- Die Karosserie ist ein handgeformtes Fiberglas-Monocoque, das sich in einem Stück abnehmen lässt.
- Die Federung wurde um circa 130 Millimeter tiefergelegt, dazu kommen 19-Zoll-Excel-Felgen und eine Moto-Master-Bremse.
- Basis bleibt straßentauglich, weil Tank, Heckrahmen und Airbox in ihrer Serienposition sitzen.
Am Anfang stand kein Computermodell, sondern ein Klumpen Lehm. In einer Heimwerkstatt in den österreichischen Alpen formten Moritz Bree und sein Freund Anton jede Fläche von Hand und passten die Proportionen so lange an, bis das Motorrad aus jedem Blickwinkel stimmig wirkte. Erst danach entstand daraus die Form für die Fiberglas-Karosserie. In einer Zeit, in der CAD-Programme und 3D-Drucker den Ton in der Custom-Szene angeben, griffen die beiden bewusst zu einer der ältesten Techniken im Fahrzeugdesign, wie man sie sonst eher aus den Studios von Porsche, Ferrari oder Ducati kennt. Das Ergebnis ist eine straßentaugliche KTM EXC 500, die weniger wie eine umgebaute Enduro aussieht und eher wie ein Flat Tracker aus einer Serienfertigung wirkt.

Wie entstand die Karosserie der KTM EXC 500?
Die Karosserie entstand zuerst als Lehmmodell und wurde erst danach in Fiberglas umgesetzt. Anton gab dabei sein Wissen über das Modellieren mit Lehm weiter, während Moritz Bree die komplette technische Umsetzung übernahm. Beide arbeiteten die Oberflächen von Hand aus, bevor die Form für das Monocoque abgenommen wurde. Bree stellte sich dabei eine schwierigere Aufgabe, als den Rahmen zu zerschneiden oder ein Einzelstück zu schweißen: Er wollte dem Motorrad ein neues Gesicht geben und gleichzeitig die serienmäßige, zugelassene Grundstruktur erhalten.
Warum bleibt die umgebaute KTM EXC 500 straßentauglich?
Die KTM EXC 500 bleibt straßentauglich, weil der originale Tank, der Heckrahmen und die Airbox unverändert an ihren Serienpositionen sitzen. Diese Teile verstecken sich unter dem handgefertigten Fiberglas-Monocoque, das sich als einzelne Schale komplett abnehmen lässt. Nach Angaben des Umbauers behält das Motorrad dadurch seine Zulassung in Österreich und Deutschland und zeigt nach außen trotzdem eine völlig andere Silhouette. Der Ansatz vermeidet größere Eingriffe am Fahrgestell und liefert zugleich ein einheitliches Erscheinungsbild, das sich mit angeschraubten Einzelteilen nur schwer erreichen lässt.

Welche Technik steckt im Flat-Tracker-Umbau?
Der Umbau setzt auf eine tiefergelegte Federung, neue Räder und Anbauteile, die aus der Enduro einen Flat Tracker machen. Die Federung wurde um circa 130 Millimeter abgesenkt, was die hohe Enduro-Sitzposition durch eine flache, gestreckte Haltung ersetzt. Dazu kommen frische Excel-Felgen mit passenden 19-Zoll-Reifen sowie eine Moto-Master-Bremse an der Front für den Einsatz auf der Straße. Ein ProTaper-Lenker hält das Cockpit übersichtlich, und ein selbst gebauter Auspuff verläuft unter dem Motor und tritt tief aus, damit die durchgehende Linie der Karosserie nicht unterbrochen wird.
Auch die Karosserieform selbst folgt diesem Gedanken. Vom kompakten Scheinwerfergehäuse über den Tankbereich bis zum auslaufenden Heck geht eine Fläche in die nächste über, ohne auffällige Nähte oder große Seitenteile. Der integrierte LED-Scheinwerfer sitzt in einer Startnummerntafel im Rennstil, während der Kühler sichtbar bleibt und von der Karosserie eingerahmt wird, statt dahinter zu verschwinden.
Woran erinnert die blau-gelbe Lackierung?
Die Lackierung in Hellblau und Gelb erinnert an das europäische Motocross und den Flat Track der späten 1970er Jahre. Der pulverbeschichtete blaue Rahmen wird dabei bewusst Teil des Gesamtbilds und nicht kaschiert. Ein feiner schwarzer Zierstreifen trennt die beiden Farben, die Grafiken bleiben zurückhaltend und auch die Aufkleber an der Gabel wirken abgestimmt statt werblich. Dieser Stil hätte optisch zu einem Werksrennmotorrad aus dieser Zeit gepasst.
Wer genauer hinschaut, erkennt die handwerkliche Herkunft an den Details. Die Spaltmaße sind gleichmäßig ausgeführt, die Befestigungspunkte bleiben im Verborgenen, und die Oberflächen haben weiche Übergänge, die aus den vielen Stunden am Lehmmodell stammen. Während digitales Design oft scharfe Kanten betont, geht dieses Motorrad den umgekehrten Weg mit rund geformten Flächen. Innerhalb der wachsenden Zahl an Enduro-Umbauten zum Flat Tracker fällt dieser Ansatz auf, weil hier eine ganze Karosserie von Hand modelliert und nicht aus vorhandenen Teilen zusammengesetzt wurde.

Wer ist Moritz Bree?
Moritz Bree ist ein junger Umbauer aus Österreich, der schon als Jugendlicher in der Szene auffiel. Bereits 2016 war er an Entwürfen für Marken wie Free Spirits und Zaeta sowie an einer umgebauten Yamaha MT-03 beteiligt. Seine Leidenschaft für Motorräder bekam er vom Vater, der ihm mit etwa drei Jahren ein erstes Kindermotorrad kaufte. Später absolvierte Bree eine Ausbildung zum Motorradmechaniker bei Reier Motors und eröffnete danach eine kleine eigene Werkstatt. Neben seinen Umbauten fuhr er Motocross und Flat Track, drehte Runden in der sogenannten Steilwand, einer runden Holzarena für Motorradfahrten, und unternahm eine mehrtägige Tour über rund 4.500 Kilometer durch neun Länder des Balkans. Diese Erfahrung erklärt, warum die KTM EXC 500 nicht wie eine reine Designstudie wirkt, sondern von jemandem stammt, der Rennen fährt und selbst schraubt.

Häufige Fragen
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Auf welcher Basis baut Moritz Bree die KTM EXC 500 um?
Als Basis dient eine serienmäßige, straßentaugliche KTM EXC 500. Das Fahrgestell bleibt weitgehend erhalten, die Veränderung passiert vor allem über die neue Karosserie und die Fahrwerksanpassung.
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Bleibt die umgebaute KTM EXC 500 zugelassen?
Nach Angaben des Umbauers ja. Tank, Heckrahmen und Airbox sitzen unverändert an ihren Serienpositionen, wodurch das Motorrad in Österreich und Deutschland zugelassen bleiben soll, obwohl die Karosserie komplett neu ist.
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Wie wurde die Karosserie der KTM EXC 500 gefertigt?
Die Karosserie entstand zuerst als Lehmmodell und wurde von Hand geformt. Daraus entstand ein Fiberglas-Monocoque, das sich als einzelne Schale komplett abnehmen lässt.
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Was wurde am Fahrwerk der KTM EXC 500 geändert?
Die Federung wurde um circa 130 Millimeter tiefergelegt, was die Sitzposition und die Proportionen deutlich verändert. Dazu kommen 19-Zoll-Excel-Felgen und eine Moto-Master-Bremse an der Front.












