- 890er-V2 mit 110,3 PS und 92 Nm, 70 Prozent des Drehmoments schon bei 3.000/min
- KYB-Fahrwerk mit je 20 mm mehr Federweg (250 und 240 mm), 256 mm Bodenfreiheit
- Ab 19.290 Euro, Marktstart in Europa im April 2027
Anfang 2026 hatte Ducati die DesertX grundlegend erneuert. Statt des 937er-Testastretta-Motors arbeitet seitdem ein 890er-V2 im Rahmen, und der Gitterrohrrahmen wich einem Monocoque. Die Rally-Version blieb zunächst bei der alten Technik. Auf der EICMA 2026 zieht Ducati nun nach und stellt auch die geländelastigste DesertX auf die neue Basis. In die Entwicklung sind nach Angaben von Ducati Erfahrungen aus Einsätzen beim Erzbergrodeo, der Albania Rally, der Transanatolia und der NORRA Mexican 1000 Rally mit ihren 1.500 Wüstenkilometern eingeflossen. Damit gehört die DesertX Rally zu den Motorrad-Neuheiten für 2027.

Was hat die DesertX Rally der normalen DesertX voraus?
Die DesertX Rally unterscheidet sich vor allem durch ihr Fahrwerk mit mehr Federweg, eigene Räder, einen serienmäßigen Titan-Auspuff und stärkeren Schutz für den Einsatz im Gelände. Dafür verlangt Ducati in Deutschland 2.500 Euro mehr als für die normale DesertX.
Der Motorschutz aus Aluminium ist bei der Rally 4 mm dick statt 2,5 mm wie bei der Basis. Ein zusätzlicher Halter soll die Kraft bei harten Aufschlägen besser verteilen. Vorne sitzt ein hoch angebrachter Kotflügel. Zwischen Rad und Kotflügel bleibt so mehr Platz, damit Schlamm das Vorderrad auf schwerem Boden nicht blockiert. Dank der neuen Bremsanlage passt der hohe Kotflügel jetzt ohne Umbauten. Die Sitzbank ist einteilig und soll den Wechsel zwischen Sitzen und Stehen erleichtern.
Serienmäßig montiert Ducati einen zugelassenen Termignoni-Auspuff mit Titan-Innenleben und Endkappe aus Carbon. Die Hinterradfelge ist mit 4 Zoll schmaler als die 4,5-Zoll-Felge der normalen DesertX, was die Rally im Gelände handlicher machen soll. Ein einstellbarer Lenkungsdämpfer von Öhlins sitzt direkt am Lenker. Eine Querstrebe am Cockpit gehört zur Serie und nimmt zum Beispiel ein Navi auf.
Wie ist das Fahrwerk der DesertX Rally aufgebaut?
Vorne arbeitet eine 48-mm-Upside-down-Gabel von KYB mit geschlossenen Kartuschen, wie sie sonst bei Wettbewerbsmaschinen für Motocross und Enduro üblich ist. Das Öl in den Kartuschen steht unter Druck, damit sich auch bei harten Schlägen keine Luftblasen bilden und die Dämpfung gleichmäßig bleibt. Die 48-mm-Innenrohre sind DLC-beschichtet, die Außenrohre tragen eine Kashima-Beschichtung. Beides verringert Reibung und Verschleiß. Vorspannung, Druckstufe und Zugstufe lassen sich an beiden Holmen getrennt einstellen, für die Druckstufe gibt es Schnellversteller an den Gabelkappen. Der Federweg wächst um 20 mm auf 250 mm.
Hinten steckt ein voll einstellbares KYB-Federbein mit einem größeren Kolben von 46 mm, durch den das Öl besser fließen soll. Die Druckstufe lässt sich getrennt für langsame und schnelle Bewegungen des Rads einstellen, also etwa für lange Wellen und für harte Schläge. Die Vorspannung wird über einen Fernversteller angepasst. Das Federbein ist über die progressive Umlenkung „Full Floater“ angelenkt. Sie spricht am Anfang des Federwegs weich an und gibt gegen Ende mehr Gegenhalt, damit das Fahrwerk nicht so leicht durchschlägt. Auch hinten wächst der Federweg um 20 mm, hier auf 240 mm. Die Bodenfreiheit liegt bei 256 mm.
Die Zweiarmschwinge aus Aluminium wurde für diese DesertX-Generation neu entwickelt. Sie verzichtet auf Erleichterungsbohrungen und ist direkt am Motor gelagert. Ihr Drehpunkt sitzt 6 mm tiefer als bei der Multistrada. Die Achsmutter am Hinterrad ist jetzt sechseckig, damit sich ein Radwechsel auch unterwegs mit normalem Werkzeug erledigen lässt.
Was ändert sich gegenüber der bisherigen DesertX Rally?
Gegenüber der Vorgängerin wechselt die DesertX Rally den Motor, den Rahmen und die Räder, außerdem wächst der Federweg vorne und hinten um je 20 mm. Leistung und Drehmoment bleiben trotz kleinerem Hubraum gleich.
Statt des 937er-Testastretta mit desmodromischer Ventilsteuerung arbeitet jetzt der 890er-V2 mit klassischen Ventilfedern. In der Version für die DesertX wiegt er 54,9 kg und ist damit 5,4 kg leichter als der alte Motor. Der Stahl-Gitterrohrrahmen weicht einem Monocoque aus Aluminiumguss. Die Takasago-Excel-Speichenfelgen sind jetzt für schlauchlose Reifen ausgelegt, das Hinterrad hat 36 statt bisher 32 Speichen und soll dadurch stabiler sein.
Das gesamte Motorrad wiegt 209 kg (461 lbs) mit allen Flüssigkeiten, aber ohne Kraftstoff, und ist damit ein Kilogramm leichter. Trotz längerer Federwege sinkt die Sitzhöhe um 10 mm auf 900 mm. Der Tank fasst 18 statt 21 Liter. Dazu kommen ein neues, quer liegendes 5-Zoll-Display und der Quickshifter 2.0.
Auch optisch löst sich die neue Rally etwas von den alten Dakar-Vorbildern. Die ganze Front sitzt tiefer, damit der Fahrer eher auf als im Motorrad sitzt. Erkennbar bleibt sie am hohen Kotflügel und an der Lichtsignatur vorne und hinten, das Tagfahrlicht liegt jetzt waagrecht. Die Verkleidungsteile am Tank sind nach einem Sturz einzeln austauschbar, ebenso die seitlichen Schutzteile mit Aluminiumverstärkung.

Wie stark ist der Motor der Ducati DesertX Rally 2027?
Der V2 der Ducati DesertX Rally leistet 110,3 PS (81,1 kW) bei 9.000/min und 92 Nm (68 lb-ft) bei 7.000/min. Schon bei 3.000/min stehen 70 Prozent des maximalen Drehmoments bereit, bei 3.500/min sind es über 80 Prozent.
Zwischen 4.000 und 9.000/min fällt das Drehmoment nicht unter 90 Prozent des Höchstwerts. Möglich macht das eine variable Steuerung der Einlassventile, die Ducati IVT nennt. Der Motor hat 890 cm³, 90 Grad Zylinderwinkel, vier Ventile pro Zylinder und erfüllt die Euro-5+-Norm. In der DesertX bekommt er eine stärkere Lichtmaschine. Sie verkraftet höhere Stromlasten und macht den Motor um 0,51 kg schwerer, erhöht aber das Trägheitsmoment um 12 Prozent. Dadurch läuft der V2 bei niedrigen Drehzahlen runder und nimmt das Gas weicher an, was gerade im groben Gelände hilft.
Ducati hat die Getriebeübersetzung eigens für die DesertX-Familie abgestimmt. Die ersten vier Gänge fallen kurz aus und helfen bei langsamer Fahrt über Hindernisse. Der fünfte und sechste Gang sind länger und senken auf Landstraße und Autobahn die Drehzahl, was Komfort und Verbrauch zugutekommt. Der Quickshifter 2.0 kommt ohne äußeren Schalter am Schalthebel aus und wertet nur den Gangsensor an der Schaltwalze aus. Dadurch soll er unempfindlicher gegen Schläge, Schlamm und Staub sein. Eine Anti-Hopping-Kupplung verhindert das Stempeln des Hinterrads beim Herunterschalten.
Für Inhaber des A2-Führerscheins gibt es eine auf 35 kW gedrosselte Version. Ducati gibt für sie 43,5 PS bei 6.250/min und 49 Nm (36 lb-ft) bei 5.750/min an. Bei der Wartung fällt ein Ölwechsel alle 15.000 km oder alle zwei Jahre an, das Ventilspiel wird alle 45.000 km geprüft.
Rahmen, Ergonomie und Räder der DesertX Rally 2027
Der Monocoque-Rahmen ist am Kopf des stehenden Zylinders verschraubt und nutzt den Motor als tragendes Teil. Zugleich dient er als Luftfilterkasten mit 12,5 Litern Volumen, den der Tank nach oben abschließt. Um den Luftfilter zu reinigen, wird der Lenker ganz eingeschlagen, nach dem Lösen von drei Schrauben lassen sich Ansaugschnorchel und Filter herausnehmen.
Für die DesertX hat Ducati das Monocoque mit einer Querstrebe vorne versteift und eine Öffnung auf der linken Seite geschlossen, die bei den anderen V2-Modellen offen ist. So erreicht der Rahmen eine eigene Seiten- und Verwindungssteifigkeit. Hinten schließt ein Heckrahmen aus Stahlrohr an. Er lässt sich teilweise abnehmen, damit die Werkstatt zum Prüfen des Ventilspiels an den hinteren Zylinder kommt.
Die Ergonomie ist auf das Fahren im Stehen ausgelegt. Der Lenker ist breit, Sitzbank und Lenker rücken weiter nach vorne, die Fußrasten weiter nach hinten. Der schmale Kunststofftank mit 18 Litern bringt das Gewicht des Kraftstoffs weit nach unten. Seine seitlichen Flächen haben eine griffige Oberfläche, damit die Knie besseren Halt finden. Mit der optionalen niedrigen Sitzbank sinkt die Sitzhöhe auf 880 mm. Die Höhe des Fußbremshebels lässt sich schnell zwischen einer Position für die Straße und einer für das Gelände umstellen.
Die Räder messen 21 Zoll vorne und 18 Zoll hinten. Serienmäßig montiert Ducati den Pirelli Scorpion Rally STR in den Größen 90/90-21 und 150/70 R18. Zugelassen sind außerdem der geländelastigere Scorpion Rally und der straßenorientierte Scorpion Trail. Vorne bremsen zwei 305-mm-Scheiben mit Brembo-Monoblockzangen vom Typ M4.32, hinten eine 265-mm-Scheibe mit Zweikolbenzange. Die Fußbremse hat ein neues Hebelverhältnis für besseres Dosieren, und das Kurven-ABS ist auf die längeren Federwege abgestimmt.

Welche Elektronik hat die DesertX Rally?
Die DesertX Rally nutzt eine Trägheitsplattform, die Bewegungen auf sechs Achsen misst. Darauf bauen Kurven-ABS, Traktionskontrolle, Wheeliekontrolle und Motorbremsregelung auf.
Das ABS bietet vier Stufen. Stufe 1 ist im Modus Rally voreingestellt und für geübte Geländefahrer gedacht. Sie regelt nur am Vorderrad, Kurvenfunktion und Abhebeerkennung für das Hinterrad sind abgeschaltet. Stufe 2 richtet sich an Fahrer mit weniger Geländeerfahrung, regelt an beiden Rädern und lässt am Hinterrad kurze Blockierer zu. Die Stufen 3 und 4 sind für die Straße gedacht, Stufe 4 speziell für wenig Grip. In den Modi Enduro und Rally lässt sich das ABS ganz abschalten.
Die Traktionskontrolle hat acht Stufen, je vier für Gelände und Straße. Sie wertet nicht nur den aktuellen Schlupf am Hinterrad aus, sondern auch, wie schnell er sich ändert, und soll so früher eingreifen. Kontrollierte Drifts im Gelände bleiben dabei möglich. Die Wheeliekontrolle hat vier Stufen und ist in Enduro und Rally ab Werk ausgeschaltet. Die Motorbremsregelung greift in den Geländestufen weniger stark ein, damit das Hinterrad beim Herunterschalten nicht blockiert.
Sechs Fahrmodi stehen zur Wahl. Sport und Rally liefern die vollen 110 PS mit direkter Gasannahme, Touring ebenfalls die volle Leistung, aber sanfter. Urban und Wet begrenzen auf 95 PS, Enduro auf 75 PS bei weiterhin spontaner Gasannahme. Im Modus Enduro ist ABS-Stufe 2 voreingestellt.
Das 5-Zoll-Farbdisplay im Breitformat mit 800 x 480 Pixeln bietet drei Ansichten, zwischen denen der Fahrer per Joystick am Lenker wechselt. Road zeigt die Grundinformationen, Road Pro zusätzlich Leistung und Drehmoment in Prozent. Die Ansicht Rally enthält einen Tripmaster mit von Hand korrigierbarem Kilometerzähler, wie er für Roadbook-Fahrten gebraucht wird. Kontrollleuchten sitzen bis auf eine rote Schaltleuchte im Display. Zwei USB-Anschlüsse, Voll-LED-Licht mit dynamischen Blinkern, automatische Blinkerrückstellung, eine Coming-Home-Funktion und ein Bremslicht, das bei einer Notbremsung aus über 55 km/h blinkt, sind Serie. Smartphone-Anbindung und Turn-by-Turn-Navigation gibt es gegen Aufpreis.
Welches Zubehör gibt es für die DesertX Rally?
Für längere Touren bietet Ducati einen 8-Liter-Zusatztank am Heck an. Er hat eigene seitliche Gleiter und soll bei einem Sturz als erster Aufprallpunkt die wichtigsten Teile schützen.
Dazu kommen LED-Zusatzscheinwerfer, ein Hauptständer, eine Griffheizung, ein Kühlerschutz, ein Sturzbügel vorne, eine größere Scheibe und verstärkte Handprotektoren. Für Gepäck gibt es Seitenkoffer aus Aluminium mit eigenen Haltern und ein rahmenloses Weichgepäck-System, das zusammen mit Mosko Moto entwickelt wurde. Ein Rennauspuff von Termignoni mit eigener Abstimmung soll 6 PS mehr bringen, ist aber nicht für die Straße zugelassen.

Was kostet die Ducati DesertX Rally 2027 und wann kommt sie?
In Deutschland kostet die Ducati DesertX Rally ab 19.290 Euro (circa 21.700 US-Dollar). Die normale DesertX startet bei 16.790 Euro (circa 18.900 US-Dollar).
Bei den europäischen Händlern soll die DesertX Rally im April 2027 stehen, weitere Märkte folgen danach. Die A2-Version mit 35 kW ist ebenfalls erhältlich. Angeboten wird die Rally in der Farbe Matt Star White Silk.

Häufige Fragen
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Was kostet die Ducati DesertX Rally 2027?
Die Ducati DesertX Rally kostet in Deutschland ab 19.290 Euro. Sie ist damit 2.500 Euro teurer als die normale DesertX mit 16.790 Euro.
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Wie viel PS hat die Ducati DesertX Rally?
Die DesertX Rally leistet 110,3 PS bei 9.000/min und 92 Nm bei 7.000/min. Damit hat sie die gleiche Leistung wie die Vorgängerin mit dem 937er-Motor. Für den A2-Führerschein gibt es eine Version mit 35 kW.
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Welche Sitzhöhe hat die DesertX Rally 2027?
Die Sitzhöhe der DesertX Rally beträgt 900 mm und liegt damit 10 mm unter der Vorgängerin. Mit der optionalen niedrigen Sitzbank sind es 880 mm.
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Hat die neue DesertX Rally schlauchlose Reifen?
Ja, die Takasago-Excel-Speichenfelgen der DesertX Rally 2027 sind für schlauchlose Reifen ausgelegt. Die Vorgängerin fuhr noch mit Schlauchreifen.












