- 30 mm längere Schwinge, 1,5 kg leichtere Schmiedefelgen, STM-Trockenkupplung und voll einstellbares Öhlins-Fahrwerk
- 890-cm³-V2 mit 120 PS (88,2 kW), mit Racing-Auspuff 126 PS
- Preis in der Schweiz ab 22.990 Franken, für Deutschland noch offen
Wer in der Supersport-WM antreten will, braucht ein Serienmotorrad, auf dem die Rennmaschine aufbaut. Diese Rolle übernimmt bei Ducati künftig die Panigale V2 SP. Teile, die Ducati Corse auf der Rennstrecke einsetzen möchte, müssen schon im Straßenmodell verbaut sein. Deshalb unterscheidet sich die SP genau dort von der V2 S, wo es im Rennen um Zehntelsekunden geht: an der Schwinge, an den Rädern und an der Kupplung. Der Motor bleibt dagegen gleich.

Was ist die Ducati Panigale V2 SP?
Die Panigale V2 SP ist das Homologationsmodell, mit dem Ducati die aktuelle Panigale V2 ab der Saison 2027 in der FIM Supersport-Weltmeisterschaft (WorldSSP) einsetzen will. Technisch baut sie auf der Panigale V2 S auf.
Homologieren heißt in diesem Fall: Technische Lösungen, die später im Rennen zum Einsatz kommen sollen, gehen zuerst in ein Serienmotorrad. Die Komponenten der SP hat Ducati so ausgewählt, dass sie mit dem Racing Kit von Ducati Corse zusammenarbeiten. Dieses Kit sollen Teams bekommen, die mit der Panigale V2 in der WorldSSP an den Start gehen.
In die Entwicklung sind laut Hersteller die Erfahrungen aus einer kompletten Saison in der Lenovo V2 Future Champs Academy eingeflossen. In dieser Rennserie für junge Nachwuchsfahrer soll die Panigale V2 Rundenzeiten erreicht haben, die Ducati als Maßstab bezeichnet.
Wie kam die Panigale V2 in die Supersport-WM?
Ducati ist mit der Panigale V2 nicht zum ersten Mal in der WorldSSP vertreten. 2022 kehrte die Marke erstmals seit 2007 in die Klasse zurück, nachdem ein neues Reglement mehr Motorradtypen und Hubraumgrößen zuließ.
Damals bildete noch die 955-cm³-Version der Panigale V2 die Basis. Gleich in der ersten Saison setzten sechs Teams mit sieben Fahrern auf die Ducati, darunter das Aruba-Team mit Nicolò Bulega. Damit war die Panigale V2 schon bei ihrem Debüt das zweithäufigste Motorrad im Feld. Mit der SP bekommt nun die neue Generation mit 890-cm³-Motor eine eigene Grundlage für den WM-Einsatz.

Was bedeutet SP bei Ducati?
SP steht bei Ducati für ein Serienmotorrad, in das Technik aus dem Rennsport einfließt. Zum ersten Mal trug die Ducati 851 SP dieses Kürzel.
Mit der Panigale V2 SP soll die Bezeichnung laut Ducati wieder ihre ursprüngliche Bedeutung bekommen, als direkte Verbindung zwischen Rennabteilung und Kundenmodellen. Für das Modelljahr 2027 nutzt Ducati das Kürzel auch bei der Panigale V4 und der Streetfighter V4. Bei der V2 hängt die SP-Version aber unmittelbar am WM-Einsatz.
Was bringt die längere Schwinge der Panigale V2 SP?
Die Schwinge der SP ist 30 mm länger als an der V2 S, dadurch wächst der Radstand auf 1.481 mm. Das verlagert mehr Gewicht aufs Vorderrad und soll die Stabilität und die Lenkpräzision verbessern. Gleichzeitig hebt das Vorderrad beim Beschleunigen weniger leicht ab.
Ducati nennt die neue Schwinge eine der wichtigsten technischen Änderungen. Das Zweiarm-Bauteil aus Aluminium greift die Gestaltung der Hollow Symmetrical Swingarm der Panigale V4 auf. Am Kurvenausgang soll es dieselben Vorteile bieten und auf der Rennstrecke helfen, moderne Slicks voll auszunutzen. Der Lenkkopfwinkel liegt bei 23,6 Grad, der Nachlauf bei 93 mm. Die Federwege betragen 120 mm vorn und 150 mm hinten.

Schmiedefelgen, Öhlins-Fahrwerk und Brembo-Bremsen
Statt der Gussräder der V2 S rollt die SP auf Fünfspeichen-Schmiedefelgen aus Aluminium. Zusammen sind sie 1,5 kg (3,3 lbs) leichter. Wichtiger als das reine Gewicht ist das geringere Massenträgheitsmoment: Es sinkt vorn um 27 Prozent und hinten um 21 Prozent. Vereinfacht gesagt lassen sich die Räder dadurch leichter in Bewegung setzen und umlenken. Das soll die Agilität verbessern und die Beschleunigung unterstützen.
Die weiße Farbe der Felgen hat einen praktischen Grund. Sie soll im Rennbetrieb weniger Wärme im Bereich der Front aufnehmen, damit der Vorderreifen gleichmäßiger arbeitet. Aufgezogen sind Pirelli Diablo Rosso IV in 120/70 ZR17 vorn und 190/55 ZR17 hinten.
Beim Fahrwerk setzt Ducati auf eine voll einstellbare Öhlins-NIX30-Gabel mit 43 mm Standrohren und TiN-Beschichtung sowie auf ein ebenfalls voll einstellbares Öhlins-Federbein. Vorn greifen radial montierte Brembo-M50-Monoblocksättel mit je vier 30-mm-Kolben in zwei halbschwimmend gelagerte 320-mm-Scheiben. Hinten arbeitet eine 245-mm-Scheibe mit Zweikolbensattel, dazu kommt Kurven-ABS von Bosch.
Auch an den Kontaktpunkten zum Fahrer hat Ducati gearbeitet. Der Tank ist ähnlich geformt wie bei der Panigale V4 und soll beim Bremsen und in Schräglage mehr Halt mit den Knien bieten, ohne Metallteile an den Kontaktflächen. Die thermogeformte Racing-Frontverkleidung ist 40 mm höher als an der V2 S und soll besser vor dem Fahrtwind schützen. Fahrfertig ohne Sprit wiegt die SP laut Datenblatt 176 kg (388 lbs), genauso viel wie die V2 S. In den Tank passen 15 Liter.
Warum hat die Panigale V2 SP eine Trockenkupplung?
Die Trockenkupplung soll die Anti-Hopping-Funktion verbessern, den Lastwechsel beim Gaswegnehmen weicher machen und eine genauere Abstimmung der Motorbremse erlauben. Außerdem macht sie den Einsatz des Ducati Corse Performance Oil möglich, das für die Rennstrecke entwickelt wurde und bis zu 1,2 PS (circa 0,9 kW) mehr bringen soll.
Konkret verbaut Ducati die hydraulisch betätigte STM EVO-SBK, eine selbstverstärkende Anti-Hopping-Trockenkupplung. Eine Anti-Hopping-Kupplung verhindert, dass das Hinterrad beim harten Herunterschalten stempelt. Zum Lieferumfang gehört ein offener Kupplungsdeckel aus Carbon, der allerdings nur für den Einsatz auf abgesperrten Strecken gedacht ist.

Wie viel PS hat die Panigale V2 SP?
Die Panigale V2 SP leistet 120 PS (88,2 kW) bei 10.750/min und liefert 93,3 Nm (68,8 lb-ft) bei 8.250/min. Damit entsprechen die Leistungsdaten denen der übrigen Panigale-V2-Modelle.
Der 890-cm³-Zweizylinder in klassischer 90-Grad-Bauweise erfüllt die Abgasnorm Euro 5+. Er wiegt 54,4 kg (119,9 lbs) und ist damit 9,5 kg (20,9 lbs) leichter als der frühere Superquadro-Motor. Ducati bezeichnet ihn als den leichtesten Zweizylinder der Firmengeschichte. Eine variable Steuerung der Einlassventile (IVT) verstellt die Steuerzeiten über einen Bereich von 52 Grad. Bereits bei 3.000/min sollen 70 Prozent des maximalen Drehmoments anliegen. Bohrung und Hub messen 96 und 61,5 mm, die Verdichtung liegt bei 13,1:1.
Für Fahrten auf der Rennstrecke bietet Ducati einen Racing-Auspuff an. Er hebt die Spitzenleistung um 6 PS auf 126 PS (circa 92,6 kW) und spart 4,5 kg (9,9 lbs) Gewicht. Auf öffentlichen Straßen ist diese Anlage nicht erlaubt. Bei der Wartung nennt Ducati einen Ölwechsel alle 15.000 km oder 24 Monate, das Ventilspiel wird alle 45.000 km kontrolliert.
Welche Elektronik hat die Panigale V2 SP?
Die Elektronik der SP entspricht der der V2 S und stützt sich auf eine Trägheitsmesseinheit (IMU), die die Lage des Motorrads in sechs Achsen erfasst. Dazu gehören Kurven-ABS mit Slide-by-Brake-Funktion, Traktionskontrolle, Wheelie-Kontrolle und Motorbremsregelung.
Das Kurven-ABS lässt sich in drei Stufen einstellen. Stufe 3 ist für die Straße und rutschigen Untergrund gedacht. In Stufe 1, die Ducati erfahrenen Fahrern auf der Rennstrecke empfiehlt, regelt das System nur noch am Vorderrad. Slide-by-Brake erlaubt kontrolliertes Driften beim Einlenken. Die Traktionskontrolle bietet acht Stufen, sechs davon für trockene und zwei für nasse Strecken.
Der Quickshifter DQS 2.0 stammt von der Panigale V4. Er kommt ohne Mikroschalter am Schalthebel aus und erkennt den Gang über einen Sensor an der Schaltwalze. Das soll für einen direkteren Schaltvorgang mit kürzerem Hebelweg sorgen. Serienmäßig an Bord sind außerdem eine Launch Control (Ducati Power Launch) und ein Boxengassen-Begrenzer (Pit Limiter), die es bei der V2 S nicht ab Werk gibt.
Zur Wahl stehen die Fahrmodi Race, Sport, Road und Wet sowie drei Leistungsstufen, wobei die niedrigste auf 95 PS begrenzt ist. Über das 5-Zoll-TFT-Display im 16:9-Format und einen neuen Joystick lassen sich die Regelsysteme im Track-Modus auch während der Fahrt verstellen.

Wie viel kostet die Panigale V2 SP?
In der Schweiz kostet die Panigale V2 SP ab 22.990 Franken (circa 25.040 Euro / 28.110 US-Dollar). Ein Preis für Deutschland liegt noch nicht vor.
Die V2 S steht in der Schweiz ab 21.090 Franken in der Preisliste. Der Aufpreis für die SP beträgt dort also 1.900 Franken (circa 2.070 Euro / 2.320 US-Dollar). Die SP gibt es ausschließlich in der Lackierung „Winter Test“: mattes Schwarz mit weißen Details an der Verkleidung und weißen Felgen. Ab Werk ist sie ein Einsitzer, ein Soziussitz-Kit gibt es als Zubehör. Vorbereitet ist das Motorrad unter anderem für Reifendruckkontrolle, Tempomat, GPS-Laptimer und das Ducati Multimedia System.
Mit der SP besteht die Panigale-V2-Familie für 2027 aus vier Modellen: der Panigale V2, der V2 S in Ducati-Rot und Ducati-Gelb, der V2 SP und der Sonderversion V2 MM93. Damit reiht sich die SP in die Ducati-Neuheiten für das Modelljahr 2027 ein.

Häufige Fragen
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Was kostet die Panigale V2 SP?
In der Schweiz startet die Panigale V2 SP bei 22.990 Franken, umgerechnet circa 25.040 Euro oder 28.110 US-Dollar. Das sind 1.900 Franken mehr als für die V2 S. Einen deutschen Preis hat Ducati noch nicht veröffentlicht.
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Wie viel PS hat die Ducati Panigale V2 SP?
Die Panigale V2 SP hat 120 PS (88,2 kW) bei 10.750/min und 93,3 Nm Drehmoment. Mit dem Racing-Auspuff für die Rennstrecke steigt die Leistung auf 126 PS. Das Rennöl von Ducati Corse soll bis zu 1,2 PS zusätzlich bringen.
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Was unterscheidet die Panigale V2 SP von der V2 S?
Die SP hat eine 30 mm längere Schwinge, 1,5 kg leichtere Schmiedefelgen, eine STM-Trockenkupplung und ein voll einstellbares Öhlins-Fahrwerk. Dazu kommen eine 40 mm höhere Frontverkleidung, Launch Control und Pit Limiter ab Werk. Motor, Leistung und Gewicht bleiben gleich.
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Darf die Panigale V2 SP auf der Straße gefahren werden?
Ja, die Panigale V2 SP ist ein Serienmotorrad mit Straßenzulassung, Licht und Blinkern. Nur der optionale Racing-Auspuff und der offene Carbon-Kupplungsdeckel sind ausschließlich für abgesperrte Rennstrecken zugelassen.












