- Rino 900: Dreizylinder mit 119,6 PS (88 kW) und 93 Nm, Brembo-Bremsen und Marzocchi-Gabel
- OAO MAX: Elektromotorrad mit 14 kW Spitzenleistung, 120 km/h und bis zu 170 km Reichweite
- Preise und Liefertermine für Deutschland stehen noch nicht fest
Der chinesische Hersteller QJMotor bringt zur EICMA 2026 in Mailand (3. bis 8. November) eine ganze Reihe neuer Motorräder mit. Als offizielle Neuheiten führt die Marke allerdings nur zwei Fahrzeuge: das Elektromotorrad OAO MAX und das UTV SFU 1000 R, ein Geländefahrzeug mit Ladefläche. Die übrigen Motorrad-Neuheiten hatte QJMotor bereits einige Tage vor der Messe in Italien angekündigt. Sie reichen vom 15-PS-Einsteigermodell bis zum Dreizylinder mit knapp 120 PS und gehören damit zu den Motorrad-Neuheiten der EICMA 2026.

Welche Motorräder zeigt QJMotor auf der EICMA 2026?
Neu auf dem Stand in Halle 9 sind die Rino 900, die OAO MAX, die SRT 800 RX sowie die beiden 125er SRK 125 J und SRK 125 RS. Hinzu kommt die Supersportlerin SRK 1000 RR, deren Design von Adrian Morton stammt und die ausdrücklich noch nicht offiziell vorgestellt wird.
Daneben füllen bekannte Baureihen den Stand: die sportlichen SRK-Modelle, die Reise- und Adventure-Maschinen der SRT-Familie und die Cruiser der SRV-Reihe. Roller, Quads und Geländefahrzeuge zeigt QJMotor ebenfalls, sie spielen für diesen Überblick aber keine Rolle.
Was leistet die Rino 900 in der Serienversion?
Der Dreizylinder der Rino 900 kommt auf 119,6 PS (88 kW) bei 10.000/min und 93 Nm (68,6 lb-ft) bei 8.000/min. Damit ist sie das stärkste Modell unter den QJMotor-Neuheiten dieser Messe.
Auf der EICMA 2025 stand die Rino 900 noch als Prototyp auf dem Stand, jetzt folgt die fertige Version. Im internationalen Katalog von QJMotor läuft sie auch unter dem Namen SRT 900 X3 und wird dort als Adventure-Modell geführt. Der Motor hat 900 cm³, zwölf Ventile und Flüssigkeitskühlung. Er dient zugleich als tragendes Teil des Rahmens und macht das Fahrwerk dadurch steifer. Schwinge und Heckrahmen bestehen aus Aluminium, was Gewicht sparen soll. Fahrfertig wiegt die Rino 900 laut Katalog 220 kg (485 lbs), der Tank fasst 20 Liter.
Vorne arbeitet eine Upside-down-Gabel von Marzocchi, also eine umgedrehte Gabel, bei der die dickeren Rohre oben an der Gabelbrücke sitzen. Die Räder sind 19 Zoll vorne und 17 Zoll hinten groß, die Bodenfreiheit liegt bei 185 mm. Brembo liefert die Bremsanlage mit zwei Scheiben vorne und radial verschraubten Bremszangen. Zur Ausstattung gehören ein Farb-TFT-Display, LED-Licht rundum, ein Tempomat, mehrere Fahrmodi und Smartphone-Anbindung. Die Sitzhöhe gibt QJMotor mit 815 oder 830 mm an.

Wie weit fährt die elektrische QJMotor OAO MAX?
Mit einer Akkuladung soll die OAO MAX bis zu 170 km weit kommen. Der Wert stammt aus einem gemischten Fahrzyklus, im Alltag kann die Reichweite je nach Fahrweise abweichen.
Optisch tritt die OAO MAX wie eine vollverkleidete Sportlerin auf, gedacht ist sie aber vor allem für die Stadt. Sie ist eine Weiterentwicklung der OAO Pro, die QJMotor 2023 vorgestellt hat, und gilt als Modell für das Jahr 2027. Der mittig eingebaute Elektromotor leistet dauerhaft 7 kW (9,5 PS) und kurzzeitig bis zu 14 kW (19 PS). Von 0 auf 50 km/h vergehen weniger als 3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 120 km/h. Steigungen bis 27 Grad soll die OAO MAX bewältigen. Sie soll in die 125er-Klasse fallen. Zwei Fahrmodi stehen zur Wahl, Normal und Sport.
Akku und Laden
Der Lithium-Ionen-Akku arbeitet mit 72 Volt und 90 Amperestunden und wiegt allein 42 kg (93 lbs). An einer Ladestation für Elektroautos lässt sich die OAO MAX ebenfalls laden, denn sie ist mit der europäischen Ladeinfrastruktur kompatibel. Für die Ladezeit nennt QJMotor zwei Werte: Bis 80 Prozent soll es 3 Stunden dauern, für den Bereich von 30 auf 80 Prozent gibt der Katalog 1 Stunde an. Bremsenergie wird beim Verzögern zurück in den Akku gespeist.
Fahrwerk und Ausstattung
Die OAO MAX rollt auf 17-Zoll-Rädern mit Reifen im Format 100/80 vorne und 130/70 hinten, beides Semislicks mit wenig Profil. Beide Räder werden hydraulisch per Scheibe gebremst, ABS und Traktionskontrolle sind an Bord. Fahrfertig wiegt das Motorrad 167 kg (368 lbs), die Sitzhöhe beträgt 780 mm. Gegen Spritzwasser ist die Technik nach IP55 geschützt. Zur Ausstattung gehören eine Dashcam nach vorne, eine 4G-Verbindung und ein 5,5-Zoll-Display.
Was unterscheidet die SRT 800 RX von den anderen SRT-800-Modellen?
Die SRT 800 RX ist die geländetauglichste Variante der SRT-800-Familie. Sie unterscheidet sich von SRT 800 und SRT 800 X durch Speichenräder in 21 und 18 Zoll und mehr Federweg.
Der Reihenzweizylinder mit 799 cm³ und acht Ventilen leistet 95,2 PS (70 kW) bei 8.500/min und 87 Nm (64,2 lb-ft) bei 6.750/min, die Abgasnorm ist Euro 5+. Für Inhaber des A2-Führerscheins listet der Katalog eine gedrosselte Version mit 47,6 PS (35 kW) und 60 Nm (44,3 lb-ft). Das Sechsganggetriebe hat eine Anti-Hopping-Kupplung, die das Stempeln des Hinterrads beim Herunterschalten verhindert, und einen Quickshifter für Gangwechsel ohne Kupplung. Drei Fahrmodi (Standard, Rain und Sport) und eine abschaltbare Traktionskontrolle passen die Gasannahme an.
Die Upside-down-Gabel von Marzocchi hat 43 mm Standrohrdurchmesser und 200 mm Federweg, das Federbein hinten 190 mm. Beide lassen sich in Vorspannung und Zugstufe einstellen. Die Reifen in 90/90-21 und 150/70-18 sind schlauchlos, die Bodenfreiheit liegt bei 210 mm. Gebremst wird vorne mit einer 320-mm-Scheibe und radialer Vierkolbenzange von Brembo, das ABS hat einen Straßen- und einen Offroad-Modus. Bei 830 mm Sitzhöhe und 21 Litern Tankinhalt bringt die SRT 800 RX fahrfertig 209 kg (461 lbs) auf die Waage.
Für längere Touren ist die Ausstattung umfangreich: schlüsselloses Starten, Tempomat, beheizte Griffe und Sitzbank, Reifendruckkontrolle, Handschützer und Motorschutz sind serienmäßig. Das 5-Zoll-Farbdisplay steht hochkant und zeigt auch Navigationshinweise. Als Zubehör gibt es drei Koffer, Zusatzscheinwerfer und Sturzbügel.

Welche 125er bringt QJMotor für den A1-Führerschein?
Für Einsteiger mit A1-Führerschein kommen die SRK 125 J als Naked Bike und die SRK 125 RS als vollverkleidete Sportlerin. Beide nutzen dieselbe Technik und holen mit 15 PS (11 kW) die volle Leistung heraus, die in dieser Klasse erlaubt ist.
Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder ist an ein Sechsganggetriebe gekoppelt, eine Traktionskontrolle gehört bei beiden zur Serie. Die SRK 125 J orientiert sich optisch an den größeren SRK-Naked-Bikes. Sie hat ein 5-Zoll-TFT-Display, LED-Licht und USB-C-Anschlüsse, die Sitzhöhe liegt bei 785 mm. Beim Gewicht unterscheiden sich die Angaben: Für Italien nennt QJMotor 141 kg (311 lbs), im internationalen Katalog stehen 130 kg (287 lbs) fahrfertig.
Die SRK 125 RS bekommt eine Verkleidung mit integrierten Winglets, also kleinen Flügeln an den Seiten, wie man sie aus dem Rennsport kennt. Ihr Motor liefert 12,1 Nm (8,9 lb-ft) Drehmoment. Eine Upside-down-Gabel, ein Zentralfederbein und 17-Zoll-Räder bilden das Fahrwerk, gebremst wird mit ABS über Scheiben mit 260 mm vorne und 240 mm hinten. Die Sitzbank liegt mit 780 mm etwas tiefer als bei der Naked-Version, fahrfertig wiegt sie 141 kg (311 lbs).
Warum zeigt QJMotor die SRK 1000 RR nur als Ausstellungsstück?
Die SRK 1000 RR steht auf dem Messestand, wird aber ausdrücklich nicht offiziell vorgestellt. Technische Daten, einen Preis oder einen Termin für den Marktstart nennt QJMotor deshalb nicht.
Sicher ist, dass Adrian Morton die Supersportlerin gestaltet hat. Er hat früher als Designer bei MV Agusta gearbeitet und davor unter anderem die Benelli Tornado entworfen. Er stand bereits hinter dem Design der SRK 1000 RC Ten 78 und der SRK 921 RR. Den Namen SRK 1000 RR gibt es nicht zum ersten Mal: Bereits 2023 tauchte ein Vierzylinder-Prototyp mit MV-Agusta-Technik unter dieser Bezeichnung auf. Aus dem Projekt entstanden später mehrere Modelle mit 921 und 1.078 cm³. Ob die jetzt ausgestellte SRK 1000 RR auf diesem Prototyp aufbaut oder ein neues Motorrad ist, lässt sich aus den bisherigen Angaben nicht ablesen.

Wie hängen Rennsport und Serienmodelle bei QJMotor zusammen?
QJMotor nutzt die Erfahrungen aus dem Rennsport nach eigenen Angaben für die Entwicklung der Straßenmodelle. Die Daten von der Strecke sollen etwa in Motorabstimmung, Fahrwerk, Bremsen und Kühlung einfließen.
In der Moto2-Saison 2026 holte QJMotor-Fahrer Iván Ortolá zwei Siege, einen zweiten und einen dritten Platz. In der Superbike-WM gewann QJMotor beim Lauf in Ungarn die Wertung SSP Challenge der Supersport-Klasse. Elektronik wie Traktionskontrolle, Kurven-ABS, Ride-by-Wire und das automatisierte Schaltgetriebe AMT will der Hersteller nach und nach in mehr Modellen anbieten. Das Unternehmen gehört seit 2016 zum Geely-Konzern und besitzt seit 2005 die italienische Marke Benelli.
Wann kommen die neuen QJMotor-Modelle und was kosten sie?
Preise und Liefertermine für die neuen Motorräder hat QJMotor noch nicht bekanntgegeben. Farben, Varianten und Termine will der Hersteller jeweils zum Marktstart der einzelnen Modelle nennen.
Für die OAO MAX gibt es mit dem Modelljahr 2027 zumindest einen groben zeitlichen Rahmen. Welche der Neuheiten in Deutschland angeboten werden, ist noch offen.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die QJMotor Rino 900?
Die QJMotor Rino 900 leistet 119,6 PS (88 kW) bei 10.000/min. Das maximale Drehmoment liegt bei 93 Nm. Angetrieben wird sie von einem Dreizylinder mit 900 cm³.
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Welche Reichweite hat die QJMotor OAO MAX?
Die OAO MAX soll mit einer Akkuladung bis zu 170 km weit kommen. Der Akku hat 72 Volt und 90 Amperestunden. Von 30 auf 80 Prozent lädt er laut Katalog in einer Stunde.
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Gibt es die SRT 800 RX auch für den A2-Führerschein?
Ja, im Katalog führt QJMotor eine Version mit 47,6 PS (35 kW) und 60 Nm. Die offene Version leistet 95,2 PS.
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Was kostet die QJMotor Rino 900?
Einen Preis für die QJMotor Rino 900 gibt es noch nicht. QJMotor will Preise und Liefertermine erst zum Marktstart veröffentlichen.












