- 649-cm³-Reihenzweizylinder mit 70 PS (51,6 kW), elektronischen Drosselklappen und Ausgleichswelle
- 21 Zoll vorne, 17 Zoll hinten, 210 und 196 mm Federweg, Sitzhöhe 870 mm
- Preise in Deutschland ab 8.920 Euro, die SE kostet 10.420 Euro
Mit der Kawasaki KLE 650 2027 wächst die KLE-Familie um ein zweites Modell. Auf den ersten Blick ist die Verwandtschaft zur erst kürzlich vorgestellten KLE 500 klar zu erkennen. Die lackierten Verkleidungsflächen fallen aber größer aus, und im Rahmen steckt der bekannte 650er-Zweizylinder in einer überarbeiteten Version. Rallye-Look und großes Vorderrad lassen an Schotterpisten denken. Kawasaki selbst rückt etwas anderes in den Mittelpunkt: Unter den Rallye-Modellen zwischen 600 und 800 cm³ mit 21-Zoll-Vorderrad soll sich die KLE 650 vor allem durch Komfort auf langen Strecken abheben. Das zeigt sich bei der Fahrwerksabstimmung genauso wie bei Sitzbank, Windschutz und Gepäcksystem. Für das Modelljahr 2027 gehört die neue Baureihe damit zu den wichtigsten Neuheiten von Kawasaki.

Wo ordnet sich die KLE 650 im Kawasaki-Programm ein?
Die KLE 650 steht oberhalb der KLE 500 und ist die Enduro-Alternative zur Versys 650. Die KLE 500 leistet 45 PS und richtet sich an Fahrer mit A2-Führerschein. Die Versys 650 nutzt ebenfalls einen 650er-Zweizylinder, rollt aber auf 17-Zoll-Rädern mit Straßenreifen.
Den 650er-Twin gibt es seit 2006 als Crossover unter dem Namen Versys. Eine Variante mit Enduro-Fahrwerk und großem Vorderrad fehlte in dieser Klasse bisher im Programm. Laut Kawasaki ist die KLE 650 das erste rallye-inspirierte Adventure-Modell der Marke mit der neuen Generation des Mittelklasse-Motors.
Bei der Optik bleibt sie klar Teil der Familie. Die hohe, kompakte Front, die schmale Tankpartie und das an die KX-Crossmodelle angelehnte Heck kennt man von der KLE 500. Auch die Radgrößen haben Tradition: Schon die erste KLE 500 von 1991 fuhr mit 21 Zoll vorne und 17 Zoll hinten.
Wie viel PS hat die Kawasaki KLE 650?
Der Reihenzweizylinder mit 649 cm³ leistet in der europäischen Version 70 PS (51,6 kW). Ein Drehmomentwert und die Drehzahlen für die Höchstwerte hat Kawasaki noch nicht veröffentlicht.
Zum Vergleich: In bisherigen Kawasaki-Modellen kam der 650er-Motor auf höchstens 67 PS. Den kleinen Zuwachs erklärt Kawasaki vor allem mit elektronischen Drosselklappen. Sie haben 38 mm Durchmesser und arbeiten mit überarbeiteten Ein- und Auslasswegen zusammen. Auch Steuerzeiten und Ventilüberschneidung wurden angepasst, die Verdichtung liegt bei 10,6:1. Die Krümmer sind 630 mm lang. Eine schmale Airbox mit zwei Ansaugkanälen soll außerdem die Ansauggeräusche auf langen Etappen senken.
Die Abstimmung hat zwei Ziele. Unter 4.000 U/min soll der Motor kräftig und gleichmäßig ziehen, ab etwa 6.000 U/min soll er trotzdem drehfreudig bleiben. Im Gelände soll die Leistung berechenbar ankommen.
Die Kurbelwelle hat 180 Grad Hubzapfenversatz. Eine Ausgleichswelle dämpft die dabei entstehenden Vibrationen. Die Zylinder bestehen aus beschichtetem Aluminium ohne eigene Laufbuchsen, was den Motor kompakter macht. Geschaltet wird über ein Sechsganggetriebe. Die neue Assist- und Anti-Hopping-Kupplung braucht weniger Handkraft. Gleichzeitig verhindert sie, dass das Hinterrad beim schnellen Herunterschalten stempelt oder blockiert. Hinter dem Kühler leitet eine Abdeckung die warme Luft zur Seite, weg vom Fahrer.
Die Automatikkupplung Smartride, die Kawasaki für 2027 bei der KLE 500 SE einführt, nennt der Hersteller für die KLE 650 bislang nicht.

Warum ist das Fahrwerk der KLE 650 stärker auf die Straße ausgelegt?
Kawasaki kombiniert lange Federwege mit einer Abstimmung, die vor allem auf Ruhe und Komfort auf Asphalt zielt. Gegenüber der KLE 500 ist die Gabel straffer gefedert und das Federbein weicher.
Konkret steigt die Federrate der Gabel von 9 auf 10 N/mm, hinten sinkt sie von 90 auf 75 N/mm. Damit soll der Reifen besser Kontakt zur Straße halten. Vorne arbeitet eine 43-mm-Upside-down-Gabel von KYB mit 210 mm Federweg. Das Uni-Trak-Federbein hinten bietet 196 mm Federweg, die Vorspannung lässt sich stufenlos einstellen.
Das Grundgerüst ist ein Gitterrohrrahmen aus hochfestem Stahl, der 16,9 kg wiegt. Der Motor trägt mit. Die neue Kastenschwinge aus Stahl soll 500 Gramm leichter sein als die der KLE 500 und dabei in senkrechter Richtung steifer. Radstand und Lenkkopfwinkel entsprechen mit 1.555 mm und 28 Grad der kleinen Schwester. Der Nachlauf wächst leicht von 104 auf 106 mm, was den Geradeauslauf stabilisieren soll. Der Lenker sitzt in Gummilagern, damit weniger Vibrationen ankommen. Im vorderen Kotflügel sind Schützer für die Gabelrohre integriert.
Räder, Reifen und Bremsen
Beide Versionen fahren auf Speichenrädern mit Aluminiumfelgen. Bei der Basis sind Schlauchreifen montiert, die SE hat schlauchlose Reifen. Kawasaki hat dafür zusammen mit Dunlop den Trailmax Mixtour abgestimmt. Seine flachen Profilblöcke und großen Aufstandsflächen passen zum Fokus auf befestigte Straßen.
Vorne bremsen zwei 300-mm-Scheiben, hinten eine 230-mm-Scheibe, jeweils mit Zweikolbensätteln. Das ABS lässt sich für Fahrten im Gelände über einen Schalter am rechten Lenkerende abschalten. Nach dem nächsten Neustart ist es an beiden Rädern wieder aktiv. Auf öffentlichen Straßen können die jeweiligen Vorschriften ein eingeschaltetes ABS verlangen.
Welche Ausstattung hat schon die Basisversion der KLE 650?
Bereits das Standardmodell hat Tempomat und Traktionskontrolle (KTRC) serienmäßig. Die Traktionskontrolle bietet zwei Stufen: eine zurückhaltende für sportliches Fahren und eine, die bei wenig Grip früher eingreift.
Der Tempomat wird links am Lenker bedient. Mit Plus- und Minustasten lässt sich das gespeicherte Tempo anpassen. Er schaltet sich ab, sobald der Fahrer bremst, kuppelt oder schaltet oder den Gasgriff über die Nullstellung hinaus zudreht. Auch ein stärkerer Eingriff der Traktionskontrolle beendet die Regelung. Möglich wird der Tempomat erst durch die elektronischen Drosselklappen.
Im Cockpit sitzt ein neues 5-Zoll-LCD. Es ist hoch und schräg angebracht, damit es auch im Stehen gut abzulesen ist. Neben Tempo, Drehzahl und Gang zeigt es zum Beispiel Restreichweite, Verbrauch und Wartungsintervalle. Per Bluetooth koppelt sich das Display mit der App Rideology. Darüber sind Fahrzeugdaten, Wartungsinfos und aufgezeichnete Fahrten mit GPS-Strecke am Smartphone abrufbar. Hinweise auf Anrufe und Nachrichten erscheinen im Display.
Licht kommt rundum aus LEDs. Der Scheinwerfer ist dreigeteilt, oben sitzen zwei Elemente für das Abblendlicht, darunter das Fernlicht. Ein Quickshifter ist bei der Basis als Zubehör erhältlich. Der Lenker besteht aus Stahl, den Motor schützt eine Kunststoffwanne mit erhöhtem vorderem Bereich für den Ölfilter.

Wie hoch ist die Sitzhöhe der KLE 650 und was lässt sich anpassen?
Serienmäßig sitzt der Fahrer 870 mm hoch. Eine optionale Fahrersitzbank senkt diesen Wert um 30 mm.
Fahrer- und Soziusplatz sind gestuft. Der höhere Soziussitz stützt dabei den Rücken des Fahrers. Mit den beiden ERGO-FIT-Sitzbänken aus dem Zubehör ergeben sich insgesamt vier Kombinationen. Wer den normalen Fahrersitz mit dem niedrigen Soziussitz kombiniert, erhält eine durchgehend flache Fläche. Sie bietet mehr Bewegungsfreiheit oder Platz für Gepäck.
Die Sitzhaltung ist aufrecht, weil der breite Lenker weiter nach vorne rückt und die Fußrasten etwas weiter vorne liegen. Die Scheibe lässt sich ohne großen Aufwand in drei Stufen verstellen, ihr Bereich umfasst 55 mm. Durchsichtige Seitenteile an der Front halten zusätzlich Wind ab, ohne die Sicht nach unten stark zu verdecken.
Damit der Fahrer im Stehen nicht hängen bleibt, sind Seitenverkleidungen und Motordeckel flach gestaltet. Unter den Gummiauflagen der Rasten liegt eine gezahnte Oberfläche, die Gummis lassen sich ohne Werkzeug abnehmen. Der Tank fasst 16 Liter und ist schmal geformt. Am Heckrahmen lassen sich zwei Seitenkoffer und ein Topcase gleichzeitig befestigen. Weil der Endschalldämpfer nach oben gezogen ist, sitzen die Koffer symmetrisch und nah am Motorrad.
Was bietet die KLE 650 SE zusätzlich?
Die SE kostet 1.500 Euro mehr und bringt vor allem Komfort- und Reiseausstattung mit. Dazu zählen ein Quickshifter für beide Schaltrichtungen, ein 5-Zoll-TFT-Farbdisplay und Speichenräder für schlauchlose Reifen.
Der Quickshifter arbeitet ab 2.000 U/min, Hoch- und Herunterschalten gelingt also ohne Kupplung. Die schlauchlosen Reifen haben auf Reisen einen praktischen Vorteil: Ein Platten lässt sich reparieren, ohne das Rad auszubauen und einen Schlauch zu wechseln.
Das TFT-Display bietet zwei Ansichten, eine davon zeigt Navigationshinweise groß im Rallye-Stil. Die Helligkeit und der Wechsel zwischen hellem und dunklem Hintergrund regeln sich auf Wunsch automatisch. Zusätzlich zeigt das Display zum Beispiel Bordspannung, Fahrzeit, Durchschnittstempo und eine Schaltempfehlung. Einstellungen lassen sich auch über die App ändern. Für die Navigation mit Abbiegehinweisen und die Sprachsteuerung ist eine Lizenz nötig. Wo diese Funktionen verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Markt ab.
Für mehr Windschutz sorgt eine Scheibe, die 106 mm höher ist als bei der Basis. Die Handprotektoren sind mit Metall verstärkt. Hinzu kommen ein leichter Aluminiumlenker von D.I.D, ein größerer Motorschutz aus Aluminium und eine USB-C-Buchse im Cockpit.

Wann kommt die Kawasaki KLE 650 2027 und was kostet sie?
In Deutschland kostet die KLE 650 ab 8.920 Euro (circa 9.945 US-Dollar), die SE ab 10.420 Euro (circa 11.620 US-Dollar), jeweils inklusive Liefernebenkosten. Beim Marktstart in Deutschland gehen die Angaben noch auseinander: Genannt werden sowohl Dezember 2026 als auch Februar oder März 2027.
In den Benelux-Ländern sollen die Händler beide Versionen ab Mitte März 2027 anbieten. Die Basis gibt es in Metallic Matte Graphenesteel Gray mit Ebony. Für die SE stehen Pearl Storm Gray und Pearl Blizzard White zur Wahl, jeweils mit Ebony und Golden Blazed Green kombiniert.
Europäische Händler bieten außerdem drei Editionen an, die Kawasaki mit Originalzubehör ausstattet: Top Case, Rally und Adventure Tourer. Welche Teile genau zu den Paketen gehören, ist noch nicht bekannt. Der Zubehörkatalog reicht von Koffern samt Haltern und Topcase-Träger mit Soziusgriffen über Heizgriffe und LED-Nebelscheinwerfer bis zu Hauptständer, Sturzbügeln und Kühlerschutz. Auch eine GPS-Halterung, ein Gepäckträger und die große Scheibe sind einzeln erhältlich.
Zwei wichtige Werte fehlen noch: Ein Gewicht hat Kawasaki ebenso wenig genannt wie das Drehmoment.

Häufige Fragen
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Was kostet die Kawasaki KLE 650 2027?
Die Basisversion kostet in Deutschland ab 8.920 Euro, die besser ausgestattete SE ab 10.420 Euro. Beide Preise enthalten die Liefernebenkosten.
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Wie schwer ist die Kawasaki KLE 650?
Ein offizielles Gewicht hat Kawasaki bisher nicht veröffentlicht. Bekannt ist, dass der Tank 16 Liter fasst und der Stahlrahmen allein 16,9 kg wiegt.
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Was unterscheidet die KLE 650 SE von der Basisversion?
Die SE hat zusätzlich einen Quickshifter, ein TFT-Farbdisplay, Speichenräder für schlauchlose Reifen und eine 106 mm höhere Scheibe. Außerdem gehören metallverstärkte Handprotektoren, ein Aluminiumlenker, ein größerer Aluminium-Motorschutz und ein USB-C-Anschluss zur Ausstattung.
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Hat die normale KLE 650 einen Tempomaten?
Ja, der Tempomat ist bei beiden Versionen serienmäßig. Auch die Traktionskontrolle mit zwei Stufen gehört schon bei der Basis zur Ausstattung.












