- X-47 Venom: 8.450 Euro (circa 9.480 US-Dollar), Auslieferung ab Anfang 2027, mit A1-Führerschein fahrbar
- 41 PS (30 kW) Spitzenleistung, 235 km Stadtreichweite nach WMTC, Heckradar serienmäßig
- Tesseract Maxi mit 6-kWh-Akku und Radar erstmals in Europa-Ausführung, noch ohne Preis
Ultraviolette hat die EICMA 2026 in Mailand für den Europastart seines neuen Crossover-Motorrads genutzt. Die X-47 Venom ist das erste Modell auf der 100-Volt-Plattform VX-100, die der Hersteller aus Bengaluru Ende Oktober in Indien vorgestellt hatte. Nun stehen auch Preis, Termin und Führerscheinklasse für Europa fest. Rund um die Venom baut die Marke ihr Programm weiter aus. Dazu gehören ein Maxi-Roller, eine leichte Elektro-Enduro und Ideen, wie Fahrer künftig per Stimme und über den Helm mit ihrem Fahrzeug kommunizieren sollen.

Was kostet die Ultraviolette X-47 Venom in Europa?
Die X-47 Venom kostet in Europa zum Einführungspreis 8.450 Euro (circa 9.480 US-Dollar). Die ersten Motorräder sollen Anfang 2027 ausgeliefert werden.
Der Abstand zum Heimatmarkt ist groß. In Indien ist die Venom am 22. Oktober 2026 mit einem Einführungspreis ab 2,65 Lakh Rupien (circa 2.490 Euro / 2.790 US-Dollar) gestartet, der nur für die ersten 5.000 Kunden gilt. Der europäische Preis liegt damit mehr als dreimal so hoch. Eins zu eins vergleichen lassen sich die Zahlen allerdings nicht, denn in Indien gibt es vier Varianten mit unterschiedlichen Akkus und Ausstattungen. Welche Akkugröße die europäische Venom bekommt, steht nicht in den Messeunterlagen.
In Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft die Zero Center AG die Venom. Insgesamt arbeitet Ultraviolette in Europa mit sieben Importeuren zusammen. Frankreich betreut Pink Mobility, Italien Zero Center Italia. Für Spanien und Portugal ist Rhino Electric Motors zuständig, für Ungarn und den Donauraum Elektrorider. Großbritannien deckt MotoMondo UK ab, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Irland übernimmt MotoMondo BV.
Warum darf man die X-47 Venom mit dem A1-Führerschein fahren?
Die X-47 Venom ist in Europa für die Führerscheinklasse A1 zugelassen, obwohl ihr Elektromotor kurzzeitig 41 PS (30 kW) leistet. Bei Elektromotorrädern zählt für die Einstufung nicht die Spitzenleistung, sondern die Nenndauerleistung, die über 30 Minuten gemessen wird und für A1 höchstens 11 kW betragen darf.
Die volle Leistung steht also nur für kurze Zeit bereit, zum Beispiel beim Beschleunigen oder Überholen. Von 0 auf 60 km/h vergehen laut Ultraviolette 2,7 Sekunden, auf 100 km/h 5,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 155 km/h.
Das Drehmoment gibt der Hersteller mit 550 Nm (circa 406 lb-ft) an, gemessen am Hinterrad. In diesem Wert steckt bereits die Übersetzung des Antriebs, er ist deshalb nicht mit dem Drehmoment eines Verbrennungsmotors an der Kurbelwelle vergleichbar. Fahrfertig wiegt die Venom 206 kg (454 lbs), die Bodenfreiheit beträgt 200 mm. Ultraviolette sieht sie als Crossover, das zwei Motorradklassen verbindet und auf unterschiedlichem Untergrund zurechtkommen soll.

Welche Reichweite hat die X-47 Venom und wie wird sie geladen?
Nach dem europäischen Messzyklus WMTC kommt die X-47 Venom im Stadtverkehr 235 km weit. Geladen wird sie über einen Typ-2-Anschluss, wie er an öffentlichen Wechselstrom-Ladesäulen üblich ist.
In Indien nennt Ultraviolette für die Version mit großem Akku 343 km. Dieser Wert stammt aus dem indischen IDC-Zyklus, die beiden Messverfahren lassen sich nicht direkt miteinander vergleichen.
Das Ladegerät mit 1,6 kW sitzt fest im Motorrad. Ultraviolette bezeichnet es als den luftgekühlten Bordlader mit der höchsten Leistungsdichte weltweit. Seine volle Leistung soll er auch bei 45 bis 50 Grad Umgebungstemperatur bringen, außerdem ist er gegen Überspannung und elektromagnetische Störungen abgesichert. Wer schneller laden möchte, kann einen externen Booster mit 3 kW dazukaufen. Ladezeiten für die Europa-Version nennt der Hersteller bisher nicht, Angaben zum Gleichstrom-Schnellladen fehlen in den Unterlagen ebenfalls.
Was steckt in der neuen VX-100-Plattform?
VX-100 ist eine 100-Volt-Architektur, auf der Ultraviolette künftig weitere Modelle mit unterschiedlichen Akkugrößen und Leistungsstufen aufbauen will. Die Venom ist das erste Serienmotorrad auf dieser Basis.
Kern der Plattform ist der Akku SRB-11. Er soll eine um bis zu 20 Prozent höhere Energiedichte und die doppelte Kühlleistung bieten. Die Wärme wird nach Herstellerangaben bis zu 50 Prozent schneller abgeführt, damit die Leistung auch bei Hitze und längerer Belastung stabil bleibt. Das Akkugehäuse besteht aus Aluminiumguss und ist nach IP67 gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen geschützt.
Bei der Sicherheit setzt Ultraviolette auf mehrere Ebenen. Eine pyrotechnische Sicherung trennt den Stromkreis bei einem schweren Fehler innerhalb von Mikrosekunden. Ausgelegt ist sie nach den Grundsätzen der funktionalen Sicherheit, wie sie vor allem bei Elektroautos gelten. Das Batteriemanagement überwacht zusätzlich Spannung, Strom und Temperatur jeder einzelnen Zelle, und jede Zelle hat ihre eigene Sicherung.
Angetrieben wird die Venom vom neuen Motor UV Lightfury. In ihm stecken weichmagnetische Verbundwerkstoffe, kurz SMC, die aus der Luft- und Raumfahrt stammen. Sie sollen den Motor leichter machen und Energieverluste senken.

Wie warnt das Radar der X-47 Venom vor Gefahren?
Ein Radarsensor im Heck überwacht mit 77 GHz den Verkehr hinter dem Motorrad bis in 200 Meter Entfernung. Er ist auf Zweiräder abgestimmt, arbeitet bis 20 Grad Schräglage und gleicht das Wanken und Nicken des Fahrzeugs aus.
Droht ein Auffahrunfall, erscheint die Warnung in den Rückspiegeln, gleichzeitig schaltet sich die Warnblinkanlage ein, um den nachfolgenden Verkehr aufmerksam zu machen. Auch Fahrzeuge im toten Winkel meldet das System, ebenso Autos, die auf der Nebenspur schnell aufschließen und überholen wollen. Setzt der Fahrer selbst zum Spurwechsel an, warnt ihn der Spurwechselassistent vor einer möglichen Kollision. Ultraviolette bezeichnet das System als erstes seiner Art in diesem Segment.
Dazu kommen Kameras vorn und hinten, die als Dashcam aufzeichnen und mit einem Sony-Sensor vom Typ IMX 307 arbeiten. Das Bild der Heckkamera hilft außerdem beim Rangieren auf engem Raum. Das abschaltbare Zweikanal-ABS stammt von Bosch, dazu kommen eine vierstufige Traktionskontrolle und eine Stabilitätskontrolle (DSC).
Bedient wird die Venom über den 7-Zoll-Touchscreen Interface X, auf dem auch die Navigation von Mappls läuft. Die drei Fahrmodi heißen Glide, Combat und Ballistic, in allen dreien funktioniert der Tempomat. Die Rekuperation, also das Zurückgewinnen von Energie beim Bremsen und Rollen, lässt sich in zehn Stufen einstellen. Über eine App ist das Motorrad vernetzt und erhält Software-Updates.
Was bietet der Tesseract Maxi für Europa?
Der Tesseract Maxi ist ein Elektro-Maxiroller mit 6-kWh-Akku und 20 PS (15 kW) Spitzenleistung, den Ultraviolette auf der EICMA erstmals in Europa-Ausführung zeigt. Preis, Reichweite, Höchstgeschwindigkeit, Gewicht und Marktstart für Europa nennt der Hersteller noch nicht.
Technisch übernimmt der Roller viel von der Venom. Auch er hat ein Hypersense-Radar und eine eingebaute Dashcam. Zusammen mit den Omnisense-Spiegeln, in denen mehrfarbige LED-Anzeigen sitzen, warnt er vor Fahrzeugen im toten Winkel, beim Spurwechsel, beim Überholtwerden und vor Kollisionen. Traktionskontrolle, Rekuperation und ein 7-Zoll-Touchscreen gehören ebenfalls dazu.
Per Schnellladen soll der Akku in weniger als einer Stunde wieder zu 80 Prozent gefüllt sein. Der Roller steht auf 14-Zoll-Rädern, unter der Sitzbank ist Platz für 32 Liter.
Für längere Fahrten außerhalb der Stadt bietet Ultraviolette Zubehör an. Dazu gehören eine Tourenscheibe, Handprotektoren, Heckgepäck und Halter für Seitenkoffer.

Was zeigt Ultraviolette neben Venom und Tesseract auf der EICMA?
Auf dem Stand stehen außerdem die Elektro-Enduro Shockwave sowie die Sportmotorräder F77 und F99. Neue Preise für diese Modelle hat Ultraviolette in Mailand nicht genannt.
Shockwave
Die Shockwave ist eine leichte Enduro, mit der Ultraviolette an die Zeit leichter, spaßbetonter Zweitakter anknüpfen will. Am Hinterrad liegen bis zu 505 Nm (circa 372 lb-ft) an, von 0 auf 60 km/h soll sie in 2,9 Sekunden kommen. Sie rollt auf Speichenrädern mit 19 Zoll vorn (Reifen 90/90 R19) und 17 Zoll hinten (110/90 R17).
F77
Mit der F77 war Ultraviolette im vergangenen Jahr in Europa gestartet. Sie leistet in der Spitze 41 PS (30 kW), dauerhaft 13 PS (9,5 kW), und bringt 500 Nm (circa 369 lb-ft) ans Hinterrad. Von 0 auf 60 km/h braucht sie 2,8 Sekunden. Ihr Akku fasst 10,3 kWh und reicht nach WMTC für bis zu 231 km im Stadtverkehr. Mit Booster dauert das Laden von 20 auf 80 Prozent 2,5 Stunden.
F99
Die F99 ist ein elektrisches Superbike mit 400-Volt-Technik, einem Außenskelett und einem Akkugehäuse aus Carbon sowie flüssigkeitsgekühltem Antrieb. Von 0 auf 100 km/h soll sie in weniger als 3 Sekunden beschleunigen, auf 200 km/h in weniger als 10 Sekunden. In Indien hält sie die nationalen Rekorde für die schnellste Viertelmeile eines indischen Motorrads mit 10,712 Sekunden und für die höchste Geschwindigkeit mit 258 km/h.
Violette A.I. und KI-Helme: So will Ultraviolette Fahrer und Motorrad vernetzen
Ultraviolette arbeitet mit dem Sprach-KI-Anbieter SoundHound AI zusammen. Gemeinsam wollen die Unternehmen herausfinden, wie Fahrer sich unterwegs per Sprache mit ihrem Motorrad verständigen können.
Auf der Messe zeigte der Hersteller den Assistenten Violette A.I., der auf das Wort „Violette“ reagiert. Per Sprachbefehl lassen sich Fahrmodi wechseln und die Navigation starten. Außerdem beantwortet das System Fragen aus der digitalen Bedienungsanleitung, etwa zum richtigen Reifendruck oder zu Wartungsarbeiten. Künftig sollen auch Checks vor der Fahrt, Fahrstatistiken und Wartungserinnerungen per Stimme abrufbar sein. Der Assistent läuft auf dem Interface-X-Display, die Daten sollen direkt im Fahrzeug verarbeitet werden (Edge Computing).
Daneben hat Ultraviolette drei Helmkonzepte mitgebracht. Der Star Vue verbindet den Helm mit Augmented Reality, also mit digitalen Informationen, die ins Sichtfeld eingeblendet werden. Der Fang 01 hat eine Hülle in Form eines Exoskeletts, die mit der Umgebung interagieren soll. Der Decibelle ist eher modisch gestaltet und hat ein eingebautes HD-Audiosystem. Angaben dazu, ob und wann daraus Serienhelme werden, gibt es nicht.

Ultraviolette EICMA 2026: Wohin will die Marke in Europa?
Ultraviolette will sich vom Hersteller sportlicher Elektromotorräder zu einem weltweit tätigen Mobilitäts- und Technikunternehmen entwickeln. So beschreibt Mitgründer und CEO Narayan Subramaniam die Bedeutung der Messe. Nach dem Ausbau in Europa sollen Nordamerika, Lateinamerika und Südostasien folgen.
Technikchef und Mitgründer Niraj Rajmohan spricht davon, dass das Fahrzeug als ein zusammenhängendes System entwickelt wird. Weil die VX-100-Plattform modular aufgebaut ist, sollen die Neuerungen der Venom später auch in andere Modelle und Fahrzeugklassen einfließen.
Gegründet wurde Ultraviolette 2016 von Subramaniam und Rajmohan. Zu den Geldgebern gehören unter anderem TVS Motor, Qualcomm Ventures und TDK Ventures. Nach eigenen Angaben war Ultraviolette der erste indische Elektrofahrzeughersteller mit europäischer Zulassung für seine Motorräder. Exportiert wird inzwischen in 20 Länder, darunter Deutschland, Italien und die Schweiz. Mit der Venom kommt nun ein weiteres Elektromotorrad aus der EICMA-Neuheitenrunde 2026 hinzu, das 2027 bei den Händlern stehen soll.

Häufige Fragen
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Was kostet die Ultraviolette X-47 Venom in Europa?
Der Einführungspreis liegt bei 8.450 Euro (circa 9.480 US-Dollar). Die Auslieferung soll Anfang 2027 beginnen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft die Zero Center AG das Motorrad.
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Darf man die X-47 Venom mit dem A1-Führerschein fahren?
Ja, die Venom ist in Europa für die Klasse A1 zugelassen. Die 41 PS (30 kW) sind nur die kurzzeitige Spitzenleistung. Für A1 zählt die Nenndauerleistung über 30 Minuten, und die darf höchstens 11 kW betragen.
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Wie weit kommt die X-47 Venom mit einer Akkuladung?
Nach WMTC schafft sie im Stadtverkehr 235 km. Geladen wird über Typ 2 mit 1,6 kW, optional mit einem externen 3-kW-Booster.
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Ultraviolette EICMA 2026: Welche Modelle zeigt der Hersteller?
Neben der X-47 Venom stehen der Roller Tesseract Maxi, die Enduro Shockwave sowie die Sportmotorräder F77 und F99 auf dem Stand. Dazu kommen drei Helmkonzepte und der Sprachassistent Violette A.I.












