- V4 Granturismo mit 170 PS (125 kW) und erweiterter Zylinderabschaltung
- Automatische Absenkung um bis zu 30 mm unter 10 km/h
- Marktstart in Europa ab November 2026, in den Niederlanden ab 33.990 Euro
Ducati hat am 1. Oktober 2026 in Borgo Panigale die neue Multistrada V4 S Grand Tour vorgestellt. Das Modell richtet sich an Fahrer, die lange Strecken fahren und dabei nicht erst im Zubehörkatalog blättern wollen. Vieles, was es bei der Multistrada V4 S gegen Aufpreis gibt, ist hier ab Werk verbaut. Ein komplett neues Motorrad ist die Grand Tour dabei nicht, sondern eine besonders umfangreich ausgestattete Version der bekannten V4 S. Mit ihr ergänzt Ducati seine Neuheiten für das Modelljahr 2027 um ein reines Reisemodell.

Was ist die Ducati Multistrada V4 S Grand Tour?
Die Multistrada V4 S Grand Tour ist die Reiseversion der Multistrada V4 S mit kompletter Langstreckenausstattung ab Werk. Ducati beschreibt sie als Motorrad, das vom ersten Kilometer an für lange Touren gedacht ist.
Den Namen Grand Tour trägt die Multistrada nicht zum ersten Mal. Das Konzept begleitet die Baureihe laut Ducati seit der ersten Generation. Der Begriff geht auf die klassische Bildungsreise durch Europa zurück, die Johann Wolfgang von Goethe in seinem Werk „Italienische Reise“ beschrieben hat. Die neue Auflage baut auf der aktuellen Multistrada-V4-Generation auf und übernimmt deren Technik.
Welche Ausstattung hat die Multistrada V4 S Grand Tour serienmäßig?
Serienmäßig gehören ein Radarsystem, zwei Seitenkoffer mit zusammen 60 Litern, ein Hauptständer sowie Heizgriffe und Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer dazu. Hinzu kommen zusätzliche Leuchten und eine Reifendruckkontrolle.
Das Radar vorn und hinten steuert drei Assistenten. Der adaptive Tempomat (ACC) hält automatisch Abstand zum Vordermann. Die Totwinkelerkennung (BSD) warnt vor Fahrzeugen im toten Winkel. Die Frontkollisionswarnung (FCW) schlägt Alarm, wenn es nach vorn eng wird. Ducati sieht darin vor allem einen Gewinn an Sicherheit und Komfort auf langen Etappen.
Für bessere Sichtbarkeit sorgen zusätzliche LED-Scheinwerfer, dynamische Blinker und eine Nebelschlussleuchte. Einzelne dieser Lichtfunktionen gibt es allerdings nur in Ländern, in denen sie zugelassen sind. Ein Voll-LED-Scheinwerfer mit Tagfahrlicht und Kurvenlicht ist ebenfalls an Bord. Die Reifendruckkontrolle (TPMS) zeigt den Luftdruck direkt im Display an.
Die Seitenkoffer bestehen aus technischem Kunststoff und sind in der Lackierung des Motorrads gehalten. Der Hauptständer soll das Anbauen, Abnehmen und Beladen der Koffer einfacher und sicherer machen. Beim Tanken hilft ein schlüsselloser Tankdeckel: Der Schlüssel kann dabei in der Tasche bleiben.

Wie funktioniert die automatische Absenkung der Multistrada?
Die automatische Absenkung (Automatic Lowering Device) senkt das Motorrad um bis zu 30 Millimeter ab, sobald das Tempo unter 10 km/h fällt. Ab 50 km/h fährt die Multistrada wieder auf normale Fahrhöhe.
Das soll vor allem beim Rangieren und an der Ampel helfen, weil die Füße dann leichter den Boden erreichen. Gerade kleinere Fahrer dürften davon profitieren. Eine zweite Funktion heißt Easy Lift. Sie öffnet beim Einschalten der Zündung die Hydraulik der Federung. Dadurch braucht es weniger Kraft, um das Motorrad vom Seitenständer aufzurichten.
Wie viel PS hat die Multistrada V4 S Grand Tour?
Der V4 Granturismo mit 1.158 cm³ leistet 170 PS (125 kW) bei 10.750/min. Das maximale Drehmoment liegt bei 123,8 Nm (91,3 lb-ft) bei 9.000/min, der Motor erfüllt die Abgasnorm Euro 5+.
Neu ist eine erweiterte Zylinderabschaltung. Bisher legte der Motor die hintere Zylinderbank nur im Stand still. Jetzt geschieht das auch in bestimmten Fahrsituationen. Verbrauch und Emissionen sollen dadurch um bis zu 6 Prozent sinken, verglichen mit der Vorgängergeneration. Am Charakter und an der Leistung des Motors soll sich laut Ducati dabei nichts ändern.
Eine Besonderheit ist die gegenläufig drehende Kurbelwelle. Sie arbeitet gegen die Kreiselkräfte der Räder. Das Ergebnis beschreibt Ducati so: weiche Leistungsentfaltung bei niedriger Drehzahl, kräftiges Drehmoment in der Mitte und viel Leistung im oberen Bereich.

Fahrwerk, Bremsen und Elektronik der Grand Tour
Die Multistrada V4 S Grand Tour fährt mit dem semiaktiven Fahrwerk Ducati Skyhook Suspension EVO von Marzocchi. Die Federwege betragen 170 Millimeter vorn und 180 Millimeter hinten.
Semiaktiv bedeutet: Die Elektronik passt die Dämpfung während der Fahrt laufend an. Dafür tauscht sich das Fahrwerk ständig mit der sogenannten Inertialplattform aus, einem Sensorpaket, das Lage und Bewegung des Motorrads misst. Ein neuer Sensor in der Gabel und eine vorausschauende Logik namens Bump Detection erkennen Unebenheiten im Straßenbelag. Das Fahrwerk reagiert darauf in Echtzeit. Die Auto-Levelling-Funktion erkennt die Beladung und hält das Motorrad auf gleicher Höhe, egal ob solo oder mit Gepäck und Sozius. Über eine Taste am linken Lenkerschalter lässt sich die Abstimmung auch während der Fahrt verändern.
Das Herzstück der Elektronik heißt Ducati Vehicle Observer (DVO). Das System berechnet über zahlreiche virtuelle Sensoren die Kräfte, die auf das Motorrad wirken. So sollen Kurven-ABS und Wheelie-Kontrolle genauer arbeiten. Das elektronische Verbundbremssystem verteilt die Bremskraft je nach Fahrsituation und Beladung zwischen Vorder- und Hinterrad. Die Motorbremse lässt sich in drei Stufen einstellen. Bei einer Notbremsung schaltet das Ducati Brake Light EVO zusätzlich die Blinker ein, damit nachfolgende Fahrer gewarnt werden.
Vorn bremst eine Doppelscheibe mit 330 Millimetern, hinten eine Scheibe mit 280 Millimetern. Die Reifen haben die Formate 120/70-19 vorn und 170/60-17 hinten. Das 6,5 Zoll große TFT-Display wird per Smartphone-Spiegelung zum farbigen Navi mit Kartenansicht. Über Ducati Connect lassen sich außerdem Telefon und Musik steuern.
Wie lange gilt die Garantie für die Multistrada V4?
In Europa gibt Ducati über das Programm 4EVER Ducati vier Jahre Garantie ohne Kilometerbegrenzung. Dazu kommt bei allen Multistrada-V4-Modellen ein Pannenhilfeprogramm.
Die Roadside Assistance umfasst Pannenhilfe, den Transport von Fahrer und Beifahrer, ein Ersatzfahrzeug und bei Bedarf eine Übernachtung im Vier-Sterne-Hotel. Das gilt, solange die Garantie läuft. Auch bei den Wartungskosten setzt Ducati auf lange Abstände: Das Ventilspiel muss nur alle 60.000 Kilometer geprüft werden. Weltweit gibt es laut Hersteller mehr als 800 Ducati-Händler in über 90 Ländern.

Woran erkennt man die Multistrada V4 S Grand Tour?
Die Grand Tour gibt es ausschließlich in einer eigenen Lackierung mit roten Akzenten und Grand-Tour-Logo. Schwarz gehalten sind Rahmen, Schwinge, Gabelbrücken, Lenker, Lenkererhöhungen und Koffer.
Auf den Felgen steht der Schriftzug „Grand Tour“, die Sitzbänke für Fahrer und Beifahrer haben eigene Ziernähte. Wer das Motorrad weiter anpassen will, kann das über das Programm Ducati Factory Made schon bei der Bestellung tun. Möglich sind farbige Bremssättel, höhere oder niedrigere Sitzbänke und Fahrwerke sowie Teile aus Carbon. Nachrüsten im Zubehörhandel soll damit überflüssig werden.
Wann kommt die Multistrada V4 S Grand Tour und was kostet sie?
Die Multistrada V4 S Grand Tour steht ab November 2026 bei den europäischen Ducati-Händlern. In die USA kommt sie im Dezember 2026, nach Asien und Australien im April 2027.
In den Niederlanden startet die Grand Tour bei 33.990 Euro (circa 38.150 US-Dollar). Ein offizieller Preis für Deutschland lag zur Vorstellung noch nicht vor.

Häufige Fragen
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Was kostet die Multistrada Grand Tour 2027?
In den Niederlanden kostet die Multistrada V4 S Grand Tour ab 33.990 Euro (circa 38.150 US-Dollar). Ein deutscher Preis wurde bei der Vorstellung noch nicht genannt.
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Wie viel PS hat die Ducati Multistrada V4 S Grand Tour?
Der 1.158 cm³ große V4 Granturismo leistet 170 PS (125 kW) bei 10.750/min. Das Drehmoment liegt bei 123,8 Nm bei 9.000/min.
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Wann kommt die Multistrada V4 S Grand Tour auf den Markt?
In Europa ist die Grand Tour ab November 2026 bei den Händlern. Die USA folgen im Dezember 2026, Asien und Australien im April 2027.
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Wie tief senkt sich die Multistrada Grand Tour ab?
Die automatische Absenkung senkt das Motorrad um bis zu 30 Millimeter ab, sobald es langsamer als 10 km/h fährt. Ab 50 km/h kehrt es auf die normale Fahrhöhe zurück.












