- Zwei Harley-Davidson Model JD von 1924 und 1927 fahren jetzt wahlweise mit Benzin, Strom oder beidem gleichzeitig.
- Im Hinterrad sitzt ein Nabenmotor von Maeving mit 15 PS (11 kW), gespeist aus einem 2,7-kWh-Akku.
- Eine 1921er Model FD mit irreparablem Motor wurde komplett auf Elektroantrieb umgerüstet.
Alte Fahrzeuge mit moderner Technik aufzuwerten hat eine lange Tradition, vom Einspritzsystem bis zur Scheibenbremse. Schauspieler Jason Momoa, bekannt aus Aquaman, Game of Thrones und Dune, treibt dieses Prinzip eine Stufe weiter und lässt seine Klassiker auf Elektro- und Hybridantrieb umbauen. Für die jüngste Runde von fünf Fahrzeugen arbeitete er erneut mit dem britischen Spezialisten Electrogenic aus Oxfordshire zusammen. Im Mittelpunkt stehen drei Harley-Davidson aus den frühen 1920er Jahren, die zum ungewöhnlichsten Teil des Projekts geworden sind.

Was hat Electrogenic an den Harley-Davidson verändert?
Electrogenic hat drei Harley-Davidson aus den frühen 1920er Jahren umgebaut, zwei davon zu Plug-in-Hybriden und eine zum reinen Elektromotorrad. Bei der 1924er und der 1927er Model JD blieb der originale Antrieb erhalten, ein V-Zweizylinder mit 74 Kubikzoll Hubraum (rund 1.213 cm³), etwa 20 PS (15 kW) und ungefähr 68 Nm (50 lb-ft). Ergänzt wurde jeweils ein elektrischer Antriebsstrang. Die 1921er Model FD hatte einen nicht mehr zu rettenden Motor und fährt deshalb ausschließlich elektrisch. Es handelt sich laut Electrogenic um die ersten Motorradumbauten des Unternehmens, das sich bislang einen Namen mit der Elektrifizierung klassischer Autos gemacht hat. An der Substanz der Motorräder wurde nichts geschnitten, gebohrt oder geschweißt, sodass sich jeder Umbau wieder rückgängig machen lässt.
Wie funktioniert der Plug-in-Hybrid-Antrieb?
Der Antrieb kombiniert den originalen Benzinmotor mit einem elektrischen Nabenmotor im Hinterrad, zwischen denen der Fahrer per Schalter wählt. Möglich sind reiner Elektrobetrieb, reiner Benzinbetrieb oder beide Antriebe zusammen. Der Nabenmotor stammt vom britischen Elektromotorrad-Hersteller Maeving, leistet 15 PS (11 kW) und stellt rund 260 Nm (rund 192 lb-ft) bereit, deutlich mehr Drehmoment als die alten Verbrenner mit ihren etwa 68 Nm (50 lb-ft). Der Elektromotor übernimmt zugleich die Rolle des Anlassers und startet den Benziner, was das traditionelle Antreten überflüssig macht. Electrogenic-Chef Steve Drummond schildert, dass nur ein einziger Hersteller einen ausreichend kräftigen Motor anbiete: „the only company in the world that manufactures a motor powerful enough is Maeving“ (das einzige Unternehmen weltweit, das einen ausreichend starken Motor herstellt, ist Maeving). Die Abstimmung von Verbrenner und E-Antrieb übernimmt eine selbst entwickelte Steuersoftware namens EG-OS.

Welche Reichweite und Ladezeit bietet der Umbau?
Rein elektrisch sollen die Motorräder mehr als 80 Kilometer (50 Meilen) schaffen, mit zusätzlichem Benzinbetrieb entsprechend mehr. Den Strom liefert ein herausnehmbarer 2,7-kWh-Akku, der in einem Paar maßgefertigter Satteltaschen steckt. Diese fallen etwas tiefer aus als die Originale und sind in Leder oder Stoff gehalten, um zeitgemäß zu wirken. Der Akku lässt sich auf dem Motorrad laden oder herausnehmen und separat anschließen, an einer normalen Haushaltssteckdose dauert eine volle Ladung laut Electrogenic rund 2,5 Stunden. Momoa zeigte sich vom Ergebnis angetan und sagt: „This is the best thing we’ve ever made“ (Das ist das Beste, was wir je gebaut haben). Er beschreibt zudem, wie er auf Knopfdruck zwischen dem Klang des alten Zweizylinders und nahezu lautlosem Fahren wechseln könne, ohne dass das Motorrad sein Charakterbild aus den 1920er Jahren verliere.
Mehr Sicherheit für rund hundert Jahre alte Motorräder
Neben dem Antrieb hat Electrogenic auch die Bremsen modernisiert. Die Originale verfügten über keine Vorderradbremse und verließen sich allein auf eine Bandbremse am Hinterrad sowie die Bremswirkung des Motors, was schon damals als anspruchsvoll galt. Im Zuge des Umbaus ersetzte das Unternehmen die Bandbremse durch eine moderne Scheibenbremse, ein spürbarer Gewinn an Sicherheit für Maschinen, die inzwischen etwa ein Jahrhundert auf dem Buckel haben.

Was wurde aus den beiden Land Rovern?
Die beiden Land Rover wurden vollelektrisch umgebaut, behielten dabei aber ihren originalen Allradantrieb samt der ursprünglichen Bedienhebel. Der 1949er Series I 80 verlor seinen 1,6-Liter-Vierzylinder mit 50 PS und erhielt einen 48-kWh-Akku sowie einen Elektromotor mit 204 PS (150 kW), dessen Drehmoment bewusst gedrosselt wurde, um das originale Getriebe nicht zu überlasten. Die Kraft läuft über ein fest übersetztes 2:1-Getriebe, das direkt an das vorhandene Verteilergetriebe geschraubt ist. Die Reichweite soll bei über 240 Kilometern (150 Meilen) liegen, geladen wird per CCS-Schnellladung. Der zweite Wagen ist ein seltener 1961er Series IIA 109 Dormobile, einer von nur 150 dieser Camper-Umbauten, mit 62-kWh-Akku und einem 163 PS (120 kW) starken Motor. Im Innenraum ersetzt ein Induktionsfeld den früheren Gaskocher. Ergänzend stattete Electrogenic Momoas Camping-Anhänger des Typs Schutt Industries XVENTURE XV-2 mit einem 93-kWh-Akku aus, der Campingausrüstung über einen längeren Zeitraum versorgen und als mobile Ladestation dienen soll.
Kann man den Hybrid-Umbau selbst kaufen?
Ja, Electrogenic bietet die Technik der Harley-Hybride als Nachrüst-Kit an. Es handelt sich um eine Plug-and-play-Lösung, die sich nach Herstellerangaben zu Hause montieren lässt und in mehreren Radgrößen erhältlich ist. Das komplette System bringt rund 34 kg (75 lbs) zusätzlich auf die Waage, das nachgerüstete Hinterrad trägt eine hydraulische Scheibenbremse. Wer möchte, kann auch ein originales Rad einsenden und mit dem elektrischen Antriebsstrang ausrüsten lassen.

Was der Umbau über die Zukunft des Restomoddings verrät
Der Fall zeigt, wie sich der Begriff der Modernisierung mit der Technik verschiebt. Lange galten Einspritzung, Scheibenbremsen oder bessere Audiotechnik als zeitgemäße Aufrüstung von Klassikern. Electrogenic argumentiert, dass Batterien, Motoren und Hybridsysteme inzwischen zu denselben Werkzeugen gehören. Weil bei den Umbauten nichts dauerhaft verändert wird, bleiben die Fahrzeuge in ihren Originalzustand rückführbar. Für Momoa ist es nicht das erste Projekt dieser Art, bereits 2024 ließ er einen 1929er Rolls-Royce Phantom II elektrifizieren, ebenfalls durch Electrogenic und ebenfalls für seine Serie On the Roam. Die aktuellen Umbauten reihen sich damit in den breiteren Trend ein, klassische Fahrzeuge über Elektro- und Hybridtechnik alltagstauglich zu halten. Zu sehen sind sie in der vierten Folge der zweiten Staffel von On the Roam mit dem Titel Off the Grid, die bei HBO Max und Discovery+ läuft.

Häufige Fragen
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Welche Harley-Davidson hat Jason Momoa umbauen lassen?
Jason Momoa ließ drei Modelle umbauen: eine 1921er Model FD sowie eine 1924er und eine 1927er Model JD. Die beiden Model JD wurden zu Plug-in-Hybriden, die Model FD zum reinen Elektromotorrad.
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Wie viel Leistung hat der Elektromotor der Harley-Hybride?
Der Nabenmotor von Maeving leistet 15 PS (11 kW) und stellt rund 260 Nm (rund 192 lb-ft) bereit. Die originalen V-Zweizylinder kommen auf etwa 20 PS (15 kW) und ungefähr 68 Nm (50 lb-ft).
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Wie weit fährt die umgebaute Harley-Davidson rein elektrisch?
Rein elektrisch nennt Electrogenic eine Reichweite von mehr als 80 Kilometern (50 Meilen). Der 2,7-kWh-Akku lädt an einer Haushaltssteckdose in etwa 2,5 Stunden.
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Kann man den Plug-in-Hybrid-Umbau von Jason Momoas Harley-Davidson kaufen?
Ja, Electrogenic verkauft die Technik als Plug-and-play-Kit zum Nachrüsten klassischer Harley-Davidson. Es lässt sich zu Hause montieren, wird in mehreren Radgrößen angeboten und bringt rund 34 kg (75 lbs) zusätzlich auf die Waage.
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Wo kann man Jason Momoas umgebaute Fahrzeuge sehen?
Die Umbauten sind in der vierten Folge der zweiten Staffel von On the Roam mit dem Titel Off the Grid zu sehen. Die Serie läuft bei HBO Max und Discovery+.











