- 691,66 cm³ großer V2 mit 73,4 PS (54 kW) und 68 Nm, bekannt aus der Rock 707
- Vinster 700 mit 17-Zoll-Rädern und 830 mm Sitzhöhe, Vinster X 700 mit 19-Zoll-Vorderrad und 865 mm
- Preise und Marktstart sind noch offen
Bisher kannte man Benda in Europa vor allem für ungewöhnliche Cruiser wie die Dark Flag mit Vierzylinder oder die Rock 707 mit Luftfederung und elektronischer Kupplung. Mit der Vinster wagt sich die Marke jetzt in eine Klasse, in der die Konkurrenz deutlich größer ist. Statt eines Reihenzweizylinders, wie ihn viele Hersteller in der Mittelklasse einsetzen, arbeitet hier ein echter V2. Dazu kommen eine Einarmschwinge aus Aluminium und zwei hoch liegende Endschalldämpfer. Die Vinster gehört zu den Benda-Neuheiten, die auf der EICMA 2026 in Mailand ihre Premiere feiern.

Was ist die Benda Vinster 700?
Die Benda Vinster 700 ist ein Roadster der Mittelklasse, der den V2-Motor des Cruisers Rock 707 in einem neuen Fahrwerk nutzt. Parallel dazu zeigt Benda die Vinster X 700, die auf derselben Basis steht, aber stärker auf längere Touren ausgelegt ist.
Optisch setzt Benda auf eine Mischung aus modernen und klassischen Formen. Die Karosserie ist knapp gehalten, die Sitzbank lang und fast flach. Vorn sitzt ein runder Scheinwerfer, hinten geben die Einarmschwinge und die beiden hochgezogenen Schalldämpfer links und rechts unter dem Sitz das Bild vor. Der Motor bleibt gut sichtbar und ist damit ein Teil des Designs, statt hinter Verkleidungen zu verschwinden.
Welcher Motor steckt in der Vinster 700?
Angetrieben wird die Vinster von einem flüssigkeitsgekühlten V2 mit 65 Grad Zylinderwinkel und 691,66 cm³ Hubraum. Er leistet 73,4 PS (54 kW) bei 9.000 U/min und stemmt 68 Nm (50 lb-ft) bei 6.500 U/min.
Bohrung und Hub liegen bei 80 mal 68,8 Millimetern, die Verdichtung bei 11,5 zu 1. Die Leistungsdaten sind identisch mit denen der Rock 707. Auch in der neuen Reiseenduro Capra 700 arbeitet dieser Motor, Benda nutzt ihn also gleich in drei verschiedenen Fahrzeugklassen. Von der Leistung her bewegt sich die Vinster damit auf dem Niveau einer Ducati Scrambler, die ebenfalls 73 PS aus zwei Zylindern holt.
Interessanter ist, was Benda vom Cruiser nicht übernimmt. Die Rock 707 hat eine elektronische Kupplung, eine verstellbare Luftfederung und einen Riemenantrieb. In der Vinster arbeiten stattdessen ein Sechsganggetriebe mit klassischer Handkupplung, eine Antihopping-Kupplung im Ölbad und eine Kette. Eine Antihopping-Kupplung verhindert, dass das Hinterrad beim harten Herunterschalten stempelt. Wer die Rock 707 als Orientierung nimmt: Sie kostet in Deutschland 9.999 Euro (circa 11.180 US-Dollar).

Fahrwerk und Bremsen: Einarmschwinge, aber nur eine Scheibe vorn
Das Fahrwerk teilen sich beide Vinster-Versionen. Basis ist ein Doppelschleifenrahmen aus Stahl, hinten führt eine Aluminium-Einarmschwinge das Rad. Vorn arbeitet eine Upside-down-Gabel mit 135 mm Federweg, hinten ein hydraulisches Federbein mit 120 mm.
Bei den Bremsen geht Benda einen eigenen Weg. Vorn gibt es nur eine einzelne Scheibe mit radial montiertem Vierkolben-Bremssattel, hinten eine Scheibe mit Zweikolbensattel. Viele Roadster dieser Klasse fahren vorn mit zwei Scheiben. Wie sich die Einscheibenlösung in der Praxis schlägt, müssen erst Fahrtests zeigen. Zweikanal-ABS ist Serie.
Im Cockpit sitzt ein TFT-Display im Querformat. Dazu kommen USB-A- und USB-C-Anschlüsse. Zu weiteren Assistenzsystemen wie Traktionskontrolle, Fahrmodi oder Schaltassistent hat Benda bisher nichts mitgeteilt.
Wie schwer ist die Benda Vinster 700?
Die Vinster 700 wiegt laut deutscher Pressemitteilung 195 kg (430 lbs) leer, die Vinster X 700 kommt auf 200 kg (441 lbs). Der Tank fasst bei beiden 15 Liter.
Für einen Mittelklasse-Roadster ist das kein besonders niedriger Wert. Eine Triumph Trident 660 liegt etwa auf demselben Niveau, eine Kawasaki Z650 bleibt unter 190 kg (419 lbs). Auffällig ist der Radstand: Mit 1.510 mm ist die Vinster 700 deutlich länger als die meisten direkten Konkurrenten. Ein langer Radstand bringt in der Regel Ruhe bei höherem Tempo, ein kurzer erleichtert schnelle Richtungswechsel. Wie sich die Vinster tatsächlich fährt, hängt aber auch von Lenkkopfwinkel, Nachlauf, Reifen und Gewichtsverteilung ab.
Die Sitzhöhe liegt bei 830 mm. Trotz Cruiser-Herkunft ist die Vinster damit kein besonders niedriges Motorrad. Die Maße betragen 2.160 mm in der Länge, 849 mm in der Breite und 1.100 mm in der Höhe. Bereift ist sie vorn mit 120/70-17 und hinten mit 170/60-17.

Was unterscheidet die Vinster X 700 von der Vinster 700?
Die Vinster X 700 hat ein 19-Zoll-Vorderrad, eine höhere Sitzbank und deutlich mehr Ausstattung für Touren. Motor, Rahmen, Schwinge und Federung sind identisch.
Vorn rollt die X auf einem 120/70-19, hinten bleibt es beim 170/60-17. Die Reifen haben ein gröberes Profil als beim Schwestermodell. Die Sitzhöhe steigt auf 865 mm, der Radstand wächst auf 1.518 mm. Mit 2.203 mm Länge und 1.150 mm Höhe fällt sie etwas größer aus.
Zur Serienausstattung gehören eine Seitentasche, ein Unterfahrschutz, Handschützer und ein hoch montierter Vorderradkotflügel. Eine verlängerte Windschutzscheibe und ein Gepäckträger auf dem Tank sollen längere Fahrten angenehmer machen. Einen ähnlichen Tankgepäckträger hat auch die Capra 700.
Die X wirkt damit wie eine Mischung aus Roadster, Scrambler und straßenorientiertem Crossover. Der breite 170er-Hinterreifen und fehlende Angaben zu Bodenfreiheit oder einem Offroad-ABS sprechen aber eher für ein Motorrad, das vor allem auf Asphalt und schlechteren Straßen zu Hause ist.
Warum baut Benda einen Roadster um den Cruiser-Motor?
Die Vinster geht auf eine Idee aus dem Designteam von Benda Motor Europe in Salzburg zurück. Dort wollte man den vorhandenen V2 nicht verstecken, sondern zum Mittelpunkt eines neuen Motorrads machen.
Petr Badura, Transportation Designer bei Benda Motor Europe, beschreibt den Ausgangspunkt so: „Den 700-cm³-V2 aus unserer Cruiser-Baureihe hatten wir bereits, und wir fragten uns: Warum bauen wir nicht einen Roadster darum herum?“ Er spricht davon, dass von Anfang an ein Kontrast zwischen sorgfältig geformter Karosserie und dem rohen, mechanischen Charakter des Motors entstehen sollte. Dieser Gegensatz soll der Vinster eine klare Identität im Segment der mittelgroßen Roadster geben.
Für Benda ist das mehr als ein weiteres Modell. Die Vinster öffnet der Marke eine neue Fahrzeugklasse und bringt eine neue Designsprache mit, die sich deutlich von den bisherigen Cruisern abhebt.

Wann kommt die Benda Vinster 700 und was kostet sie?
Preise und einen Termin für den Marktstart hat Benda noch nicht genannt. Das gilt für beide Versionen und für alle Märkte.
Offen ist auch, ob es eine gedrosselte Variante mit 35 kW für Fahrer mit A2-Führerschein geben wird. Benda baut sein europäisches Händlernetz über die BENDA Motor Europe GmbH in Salzburg weiter aus. Weitere Details dürften folgen, sobald die Modelle in den Handel kommen.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die Benda Vinster 700?
Die Benda Vinster 700 leistet 73,4 PS (54 kW) bei 9.000 U/min. Das maximale Drehmoment beträgt 68 Nm bei 6.500 U/min. Die Vinster X 700 hat dieselben Werte.
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Welchen Motor hat die Benda Vinster 700?
Sie nutzt einen flüssigkeitsgekühlten 65-Grad-V2 mit 691,66 cm³. Denselben Motor verbaut Benda auch in der Rock 707 und der Capra 700.
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Was kostet die Benda Vinster 700?
Einen Preis hat Benda noch nicht bekannt gegeben. Auch der Marktstart ist bislang offen.
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Wie hoch ist die Sitzhöhe der Vinster X 700?
Die Vinster X 700 hat eine Sitzhöhe von 865 mm. Bei der Vinster 700 sind es 830 mm.
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Hat die Benda Vinster 700 eine Einarmschwinge?
Ja, beide Vinster-Modelle haben eine Einarmschwinge aus Aluminium. Sie ist mit einem Doppelschleifenrahmen aus Stahl kombiniert.












