- Die TT 2027 findet vom 31. Mai bis 12. Juni 2027 statt, die TT 2028 vorläufig vom 29. Mai bis 10. Juni 2028
- Ab 2026 ersetzt die neue Sportbike-Klasse die bisherige Supertwin-Klasse und öffnet das Starterfeld für Dreizylinder-Maschinen
- Die Besucherzahlen der TT 2025 erreichten mit 51.649 den höchsten Wert seit 2010, die geschätzten Gesamtausgaben lagen bei 51,9 Millionen Pfund (circa 61,4 Millionen Euro / 64,5 Millionen US-Dollar)
Die Veranstalter der Isle of Man TT haben die Termine für die kommenden Ausgaben des traditionsreichsten Straßenrennens der Welt bekanntgegeben. Die TT 2027 läuft von Montag, dem 31. Mai, bis Samstag, den 12. Juni 2027. Wie üblich beginnt die Veranstaltung am Bankfeiertag und erstreckt sich über zwei Wochen mit Qualifying und Rennen auf dem 60,7 Kilometer langen Snaefell Mountain Course. Den Abschluss bildet traditionell die Milwaukee Senior TT am letzten Samstag. Für die TT 2028 sind vorläufig der 29. Mai bis 10. Juni 2028 vorgesehen.
Die frühzeitige Terminbekanntgabe hat einen praktischen Hintergrund: Fans, Teams, Streckenposten und Reiseveranstalter erhalten so ausreichend Vorlauf für die Planung. Gerade die Fähren der Isle of Man Steam Packet Company von Heysham, Liverpool und Dublin nach Douglas sind während der TT-Wochen regelmäßig Monate im Voraus ausgebucht. Ein detaillierter Tagesplan für die TT 2027 soll nach Auswertung der TT 2026 veröffentlicht werden.

Was ändert sich am Zeitplan der TT ab 2026?
Ab der TT 2026, die vom 25. Mai bis 6. Juni läuft, gelten mehrere strukturelle Anpassungen, die auch für die Folgejahre die Richtung vorgeben. Die Anzahl der Ruhetage steigt von zwei auf drei. In der Qualifying-Woche gibt es erstmals einen Ruhetag am Donnerstag, um Fahrern, Streckenposten, Sanitätern und Funktionären nach drei aufeinanderfolgenden Trainingstagen eine Erholungspause zu ermöglichen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Trainings- und Qualifikationssessions von sechs auf sieben, unter anderem durch eine zusätzliche Tagessession am Mittwoch. Damit verschiebt sich der Fokus weg von Abendtrainings hin zu Einsätzen bei Tageslicht, was den Fahrern bessere Vorbereitungsmöglichkeiten auf die Rennbedingungen bietet.
Die Rennwoche selbst erfährt eine Umstellung in der Reihenfolge: Superstock und Supersport tauschen die Plätze im Programm. Superstock läuft künftig am selben Tag wie die Sidecar-Rennen, Supersport zusammen mit der neuen Sportbike-Klasse. Der Grund dafür liegt in der physischen Belastung durch die 1000er-Maschinen. Solo-Fahrer sollen nicht mehr am selben Tag, an dem sie auf einem Superbike oder Superstock mit über 200 PS über den Mountain Course fahren, zusätzlich in einer anderen Klasse antreten müssen.
Zusätzlich wurden die Ausweichfenster für wetterbedingte Verschiebungen erweitert. Das schafft mehr Flexibilität bei Verzögerungen durch schlechtes Wetter, ein Problem, das die TT in den vergangenen Jahren wiederholt betroffen hat. Der Sonntag nach der Senior TT bleibt als vollständig ausgestatteter Reserverenntag bestehen. Gary Thompson, Clerk of the Course der TT, erklärte dazu: „The refinements to the 2026 schedule reinforce the core structure of the event and ensure we remain responsive to the unique and evolving demands of the modern-day TT.“ (Die Verfeinerungen des Zeitplans 2026 stärken die Grundstruktur der Veranstaltung und stellen sicher, dass wir auf die einzigartigen und sich ständig verändernden Anforderungen der modernen TT reagieren können.)
Thompson sprach außerdem davon, dass die erweiterten Ausweichfenster eine dynamischere und sicherere Entscheidungsfindung bei schwierigen Bedingungen ermöglichen sollen, was nicht nur das Rennprogramm absichere, sondern auch die Beeinträchtigungen für die Öffentlichkeit durch Straßensperrungen reduziere.
Warum wird die Supertwin-Klasse zur Sportbike TT?
Die wohl größte inhaltliche Neuerung betrifft die bisherige Supertwin-Klasse. Ab der TT 2026 heißen die beiden Rennen offiziell Sportbike TT Race 1 und Sportbike TT Race 2. Die Regeländerung erlaubt erstmals auch Maschinen aus der Sportbike-Kategorie der British Superbike Championship (BSB) am Start. Bisher dominierten in der Supertwin-Klasse hochgezüchtete 650er-Zweizylindermaschinen wie die Kawasaki-angetriebene Paton S1-R, die Aprilia RS 660, die Yamaha R7 und die Kawasaki Z650. Diese Maschinen bleiben auch weiterhin startberechtigt.
Neu dazu kommen nun Motorräder wie die Suzuki GSX-8R, die Honda Hornet 750, die Triumph Daytona 660 und die CF Moto 675SR-R. Damit sind erstmals auch Dreizylinder-Maschinen in dieser Klasse zugelassen. Die Öffnung soll das Starterfeld breiter aufstellen, die Markenvielfalt erhöhen und gleichzeitig die Kosten für Teilnehmer senken, die bisher erhebliche Summen in das Tuning der kleinen 650er investieren mussten.
Die Veranstalter betonen, dass diese Anpassung den internationalen Trend widerspiegelt. Sowohl in der britischen als auch in der Weltmeisterschaft hat sich die Sportbike-Klasse als eigenständige Kategorie etabliert. Die Supersport-Klasse durchläuft parallel den Übergang zu den international übernommenen Next-Generation-Regeln.

Welche wirtschaftliche Bedeutung hat die TT für die Isle of Man?
Die TT ist für die Isle of Man weit mehr als ein Motorsportereignis. Die Besucherbefragung der TT 2025, durchgeführt von TSE Research an der Fährterminal in Douglas und am Flughafen Ronaldsway, liefert dazu konkrete Zahlen. Demnach besuchten geschätzte 51.649 Personen die Insel während der TT-Wochen, der höchste Wert seit 2010. Zum Vergleich: 2024 waren es 47.105 Besucher, 2023 noch 43.000.
Die durchschnittlichen Ausgaben pro Besucher lagen laut der Erhebung bei 1.015 Pfund (circa 1.200 Euro / 1.260 US-Dollar). Die geschätzten Gesamtausgaben der Besucher während der TT 2025 summierten sich auf 51,9 Millionen Pfund (circa 61,4 Millionen Euro / 64,5 Millionen US-Dollar), eine deutliche Steigerung gegenüber den 46,7 Millionen Pfund des Vorjahres. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer betrug 6,54 Nächte bei insgesamt 336.891 Übernachtungen. 85,1 Prozent der Besucher nutzten bezahlte Unterkünfte.
Geografisch kamen 74,4 Prozent der Besucher aus Großbritannien und Irland, 11,8 Prozent aus dem übrigen Europa und 13,7 Prozent aus dem Rest der Welt. 98 Prozent gaben an, dass der Trip ihre Erwartungen erfüllt oder übertroffen habe. Die größte Altersgruppe stellten mit 36,5 Prozent die 46- bis 60-Jährigen dar. Paul Phillips, Head of Motorsport der Isle of Man TT, sprach angesichts der Zahlen von einer Veranstaltung, die eine nachhaltig wachsende globale Reichweite liefere und zunehmenden wirtschaftlichen Nutzen für die Insel bringe.
Was bedeuten die Änderungen für die Zukunft der TT?
Die TT hat ihren Zeitplan zuletzt 2023 grundlegend überarbeitet, als ein zusätzliches Superstock- und ein zusätzliches Supertwin-Rennen eingeführt wurden und die Senior TT vom Freitag auf den Samstag verschoben wurde. Das Zehn-Rennen-Programm hat seitdem das Interesse spürbar gesteigert. Die Besucherzahlen wachsen seit mehreren Jahren in Folge, und die Veranstalter geben als Ziel aus, die Marke von jährlich 50.000 Besuchern nachhaltig zu erreichen und zu übertreffen.
Die frühzeitige Bekanntgabe der Termine für 2027 und 2028, die Einführung der Sportbike-Klasse und die Flexibilisierung des Zeitplans sind Teil einer Langzeitstrategie. Phillips formulierte es so: „We’re focused on delivering a sustainable world-class event that continues to grow its global audience, delivers increasing benefits to the Island’s economy, and secures the future of the races for generations to come.“ (Wir konzentrieren uns darauf, ein nachhaltiges Weltklasse-Event zu liefern, das sein globales Publikum weiter vergrößert, der Wirtschaft der Insel zunehmend zugutekommt und die Zukunft der Rennen für kommende Generationen sichert.)
Die Veranstaltung befindet sich damit in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Modernisierung. Der Mountain Course, auf dem seit 1911 gefahren wird, bleibt unverändert. Aber das Rahmenwerk drumherum, von den Rennklassen über den Zeitplan bis zur Infrastruktur für die Zuschauer, wird kontinuierlich angepasst. Die TT 2025 verzeichnete laut Veranstaltern einen Anstieg der Fährpassagiere um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr und eine Rekordzahl von fast 2.000 freiwilligen Streckenposten, die sich vor dem Event registrierten.
Ob die neuen Maßnahmen den Aufwärtstrend bei den Besucherzahlen fortsetzen können, wird sich erst nach der TT 2026 zeigen. Die Daten der TT 2025 deuten aber darauf hin, dass das Straßenrennen auf der Isle of Man nicht nur sein Stammpublikum hält, sondern auch neue Zielgruppen erreicht, wobei der Anteil internationaler Besucher außerhalb der britischen Inseln bei insgesamt 25,5 Prozent lag.

Häufige Fragen
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Wann findet die Isle of Man TT 2027 statt?
Die TT 2027 ist für den Zeitraum vom 31. Mai bis 12. Juni 2027 bestätigt. Die Veranstaltung beginnt am Bankfeiertag und endet traditionell mit der Senior TT am letzten Samstag.
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Wann ist die TT 2028 geplant?
Für die TT 2028 sind vorläufig der 29. Mai bis 10. Juni 2028 vorgesehen. Diese Termine sind bislang nicht endgültig bestätigt, geben aber Fans und Reiseveranstaltern eine verlässliche Planungsgrundlage.
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Was ist die neue Sportbike-Klasse bei der Isle of Man TT?
Die bisherige Supertwin-Klasse wird ab der TT 2026 in Sportbike TT umbenannt. Neben den bisherigen Zweizylinder-Maschinen wie der Paton S1-R oder der Aprilia RS 660 dürfen nun auch Motorräder aus der BSB-Sportbike-Kategorie antreten, darunter die Triumph Daytona 660, die Suzuki GSX-8R und die CF Moto 675SR-R als erste Dreizylinder-Modelle in dieser Klasse.
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Wie viele Besucher kamen zur Isle of Man TT 2025?
Laut einer Erhebung von TSE Research besuchten geschätzte 51.649 Personen die Isle of Man während der TT 2025. Das war der höchste Wert seit 2010. Die geschätzten Gesamtausgaben lagen bei 51,9 Millionen Pfund (circa 61,4 Millionen Euro / 64,5 Millionen US-Dollar).
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Wie viele Rennen umfasst das TT-Programm?
Das aktuelle Programm der TT umfasst zehn Rennen in der Rennwoche: zwei Superbike-TTs (einschließlich Senior TT), zwei Superstock-TTs, zwei Supersport-TTs, zwei Sportbike-TTs (ehemals Supertwin) und zwei Sidecar-TTs.

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