- CARB-Papiere für das Modelljahr 2027 führen eine Diavel for Bentley und eine Diavel for Bentley Mulliner
- Die Unterlagen belegen nur die Abgasfreigabe, keine technischen Details
- Die erste gemeinsame Auflage von 2023 umfasste 500 plus 50 nummerierte Motorräder
Wenn ein Hersteller ein Motorrad in den USA verkaufen will, muss er es vorher bei der kalifornischen Umweltbehörde CARB anmelden. Diese Unterlagen sind öffentlich und verraten oft Monate vor der offiziellen Vorstellung, welche Modelle in Arbeit sind. Genau das ist jetzt bei Ducati der Fall: In der Zertifizierung für das Modelljahr 2027 tauchen zwei Varianten der Diavel auf, die den Namen Bentley tragen. Eine offizielle Ankündigung aus Bologna gibt es bislang nicht.

Was steht in den CARB-Papieren zur Ducati Diavel for Bentley?
Die Unterlagen führen zwei zusätzliche Varianten auf: eine Ducati Diavel for Bentley und eine Ducati Diavel for Bentley Mulliner. Beide stehen in derselben Zertifizierung wie die normale Diavel V4.
Der zeitliche Ablauf lässt sich gut nachvollziehen. Ducati meldete die Diavel-V4-Baureihe für das Modelljahr 2027 im März bei der CARB an. In dieser ersten Fassung standen drei Varianten: das Basismodell sowie die beiden Bentley-Versionen. Am 26. August unterzeichnete die Behörde dann eine geänderte Fassung der Freigabe, die eine vierte Variante ergänzt, die Diavel V4 S. Für die beiden Bentley-Einträge ändert das nichts, sie waren von Anfang an Teil des Vorgangs.
Warum ist der Zusatz Mulliner wichtig?
Mulliner ist die hauseigene Manufaktur-Abteilung von Bentley und steht für Einzelanfertigungen und Kleinserien. Der Zusatz signalisiert deshalb eine noch stärker individualisierbare Version.
Die Abteilung gibt es in wechselnder Form seit über hundert Jahren. Bei Bentley steht sie an der Spitze des Angebots und ist für Fahrzeuge zuständig, die deutlich weiter personalisiert werden als die Serienmodelle. Bentley selbst bezeichnet Mulliner als die älteste Karosseriebaufirma der Welt.
Dass dieselbe Zweiteilung nun wieder in den Zulassungspapieren auftaucht, spricht dafür, dass Ducati das Konzept von 2023 fortschreibt: eine reguläre Sonderserie und darüber eine kleinere, aufwendiger konfigurierbare Stufe.

Was die Zulassungsunterlagen nicht verraten
CARB-Papiere sind kein Datenblatt. Sie behandeln die Abgaswerte, die Umweltverträglichkeit und die damit verbundenen Auflagen. Wie die Motorräder aussehen, was sie kosten, wie viele gebaut werden und wann sie in den Handel kommen, steht dort nicht.
Auch beim technischen Unterbau bleibt vieles offen. Zwar ist bekannt, dass die genannten Modelle auf der Diavel V4 aufbauen, doch ob Ducati für die neue Bentley-Auflage Änderungen am Fahrwerk oder an der Elektronik vornimmt, geht aus den Unterlagen nicht hervor.
Wie sah die erste Ducati Diavel for Bentley aus?
Die erste gemeinsame Auflage wurde im Dezember 2023 während der Art-Basel-Woche in Miami Beach gezeigt. Sie war auf 500 nummerierte Exemplare begrenzt, dazu kamen 50 Stück der Variante Mulliner, die ausschließlich Bentley-Kunden vorbehalten waren.
Als Vorbild diente der Bentley Batur, ein in Handarbeit gefertigtes Kleinserienmodell. Nach Angaben von Ducati ist der Batur mit seinem Twin-Turbo-W12 und 740 PS (544 kW) das leistungsstärkste Serienfahrzeug der Marke, gebaut wurden davon 18 Stück. Die Verwandtschaft zeigte sich an vielen Stellen des Motorrads: Die seitlichen Lufteinlässe greifen den zweifarbigen Kühlergrill des Autos auf, die dreieckigen Heckauslässe verweisen auf entsprechende Elemente der Karosserie, und Kotflügel, Verkleidung sowie die Oberseite des Tanks erinnern an die Rippen der Motorhaube.
Technik und Ausstattung der Auflage von 2023
Die Lackierung Scarab Green stammt aus der Bentley-Mulliner-Palette. Die geschmiedeten Felgen wurden eigens für dieses Motorrad entworfen und in Dark Titanium Satin lackiert, einige bearbeitete Flächen blieben unlackiert. Viele Verkleidungsteile bestehen aus Carbon, darunter Kotflügel, Scheinwerferabdeckung sowie Motor-, Auspuff- und Kühlerabdeckungen. Der Fahrersitz aus schwarzem Alcantara lässt darunterliegenden roten Stoff durchscheinen und trägt ein gesticktes Bentley-Logo.
Jedes Motorrad wurde mit Echtheitszertifikat, Abdecktuch und Soziussitz ausgeliefert, verpackt in einer personalisierten Holzkiste. Modellname und Produktionsnummer sind in ein Schild eingraviert, das in der Carbonabdeckung des vorderen Zylinderkopfes sitzt. Beim Start zeigen TFT-Display und LED-Rücklicht eine eigene Animation. Wer die 50er-Serie Mulliner bestellte, konnte Sitz, vordere Bremssättel, Carbonteile und Felgen farblich abstimmen und die Verkleidung im Farbton des eigenen Autos lackieren lassen.
Angetrieben wird die Diavel for Bentley vom 1.158 Kubikzentimeter großen V4 Granturismo mit 168 PS (123 kW) bei 10.750 Umdrehungen und 126 Nm (93 lb-ft) bei 7.500 Umdrehungen. Zum Modell gehörte außerdem eine Capsule-Kollektion mit Jethelm und Lederjacke, erhältlich in einer Herren- und einer Damenausführung.

Welche Auto-Kooperationen hatte Ducati schon?
Ducati arbeitet seit Jahren immer wieder mit Autoherstellern zusammen. Die Bentley-Auflage von 2023 war dabei nicht die erste Sonderserie dieser Art.
2013 entstand gemeinsam mit der Performance-Tochter von Mercedes die Diavel Carbon AMG, von der 743 Exemplare gebaut wurden. Später folgte die Diavel 1260 Lamborghini, angelehnt an die Konzernschwester aus Sant’Agata, mit etwas mehr als 600 Einheiten weltweit. Sie war zugleich die letzte limitierte Diavel mit V2-Motor, denn Ende 2022 übernahm die V4-Plattform.
Wann könnte die Vorstellung kommen?
Ein Termin ist nicht bekannt. Die Ducati World Première für das Modelljahr 2027 läuft allerdings bereits an, und diese Präsentationsreihe endet traditionell kurz vor der EICMA in Mailand.
Im Vorjahr startete die Reihe am 12. September. Sollte Ducati dem gewohnten Muster folgen, wäre eine Vorstellung der neuen Bentley-Modelle in den kommenden Wochen naheliegend. Bestätigt ist das nicht.
Damit reiht sich der Vorgang in ein größeres Bild ein: Für das Modelljahr 2027 zeichnen sich bei der Diavel gleich mehrere Neuerungen ab. Neben den beiden Bentley-Versionen steht die Diavel V4 S in denselben Papieren, für die Designregistrierungen unter anderem eine elektronisch geregelte Skyhook-Federung, überarbeitete Kühlerabdeckungen, neue Lufteinlässe im Stil der Diavel V4 RS, ein neues Raddesign und eine geänderte Auspuffanlage andeuten. Der Motor soll dabei unverändert bleiben.

Häufige Fragen
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Was ist die Ducati Diavel for Bentley?
Die Ducati Diavel for Bentley ist eine limitierte Sonderserie der Diavel V4, die 2023 gemeinsam mit Bentley entstand. Sie umfasste 500 nummerierte Motorräder plus 50 Exemplare der Variante Mulliner. Das Design lehnt sich an den Bentley Batur an.
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Was bedeutet Mulliner bei der Ducati Diavel?
Mulliner ist die Manufaktur-Abteilung von Bentley für Einzelanfertigungen und Kleinserien. Bei der Diavel steht der Name für eine Ausführung, die Bentley-Kunden vorbehalten war und die sich bei Sitz, Bremssätteln, Carbonteilen, Felgen und Lackierung weiter anpassen ließ.
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Wie viel PS hat die Ducati Diavel V4?
Die Diavel V4 leistet 168 PS (123 kW) bei 10.750 Umdrehungen. Der 1.158 Kubikzentimeter große V4 Granturismo liefert dabei ein maximales Drehmoment von 126 Nm (93 lb-ft) bei 7.500 Umdrehungen.
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Was verraten CARB-Papiere über neue Motorräder?
CARB-Papiere belegen, dass ein Modell die kalifornischen Abgasvorschriften erfüllt und damit für den Verkauf vorbereitet wird. Sie enthalten Modellbezeichnungen und Emissionsdaten, aber keine Angaben zu Ausstattung, Preis, Stückzahl oder Verkaufsstart.
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Wann kommt die neue Ducati Diavel for Bentley?
Ein Termin wurde bisher nicht genannt. Die Nennung im Modelljahr 2027 und der Start der Ducati World Première sprechen dafür, dass eine Vorstellung in den kommenden Wochen möglich ist.












