Eine handgebaute Egli-Vincent Sport GT aus dem Jahr 2016 hat bei einer Auktion in England 65.550 Pfund erzielt. Das Motorrad stammt aus der Werkstatt des verstorbenen Patrick Godet und trägt einen der modernsten Motoren, die je unter dem Namen Vincent gebaut wurden.
- Verkaufspreis: 65.550 Pfund (circa 75.400 Euro / 81.400 US-Dollar)
- Motor: 1.330-cm³-V-Twin mit 99 PS (73 kW) am Hinterrad
- Laufleistung: nur 2.152 Meilen seit dem Bau
Der Markt für klassische und seltene Motorräder zeigt weiter, wie viel Geld Sammler für besondere Einzelstücke ausgeben. Bei der jüngsten Motorradauktion von Iconic Auctioneers auf der Pferderennbahn von Kempton Park in der englischen Grafschaft Surrey wechselten gleich zwei Maschinen der Marke Vincent für zusammen mehr als 100.000 Pfund den Besitzer. Eine davon war die Egli-Vincent Sport GT aus dem Jahr 2016, die andere eine Vincent aus dem Jahr 1951.

Warum ist die Egli-Vincent Sport GT so selten?
Die Egli-Vincent Sport GT ist so selten, weil sie in Handarbeit gebaut wurde und in 25 Jahren nur rund 250 Exemplare entstanden. Verantwortlich dafür war Patrick Godet, ein Spezialist für den Bau von Vincent-Motorrädern, der inzwischen verstorben ist.
Godet war die einzige Person, die von Fritz Egli die Erlaubnis erhielt, den Markennamen Egli-Vincent zu verwenden. Fritz Egli ist ein Schweizer Rahmenbauer und früherer Rennfahrer, geboren 1937 in Zürich. Er gründete seine Werkstatt im Jahr 1965. Zu seinen ersten Projekten gehörte eine Vincent Black Shadow, die er mit seinem charakteristischen Rahmen aus einem großen Zentralrohr ausstattete. Mit diesem Aufbau gewann er 1968 eine Bergrennmeisterschaft. Später wurde Egli vor allem für seine Rahmenkonstruktionen für die großen japanischen Motoren der 1970er Jahre bekannt, etwa für die Honda CB750 Four.
Die Egli-Vincent Sport GT selbst wurde als Cafe Racer entworfen. Cafe Racer sind auf das Wesentliche reduzierte Motorräder mit sportlicher Sitzhaltung, die ihren Ursprung in der britischen Motorradkultur haben. Godet baute jede dieser Egli-Vincent von Hand. Wie geschätzt sein Werk war, zeigt sich auch daran, dass Fritz Egli selbst eines dieser Motorräder kaufte.
Was steckt technisch in der Sport GT?
Im Mittelpunkt der Sport GT steht ein V-Twin-Motor mit 1.330 cm³ Hubraum, der am Hinterrad 99 PS (73 kW) leistet. Ein V-Twin ist ein Zweizylindermotor, bei dem die beiden Zylinder in V-Form angeordnet sind.
Der Rahmen besteht aus kaltgezogenem Stahl und wurde im sogenannten TIG-Verfahren geschweißt, einer Methode für besonders saubere und feste Schweißnähte. Dazu kommen eine Gabel des italienischen Herstellers Ceriani, ein Fünfganggetriebe und eine Vorderradbremse im Stil der bekannten Fontana-Bremsen. Nach Angaben aus dem Verkaufskatalog war dieses Exemplar das allererste, das den neuen 1.330-cm³-V-Twin erhielt. Dieser Motor gilt als eigens entwickelte Einheit, die das klassische Vincent-Prinzip in die Moderne überträgt.

Wie viele Kilometer ist das Motorrad gelaufen?
Das Motorrad ist erst 2.152 Meilen gelaufen, was rund 3.463 Kilometern entspricht. Für ein Fahrzeug, das im Jahr 2016 gebaut wurde, ist das eine sehr geringe Laufleistung.
Der Sport GT ist in England zugelassen und läuft nach Angaben aus dem Katalog einwandfrei. Die technische Hauptuntersuchung, in Großbritannien MOT genannt, ist bis Mai 2027 gültig. Zum Motorrad gehört außerdem eine kleine Sammlung an Unterlagen mit verschiedenen Rechnungen und alten Prüfberichten. Verkauft wurde die Maschine bei der Auktion am 18. Juli für 65.550 Pfund (circa 75.400 Euro / 81.400 US-Dollar).
Welche zweite Vincent wurde teuer verkauft?
Neben der Egli-Vincent Sport GT wechselte auch eine Vincent Series C Black Shadow aus dem Jahr 1951 für viel Geld den Besitzer. Sie stammte aus der Sammlung des verstorbenen Alan McCoy und wurde für 48.300 Pfund (circa 55.500 Euro / 59.900 US-Dollar) verkauft.
Die Series C Black Shadow erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 120 mph, also rund 193 km/h. Damit gehörte sie in den Jahren direkt nach dem Zweiten Weltkrieg zu den schnellsten Zweirädern Großbritanniens. Das Motorrad wurde ursprünglich in Manchester beim Händler Kings Motors verkauft. Im Jahr 2013 kaufte der spätere Besitzer die Maschine von Conway Motors. Der Verkauf der Black Shadow fand ebenfalls im Rahmen dieser Auktion statt.

Häufige Fragen
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Was kostet eine Egli-Vincent Sport GT?
Eine Egli-Vincent Sport GT aus dem Jahr 2016 wurde bei einer Auktion von Iconic Auctioneers für 65.550 Pfund (circa 75.400 Euro / 81.400 US-Dollar) verkauft. Da es sich um ein handgebautes Einzelstück handelt, können die Preise je nach Zustand und Geschichte des jeweiligen Motorrads abweichen.
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Wer war Patrick Godet?
Patrick Godet war ein Spezialist für den Bau von Vincent-Motorrädern und inzwischen verstorben. Er war die einzige Person, die von Fritz Egli die Erlaubnis erhielt, den Markennamen Egli-Vincent zu verwenden, und baute rund 250 dieser Motorräder in Handarbeit.
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Wie viel PS hat die Egli-Vincent Sport GT?
Die Egli-Vincent Sport GT wird von einem V-Twin-Motor mit 1.330 cm³ Hubraum angetrieben, der am Hinterrad 99 PS (73 kW) leistet. Der Motor gilt als eigens entwickelte Einheit, die das klassische Vincent-Prinzip mit moderner Technik verbindet.
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Wie schnell ist eine Vincent Black Shadow von 1951?
Die Vincent Series C Black Shadow aus dem Jahr 1951 erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 120 mph, also rund 193 km/h. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg zählte sie damit zu den schnellsten Motorrädern Großbritanniens.












