- Zertifizierung durch die kalifornische Umweltbehörde CARB belegt eine Panigale V4 SP für 2027
- Gleicher 1.103-cm³-Motor wie in den übrigen Panigale-V4-Modellen
- Vorstellung wird im Herbst erwartet, Preise sind offen
Neue Modelle kündigen sich oft nicht durch eine Pressemitteilung an, sondern durch Papierkram. Genau das ist bei der Ducati Panigale V4 SP passiert. In den Unterlagen der California Air Resources Board, kurz CARB, taucht die Variante für das Modelljahr 2027 auf. Die Behörde prüft, ob ein Fahrzeug die Abgasvorschriften des US-Bundesstaates erfüllt, und erteilt dafür eine sogenannte Executive Order. Ohne dieses Dokument darf ein Motorrad in Kalifornien nicht verkauft werden. Für die Öffentlichkeit ist es deshalb eine verlässliche Vorschau darauf, was ein Hersteller in den kommenden Monaten tatsächlich auf den Markt bringen will.

Was genau steht in der Zertifizierung aus Kalifornien?
Die Behörde hat der Ducati Panigale V4 SP eine Freigabe für das Modelljahr 2027 erteilt. Neu ist dabei nicht die gesamte Baureihe, sondern nur diese eine Variante.
Der Ablauf lässt sich an den Daten gut nachvollziehen. Bereits im März 2026 hatte die CARB das 2027er Programm der Panigale V4 mit 1.103 cm³ zertifiziert. Im Juli reichte Ducati laut Medienberichten eine überarbeitete Fassung nach. Darin wird die SP-Version ausdrücklich genannt. In derselben Nachmeldung findet sich zudem eine Ausführung mit der Bezeichnung Ducati Performance. Hinter diesem Namen steckt bei Ducati üblicherweise eine komplette Zubehör-Auspuffanlage.
Mehr gibt das Dokument nicht her. Technische Eckdaten, Ausstattung oder Stückzahlen sind daraus nicht ablesbar. Bestätigt ist damit im Grunde nur eines: Die Ducati Panigale V4 SP existiert und ist für den nordamerikanischen Markt vorbereitet.
Wo ordnet sich die Panigale V4 SP im Modellprogramm ein?
Die neue Variante dürfte sich zwischen der Standard-V4 und der V4 R einsortieren. Damit besetzt sie eine Lücke, die im aktuellen Programm bisher offen ist.
Die V4 R ist das Homologationsmodell für den Rennsport. Auf ihrer Basis treten Werks- und Kundenteams in der Superbike-Weltmeisterschaft und in der britischen Superbike-Serie an. Weil das Reglement einen kleineren Hubraum verlangt, arbeitet in ihr ein eigener Motor mit 998 cm³. In Europa leistet sie 218 PS (160 kW) und 114,5 Nm (84 lb-ft), das Gewicht fahrfertig ohne Kraftstoff gibt Ducati mit 186,5 kg (411 lb) an. Die Standard-V4 und die V4 S nutzen dagegen den 1.103-cm³-Motor mit 216 PS (158,9 kW) bei 13.500 Umdrehungen und 120,9 Nm (89 lb-ft) bei 11.250 Umdrehungen. Genau dieser Antrieb kommt auch in der neuen SP zum Einsatz.
Die Abstände im Programm sind beträchtlich. In Deutschland startet die Panigale V4 bei 28.190 Euro, die V4 S bei 35.290 Euro und die V4 R bei 43.990 Euro. In den USA ruft Ducati für die V4 einen Listenpreis von 27.795 US-Dollar auf, für die V4 S 35.595 US-Dollar und für die V4 R 49.995 US-Dollar, jeweils vor Überführung und Steuern. Zwischen der V4 S und der V4 R bleibt also reichlich Raum für ein weiteres Modell.
Bei den Vorgängern lag die Einordnung ähnlich. Die alte SP und die spätere SP2 standen laut Medienberichten oberhalb der V4 S, aber unterhalb der V4 R.

Welche Technik hatten die früheren SP-Modelle?
Die alten SP-Varianten unterschieden sich vor allem durch leichtere Bauteile und rennstreckentaugliche Details. Genau diese Zutaten gelten auch für die Ducati Panigale V4 SP 2027 als wahrscheinlich.
Ducati hatte die erste Panigale V4 SP zum Modelljahr 2021 gebracht, ein Jahr später folgte die SP2. Auf dem Datenblatt der SP2 stehen Carbonräder mit fünf geteilten Speichen, die 1,4 kg leichter ausfallen als die geschmiedeten Aluminiumräder der V4 S. Die Trägheit sinkt dadurch vorne um 26 Prozent und hinten um 46 Prozent, was das Einlenken erleichtert. Dazu kommen Bremssättel vom Typ Brembo Stylema R, eine Radialpumpe mit verstellbarem Hebelweg, ein leichter 520er-Kettensatz sowie Fußrasten aus gefrästem Aluminium mit Fersenschutz aus Carbon. Der Tank ist gebürstetes Aluminium und bleibt unlackiert sichtbar. Serienmäßig an Bord war außerdem der Ducati Data Analyzer+ mit GPS-Modul, ein Datenlogger, der Rundenzeiten und Fahrdaten aufzeichnet.
Das auffälligste Merkmal steckt allerdings im Antriebsstrang. Statt der hydraulisch betätigten Kupplung verbauten SP und SP2 eine Trockenkupplung vom Typ STM-EVO SBK. Solche Kupplungen laufen ohne Ölbad, sprechen direkter an und erzeugen das für Ducati typische Rasseln. Fachleute erwarten diese Lösung auch bei der Neuauflage.
Bleibt es beim bekannten 1.103-cm³-Motor?
Ja. Die Ducati Panigale V4 SP nutzt denselben Vierzylinder mit 1.103 cm³ wie die übrigen straßenzugelassenen Panigale-V4-Modelle des Jahrgangs 2027.
Der Desmosedici Stradale stammt aus der MotoGP-Entwicklung und arbeitet mit gegenläufig drehender Kurbelwelle. Ob die SP eine eigene Abstimmung bekommt, ist offen. Bei der vorherigen Generation war das nicht der Fall: Die SP2 leistete 215,5 PS (158,5 kW) bei 13.000 Umdrehungen und 123,6 Nm (91,2 lb-ft) bei 9.500 Umdrehungen, für Nordamerika waren es 210 PS (154,5 kW) und 122,8 Nm (90,6 lb-ft). Damit lag sie auf dem Niveau der zeitgleich angebotenen Panigale V4. Ihr Trockengewicht gab Ducati mit 173 kg (381 lb) an, fahrfertig waren es 194,5 kg (428,7 lb).
Interessant wird der Zusammenhang zwischen SP und der ebenfalls nachgemeldeten Ducati-Performance-Version. Bei der Sonderserie SP2 30° Anniversario 916 sollen sich mit einem Rennsportkit von Akrapovic 228 PS (168 kW) erreichen lassen. Ein vergleichbares Paket wäre auch für die Neuauflage denkbar, bestätigt ist das nicht.

Wann wird die Ducati Panigale V4 SP vorgestellt?
Eine offizielle Premiere wird für den Herbst 2026 erwartet. Ducati bündelt seine Neuheiten traditionell in der Reihe World Première, die üblicherweise in den Wochen vor der Motorradmesse EICMA in Mailand läuft.
Erst dann dürften alle Details feststehen, von der Ausstattung über mögliche Stückzahlen bis zum Preis. Bis dahin bleibt die Zertifizierung der einzige belastbare Hinweis. Sie zeigt aber, dass die Planung weit fortgeschritten ist, denn Abgasfreigaben beantragt kein Hersteller für Modelle, die noch zur Debatte stehen.
Für das Panigale-Programm insgesamt wäre die SP eine weitere Verzweigung. Neben V4, V4 S und V4 R führt Ducati derzeit unter anderem die V4 Tricolore, die auf 100 Stück begrenzte V4 S 100 aus der Centenario-Reihe sowie die Replika zum MotoGP-Titel von Marc Marquez. Der Modelljahrgang 2027 wird damit erneut breiter, statt schmaler zu werden.

Häufige Fragen
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Was bedeutet SP bei Ducati?
SP steht für Sport Production. Ducati verwendet das Kürzel für besonders rennstreckenorientierte Ausführungen eines Serienmodells, die meist leichtere Räder, stärkere Bremsen und rennsportnahe Anbauteile mitbringen.
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Wie viel PS hat die Ducati Panigale V4 SP?
Offizielle Werte liegen noch nicht vor. Die SP nutzt den bekannten 1.103-cm³-Vierzylinder, in der Standard-V4 leistet dieser 216 PS (158,9 kW) und 120,9 Nm (89 lb-ft). Die frühere SP2 kam auf 215,5 PS (158,5 kW).
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Wann kommt die Ducati Panigale V4 SP auf den Markt?
Die Variante ist für das Modelljahr 2027 zertifiziert. Die Vorstellung wird im Herbst 2026 im Rahmen der Ducati World Première erwartet, ein konkreter Verkaufsstart wurde bisher nicht genannt.
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Was kostet die Ducati Panigale V4 SP?
Ein Preis ist nicht bekannt. Zur Einordnung: Die V4 S startet in Deutschland bei 35.290 Euro (35.595 US-Dollar in den USA), die V4 R bei 43.990 Euro (49.995 US-Dollar).
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Wodurch unterscheidet sich die V4 SP von der V4 R?
Die V4 R ist das Homologationsmodell für die Superbike-Weltmeisterschaft und hat einen eigenen Motor mit 998 cm³. Die SP setzt dagegen auf den 1.103-cm³-Antrieb der Straßenmodelle und ergänzt ihn um leichtere und rennstreckentauglichere Komponenten.












