- V4 mit 598,5 cm³, 70,7 PS (52 kW) bei 10.500/min und 55 Nm
- Fahrfertig 254 kg, Sitzhöhe 680 bis 730 mm, A2-Version mit 35 kW angekündigt
- Europastart 2027, in China ab 32.800 Yuan (circa 4.413 Euro / 4.930 US-Dollar)
Mit der neuen 600er hat Benda bald drei V4-Cruiser im Programm. Die Dark Flag 600 sitzt zwischen der kleinen Dark Flag 500 Commander und der großen Dark Flag 950, die schon Ende November 2026 zu den ersten europäischen Händlern kommen soll. Ganz neu ist das Modell nicht. In China ist es seit dem Sommer 2026 unter dem Namen Black Flag 600 auf dem Markt, dort in zwei Ausführungen. Nach Europa bringt Benda vorerst nur die besser ausgestattete Ultra EC. Das Kürzel steht für Electronic Clutch, also elektronische Kupplung. Die Maschine gehört damit zu den Motorrad-Neuheiten für die Saison 2027, die Benda in Mailand zusammen mit weiteren neuen Modellen vorgestellt hat.

Was unterscheidet die Dark Flag 600 von der Dark Flag 500 Commander?
Die Dark Flag 600 hat einen größeren, völlig neu konstruierten V4, einen neuen Rahmen, eine aufwendigere Luftfederung und eine elektronische Kupplung. Trotz des größeren Motors ist sie mit 254 kg (560 lbs) fahrfertig sechs Kilo leichter als die 500 Commander mit 260 kg (573 lbs).
Beim Motor ist der Abstand am deutlichsten. Die 500 Commander kommt aus 496,4 cm³ auf 47,6 PS (35 kW) und 42 Nm. Die 600 leistet 70,7 PS (52 kW) und 55 Nm. Der Hubraum wächst also um etwa ein Fünftel, die Leistung aber um fast die Hälfte. Dafür hat Benda nicht nur aufgebohrt. Motorgehäuse, Zylinder und Zylinderköpfe sind neu.
Auch das Verhältnis von Bohrung und Hub hat sich umgedreht. Der 500er-Motor ist mit 53,5 mal 55,2 mm leicht langhubig ausgelegt, der Kolben legt also einen etwas längeren Weg zurück, als der Zylinder breit ist. Der neue V4 misst 63 mal 48 mm und ist damit klar kurzhubig. Solche Motoren drehen in der Regel leichter hoch, was zu den Leistungsdaten passt.
Die Sitzhöhe liegt bei der 600 mit 680 bis 730 mm etwas höher als bei der 500 Commander mit 670 bis 700 mm. Gleich bleiben der 16-Liter-Tank und der Zahnriemen als Endantrieb.
Wie viel PS hat die Benda Dark Flag 600?
Die Benda Dark Flag 600 leistet 70,7 PS (52 kW) bei 10.500/min. Ihr maximales Drehmoment von 55 Nm (40,6 lb-ft) erreicht sie bei 8.000/min.
Der flüssigkeitsgekühlte V4 hat 16 Ventile und eine Verdichtung von 12,2:1. Gas gibt der Fahrer elektronisch, ein Gaszug zur Drosselklappe entfällt. Geschaltet wird über ein Sechsganggetriebe. Für China nennt Benda eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h.
Für einen Cruiser ist diese Auslegung ungewöhnlich. In der Klasse arbeiten meist Zweizylinder, die viel Kraft bei niedrigen Drehzahlen liefern. Der V4 der Dark Flag 600 erreicht seine Spitzenwerte dagegen erst weit oben im Drehzahlband. Wie viel Zugkraft im unteren Bereich ansteht, lässt sich ohne Drehmomentkurve nicht sagen. Die hat Benda bisher nicht veröffentlicht.

Wie funktioniert die E-Kupplung der Dark Flag 600 Ultra EC?
Die elektronische Kupplung übernimmt das Kuppeln beim Anfahren, Schalten und Anhalten, sodass der Fahrer den Kupplungshebel nicht mehr ziehen muss. Die Gänge wechselt er aber weiterhin selbst mit dem linken Fuß.
Benda nennt das System BEC Mk III, es ist bereits die dritte Generation der hauseigenen Technik. Das Prinzip ähnelt der E-Clutch von Honda: Ein elektromechanischer Stellmotor betätigt eine ansonsten herkömmliche Kupplung. Der Hebel am Lenker bleibt erhalten. Wer lieber selbst kuppelt, kann das jederzeit tun.
Bekannt ist die Technik bereits von der Zweizylinder-Rock 707. In einem V4 von Benda steckt sie mit der Dark Flag 600 zum ersten Mal. Vor allem im Stadtverkehr und beim langsamen Rangieren soll sie die linke Hand entlasten. Für längere Strecken gibt es einen Tempomat, der sich mit einem Knopfdruck aktivieren lässt. Traktionskontrolle, ABS und eine Abschaltung bei ausgeklapptem Seitenständer sind ebenfalls Serie.
Rahmen, Luftfederung und Fahrwerk der Dark Flag 600
Unter der Verkleidung steckt ein komplett neuer Brückenrahmen, auch Twin-Spar-Rahmen genannt. Dabei verbinden zwei kräftige Träger den Lenkkopf mit der Schwinge. Laut Benda wiegt dieser Rahmen 3,5 kg weniger als der der 500 Commander und ist um 40 Prozent verwindungssteifer.
Die neue Bauweise schafft Platz für einen großen, mittig sitzenden Ansaugtrakt. Bei der 500 saß der Luftfilterkasten noch seitlich. Die Ansaugung soll dadurch um 30 Prozent effizienter arbeiten. Gleichzeitig verspricht Benda mehr Beinfreiheit. Die Fußrasten sitzen 11 mm weiter hinten, und das Motorrad soll um mehr als 40 mm schmaler geworden sein. Allerdings steht in den technischen Daten eine Gesamtbreite von 907 mm, während die 500 Commander mit 890 mm angegeben ist. An welcher Stelle die 40 mm gemessen wurden, erklärt Benda nicht.
Hinten arbeitet eine Luftfederung der zweiten Generation mit zwei Luftkammern. Sie hebt das Motorrad beim Starten automatisch auf Fahrhöhe an und senkt es beim Abstellen wieder ab. Beim Auf- und Absteigen sitzt der Fahrer dadurch niedriger. Daher kommt der Bereich von 680 bis 730 mm Sitzhöhe. Die 500 Commander nutzt noch ein einfacheres System mit nur einer Luftkammer pro Federbein.
Vorne federt eine Teleskopgabel, die Schwinge ist aus Stahl. Gebremst wird vorne und hinten mit Scheibenbremsen und ABS. Für China nennt Benda vorne zwei Scheiben mit radial montierten Vierkolbensätteln, für Europa liegen dazu noch keine Details vor. Beide Räder haben 16 Zoll, vorne mit einem 130/90-16, hinten mit einem 180/65-16. Der Radstand beträgt 1.588 mm, die Maschine ist 2.320 mm lang und 1.108 mm hoch.

Welche Ausstattung und welches Design hat die Dark Flag 600?
Die Dark Flag 600 hat zwei Displays: ein rundes TFT-Display am Lenker und einen zweiten, kleineren Bildschirm im Tank. Dort sieht der Fahrer die Kühlmitteltemperatur und den Tankinhalt.
Vorne sitzt ein LED-Projektionsscheinwerfer, den vier Tagfahrlicht-Elemente in Form von Reißzähnen einrahmen. Zum Laden von Handy oder Navi gibt es Anschlüsse für USB-A und USB-C. Bei den Details setzt Benda auf eine Sitzbank namens Orion mit auffälligen Ziernähten, ein dickes Emblem aus Acryl und Lenkerschalter mit Chromakzenten, die an einen Spielecontroller erinnern. Die Auspuffenden sitzen symmetrisch auf beiden Seiten.
Gibt es die Benda Dark Flag 600 auch für den A2-Führerschein?
Ja, neben der offenen Version mit 52 kW bietet Benda eine auf 35 kW gedrosselte Variante für den A2-Führerschein an. Sie leistet damit 47,6 PS und liegt auf dem Niveau der 500 Commander.
Wer den A2-Führerschein hat, bekommt mit der 600 also nicht mehr Leistung als mit der kleineren Schwester. Er erhält aber den neuen Motor, den neuen Rahmen, die Zweikammer-Luftfederung und die elektronische Kupplung. Nach dem Aufstieg in die Klasse A lässt sich die Drosselung in der Regel wieder entfernen. Wie Benda das bei der Dark Flag 600 umsetzt, ist noch nicht bekannt.

Wie ordnet sich die Dark Flag 600 bei Bendas V4-Cruisern ein?
Die Dark Flag 600 ist das mittlere von drei V4-Modellen. Leistungsmäßig liegt sie klar zwischen der 500 Commander mit 47,6 PS und der Dark Flag 950 mit 108,8 PS (80 kW).
Beim Gewicht passt das Bild dagegen nicht ganz. Mit 254 kg ist die 600 schwerer als die große 950, die Benda fahrfertig mit 242 kg (533,5 lbs) angibt. Ein Grund dürfte die aufwendigere Technik sein. Die 950 hat weder eine Luftfederung noch eine elektronische Kupplung.
Mit dem V4 als Antrieb bleibt Benda ein Sonderfall im Cruiser-Segment. Vierzylinder in V-Form gab es dort zwar schon früher, etwa in der Yamaha VMAX oder aktuell in der Ducati Diavel V4. Bei der breiten Masse der Cruiser dominiert aber nach wie vor der Zweizylinder.
Was kostet die Benda Dark Flag 600?
Einen Preis für Europa hat Benda noch nicht genannt, auch nicht für einzelne Länder. In China kostet die Ultra EC 36.800 Yuan (circa 4.951 Euro / 5.531 US-Dollar).
Dort gibt es außerdem die Pro für 32.800 Yuan (circa 4.413 Euro / 4.930 US-Dollar). Sie hat den gleichen Motor, aber eine herkömmliche Kupplung, normale Federbeine und eine feste Sitzhöhe von 700 mm. Ob die Pro auch nach Europa kommt, ist offen. Angekündigt hat Benda für Europa bisher nur die Ultra EC.
Zur Einordnung helfen die Preise der Geschwister. Die Dark Flag 500 kam in Deutschland 2025 für 8.990 Euro (circa 10.044 US-Dollar) auf den Markt. Die Rock 707 mit Zweizylinder, Luftfederung und E-Kupplung kostet in Deutschland 9.999 Euro (circa 11.171 US-Dollar). Für die Niederlande und Belgien gibt es ebenfalls noch keine Preise.

Wann kommt die Benda Dark Flag 600 nach Europa?
Benda plant die Markteinführung der Dark Flag 600 Ultra EC in Europa für 2027. Einen genaueren Termin nennt der Hersteller noch nicht.
Voraussichtlich gibt es drei Farben: Cast Green, Mecha Black und Stella Grey. In Frankreich und den Benelux-Ländern startet die Maschine zunächst nur in Mecha Black. Die anderen Farben sollen dort später folgen. Die genauen Spezifikationen für Europa und die Verfügbarkeit in den einzelnen Märkten will Benda kurz vor dem Marktstart bekannt geben.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die Benda Dark Flag 600?
Die Benda Dark Flag 600 Ultra EC leistet 70,7 PS (52 kW) bei 10.500/min und 55 Nm bei 8.000/min. Für den A2-Führerschein gibt es eine Version mit 35 kW, also 47,6 PS.
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Was kostet die Benda Dark Flag 600 in Deutschland?
Einen Preis für Deutschland oder andere europäische Länder gibt es noch nicht. In China kostet die Ultra EC 36.800 Yuan (circa 4.951 Euro / 5.531 US-Dollar), die einfachere Pro 32.800 Yuan (circa 4.413 Euro / 4.930 US-Dollar).
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Wie schwer ist die Benda Dark Flag 600?
Fahrfertig wiegt die Dark Flag 600 Ultra EC 254 kg (560 lbs). Damit ist sie sechs Kilo leichter als die Dark Flag 500 Commander, aber schwerer als die Dark Flag 950 mit 242 kg.
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Muss man bei der Dark Flag 600 noch kuppeln?
Nein, die elektronische Kupplung BEC Mk III übernimmt das Kuppeln beim Anfahren, Schalten und Anhalten. Geschaltet wird aber weiterhin mit dem Fuß, und der Kupplungshebel bleibt für manuelles Kuppeln erhalten.
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Wie hoch ist die Sitzhöhe der Dark Flag 600?
Die Sitzhöhe liegt zwischen 680 und 730 mm. Die Luftfederung senkt das Motorrad beim Abstellen automatisch ab und hebt es beim Starten wieder auf Fahrhöhe.












