- 73 PS (54 kW) bei 9.000 U/min und 68 Nm (rund 50 lb-ft) bei 6.500 U/min aus 692 cm³
- Sitzhöhe zwischen 690 und 720 mm dank elektronisch geregelter Luftfederung
- 9.999 Euro in Deutschland, 11.199 Euro in Österreich, 10.990 Franken in der Schweiz
Cruiser leben normalerweise von Tradition. Tiefer Sitz, viel Blech, wenig Elektronik. Die Rock 707 hält sich an das erste, bricht aber mit dem letzten: Sie fährt mit einer Luftfederung vor, die das Heck beim Anhalten absenkt, und mit einer Kupplung, die sich auf Wunsch selbst bedient. Damit ist sie das technisch aufwendigste Modell, das der chinesische Hersteller bisher nach Europa gebracht hat, und zugleich das jüngste Mitglied der Rock-Baureihe, die bislang aus der Rock 125 und der Rock 300 bestand.

Was kann die Luftfederung der Rock 707?
Die Rock 707 hat hinten eine elektronisch geregelte Luftfederung mit zwei Kammern, die die Fahrzeughöhe automatisch anpasst. Die Sitzhöhe verändert sich dabei um 30 Millimeter, von 720 auf 690 Millimeter.
Praktisch heißt das: Beim Anhalten geht das Motorrad in die untere Stellung, beim Anfahren hebt es sich wieder auf normales Fahrniveau. Das hilft beim Abstützen mit dem Fuß, am Tankstopp oder wenn die Fahrbahn seitlich abschüssig ist. Nominell gibt Benda die Sitzhöhe mit 705 Millimetern an.
Die beiden Luftkammern reagieren laut Hersteller nicht nur auf das Gewicht von Fahrer und Sozius, sondern auch auf den Zustand der Fahrbahn. Die Federung soll sich also nicht nur in der Höhe, sondern auch in der Härte an die Lage anpassen. Vorn arbeitet dagegen eine konventionelle Upside-down-Gabel, also eine umgedrehte Telegabel mit dem dickeren Rohr oben. Die französische Benda-Seite nennt dafür 41 Millimeter Standrohrdurchmesser. Der Federweg liegt bei 130 Millimetern vorn und 50 Millimetern hinten, die Bodenfreiheit bei 135 Millimetern.
Wie funktioniert die elektronische Kupplung BEC MK-III?
Die BEC MK-III kombiniert eine mechanisch betätigte Kupplung mit einer elektronischen Steuerung, sodass Anfahren, Schalten und Anhalten ohne Kupplungshebel möglich sind. Der Hebel bleibt vorhanden und funktioniert jederzeit uneingeschränkt.
Das System zielt auf die Situationen, in denen eine Kupplung nervt: zähfließender Verkehr, Rangieren im Schritttempo, ständiges Anhalten in der Stadt. Wer lieber selbst kuppelt, kann das weiterhin tun. Benda gibt an, dass zwei Stellmotoren redundant arbeiten, das System also eine Rückfallebene hat, falls ein Motor ausfällt. Technisch spielt die Rock 707 damit in derselben Liga wie die automatisierten Kupplungen, die japanische und europäische Hersteller seit einigen Jahren anbieten.
Zur Ausstattung gehört außerdem eine Anti-Hopping-Kupplung. Sie verhindert, dass das Hinterrad beim schnellen Herunterschalten stempelt, weil das Motorbremsmoment zu hart einsetzt.

Motor, Fahrwerk und Bremsen im Detail
Der V2 mit 692 cm³ ist eine Eigenentwicklung von Benda. Bohrung und Hub liegen bei 80 mal 68,8 Millimetern, die Verdichtung bei 11,5:1, acht Ventile verteilen sich auf die beiden Zylinder. Die Höchstleistung von 73 PS (54 kW) steht erst bei 9.000 U/min an, für einen Cruiser eine ungewöhnlich hohe Drehzahl. Das maximale Drehmoment von 68 Nm (rund 50 lb-ft) kommt bei 6.500 U/min. Eine Ausgleichswelle im Inneren des Motors soll Vibrationen dämpfen, eine elektronische Drosselklappensteuerung die Gasannahme glätten.
Die Kraft geht über ein Sechsganggetriebe und einen Zahnriemen ans Hinterrad. Der Riemen läuft leiser als eine Kette und braucht weniger Pflege. Benda nennt einen Verbrauch von 5,3 Litern auf 100 Kilometer, bei 16 Litern Tankinhalt ergibt das eine Reichweite von über 250 Kilometern. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 180 km/h an. Der Motor erfüllt Euro 5+, die CO2-Angabe liegt bei 125 g/km, das Standgeräusch bei 105 dB(A).
Der Rahmen ist ein Stahlrohrrahmen in Wiegenbauweise, die Schwinge besteht aus Aluminium. Vorn sitzt ein radial verschraubter Vierkolbensattel mit 32 Millimeter großen Kolben an einer 320er Einzelscheibe, hinten ein Zweikolbensattel mit 34 Millimeter großen Kolben an einer 260er Scheibe. ABS und Traktionskontrolle sind serienmäßig. Die Räder messen 16 Zoll, bereift ist die Rock 707 mit 150/80-16 vorn und 180/65-16 hinten. Mit 2.285 Millimetern Länge, 1.550 Millimetern Radstand und 235 Kilogramm (518 lbs) fahrfertig ist sie eine ausgewachsene Maschine. Die Instrumente bestehen aus einem 3,6 Zoll großen TFT-Display mit 800 Nits Helligkeit, dazu kommen ein Tempomat sowie Ladeanschlüsse in USB-A und USB-C.
Was kostet die Benda Rock 707 in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
In Deutschland liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 9.999 Euro (rund 11.550 US-Dollar), dazu kommen 350 Euro (rund 404 US-Dollar) Nebenkosten. In Österreich kostet die Rock 707 11.199 Euro (rund 12.935 US-Dollar), in der Schweiz 10.990 Franken (rund 11.653 Euro / 13.460 US-Dollar).
Die Preise sind nicht direkt vergleichbar. Der österreichische Betrag enthält bereits 20 Prozent Mehrwertsteuer, die NoVA und die Nebenkosten, der deutsche versteht sich inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer, aber ohne Überführung. In der Schweiz kommen ebenfalls 350 Franken (rund 371 Euro / 429 US-Dollar) Nebenkosten obendrauf. Für Deutschland und die Schweiz nennt Benda drei Jahre Garantie mit der Möglichkeit, auf fünf Jahre zu verlängern. In Frankreich, wo ein eigener Importeur den Vertrieb übernimmt, steht die Rock 707 mit 9.990 Euro (rund 11.539 US-Dollar) in der Liste, dort allerdings mit zwei Jahren Garantie.
Zum Vergleich innerhalb der Baureihe: Die Rock 125 kostet in Deutschland 4.999 Euro (rund 5.775 US-Dollar), die Rock 300 liegt bei 5.599 Euro (rund 6.467 US-Dollar). Die 707er kostet damit rund das Doppelte des bisherigen Spitzenmodells der Reihe.

Ab wann ist die Rock 707 erhältlich?
Ab Mitte September steht die Rock 707 bei den europäischen Benda-Händlern. Einen öffentlichen Messeauftritt bekommt sie am Dienstag, dem 3. November 2026, auf der EICMA in Mailand, in Halle 18 am Stand A54.
Dort zeigt Benda die Rock 707 nach eigenen Angaben zusammen mit weiteren Modellneuheiten. Für die Marke ist das der nächste Schritt eines Ausbaus, der in den vergangenen Monaten sichtbar Fahrt aufgenommen hat. Die europäischen Geschäfte laufen über die BENDA Motor Europe GmbH mit Sitz in Salzburg, die Vertrieb, After-Sales, Marketing und Produktentwicklung betreut.
Wo die Angaben zur Rock 707 auseinandergehen
Bei der Rock 707 lohnt ein zweiter Blick auf die Datenblätter, denn die Angaben unterscheiden sich je nach Markt und Quelle deutlich. Das betrifft vier Punkte.
Der erste ist die Sitzbank. Die Pressemitteilung beschreibt die Rock 707 als serienmäßig zweisitzig, mit einem Gepäckträger als Option anstelle des Soziussitzes. Auf den Produktseiten für Deutschland und Österreich steht dagegen ausdrücklich, dass der Soziussitz separat bestellt werden muss und nicht zum Lieferumfang gehört. Die Schweizer Seite formuliert es umgekehrt und bezeichnet den Aluminiumgepäckträger als Zubehör. Käufer sollten das beim Händler klären.
Der zweite Punkt sind die Farben. In der deutschsprachigen Fassung nennt Benda zwei Lackierungen, Knight Black und Sandy Gray. Die englische Fassung führt zusätzlich Windy White und Armor Green auf, weist aber darauf hin, dass die Verfügbarkeit je nach Markt schwankt. Für den deutschsprachigen Raum stehen also vorerst zwei Farben fest.
Der dritte Punkt ist die Bezeichnung der Kupplung. Die aktuelle Mitteilung spricht von der dritten Generation, BEC MK-III. Ältere Unterlagen und die französische Herstellerseite nennen weiterhin MK-II. Ob es sich um eine überarbeitete Version oder nur um eine geänderte Bezeichnung handelt, ist offen.
Der vierte Punkt ist das Gewicht. Die aktuellen Angaben liegen bei 235 Kilogramm (518 lbs), die französische Seite nennt 226 Kilogramm (498 lbs), frühere Werte lagen bei 218 Kilogramm (481 lbs). Hintergrund dürfte sein, dass die Rock 707 in China in drei Ausstattungsstufen angeboten wird, während für Europa nur die Topversion vorgesehen ist. Auch die Ventilzahl schwankt zwischen acht und sechzehn, je nachdem, welches Datenblatt man aufschlägt.

Wie ordnet sich die Rock 707 im Benda-Programm ein?
Die Rock 707 ist das technische Aushängeschild der Marke im Cruiser-Segment und liegt zwischen der kleinen Rock-Reihe und der angekündigten Dark Flag 950 mit V4-Motor. Sie markiert damit den Sprung von der Einsteigerklasse in die Mittelklasse.
Benda baut das Angebot seit einiger Zeit systematisch aus, von der Rock 250 CVT mit stufenlosem Automatikgetriebe bis zu den größeren Modellen. Der Anspruch, den das Unternehmen dabei formuliert, klingt entsprechend selbstbewusst. Marketingleiter Constantin Heinemann spricht davon, dass die Rock 707 aus Sicht des Herstellers zeige, wohin sich der Cruiser entwickeln könne. Sie habe Charakter, Proportionen und V2-Motor eines klassischen Cruisers, bringe aber Technik mit, „die das Fahrerlebnis auf eine Weise verändern, mit der Motorradfahrer nicht rechnen“.
Ob das aufgeht, entscheidet sich weniger am Datenblatt als an Händlernetz, Ersatzteilversorgung und Wiederverkaufswert. Bei den Neuheiten des Modelljahrgangs gehört die Rock 707 aber zu den wenigen Motorrädern, die im Cruiser-Bereich technisch etwas Neues versuchen, statt nur ein bekanntes Rezept neu zu lackieren.

Häufige Fragen
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Was kostet die Benda Rock 707?
In Deutschland liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 9.999 Euro (rund 11.550 US-Dollar) zuzüglich 350 Euro Nebenkosten. In Österreich sind es 11.199 Euro inklusive Mehrwertsteuer, NoVA und Nebenkosten, in der Schweiz 10.990 Franken (rund 11.653 Euro / 13.460 US-Dollar) zuzüglich 350 Franken Nebenkosten.
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Wie hoch ist die Sitzhöhe der Benda Rock 707?
Die Sitzhöhe lässt sich über die Luftfederung zwischen 690 und 720 Millimetern verstellen, nominell gibt Benda 705 Millimeter an. Das Motorrad senkt sich beim Anhalten automatisch ab und kehrt während der Fahrt auf normales Niveau zurück.
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Wie viel PS hat die Benda Rock 707?
Der 692 cm³ große V2 leistet 73 PS (54 kW) bei 9.000 U/min und liefert 68 Nm (rund 50 lb-ft) bei 6.500 U/min. Die Kraft geht über ein Sechsganggetriebe und einen Zahnriemen ans Hinterrad.
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Wann kommt die Benda Rock 707 zu den Händlern?
Ab Mitte September 2026 ist die Rock 707 bei den europäischen Benda-Händlern erhältlich. Auf der EICMA in Mailand wird sie am 3. November 2026 in Halle 18 am Stand A54 gezeigt.











