- 214 PS, Trockenkupplung, Carbonräder und elektronisches Öhlins-Fahrwerk
- 500 nummerierte Exemplare in der Winter-Test-Lackierung
- Preis in Deutschland 36.990 Euro, Marktstart im März 2027
Zum 100. Geburtstag der Marke hat Ducati auf der EICMA 2026 in Mailand gleich drei SP-Modelle enthüllt. Die Präsentation fand am Montagabend statt, einen Tag vor dem offiziellen Messestart. Neben der Panigale V4 SP und der Panigale V2 SP stand dort auch die Streetfighter V4 SP. Sie ist die neue Spitze der Naked-Bike-Baureihe und gehört zu den Neuheiten des Modelljahres 2027. Als Basis dient die Streetfighter V4 in der Generation von 2025. Ducati legt 500 Exemplare auf. Jedes trägt eine eigene Nummer, die per Laser in den Lenker graviert ist. Das Kürzel SP steht bei Ducati für Sport Production.

Was unterscheidet die Streetfighter V4 SP von der V4 S?
Die Streetfighter V4 SP bekommt eine Trockenkupplung, Räder aus Carbon und eine leichtere Kette. Motor und elektronisches Öhlins-Fahrwerk übernimmt sie dagegen von der Streetfighter V4 S.
Dazu kommen gefräste Fußrasten, eine andere Bremspumpe, gefräste Hebel und eine eigene Lackierung. Außerdem liefert Ducati ein Paket mit Teilen für den Einsatz auf abgesperrten Strecken mit. Rahmen und Schwinge bleiben gleich: Wie die aktuelle Streetfighter V4 nutzt auch die SP einen Frontrahmen aus Aluminium und eine zweiseitige Hohlschwinge, die Ducati Hollow Symmetrical Swingarm nennt.
Carbonräder für leichtere Richtungswechsel
Die Räder aus Carbon haben fünf geteilte Speichen und messen vorn 3,50 x 17 Zoll und hinten 6,00 x 17 Zoll. Im Vergleich zu den geschmiedeten Aluminiumrädern der V4 S sparen sie zusammen 950 Gramm ungefederte Masse. Das sind die Teile, die nicht von den Federn getragen werden, also vor allem Räder und Bremsen. Je weniger sie wiegen, desto besser folgt das Rad der Fahrbahn. Auch das Trägheitsmoment sinkt, vorn um 12 und hinten um 19 Prozent. Die Räder setzen einer Drehbewegung damit weniger Widerstand entgegen. Ducati verspricht sich davon schnellere Richtungswechsel und mehr Präzision beim Einlenken.
Bei der ersten Streetfighter V4 SP von 2022 lag der Gewichtsvorteil der Carbonräder gegenüber der damaligen V4 S noch bei 1,4 kg (circa 3,1 lbs).
Trockenkupplung statt Ölbadkupplung
Das wichtigste technische Merkmal aller SP-Modelle ist die Trockenkupplung vom Typ STM EVO-SBK. Sie arbeitet mit neun Scheiben und ist aus dem Vollen gefräst. Anders als die Ölbadkupplung der V4 S läuft sie nicht im Motoröl. Beim harten Herunterschalten auf der Rennstrecke soll ihre Anti-Hopping-Funktion besser arbeiten. Diese Funktion verhindert, dass das Hinterrad beim Bremsen stempelt. Auch beim Gaswegnehmen soll sich das Motorrad ruhiger verhalten. Wie stark der Motor mechanisch bremst, lässt sich über andere Sekundärfedern aus dem Ducati-Performance-Katalog anpassen.
Weil die Kupplung nicht mehr im Öl läuft, kann die SP das Ducati Corse Performance Oil nutzen. Shell hat dieses Öl zusammen mit Ducati Corse entwickelt. Es soll die Spitzenleistung um bis zu 3 PS (circa 2,2 kW) erhöhen. Mit dem mitgelieferten offenen Kupplungsdeckel aus Carbon wird die Kupplung sichtbar und das typische metallische Rasseln hörbar. Dieser Deckel ist allerdings nur für die Rennstrecke gedacht.
Kette, Fußrasten und Hebel
Die Kraft geht über eine Kette vom Typ DID ERV7 im Format 520 ans Hinterrad, dazu passen ein eigenes Ritzel und Kettenrad. Diese Kette ist leichter als die Lösung der V4 S und wird auch von Werksteams eingesetzt. Wie viel Gewicht sie spart, sagt Ducati nicht.
Die Fahrerfußrasten sind aus Aluminium gefräst und haben Fersenschützer aus Carbon. Sie lassen sich in drei Positionen einstellen und an Körpergröße und Fahrstil anpassen. In weiter Stellung schaffen sie mehr Schräglagenfreiheit. Außerdem lässt sich das Schaltschema umdrehen, wie es auf der Rennstrecke verbreitet ist. Brems- und Kupplungshebel sind ebenfalls gefräst.
Wie stark ist der Motor der Streetfighter V4 SP?
Der V4 der Streetfighter V4 SP leistet 214 PS (157,4 kW) bei 13.500/min und liefert 120 Nm (circa 89 lb-ft) bei 11.250/min. Das sind dieselben Werte wie bei der Streetfighter V4 S.
Der Desmosedici Stradale hat 1.103 ccm Hubraum, 81 mm Bohrung und 53,5 mm Hub. Die Verdichtung liegt bei 14:1. Die Zylinder stehen im 90-Grad-Winkel, die Kurbelwelle dreht gegen die Fahrtrichtung. Die Ventile werden desmodromisch gesteuert, also auch beim Schließen mechanisch zwangsgeführt statt über Federn. Geschaltet wird über sechs Gänge, der Quickshifter Ducati Quick Shift 2.0 erlaubt das Hoch- und Runterschalten ohne Kupplung.
Die Streetfighter V4 SP erfüllt die Abgasnorm Euro 5+. Ducati gibt einen Verbrauch von 7,1 Litern auf 100 km und einen CO2-Ausstoß von 165 g/km an. Die Panigale V4 SP für 2027 kommt mit 218 PS (160,3 kW) etwas stärker daher.

Welches Fahrwerk und welche Bremsen hat die Streetfighter V4 SP?
Die Streetfighter V4 SP fährt mit der dritten Generation des elektronischen Öhlins-Fahrwerks und mit Brembo-Hypure-Bremssätteln. Neu gegenüber der V4 S ist vor allem die Bremspumpe Brembo MCS mit Fernverstellung.
Vorn arbeitet eine Öhlins-Gabel NIX30 mit 43 mm dicken Standrohren, die eine Titannitrid-Beschichtung haben. Hinten federt ein Öhlins-Federbein TTX36, auch der Lenkungsdämpfer stammt von Öhlins. Alle drei Bauteile werden über das System Öhlins Smart EC 3.0 geregelt, Ducati nennt das Gesamtpaket Ducati Electronic Suspension 3.0. Die Elektronik passt die Dämpfung beim Ein- und Ausfedern laufend an die Fahrsituation an. Ducati verspricht einen großen Einstellbereich, der von komfortablen Straßenabstimmungen bis zu straffen Setups für die Rennstrecke reicht. Schnellere Hydraulikventile sollen genauer ansprechen. Der Federweg beträgt vorn 125 mm und hinten 130 mm.
Vorn bremsen zwei halbschwimmend gelagerte Scheiben mit 330 mm Durchmesser. Die Vierkolben-Monoblocksättel Brembo Hypure sind in Ducati-Rot lackiert. Hinten sitzen eine 245-mm-Scheibe und ein Zweikolbensattel. Die Bremspumpe Brembo MCS 19.21 bietet drei Einstellungen, mit denen sich das Gefühl am Bremshebel verändern lässt. Den Abstand des Hebels kann der Fahrer über einen Regler am linken Lenkerende auch während der Fahrt anpassen. Die Lösung stammt aus dem Rennsport.
Die Reifen kommen von Pirelli: Diablo Supercorsa V4 in 120/70 ZR17 vorn und 200/60 ZR17 hinten. Die Sitzhöhe liegt bei 845 mm, der Radstand bei 1.496 mm. Ohne Kraftstoff wiegt die SP 188 kg (circa 414 lbs).
Elektronik und Cockpit der Streetfighter V4 SP
Grundlage der Fahrhilfen ist eine Messeinheit, die Bewegungen auf sechs Achsen erfasst, dazu kommt der Ducati Vehicle Observer. Für die Traktion sorgen die Traktionskontrolle DTC, die Slide Control DSC für kontrollierte Drifts beim Herausbeschleunigen und die Wheelie Control DWC. Für den Start gibt es die Launch Control Ducati Power Launch. Beim Bremsen helfen das Race eCBS mit Kurvenfunktion, eine Kombibremse, und die Motorbremsregelung EBC.
Zur Wahl stehen vier Fahrmodi: Race, Sport, Road und Wet. Über eigene Tasten lassen sich die Stufen schnell verstellen. Tempomat, Pit Limiter, Voll-LED-Licht mit Tagfahrlicht und Blinker mit automatischer Rückstellung sind serienmäßig. Als Starterbatterie ist ein leichter Lithium-Akku verbaut.
Informationen liefert ein 6,9 Zoll großes TFT-Display im Format 8:3 mit einer Auflösung von 1.280 x 480 Pixeln. Vorbereitet ist die SP für den Ducati Data Logger, das Ducati Multimedia System, eine Reifendruckkontrolle, die Pfeilnavigation und einen USB-Anschluss.

Was gehört zum Rennstrecken-Paket der Streetfighter V4 SP?
Zum Lieferumfang gehören Teile, mit denen sich die Streetfighter V4 SP schnell für die Rennstrecke umbauen lässt. Auf öffentlichen Straßen sind sie nicht erlaubt.
- offener Kupplungsdeckel aus Carbon
- Luftführungen aus Carbon zur Kühlung der vorderen Bremsen
- Abdeckung für den abgebauten Kennzeichenhalter
- gefräste Aluminiumabdeckungen für die Spiegelaufnahmen
- gefräster Tankdeckel aus Aluminium
Auch optisch zeigt die SP ihre Nähe zum Rennsport. Die Winter-Test-Lackierung orientiert sich an den Ducati-Corse-Maschinen, die bei den Vorsaisontests in MotoGP und Superbike-WM fahren. Verkleidungsteile sind mattschwarz, Flügel sowie vorderer und hinterer Kotflügel bestehen aus Carbon. Dagegen setzt sich der Tank aus gebürstetem Aluminium ab, der unlackiert bleibt. Rote Akzente, eine zweifarbige Sitzbank und die roten Bremssättel ergänzen den Look. Ausgeliefert wird die SP als Einsitzer, ein Soziuskit gibt es als Zubehör.
Welche SP-Versionen der Streetfighter gab es bisher?
Die neue Streetfighter V4 SP ist die dritte Topversion mit SP-Kürzel. Den Anfang machte 2022 die erste Streetfighter V4 SP, auf die 2023 die Streetfighter V4 SP2 folgte.
Die erste SP kam im Januar 2022 für 32.990 Euro (nach heutigem Kurs circa 37.000 US-Dollar) auf den Markt. Sie hatte 208 PS (153 kW), eine Trockenkupplung, Carbonräder, Bremssättel vom Typ Brembo Stylema R und das Öhlins-Fahrwerk Smart EC 2.0. Die SP2 folgte im März 2023 für 35.690 Euro (nach heutigem Kurs circa 40.030 US-Dollar), ebenfalls in Winter-Test-Optik und als nummerierte Serie. Die Preise beider Modelle lassen sich wegen der seither gestiegenen Kosten nur eingeschränkt mit heutigen Preisen vergleichen.
Für 2027 baut Ducati das SP-Programm deutlich aus. Neben der Streetfighter gibt es die Panigale V4 SP für 43.590 Euro (circa 48.890 US-Dollar) mit Renngetriebe, Neutral Lock und neuer Aerodynamik sowie die Panigale V2 SP, mit der Ducati in der Supersport-WM antreten will.

Was kostet die Ducati Streetfighter V4 SP und wann kommt sie?
Die Ducati Streetfighter V4 SP kostet in Deutschland 36.990 Euro (circa 41.490 US-Dollar). Ab März 2027 steht sie in der Winter-Test-Lackierung und als Einsitzer bei den Ducati-Händlern in Europa.
Einen Hinweis auf den Abstand zur V4 S liefert der australische Markt. Dort verlangt Ducati für die SP 57.525 australische Dollar inklusive Nebenkosten (circa 35.940 Euro / 40.320 US-Dollar). Das sind 13.200 australische Dollar (circa 8.250 Euro / 9.250 US-Dollar) mehr als für die Streetfighter V4 S, die dort mit 44.325 australischen Dollar (circa 27.700 Euro / 31.060 US-Dollar) gelistet ist.
Die Garantie läuft 24 Monate ohne Kilometerbegrenzung. Ein Ölwechsel ist alle 12.000 km oder 24 Monate fällig, das Ventilspiel wird alle 24.000 km geprüft.

Häufige Fragen
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Was kostet die Ducati Streetfighter V4 SP?
Die Ducati Streetfighter V4 SP kostet in Deutschland 36.990 Euro (circa 41.490 US-Dollar). Der Marktstart in Europa ist für März 2027 geplant.
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Wie viele Exemplare der Streetfighter V4 SP baut Ducati?
Ducati baut 500 Exemplare der Streetfighter V4 SP. Jedes Motorrad trägt eine fortlaufende Nummer, die per Laser in den Lenker graviert ist.
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Wie viel PS hat die Ducati Streetfighter V4 SP?
Die Streetfighter V4 SP leistet 214 PS (157,4 kW) bei 13.500/min, das maximale Drehmoment liegt bei 120 Nm bei 11.250/min. Mit dem Ducati Corse Performance Oil sollen bis zu 3 PS mehr möglich sein.
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Kann man die Streetfighter V4 SP zu zweit fahren?
Ab Werk ist die Streetfighter V4 SP ein Einsitzer. Für Fahrten mit Beifahrer bietet Ducati ein Soziuskit als Zubehör an.
➜ Alle technischen Daten zum Modell findest du in unserer Motorrad-Datenbank: Ducati Streetfighter V4 SP 2027.
➜ Dieser Artikel ist Teil unserer umfassenden Übersicht: Neue Motorräder 2027: Alle Modelle, Neuheiten und Highlights im Überblick. Dort findest du alle wichtigen Informationen zum Thema gebündelt.
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