RR. Die Umbrüche im Rennsport ab 2027 geben dem Projekt zusätzlich Bedeutung: Während die MotoGP auf 850 ccm umstellt, könnte die V4 SR-RR CFMoto den Weg in die Superbike-WM öffnen. Damit wäre sie nicht nur ein neues Serienmodell, sondern auch das Aushängeschild der Rennsport-Ambitionen des Herstellers.

Häufige Fragen
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Wer fuhr beim CFMoto V4 SR-RR Test mit dem Aspar-Team?
Gefahren sind Dani Holgado, David Alonso und Máximo Quiles. Holgado wechselt nach der Saison zu Gresini in die MotoGP, Alonso fährt 2027 für Honda in der MotoGP. Quiles startet für Aspar in der Moto3.
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Steigt CFMoto in die WorldSBK ein?
Offiziell bestätigt ist das noch nicht. Aspar-Teamchef Jorge Martinez sagte, CFMoto wolle sich zuerst in Richtung Superbike-WM und dann in Richtung MotoGP entwickeln. Frühere Berichte nannten 2027 als möglichen Einstieg.
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Wie viel PS hat die CFMoto V4 SR-RR?
Laut Hersteller leistet der V4-Motor mit 997 ccm über 210 PS (157 kW). Er dreht bis 15.000 U/min und hat eine gegenläufige Kurbelwelle.
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Was kostet die CFMoto V4 SR-RR?
Einen Preis hat CFMoto bisher nicht genannt. Auch ein Termin für den Marktstart der Serienversion steht noch nicht fest.











