- Termin: 6. bis 8. November auf dem Lusail International Circuit bei Doha
- Rund drei Viertel der Fahrer sollen Vorbehalte gegen die Reise haben
- In Katar sind bis zu 37 WM-Punkte zu holen
Die Entscheidung ist gefallen, zumindest vorerst. Der Teamverband IRTA hat alle Teams der MotoGP per E-Mail darüber informiert, dass der Große Preis von Katar wie geplant stattfinden soll. Das Rennen war ursprünglich für April angesetzt und musste wegen des Krieges in der Region in den November ausweichen. Seitdem stand immer wieder die Frage im Raum, ob die Motorrad-WM überhaupt nach Doha reisen kann. Jetzt laufen die Vorbereitungen weiter, obwohl ein großer Teil der Fahrer skeptisch ist und mehrere europäische Länder von Reisen nach Katar abraten sollen.

Findet der Katar-GP der MotoGP 2026 statt?
Ja, nach aktuellem Stand soll der Große Preis von Katar vom 6. bis 8. November auf dem Lusail International Circuit stattfinden. Das hat die IRTA den Teams schriftlich mitgeteilt.
Die IRTA, kurz für International Road Racing Teams Association, vertritt die Teams der Motorrad-WM. Bis das Fahrerlager an der Strecke am Rand der Hauptstadt Doha aufgebaut wird, bleiben nur noch gut zwei Wochen. Katar bildet den Abschluss eines Dreierblocks. Zuerst steht der Große Preis von Australien auf Phillip Island vom 23. bis 25. Oktober an. Danach folgt Malaysia in Sepang vom 30. Oktober bis 1. November, eine Woche später geht es nach Lusail.
Endgültig sicher ist der Termin mit dem Schreiben aber nicht. Sollte sich die Sicherheitslage verschlechtern, kann das Rennen weiterhin abgesagt oder verschoben werden.
Warum wurde der Katar-GP in den November verschoben?
Der Grand Prix in Lusail war ursprünglich für den 12. April geplant und wurde wegen des Krieges im Nahen Osten auf den 8. November verlegt. Nach dem Kriegsausbruch im Iran Ende Februar wurde auch Katar in den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hineingezogen.
Damit der neue Termin in den Kalender passt, rückten die Rennen in Portugal und Valencia, die die Saison abschließen, jeweils eine Woche nach hinten. Seit der Verschiebung hält die Serie an dem Datum fest. Für die MotoGP ist Katar ein besonderer Termin. In Lusail fand das erste Nachtrennen der Königsklasse statt, und das Wochenende gehört zu den markantesten Stationen im Kalender der MotoGP-Saison 2026.

Warum hält die MotoGP trotz Nahost-Konflikt an Katar fest?
Der Vermarkter der Weltmeisterschaft hält die Sicherheitszusagen aus Katar für ausreichend. Gemeint ist die MotoGP Sports Entertainment Group, kurz MGPSEG, die sich auf Zusagen der katarischen Behörden und des örtlichen Veranstalters stützt.
Laut IRTA hat der lokale Veranstalter einen eigenen Notfallplan ausgearbeitet. Dazu kommen die Einschätzungen der Sicherheitsberater, mit denen die Meisterschaft zusammenarbeitet. Außerdem steht die Serie mit den zuständigen Botschaften in Kontakt. Keine davon soll geraten haben, am bisherigen Vorgehen etwas zu ändern.
In den vergangenen Wochen gab es zahlreiche Gespräche zwischen den Teams und der Führung der Meisterschaft. Geschäftsführer Carmelo Ezpeleta und sein Sohn Carlos, der stellvertretende Geschäftsführer, verwiesen dabei auf eine Nachricht der katarischen Regierung. Demnach arbeitet der Hamad International Airport in Doha normal und mit voller Kapazität.
Carlos Ezpeleta hatte schon beim Rennwochenende in Indonesien erklärt, dass die MotoGP die Reise nach Katar plant, die Lage aber weiter genau beobachtet. Für ihn gilt: „the safety and well-being of all staff and fans is the number one priority“ (übersetzt: „Die Sicherheit und das Wohlergehen aller Mitarbeiter und Fans haben oberste Priorität“). Auf die Frage nach dem Zeitpunkt einer endgültigen Entscheidung erinnerte er an Valencia 2024. Nach der Flut musste die MotoGP damals innerhalb von zehn Tagen eine Ersatzveranstaltung in Barcelona auf die Beine stellen. Er spricht davon, dass unvorhergesehene Ereignisse immer passieren können und Teams und Veranstalter gemeinsam für Sicherheit und Notfallpläne sorgen müssen.
Wie sicher ist die Lage in Katar derzeit?
Seit April wurden keine Raketen- oder Drohnenangriffe auf katarisches Gebiet gemeldet. Ruhig ist die Region aber nicht.
Anfang Oktober soll am Flughafen von Riad in Saudi-Arabien ein abgestelltes Flugzeug bei einem Raketenangriff beschädigt worden sein. Hinter dem Angriff sollen die mit dem Iran verbündeten Huthi aus dem Jemen stecken. Danach kam es im Nahen Osten zu größeren Störungen im Flugverkehr. Qatar Airways setzte am 12. Oktober vorübergehend die Flüge nach Riad und Dammam aus. Der Flughafen in Doha selbst ist weiterhin geöffnet.
Die US-Botschaft in Katar rief am 18. Oktober alle Amerikaner in der Region zu erhöhter Wachsamkeit auf. Sie warnte vor möglichen Flugausfällen, Luftraumsperrungen und Reisestörungen. Der britische Reisehinweis für Katar, zuletzt Mitte August aktualisiert, beschreibt die Lage im Nahen Osten als unberechenbar und warnt vor weiteren Angriffen und einer unvorhergesehenen Eskalation. Die meisten europäischen Länder sollen ihren Bürgern raten, Reisen nach Katar zu verschieben, auch wenn die Lage nicht mehr so angespannt ist wie zu Beginn des Konflikts.

Wie stehen die MotoGP-Fahrer zum Rennen in Katar?
Die Mehrheit der Fahrer würde lieber nicht in Katar antreten. Nach Informationen aus dem Fahrerlager sollen rund drei Viertel die Reise meiden wollen, während das übrige Viertel keine Bedenken hat. Eine offizielle Abstimmung gibt es dazu allerdings nicht.
Wie gespalten das Feld ist, zeigte sich schon vor dem Großen Preis von Indonesien. Mehrere Fahrer verwiesen dabei auf die Formel 1, die ihre Rennen in der Region bisher nicht abgesagt hat. Francesco Bagnaia hielt sich bewusst zurück: „I don’t want to express opinions that could get me into trouble“ (übersetzt: „Ich möchte keine Meinung äußern, die mich in Schwierigkeiten bringen könnte“). Der Ducati-Fahrer spricht davon, dass alle Aspekte genau geprüft werden müssen, wenn Sicherheit wirklich Vorrang hat. Stimmen die Bedingungen nicht, sollte man mit der Entscheidung lieber warten. Gleichzeitig beschreibt er Katar als besonderes Wochenende mit Nachtrennen, guter Strecke und starker Atmosphäre.
Fabio Quartararo, der zum Saisonende von Yamaha zu Honda wechselt, sieht das gelassener: „I’m not worried about going to Qatar“ (übersetzt: „Ich mache mir keine Sorgen, nach Katar zu reisen“). Für ihn ist es ein Rennen wie jedes andere, das ohnehin im Kalender stand. Wenn die Formel 1 fährt, muss aus seiner Sicht auch die MotoGP fahren.
Alex Marquez wusste damals nicht genau, ob das Rennen überhaupt stattfindet. Der Gresini-Fahrer hat sein Ticket aber schon und plant seit Langem, nach Malaysia direkt nach Katar weiterzureisen und dort von Montag bis Sonntag zu bleiben. Pedro Acosta macht klar, dass die Fahrer aus seiner Sicht keine Wahl haben. Sie werden fürs Rennfahren bezahlt, und wenn das Team die Flugtickets kauft, fliegt der KTM-Fahrer nach Katar.
Der nächste wichtige Moment kommt am Donnerstag. Dann werden die Fahrer auf Phillip Island zum Thema befragt. Für die Strecke ist es zugleich das letzte MotoGP-Wochenende vor dem Umzug des Australien-GP nach Adelaide.
Yamaha und Honda geben ihren Widerstand auf
Nicht nur unter den Fahrern gab es Bedenken. Yamaha und Honda lehnten es anfangs strikt ab, Personal in ein Konfliktgebiet zu schicken. Inzwischen haben die beiden japanischen Hersteller ihre Haltung geändert, nach Gesprächen mit dem Vermarkter und zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen.
Vor allem bei Yamaha war der Widerstand deutlich. Vor knapp zwei Monaten soll die Marke ihre Logistikabteilung beauftragt haben, für alle Mitarbeiter Flugrouten zu suchen, die nicht durch die betroffene Region führen. Ganz vom Tisch ist das Thema damit nicht. Viele Firmen in der Meisterschaft haben interne Regeln, die Reisen in Gebiete verbieten, die als instabil gelten. Wie sie damit umgehen, ist noch offen. Betroffen sind ja nicht nur die Fahrer, sondern auch Ingenieure, Mechaniker und Logistiker, ohne die kein Rennwochenende funktioniert.

Was bedeutet der Katar-GP für den Titelkampf in der MotoGP?
Für den WM-Kampf geht es in Katar um bis zu 37 Punkte. 12 Punkte gibt es für den Sieg im Sprint am Samstag, 25 für den Sieg im Grand Prix am Sonntag.
Aktuell trennen Jorge Martin auf Aprilia und Marc Marquez auf Ducati nur zwei Punkte. Marco Bezzecchi ist rechnerisch ebenfalls noch im Rennen um den Titel. Katar ist das dritte der fünf verbleibenden Rennen. Fiele es ersatzlos aus, hätten alle Titelanwärter eine Gelegenheit weniger, Punkte zu sammeln. Für Bezzecchi mit dem größeren Rückstand würde jede gestrichene Runde die Aufholjagd erschweren.
Wem eine Absage nützen würde, lässt sich nicht sagen. Das hinge vom Punktestand zum Zeitpunkt der Entscheidung und von den übrigen Rennen ab. Marquez hat in Lusail schon gewonnen, zuletzt beim Großen Preis von Katar 2025. Auch Martin war auf der Strecke bereits konkurrenzfähig.
Wie geht die Formel 1 mit dem Rennen in Katar um?
Auch die Formel 1 plant, an ihren Rennen in der Region festzuhalten. In Lusail fährt sie vom 27. bis 29. November, das Saisonfinale in Abu Dhabi ist für den 4. bis 6. Dezember angesetzt.
Der Weltverband FIA geht davon aus, dass beide Rennen stattfinden. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem zeigte sich zuversichtlich. Die Entscheidungen beider Serien hängen aber nicht automatisch zusammen. Die MotoGP ist rund drei Wochen vor der Formel 1 in Katar und muss deshalb früher Klarheit schaffen.

Häufige Fragen
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Findet die MotoGP Katar 2026 statt?
Ja, nach aktuellem Stand soll der Große Preis von Katar wie geplant stattfinden. Der Teamverband IRTA hat alle Teams per E-Mail darüber informiert. Eine Absage bleibt möglich, falls sich die Sicherheitslage verschlechtert.
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Wann ist das MotoGP-Rennen in Katar?
Das Rennwochenende läuft vom 6. bis 8. November auf dem Lusail International Circuit bei Doha. Ursprünglich war das Rennen für den 12. April geplant. Katar ist die letzte Station eines Dreierblocks nach Australien und Malaysia.
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Warum wurde der Katar-GP verschoben?
Der Grand Prix wurde verschoben, weil Katar in den Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hineingezogen wurde. Der Krieg im Iran war Ende Februar ausgebrochen. Für den neuen Termin rückten die Rennen in Portugal und Valencia je eine Woche nach hinten.
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Wie viele MotoGP-Fahrer sind gegen das Rennen in Katar?
Rund drei Viertel der Fahrer sollen lieber nicht in Katar fahren wollen. Eine offizielle Abstimmung dazu gibt es nicht. Fahrer wie Fabio Quartararo haben dagegen keine Bedenken.
➜ Dieser Artikel ist Teil unserer umfassenden Übersicht: MotoGP-Saison 2026: Der komplette Überblick – Teams, Fahrer, Kalender & WM-Stand. Dort findest du alle wichtigen Informationen zum Thema gebündelt.












