- 218 PS (160,4 kW), Drehzahlbegrenzer im zweiten bis fünften Gang erst bei 15.000 U/min
- Front Frame mit 12 Prozent weniger Quersteifigkeit, neue Bremsfunktionen Dynamic Engine Brake und Race Brake Control
- Ab März 2027 beim Händler, in Deutschland ab 28.690 Euro (circa 33.000 US-Dollar)
Die aktuelle Panigale V4 ist erst seit dem Modelljahr 2025 auf dem Markt. Ducati hatte die siebte Superbike-Generation auf der World Ducati Week 2024 gezeigt. Zwei Jahre später folgt jetzt ein umfangreiches Update. Neu ist dabei keine einzelne große Änderung, sondern viele kleine Schritte an fast allen Baugruppen. Die Leistung steigt nur um 2 PS (1,5 kW). Spannender sind andere Punkte: Der Rahmen ist bewusst weicher geworden, die Übersetzung länger und die Elektronik greift beim Bremsen stärker auf das Hinterrad zu. Zusätzlich nimmt Ducati die Panigale V4 S erstmals in das Individualisierungsprogramm Factory Made auf. Die Panigale gehört damit zu den Ducati-Neuheiten des Modelljahres 2027.

Was ändert sich an der Ducati Panigale V4 2027?
Die Panigale V4 2027 bekommt mehr Leistung im oberen Drehzahlbereich, eine längere Übersetzung, einen weicheren Front Frame und neue Bremsfunktionen. Optisch fällt vor allem die überarbeitete Aerodynamik auf.
Die Änderungen betreffen beide Versionen, also die Panigale V4 und die Panigale V4 S. Ducati hat dabei alles auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet: Die Leistung soll steigen und für den Fahrer gleichzeitig leichter nutzbar werden. Gemeint ist vor allem der Einsatz auf der Rennstrecke. Dort soll sich die Panigale im Grenzbereich berechenbarer verhalten als bisher. Die Verkleidung bleibt bis auf die Flügel nahezu unverändert. Die Winglets in Doppeldecker-Anordnung haben jetzt größere seitliche Endplatten. Der Front Frame trägt eine neue schwarze Oberfläche.
Wie viel PS hat die neue Panigale V4?
Der Desmosedici Stradale leistet in der Euro-5+-Version jetzt 218 PS (160,4 kW) bei 13.500 U/min. Das sind 2 PS (1,5 kW) mehr als bisher.
Der Hubraum des V4-Motors liegt weiterhin bei 1.103 cm³. Der Zuwachs an Spitzenleistung wirkt auf dem Papier klein. Ducati hat aber vor allem an der Leistungskurve weit oben gearbeitet. Zwischen 12.000 und 14.000 U/min soll der Motor deutlich kräftiger sein. Bei 13.000 U/min beträgt das Plus nach Herstellerangaben 3,5 PS (2,6 kW).
Erreicht wird das durch mehrere Maßnahmen, die einzeln jeweils nur wenig bringen:
- Ansaugung: Der vordere Lufteinlass stammt von der Panigale V4 R. Er erhöht bei 300 km/h den Luftdruck am Filtereinlass um 0,6 Prozent. Dazu kommt ein neuer Sportluftfilter mit höherem Durchfluss.
- Auspuff: Der Endschalldämpfer hat jetzt 38 statt 36 Millimeter Durchmesser. Das senkt den Gegendruck im Abgassystem.
- Schmierung: Ducati hat den Ölkreislauf neu abgestimmt. Die maximale Ölmenge, die durch den Motor fließt, ist um 10 Prozent geringer. Dadurch gehen weniger Kräfte durch innere Reibung verloren.
Bei hohem Tempo kommt noch ein Staudruckeffekt hinzu. Bei 300 km/h sollen dadurch weitere 1,3 PS (1,0 kW) zur Verfügung stehen. Der größere Lufteinlass erzeugt allerdings auch mehr Luftwiderstand. Diesen Nachteil sollen die neuen Winglets ausgleichen.
Beim Drehmoment gibt es dagegen ein kleines Minus. Der Motor kommt jetzt auf 120,6 Nm (89 lb-ft) bei 11.000 U/min. Beim Vorgänger waren es 120,9 Nm (89,2 lb-ft) bei 11.250 U/min.

Warum hat Ducati die Übersetzung verlängert?
Mit der längeren Übersetzung soll der Fahrer die zusätzliche Leistung im oberen Drehzahlbereich länger nutzen und seltener schalten. Gleichzeitig wird das Motorrad dadurch kürzer und wendiger.
Statt 16/41 nutzt Ducati jetzt ein Ritzel mit 17 und ein Kettenrad mit 42 Zähnen. Damit das funktioniert, dreht der Motor im zweiten bis fünften Gang jetzt 500 U/min höher. Der Drehzahlbegrenzer greift dort erst bei 15.000 statt bei 14.500 U/min ein. Jeder Gang reicht so weiter. Die Höchstgeschwindigkeit steigt um 12 km/h. In Vallelunga braucht der Fahrer nach Angaben von Ducati zwei Gangwechsel weniger pro Runde. Er kann sich dadurch stärker auf Linie und Fahrtechnik konzentrieren.
Die neue Übersetzung hat einen Nebeneffekt auf das Fahrwerk. Der Radstand schrumpft um 8 Millimeter auf 1.477 Millimeter. Das Motorrad soll dadurch schneller die Richtung wechseln und weniger Kraft vom Fahrer verlangen. Das macht sich vor allem auf kurvigen Strecken bemerkbar.
Warum ist der Rahmen der Panigale V4 weicher geworden?
Der Front Frame soll in großer Schräglage mehr nachgeben, damit der Vorderreifen besser auf dem Asphalt bleibt. Ducati hat dafür die Quersteifigkeit um 12 Prozent reduziert.
Der Front Frame ist der Aluminiumrahmen vorn, der den Motor mit dem Lenkkopf verbindet. Wenn das Motorrad sehr weit in Schräglage liegt, kann die Federung Bodenunebenheiten kaum noch ausgleichen. Ein Rahmen, der dann etwas mehr seitlich nachgibt, übernimmt einen Teil dieser Arbeit. Das Ergebnis soll mehr Grip am Vorderrad und eine genauere Rückmeldung beim Einlenken sein. Der Fahrer kann die Linie dadurch leichter zum Scheitelpunkt hin enger ziehen. So sollen höhere Kurvengeschwindigkeiten möglich sein und der Fahrer kann am Kurvenausgang früher Gas geben.
Bei der Panigale V4 S kommt noch eine Änderung an der Sitzposition dazu. Die neuen Lenkerstummel lassen sich für den Rennstreckeneinsatz um 10 Millimeter höher montieren. Diese Einstellung ist ausdrücklich nur für die Rennstrecke vorgesehen. Ducati folgt damit einer Entwicklung aus der MotoGP der vergangenen Jahre. Ein höherer Lenker gibt dem Fahrer mehr Hebel. Das soll Richtungswechsel und lange, harte Bremsmanöver weniger anstrengend machen.

Was bringen Dynamic Engine Brake und Race Brake Control?
Beide Systeme sollen dafür sorgen, dass das Hinterrad beim Bremsen mehr zur Verzögerung beiträgt. Dadurch sollen spätere Bremspunkte und höhere Geschwindigkeiten am Kurveneingang möglich sein.
Die Dynamic Engine Brake (DEB) ersetzt die bisherige Engine Brake Control. Sie regelt die Motorbremse, also die Bremswirkung des Motors beim Gaswegnehmen. Neu ist, dass sie sich nach der tatsächlichen Last auf dem Hinterreifen richtet. Diese Last berechnet der Ducati Vehicle Observer (DVO). Das ist ein Algorithmus, den die Rennabteilung Ducati Corse entwickelt hat. Er schätzt aus den Sensordaten den Zustand des Motorrads und lässt die Regelsysteme genauer eingreifen. Die DEB kombiniert außerdem die Motorsteuerung mit einem automatischen Eingriff der Hinterradbremse. Am Kurveneingang soll sich die Panigale dadurch berechenbarer verhalten und beim Bremsen in Schräglage stabiler bleiben.
Die Race Brake Control (RBC) ist ebenfalls neu. Sie verteilt beim harten Bremsen mehr Arbeit auf das Hinterrad und nutzt so den vorhandenen Grip besser aus. Mit dieser Technik bremsen bisher vor allem Profis. Ducati will sie mit DEB und RBC einem größeren Kreis von Fahrern zugänglich machen. Das Elektronikpaket stammt laut Ducati von der Superleggera V4 Centenario. Auch der Schaltassistent Ducati Quick Shift arbeitet jetzt mit der Abstimmung der Panigale V4 R.
Die übrige Elektronik baut auf einer Inertialmesseinheit mit sechs Achsen auf. Dazu gehören:
- Kurven-ABS von Bosch und Race eCBS (Verbundbremse mit Kurvenfunktion)
- Traktionskontrolle, Wheelie Control und Launch Control, jeweils mit DVO
- Ducati Slide Control für kontrolliertes Driften am Kurvenausgang
- Fahrmodi Race A, Race B, Sport, Road und Wet
Neu ist außerdem das 6,9-Zoll-TFT-Display im Format 8:3 mit 1.280 x 480 Pixeln.
Wie viel schneller ist die neue Panigale V4 auf der Rennstrecke?
In Tests auf der Rennstrecke von Vallelunga war die Panigale V4 2027 nach Angaben von Ducati im Schnitt 0,4 Sekunden pro Runde schneller als das Vorgängermodell. Dieser Wert gilt für die Konfiguration nach EU-Norm.
Viele der Neuerungen haben Ducati-Fahrer bereits beim Lenovo Race of Champions auf der World Ducati Week unter Rennbedingungen ausprobiert. Nicolò Bulega, frisch gekürter Superbike-Weltmeister, hat dort den bisherigen Pole-Rekord um 0,7 Sekunden unterboten. Schon beim Debüt der aktuellen Generation hatte Ducati beim Race of Champions eine Panigale V4 eingesetzt, die eine volle Sekunde schneller war als der Vorgänger. Mit der Panigale V4 R holte die Marke 2026 außerdem die Titel in der Britischen Superbike-Meisterschaft und in der EuroMoto SBK. 2025 gewann eine Panigale V4 S die italienische Production-SBK-Meisterschaft.
Wer noch mehr Leistung will, kann zum neuen Akrapovič Full Racing Exhaust PRO greifen. Die Komplettanlage ist nicht für die Straße zugelassen. Sie soll 11 PS (8,1 kW) und 7 Nm (5,2 lb-ft) mehr bringen. Die Panigale kommt damit auf 229 PS (168,4 kW) und 127,6 Nm (94,1 lb-ft). Gleichzeitig spart die Anlage 6,6 kg (14,6 lbs) Gewicht.

Worin unterscheiden sich Panigale V4 und Panigale V4 S?
Die Panigale V4 S hat ein elektronisch geregeltes Öhlins-Fahrwerk, geschmiedete Felgen und eine Lithiumbatterie. Dadurch wiegt sie 187 kg (412 lbs) fahrfertig ohne Kraftstoff, die Basisversion bringt 191 kg (421 lbs) auf die Waage.
Motor, Übersetzung, Rahmen, Aerodynamik und die neuen Bremsfunktionen sind bei beiden Versionen gleich. Die Unterschiede liegen beim Fahrwerk und bei einigen Ausstattungsdetails:
| Panigale V4 | Panigale V4 S | |
|---|---|---|
| Gabel | Showa BPF, 43 mm, voll einstellbar | Öhlins NPX 25/30, 43 mm, elektronisch geregelt |
| Federbein | Sachs, voll einstellbar | Öhlins TTX36, elektronisch geregelt |
| Lenkungsdämpfer | Sachs | Öhlins, elektronisch geregelt |
| Felgen | Leichtmetall, fünf Speichen | Aluminium geschmiedet, fünf Speichen |
| Batterie | Blei-Säure | Lithium-Ionen |
| Gewicht ohne Kraftstoff | 191 kg (421 lbs) | 187 kg (412 lbs) |
| Sitzplätze | einer | einer oder zwei, je nach Land |
Die V4 S nutzt das Ducati Electronic Suspension (DES) 3.0 mit der Steuerung Öhlins Smart EC 3.0. Das System verstellt die Dämpfung von Gabel und Federbein während der Fahrt automatisch. Den Sozius-Kit gibt es bei der V4 S als Zubehör.
Beide Versionen bremsen vorn mit zwei 330-Millimeter-Scheiben und Brembo-Monoblock-Sätteln vom Typ Hypure. Hinten sitzt eine 245-Millimeter-Scheibe. Ab Werk sind Pirelli Diablo Supercorsa SP-V4 in den Größen 120/70 ZR17 und 200/60 ZR17 montiert. Die Sitzhöhe liegt bei 850 Millimetern, der Aluminiumtank fasst 17 Liter. Die Federwege betragen 125 Millimeter vorn und 130 Millimeter hinten. Tempomat, Pit Limiter und Rundenzeitmessung sind bei beiden Modellen Serie.
Ducati gibt einen Verbrauch von 6,5 Litern auf 100 Kilometer und einen CO2-Ausstoß von 151 g/km an. Die Garantie läuft 24 Monate ohne Kilometerbegrenzung. Der Ölwechsel ist alle 12.000 Kilometer oder 24 Monate fällig, die Ventilspielkontrolle alle 24.000 Kilometer.
Was bietet das Factory-Made-Programm für die Panigale V4 S?
Mit Factory Made lässt sich die Panigale V4 S schon bei der Bestellung individuell zusammenstellen. Farbe, Lackierung und ausgewählte Teile werden direkt in der Produktion in Borgo Panigale montiert.
Zur Wahl stehen elf Farben. Sechs davon stammen von Ducati: Ducati Red, Ducati Yellow, Thrilling Black, GP19 Red, Aviator Grey und Arctic White Silk. Fünf weitere kommen aus dem Ad-Personam-Katalog von Automobili Lamborghini: Arancio Xanto, Giallo Belenus, Verde Scandal, Viola Pasifae und Blu Uranus. Dazu kommen die beiden Lackierungen Corse und Performance.
Ducati nennt insgesamt 45 Ausstattungsoptionen, die ab Werk eingebaut werden können. Dazu gehören zum Beispiel die Vorderradbremsen PRO und PRO+, die STM-Trockenkupplung und eine verstellbare Fußrastenanlage. Serienmäßig bleibt es bei der Ölbadkupplung. Ein Umbau beim Händler ist für diese Teile nicht nötig. Die Komponenten sind zugelassen und werden von Ducati geprüft. Die Panigale V4 ist die erste Baureihe der Panigale-Familie in diesem Programm. Die Basisversion gibt es dagegen nur in Ducati Red mit Rahmen in Urban Grey und schwarzen Felgen.

Wann kommt die Panigale V4 2027 und was kostet sie?
Die neue Panigale V4 steht ab März 2027 bei den europäischen Ducati-Händlern. In Nordamerika beginnt die Auslieferung im April, weitere Märkte folgen in den Monaten danach.
In Deutschland soll die Panigale V4 28.690 Euro (circa 33.000 US-Dollar) kosten. Für die Panigale V4 S werden 35.990 Euro (circa 41.400 US-Dollar) fällig. Ducati hebt die Preise damit leicht an. Hinzu kommen jeweils 305 Euro (circa 350 US-Dollar) Liefernebenkosten. Was die Optionen aus dem Factory-Made-Programm kosten, ist noch nicht bekannt.

Häufige Fragen
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Was kostet die Ducati Panigale V4 2027?
Die Panigale V4 2027 soll in Deutschland 28.690 Euro (circa 33.000 US-Dollar) kosten, die V4 S 35.990 Euro (circa 41.400 US-Dollar). Dazu kommen jeweils 305 Euro (circa 350 US-Dollar) Liefernebenkosten. Gegenüber dem Vorgänger steigen die Preise leicht.
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Wie viel PS hat die Panigale V4 2027?
Die Panigale V4 2027 leistet 218 PS (160,4 kW) bei 13.500 U/min, also 2 PS mehr als bisher. Das maximale Drehmoment liegt bei 120,6 Nm (89 lb-ft) bei 11.000 U/min. Mit der Rennauspuffanlage von Akrapovič sind 229 PS (168,4 kW) möglich.
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Wann kommt die neue Ducati Panigale V4 auf den Markt?
Die neue Panigale V4 kommt im März 2027 zu den europäischen Händlern. In Nordamerika startet die Auslieferung im April 2027.
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Was ist der Unterschied zwischen Panigale V4 und V4 S?
Die V4 S hat ein elektronisch geregeltes Öhlins-Fahrwerk, geschmiedete Felgen und eine Lithiumbatterie und ist mit 187 kg (412 lbs) 4 kg (9 lbs) leichter. Die Basisversion nutzt eine Showa-Gabel und ein Sachs-Federbein. Nur die V4 S lässt sich über das Factory-Made-Programm individuell konfigurieren.
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Was macht die Dynamic Engine Brake bei der Panigale V4?
Die Dynamic Engine Brake regelt die Motorbremse nach der tatsächlichen Last auf dem Hinterreifen. Sie ersetzt die bisherige Engine Brake Control und greift zusätzlich automatisch auf die Hinterradbremse zu. Am Kurveneingang soll das Motorrad dadurch stabiler und berechenbarer sein.











