- 158 PS (116,2 kW), 130 Nm und Showa-Fahrwerk mit automatischer Absenkung um 30 mm
- Radar vorne und hinten mit Abstandstempomat, Totwinkelassistent und Notbremsassistent
- Auslieferung je nach Markt zwischen Dezember 2026 und März 2027
Die Triumph Tiger 1200 2027 ist mehr als ein Facelift. Die bisher klare Trennung zwischen straßenorientierter GT und geländelastiger Rally gibt Triumph auf: Auch die Rally-Modelle verlieren ihr 21-Zoll-Vorderrad und den langen Federweg. Dafür bekommt die ganze Baureihe ein Radar-Paket von Bosch, ein neues 7-Zoll-Display und eine Federung, die das Motorrad beim Anhalten tiefer stellt. Das Ziel ist klar erkennbar: Die große Tiger soll leichter zugänglich werden, vor allem für kleinere Fahrer und für Touren mit viel Gepäck. Sie gehört zu den Triumph-Neuheiten für das Modelljahr 2027.

Warum hat die Tiger 1200 Rally jetzt ein 19-Zoll-Vorderrad?
Triumph stellt alle vier Varianten auf 19 Zoll vorne und 17 Zoll hinten um, damit die Tiger 1200 auf der Straße agiler wird. Die Geländetauglichkeit soll dabei laut Hersteller erhalten bleiben.
Bisher hatten die Rally-Modelle ein 21-Zoll-Vorderrad, ein 18-Zoll-Hinterrad und 220 mm Federweg. Jetzt haben alle Modelle vorne und hinten 200 mm Federweg und dieselben Reifengrößen: 120/70 R19 vorne und 170/60 R17 hinten. Die Unterschiede liegen nur noch in den Felgen. Die GT-Modelle rollen auf Aluminium-Gussrädern mit zehn Speichen, die Rally-Modelle auf seitlich eingespeichten Felgen, die schlauchlos gefahren werden können.
Die Federung stammt von Showa und heißt EERA Heightflex. Vorne arbeitet eine 49-mm-Upside-down-Gabel, hinten ein Zentralfederbein. Das System ist semiaktiv: Es passt die Dämpfung beim Ein- und Ausfedern laufend an. Dafür wertet es Daten mehrerer Sensoren aus, darunter eine IMU. Das ist eine Messeinheit, die Bewegungen des Motorrads in sechs Achsen erfasst. Über eine eigene Taste lassen sich drei Grundabstimmungen wählen: Firm, Medium und Soft. Die übrigen Fahreinstellungen bleiben dabei unverändert. Die Vorspannung hinten stellt sich automatisch ein, egal ob allein, mit Sozius oder voll beladen gefahren wird. Neu ist ein hydraulischer Endanschlag hinten, der in schwerem Gelände mehr Kontrolle bringen soll.
Am Grundgerüst ändert Triumph wenig. Der Stahlrohrrahmen mit Auslegern aus geschmiedetem Aluminium bleibt, ebenso der verschraubte Heckrahmen aus Aluminium und die Tri-Link-Schwinge, in der die Kardanwelle läuft. Auch die Bremsanlage ist bekannt: vorne zwei 320-mm-Scheiben mit Brembo-Stylema-Vierkolbenzangen und einer radialen Magura-HC1-Pumpe, hinten eine 282-mm-Scheibe. Kurven-ABS und Kurven-Traktionskontrolle sind Serie.
Wie niedrig ist die Sitzhöhe der neuen Tiger 1200?
Ab Werk liegt die Sitzhöhe zwischen 810 und 860 mm. Mit dem optionalen niedrigen Sitz und der automatischen Absenkung kommt die Tiger 1200 im Stand auf 790 mm.
Die Absenkung ist die auffälligste Neuerung. Das Fahrwerk erkennt anhand von Tempo und Bremsvorgängen, dass das Motorrad gleich steht. Es senkt das Heck dann um 30 mm ab, damit der Fahrer die Füße sicherer auf den Boden bekommt. Das klappt solo, zu zweit und mit Gepäck gleich. Fährt die Tiger wieder an, stellt sich die normale Höhe innerhalb weniger Sekunden wieder ein. Unterwegs bleibt so die gewohnt hohe Sitzposition.
Dazu kommt ein Sitz, der sich in zwei Stufen um 20 mm verstellen lässt. Der neue niedrige Sitz bringt weitere 20 mm. In Deutschland und Österreich gibt es ihn als Zubehör, in einigen anderen Märkten ist er Serie.
Dieselbe Technik hilft beim Aufbocken. Klappt der Fahrer den Hauptständer aus, erhöht die Federung kurz die Vorspannung und hebt das Heck an. Das soll den Kraftaufwand senken, auch bei voll beladenem Motorrad. Triumph nennt diese Funktion Centre Stand Assist.

Mehr Leistung, mehr Kraft von unten: der überarbeitete Dreizylinder
Der Reihendreizylinder mit 1.160 cm³ und T-Plane-Kurbelwelle leistet jetzt 158 PS (116,2 kW) bei 9.250 U/min. Das sind 8 PS mehr als bisher. Das maximale Drehmoment von 130 Nm (96 lb-ft) liegt bei 6.750 U/min an, also früher als beim Vorgänger.
Für die Mehrleistung hat Triumph den Zylinderkopf neu gestaltet, neue Kolben und leichtere Ventile eingebaut und die Einspritzung genauer abgestimmt. Die Abgasanlage lässt das Gas freier strömen. Auch die Laufruhe war ein Thema: Kurbelwelle und Ausgleichswelle wurden überarbeitet, neue Nockenwellenprofile öffnen die Ventile sanfter.
Beim Antrieb hat Triumph die ersten drei Gänge kürzer beziehungsweise anders übersetzt, ebenso die Primär- und die Endübersetzung. Zusammen mit dem stärkeren Drehmoment im Keller soll die Tiger 1200 damit bis auf Schritttempo von etwa 6 km/h sauber fahren. Das hilft beim Rangieren und im Stau. Sechsganggetriebe und Kardan laufen leiser, die Gänge rasten genauer ein, und die Lastwechsel beim Gasgeben und Gaswegnehmen sollen weicher ausfallen. Der Schaltassistent der neuesten Generation erlaubt Hoch- und Runterschalten ohne Kupplung.
Je nach Modell gibt es sieben oder acht Fahrmodi: Road, Rain, Eco, Sport, Off-Road und zwei frei einstellbare Rider-Modi. Die Rally-Modelle bekommen zusätzlich Off-Road Pro. Die Modi verändern Gasannahme, ABS, Traktionskontrolle und Motorbremse. Neu ist, dass sich die Off-Road-Modi auch während der Fahrt wählen lassen.
Triumph nennt einen Normverbrauch von 5,3 Litern auf 100 km und 120 g CO2 pro Kilometer nach Euro 5+. Wartung ist alle 16.000 km oder alle zwölf Monate fällig.
Welche Assistenzsysteme hat die Tiger 1200 mit Radar?
Die neue Tiger 1200 hat Bosch-Radarsensoren vorne und hinten. Darauf bauen ein Abstandstempomat, ein Notbremsassistent, eine Kollisionswarnung, ein Totwinkelassistent und weitere Helfer auf, die Triumph gemeinsam mit Bosch entwickelt hat.
Der Abstandstempomat hält das gewählte Tempo oder den Abstand zum Vordermann. Dafür greift er auf Gas und Bremse zu. In den Modi Comfort und Dynamic reagiert er unterschiedlich. Setzt der Fahrer den Blinker und ist der tote Winkel frei, bereitet ein Überholassistent das Manöver vor. Im Comfort-Modus kann das System in langen Kurven das Tempo senken. Für Ausfahrten in der Gruppe gibt es einen eigenen Assistenten: Er hält einen passenden Abstand zu den vorausfahrenden Motorrädern und berücksichtigt dabei deren Position und Tempo. Wer keinen Abstandsregler will, nutzt einen klassischen Tempomat-Modus, der das Tempo mit Gas, Motorbremse und Bremse hält.
Das Frontradar arbeitet auch ohne Tempomat. Der Abstandsassistent begrenzt die Beschleunigung und bremst bei Bedarf, wenn die Tiger einem Fahrzeug zu nahe kommt. Schrumpft der Abstand weiter, erscheint eine Warnung im Display. Danach folgt ein spürbarer Impuls im hinteren Bremspedal. Bremst der Fahrer stark und erkennt das System eine mögliche Kollision, kann der Notbremsassistent den Bremsdruck erhöhen.
Das Heckradar überwacht den toten Winkel und Fahrzeuge, die schnell von hinten kommen. Gewarnt wird über Leuchten in den Spiegeln. Fährt jemand zu dicht auf, meldet sich eine eigene Abstandswarnung. Welche Funktionen ihn wie stark unterstützen, kann der Fahrer selbst festlegen.

Display, Handyfach und neues Licht
Das neue 7-Zoll-Display von Bosch ist ein hochauflösender Touchscreen mit kabellosem Apple CarPlay und Android Auto. So lassen sich Navigation, Musik und Nachrichten-Apps nutzen. Per Fingertipp funktioniert die Bedienung nur unter 2 km/h. Während der Fahrt laufen alle Eingaben über die neuen, beleuchteten Lenkerschalter oder per Sprache mit Siri oder Google Gemini. Das Display ist nach IP6K9K gegen Staub und Wasser geschützt, hat blendfreies Glas und regelt die Helligkeit selbst. Laut Triumph ist die Marke der erste Hersteller, der CarPlay und Android Auto gezielt für den Einsatz auf dem Motorrad abgestimmt hat.
Oben im Tank sitzt ein wasserdichtes Fach fürs Smartphone. Ein USB-C-Anschluss lädt mit bis zu 3 A beziehungsweise 15 W. Ein automatischer Lüfter und Luftkanäle sollen verhindern, dass das Handy zu heiß wird.
Optisch bleibt die Tiger 1200 eine typische große Reiseenduro, wirkt aber kantiger. Tank, Kühlerverkleidungen, Schnabel und Windschild sind neu geformt. Vorne sitzt ein kompakter LED-Projektionsscheinwerfer mit Kurvenlicht: Bei 15 und 30 Grad Schräglage schalten sich nacheinander weitere LEDs zu und leuchten die Kurveninnenseite aus. Ein Elektromotor passt die Leuchtweite an, wenn sich die Fahrhöhe ändert. Ein neues Tagfahrlicht soll die bekannte Lichtsignatur der Tiger erhalten. Hinten übernehmen zwei LED-Einheiten Blinker und Rücklicht, eine Rückleuchte in der Mitte gibt es nicht mehr.
Für mehr Komfort auf langen Strecken hat Triumph die Ergonomie überarbeitet. Fahrer- und Soziussitz haben 10 mm dickere Polster. Sitzheizung vorne und hinten sowie dreistufige Griffheizung sind bei allen Modellen Serie.
Was unterscheidet die vier Varianten der Tiger 1200?
Die Varianten unterscheiden sich bei Felgen, Tankgröße und Schutzausstattung. Technik und Elektronik sind weitgehend gleich.
Die Pro-Modelle haben einen 20-Liter-Tank, die Explorer-Modelle einen 30-Liter-Tank. Die Explorer bekommen außerdem eine Reifendruckkontrolle, untere Sturzbügel und einen Lenker, der 10 mm höher und 10 mm breiter ist. Die Rally-Modelle bringen neben den Speichenrädern den Modus Off-Road Pro, einen Motorschutz und ein klappbares, einstellbares Bremspedal mit. Nur die Rally Explorer hat zusätzlich obere Sturzbügel.
Fahrfertig wiegen die Varianten zwischen 250 und 268 kg:
- GT Pro: 250 kg (551 lbs), Saphirschwarz oder Aluminiumsilber/Pazifikblau
- Rally Pro: 255 kg (562 lbs), Matt-Khaki-Grün oder Aschgrau
- GT Explorer: 260 kg (573 lbs), Aluminiumsilber/Pazifikblau oder Granit
- Rally Explorer: 268 kg (591 lbs), Aschgrau/Saphirschwarz oder Matt-Khaki-Grün
Die Länge beträgt 2.258 mm, der Radstand 1.567 mm. Der Lenkkopfwinkel liegt bei 24,3 Grad, der Nachlauf bei 115 mm.

Was kostet die neue Tiger 1200 und wann kommt sie?
In Deutschland kostet die Tiger 1200 ab 21.395 Euro (circa 23.950 US-Dollar) für die GT Pro und ab 23.995 Euro (circa 26.860 US-Dollar) für die Rally Explorer. Bestellt werden kann sie ab sofort, die Auslieferung beginnt je nach Markt zwischen Dezember 2026 und März 2027.
Die Preise in Deutschland, zuzüglich Liefernebenkosten des Händlers:
- GT Pro: ab 21.395 Euro (circa 23.950 US-Dollar)
- Rally Pro: ab 22.295 Euro (circa 24.955 US-Dollar)
- GT Explorer: ab 22.995 Euro (circa 25.740 US-Dollar)
- Rally Explorer: ab 23.995 Euro (circa 26.860 US-Dollar)
In Österreich liegen die Preise inklusive Nebenkosten und Normverbrauchsabgabe zwischen 24.595 Euro (circa 27.530 US-Dollar) für die GT Pro und 27.295 Euro (circa 30.550 US-Dollar) für die Rally Explorer. In Italien startet die GT Pro bei 22.795 Euro (circa 25.515 US-Dollar), in Spanien bei 23.595 Euro (circa 26.410 US-Dollar). Die Rally Explorer kostet dort ab 25.395 Euro (circa 28.425 US-Dollar) beziehungsweise ab 26.195 Euro (circa 29.320 US-Dollar).
Die ersten Motorräder kommen im Dezember 2026 zu den Händlern in Großbritannien, der Schweiz und Italien. Spanien folgt im Januar 2027, Polen im Februar. In Deutschland und Österreich beginnt die Auslieferung im März 2027. Hier gilt eine Herstellergarantie von vier Jahren ohne Kilometerbegrenzung.
Zum Start gibt es neues Zubehör. Das gemeinsam mit GIVI entwickelte Evo-Gepäcksystem bekommt ein Topcase mit 58 Litern, in das zwei Helme passen. Bisher gab es nur eine 42-Liter-Version. Beide Koffer sind aus Aluminium, in Silber oder schwarz eloxiert erhältlich und auf Wunsch mit Rückenpolster für den Sozius. Die passenden Seitenkoffer lassen sich mit wasserdichten Innentaschen ausstatten. Alternativ bietet Triumph die Trekker-Gepäckserie an.
Steve Sargent, Chief Product Officer bei Triumph, spricht von einem großen Schritt für das Modell. Kunden wollten Spitzentechnik, die aber einfach zu bedienen ist und nicht stört. Genau darauf sei die neue Tiger ausgelegt. Laut Sargent ist Triumph außerdem der erste Hersteller, der die Showa-EERA-Heightflex-Technik vollständig umgesetzt hat.

Häufige Fragen
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Was kostet die Triumph Tiger 1200 2027?
In Deutschland startet die GT Pro bei 21.395 Euro (circa 23.950 US-Dollar). Die teuerste Variante, die Rally Explorer, kostet ab 23.995 Euro (circa 26.860 US-Dollar). Dazu kommen die Liefernebenkosten des Händlers.
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Wie viel PS hat die neue Tiger 1200?
Der Dreizylinder mit 1.160 cm³ leistet 158 PS (116,2 kW) bei 9.250 U/min. Das sind 8 PS mehr als beim Vorgänger. Das maximale Drehmoment beträgt 130 Nm bei 6.750 U/min.
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Hat die Tiger 1200 Rally noch ein 21-Zoll-Vorderrad?
Nein. Alle vier Varianten fahren jetzt mit 19 Zoll vorne und 17 Zoll hinten sowie 200 mm Federweg. Die Rally-Modelle unterscheiden sich von den GT-Modellen vor allem durch Speichenräder, den Modus Off-Road Pro und den Motorschutz.
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Wie funktioniert die automatische Absenkung der Tiger 1200?
Die Showa-Federung erkennt anhand von Tempo und Bremsvorgängen, dass das Motorrad anhält, und senkt das Heck um 30 mm ab. Beim Anfahren stellt sie die normale Höhe in wenigen Sekunden wieder her. Mit dem niedrigen Zubehörsitz liegt die Sitzhöhe im Stand dann bei 790 mm.
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Wann wird die neue Tiger 1200 in Deutschland ausgeliefert?
In Deutschland und Österreich beginnt die Auslieferung im März 2027. Bestellen lässt sich das Motorrad schon jetzt. In einigen anderen Märkten wie Großbritannien, der Schweiz und Italien kommen die ersten Exemplare bereits im Dezember 2026.












