- Der Modellname steht direkt im Patentdokument, der Hubraum sinkt gegenüber der 450 Rally
- Motor, Rahmen und Schwinge stammen im Kern vom bestehenden Modell
- Beleuchtung, Kennzeichenhalter, Reflektoren und Seitenständer weisen auf eine Straßenzulassung hin
Kove hat sich in wenigen Jahren einen Namen im Rallye-Segment gemacht. Seit 2023 startet der chinesische Hersteller vier Jahre in Folge bei der Rallye Dakar, und die 450 Rally, auf der das Wettbewerbsmotorrad basiert, bekam gute Kritiken. Jetzt zeigen neue Design-Patente, dass die Baureihe nach unten erweitert werden soll. Das Modell heißt 350 Rally und ist deutlich stärker auf die Straße ausgerichtet als die bisherige Rallye-Maschine.

Was zeigen die neuen Patentzeichnungen der Kove 350 Rally?
Die Zeichnungen zeigen ein komplett neu eingekleidetes Motorrad mit unverändert rallyetypischer Silhouette. Der Name 350 Rally steht direkt auf den eingereichten Unterlagen, was den geringeren Hubraum gegenüber der 450 bestätigt.
Der Rallye-Charakter bleibt trotzdem erkennbar. Dafür sorgt vor allem der große Tank, der links und rechts neben dem Motor bis nach unten reicht. Dazu kommt ein fast senkrecht stehendes Windschild. Beides sind Merkmale, die man von Wüstenrennmaschinen kennt.
Am auffälligsten ist die neue Front. Statt der beiden nebeneinander liegenden Scheinwerfer der aktuellen 450 sitzen die Leuchteinheiten nun übereinander, flankiert von flügelförmigen Tagfahrlichtern. Im Cockpit findet sich ein quer eingebautes TFT-Display, also ein Farbbildschirm im Breitformat. Darüber ist eine Halterung angebracht, die sich für ein Navigationsgerät nutzen ließe.
Wie unterscheidet sich die 350 Rally von der 450 Rally?
Der wichtigste Unterschied liegt in der Ausrichtung: Die 350 Rally ist als Straßenmotorrad gezeichnet, die 450 Rally stammt aus dem Rennsport. Das zeigt sich an mehreren Details.
Die Sitzbank fällt weniger extrem aus. Sie ist niedriger als bei der 450 Rally und in der Mitte abgesenkt, statt flach und durchgehend gerade wie bei einem Motocross-Motorrad. Damit dürfte der Aufstieg leichter fallen. Dazu kommen straßentaugliche Beleuchtung, ein Kennzeichenhalter und seitliche Rückstrahler. Auch ein Seitenständer ist vorhanden, den die reine Wettbewerbsversion nicht hat.
Verändert wurde außerdem die Abgasanlage. Der Krümmer verläuft nun hoch am Zylinderkopf entlang, statt unter dem Motor hindurchzuführen. Er mündet in einen hoch angebrachten Schalldämpfer unter der Sitzbank.

Warum setzt Kove ausgerechnet auf 350 Kubikzentimeter?
Die Hubraumklasse ist vermutlich bewusst gewählt. In mehreren asiatischen und europäischen Märkten bleiben Motorräder dieser Größe unter Grenzen, ab denen höhere Steuern oder Versicherungsbeiträge fällig werden.
Dazu kommt ein zweiter Punkt. Der Dakar-Look zieht viele Käufer an, die mit einer echten Rallye-Maschine überfordert wären. Solche Motorräder sind hoch, schwer zu handhaben und auf lange Renndistanzen ausgelegt. Ein kleineres, straßenorientiertes Modell öffnet die Optik für ein breiteres Publikum. Dass Kove auch an der Ergonomie gearbeitet hat, passt zu dieser Überlegung.
Was ist über Motor und Fahrwerk bekannt?
Konkrete Leistungsdaten der 350 Rally nennen die Patentunterlagen nicht. Erkennbar ist aber, dass der Einzylinder im Kern derselbe ist wie bei der 450 Rally, nur mit kleinerem Hubraum.
Auch Rahmen und Schwinge stammen vom bestehenden Modell. Zum Vergleich: Die 450 Rally arbeitet laut Hersteller mit einem 449 Kubikzentimeter großen Einzylinder mit zwei obenliegenden Nockenwellen, Flüssigkeitskühlung, zusätzlichem Ölkühler und einer Einspritzung von Bosch. Der Stahlrahmen nimmt drei getrennte Tanks auf, die zusammen rund 30 Liter fassen. Bei der Markteinführung gab Kove für die Factory Edition 52 PS (38 kW) und 42 Nm an, rund 3 PS und 2 Nm mehr als für die Standardversion, bei einem Gewicht von 145 Kilogramm (320 Pfund).
Ob die 350 Rally Fahrwerk und Bremsen der 450 übernimmt, geht aus den Zeichnungen nicht hervor. Design-Patente schützen die äußere Form, nicht die Technik dahinter.

Neues Gesicht für die gesamte Modellpalette
Die 350 Rally ist nicht das einzige Modell mit der neuen Front. Das Designmerkmal mit den übereinander angeordneten Scheinwerfern soll 2027 auf mehrere weitere Kove-Modelle übertragen werden.
Bereits Anfang des Jahres tauchten Typgenehmigungsunterlagen für die nächste Generation der 800X sowie für die 450R auf, einen Roadster mit Vierzylindermotor. Beide zeigen ebenfalls die gestapelte Scheinwerferlösung. Zusammen mit der 350 Rally waren beide Modelle zuletzt Gegenstand neuer Design-Patente, die sie aus mehreren Blickwinkeln zeigen.
Das neue Gesicht wirkt weniger eigenständig als die bisherige Lösung mit zwei nebeneinander liegenden Lampen unter einer nach unten gezogenen Kante. Dahinter steht offenbar die Absicht, die Motorräder konventioneller wirken zu lassen und damit mehr Käufer anzusprechen.
Wie groß ist Kove inzwischen als Hersteller?
Kove ist ein vergleichsweise junges Unternehmen, das schnell gewachsen ist. Gegründet wurde die Marke 2017, sie gehört zur Tibet New Summit Motorcycle Co., Ltd.
2022 bezeichnete sich das Unternehmen nach eigenen Angaben als viertgrößter Motorradhersteller Chinas und als größter Anbieter bei Modellen über 300 Kubikzentimeter. Produziert wird in zwei Werken in Chongqing und Chengdu. Im selben Jahr stellte sich die Marke auf der EICMA in Mailand erstmals dem europäischen Publikum vor.
Die heutige Modellpalette reicht von kleinen Sportmodellen wie der 250RR und der 350RR über Roadster wie die 350R und die 450R bis zu Reiseenduros wie der 525X, der 625X und der 800X. Dazu kommen Geländemodelle und die Rallye-Baureihe mit der 450 Rally und der 800X Rally. Der Hersteller gibt an, Motoren, Rahmen und Endmontage im eigenen Haus zu entwickeln und zu fertigen. Neben der Dakar ist Kove auch im Straßenrennsport aktiv.

Wann kommt die Kove 350 Rally auf den Markt?
Einen Termin gibt es bisher nicht. Weder die Patentunterlagen noch offizielle Angaben nennen einen Verkaufsstart, einen Preis oder Märkte, in denen das Modell angeboten werden soll.
Design-Patente sind allerdings ein deutlicher Hinweis darauf, dass ein Serienmodell geplant ist. Da der neue Stil ab 2027 auf mehrere Baureihen ausgeweitet werden soll, liegt eine Vorstellung im Zusammenhang mit dem Modelljahrgang 2027 nahe. Bestätigt ist das nicht. Ob und wann die 350 Rally nach Europa kommt, bleibt ebenfalls offen. Für den deutschen Markt wäre vor allem interessant, ob Kove eine A2-taugliche Variante anbietet, wie es bei der 450 Rally der Fall ist.

Häufige Fragen
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Was ist die Kove 350 Rally?
Die Kove 350 Rally ist ein neues Motorrad des chinesischen Herstellers Kove, das bisher nur aus Design-Patenten bekannt ist. Es handelt sich um eine kleinere und stärker auf die Straße ausgerichtete Version der 450 Rally. Der Name steht direkt auf den eingereichten Unterlagen.
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Welchen Motor hat die Kove 350 Rally?
Nach den Patentzeichnungen kommt im Kern derselbe Einzylinder zum Einsatz wie in der 450 Rally, allerdings mit kleinerem Hubraum. Konkrete Werte zu Leistung und Drehmoment sind bisher nicht bekannt. Auch Rahmen und Schwinge stammen vom bestehenden Modell.
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Was unterscheidet die Kove 350 Rally von der Kove 450 Rally?
Der größte Unterschied ist die Ausrichtung auf die Straße. Die 350 Rally hat eine niedrigere, in der Mitte abgesenkte Sitzbank, straßentaugliche Beleuchtung, Kennzeichenhalter, Reflektoren und einen Seitenständer. Dazu kommen eine neue Front mit übereinander angeordneten Scheinwerfern und eine anders verlegte Abgasanlage.
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Ist die Kove 350 Rally straßenzugelassen?
Die Details in den Patentzeichnungen sprechen klar dafür. Beleuchtung, Kennzeichenhalter, seitliche Rückstrahler und der Seitenständer sind Merkmale eines Straßenmodells und fehlen an reinen Wettbewerbsmaschinen. Eine offizielle Bestätigung des Herstellers steht aus.
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Wann kommt die Kove 350 Rally auf den Markt?
Ein Termin ist bisher nicht bekannt. Da Kove das neue Designkonzept ab 2027 auf weitere Modelle ausweiten will, ist eine Vorstellung im Umfeld des Modelljahrgangs 2027 möglich. Angaben zu Preis und Märkten gibt es noch nicht.












