- 240 mm Federweg vorn, 230 mm hinten und 260 mm Bodenfreiheit
- 228 kg (503 lbs) vollgetankt mit Schaltgetriebe, 239 kg (527 lbs) mit DCT
- 119 PS (87,5 kW) aus dem neuen 1.131-cm³-Zweizylinder
Bisher gab es die Africa Twin in zwei Grundversionen: als normale Africa Twin mit 21-Zoll-Vorderrad und als Adventure Sports für die Langstrecke. Mit der neuen Generation CRF1150L, die Honda auf der EICMA 2026 in Mailand gezeigt hat, kommt eine dritte Richtung dazu. Die Enduro Sports gehört damit zu den wichtigsten Neuheiten des Motorradjahrgangs 2027 im Reiseenduro-Segment. Ganz neu ist der Name nicht. Schon 2016 stand auf der EICMA eine Studie namens Enduro Sports, eine schmale Offroad-Version der damaligen Africa Twin mit vielen Leichtbauteilen. Zehn Jahre später geht die Idee in Serie, allerdings auf Basis der komplett überarbeiteten Africa Twin. Honda hat das Entwicklungsziel mit dem Leitsatz „Fun Anywhere. Blaze a Trail!“ beschrieben, also Spaß überall und eigene Wege abseits der bekannten Strecken.

Was unterscheidet die Africa Twin Enduro Sports von der normalen Africa Twin?
Die Enduro Sports hat längere Federwege, mehr Bodenfreiheit, eine höhere Sitzbank und ist leichter als die normale Africa Twin. Motor, Rahmen, Elektronik und Cockpit teilen sich beide Modelle.
Die Unterschiede lassen sich gut in Zahlen fassen. Die normale Africa Twin federt vorn 220 mm und hinten 210 mm ein, die Enduro Sports jeweils 20 mm mehr. Auch die Bodenfreiheit wächst um 20 mm, von 240 auf 260 mm. Die Sitzbank liegt bei der Enduro Sports zwischen 870 und 890 mm, bei der Standardversion zwischen 850 und 870 mm. Vollgetankt wiegt die normale Africa Twin 237 kg (522 lbs), mit DCT 247 kg (545 lbs). Die Enduro Sports bleibt bei beiden Getriebevarianten 9 kg (rund 20 lbs) darunter und ist damit die leichteste Africa Twin des neuen Jahrgangs.
Der größte technische Unterschied steckt im Fahrwerk. Normale Africa Twin und Adventure Sports haben serienmäßig das elektronisch geregelte Showa-EERA-Fahrwerk mit der neuen Honda Skyhook Control. Die Enduro Sports verzichtet darauf und setzt auf rein mechanische, von Hand voll einstellbare Federelemente. Gleich geblieben sind die Radgrößen: Wie die Standardversion rollt sie auf einem 21-Zoll-Vorderrad und einem 18-Zoll-Hinterrad. Auch der Tank fasst bei beiden 18,8 Liter. Die Adventure Sports mit 19-Zoll-Vorderrad und 24,2-Liter-Tank bildet am anderen Ende der Familie den Gegenpol für die Langstrecke.
Welches Fahrwerk hat die Africa Twin Enduro Sports?
Vorn arbeitet eine voll einstellbare 49-mm-Upside-down-Gabel von Showa mit 240 mm Federweg, hinten ein ebenfalls voll einstellbares Showa-Federbein mit 230 mm Federweg. Die Gabel orientiert sich in ihrer Auslegung an der Rallye-Maschine CRF450 RALLY, mit der Honda bei der Dakar antritt.
Die Gabel ist in sogenannter Closed-Cartridge-Bauweise aufgebaut. Dabei arbeitet die Dämpfung in einer geschlossenen Kartusche, getrennt vom übrigen Öl in der Gabel. Das Federbein ist über das Pro-Link-System an die Aluminiumschwinge angelenkt. Diese Umlenkung sorgt dafür, dass die Federung bei kleinen Stößen weich anspricht und bei großen Schlägen zunehmend straffer wird.
Durch die längeren Federwege wächst auch der Radstand. Er beträgt bei der Enduro Sports 1.585 mm und liegt damit 10 mm über dem der Schwestermodelle. Der Lenkkopfwinkel bleibt bei 27,5 Grad. Der Wendekreis wird mit 2,6 Metern angegeben, das Motorrad ist 2.340 mm lang, 945 mm breit und 1.440 mm hoch.
Die Räder haben Speichen aus Edelstahl und tragen schlauchlose Reifen in den Größen 90/90-21 vorn und 150/70 R18 hinten. Ab Werk montiert Honda den Metzeler Karoo Street. Wer im Gelände mehr Grip braucht, kann den grobstolligeren Michelin Anakee Wild aufziehen, der ebenfalls freigegeben ist. Schlauchlose Reifen haben im Gelände einen praktischen Vorteil: Ein kleines Loch lässt sich oft mit einem Reparaturset schließen, ohne das Rad auszubauen.
Bei den Bremsen gibt es keine Sonderlösung. Vorn greifen zwei radial verschraubte Vierkolbensättel von Nissin mit Sintermetallbelägen in schwimmend gelagerte Wave-Scheiben mit 310 mm Durchmesser. Hinten verzögert eine 256-mm-Scheibe mit Einkolbensattel. Das ABS arbeitet mit zwei Kanälen und lässt sich abschalten, was im Gelände vor allem für das Hinterrad wichtig ist.

Wie hoch ist die Sitzhöhe der Africa Twin Enduro Sports?
Die Sitzbank lässt sich zwischen 870 und 890 mm einstellen. Damit ist die Enduro Sports die höchste Africa Twin der neuen Generation, die Standardversion beginnt bei 850 mm, die Adventure Sports bei 830 mm.
Für kleinere Fahrer ist das eine echte Hürde, denn eine elektrische Absenkung wie bei den Modellen mit EERA-Fahrwerk gibt es hier nicht. Die Höhe ist der Preis für die langen Federwege und die große Bodenfreiheit.
Die Sitzposition hat Honda für die gesamte neue Familie verändert, bei der Enduro Sports ist sie aber besonders auf das Fahren im Stehen ausgelegt. Im Vergleich zur bisherigen CRF1100L ist der Lenker 10 mm schmaler, sitzt 10 mm höher und rückt weiter nach vorn. Die Fußrasten liegen 20 mm enger am Motorrad und 10 mm weiter hinten. Wer im Gelände steht, soll so das Motorrad besser kontrollieren können, ohne dass der Sitzkomfort auf der Straße leidet. Die Sitzbank hat an gezielten Stellen dickeren Schaumstoff und hinten ein zusätzliches Polster für mehr Halt auf langen Etappen.
Wie schwer ist die Africa Twin Enduro Sports?
Vollgetankt wiegt die Enduro Sports mit Schaltgetriebe 228 kg (503 lbs), mit Doppelkupplungsgetriebe 239 kg (527 lbs). Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 368 kg (811 lbs) beziehungsweise 378 kg (833 lbs).
Ein Teil der Ersparnis kommt aus dem neuen Rahmen, den sich alle Africa-Twin-Modelle teilen. Stahlrahmen und Aluminiumschwinge wiegen zusammen 1,4 kg weniger als beim Modelljahr 2026. Den Rest holt die Enduro Sports durch die schlankere Verkleidung, das kurze Heck und den Verzicht auf das elektronische Fahrwerk.
Fast genauso wichtig wie das Gewicht ist, wo es sitzt. Wie bei den Schwestermodellen liegt ein Teil des Benzins in einem Zusatztank unter der Sitzbank. Dadurch sinkt der Schwerpunkt. Auch Batterie, Steuergerät und Airbox hat Honda neu platziert. Das Motorrad soll sich so beim Rangieren und im langsamen Gelände leichter führen lassen. Mit 18,8 Litern Tankinhalt und einem Normverbrauch von 5,1 Litern auf 100 km (DCT: 5,4 Liter) nennt Honda eine Reichweite von rund 370 km für die Schaltversion.

Motor und Elektronik der Enduro Sports
Der Motor ist bei allen drei Varianten identisch. Der Reihenzweizylinder hat nun 1.131 statt 1.084 cm³ und leistet 119 PS (87,5 kW) bei 7.500/min. Das maximale Drehmoment liegt bei 119 Nm (87,8 lb-ft) bei 5.750/min. Gegenüber der CRF1100L mit 102 PS und 112 Nm sind das 17 PS und 7 Nm mehr. Erreicht hat Honda das unter anderem mit einer größeren Bohrung, höherer Verdichtung und größeren Drosselklappen. Die typische Kurbelwelle mit 270 Grad Hubzapfenversatz bleibt. Sie sorgt für den ungleichmäßigen Zündabstand, der dem Hinterrad im Gelände gute Traktion bringen soll. Bei der Schaltversion gibt es eine neue Kupplung und eine angepasste Übersetzung. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 199 km/h.
Für das Gelände wichtiger ist die Elektronik. Statt vier gibt es nun sechs Fahrmodi: SPORT, TOURING, URBAN, RAIN, OFFROAD und das neue OFFROAD+, das für besonders schweres Gelände gedacht ist. Jeder Modus lässt sich direkt anpassen. Einstellbar sind die Motorleistung, die Motorbremse und die Gasannahme in den Stufen Dynamic oder Comfort.
Die Traktionskontrolle HSTC hat sieben Stufen und greift auf die Daten einer Sechsachsen-Sensorbox (IMU) zurück. Diese misst laufend Schräglage, Beschleunigung und Drehbewegungen des Motorrads. Honda hat die Traktionskontrolle so abgestimmt, dass der Fahrer im Gelände den Schlupf am Hinterrad genauer kontrollieren kann, also wie stark das Rad bewusst durchdrehen darf. Eine Wheelie-Kontrolle ist ebenfalls eingebaut, und die Traktionskontrolle lässt sich ganz abschalten.
Wie funktioniert das Doppelkupplungsgetriebe im Gelände?
Das DCT schaltet im Gelände über eigene Modi so, dass der Fahrer ein besseres Gefühl für die verfügbare Haftung bekommt. Im Modus OFFROAD rutscht die Kupplung beim Gangwechsel weniger durch, OFFROAD+ geht in der Abstimmung noch einen Schritt weiter.
Dazu kommt eine Steigungserkennung, die das Schaltverhalten an Anstiege und Gefälle anpasst. Wer lieber selbst schaltet, wechselt die Gänge per Taste am linken Lenkerende, auch mitten im Automatikbetrieb. Für das DCT gibt es außerdem einen Fußschalthebel als Zubehör, für die Schaltversion einen Quickshifter. Dass Honda die Enduro Sports überhaupt mit Doppelkupplungsgetriebe anbietet, ist bemerkenswert. Damit können auch Fahrer, die im Gelände nicht kuppeln möchten, zur geländelastigsten Africa Twin greifen.
Design der Enduro Sports: Rallye-Optik nach HRC-Vorbild
Optisch hebt sich die Enduro Sports deutlich von den anderen Africa-Twin-Modellen ab. Honda nennt das Konzept „Premium OFF Adventure“, die Vorlage lieferten die Rallye-Motorräder der Rennabteilung HRC.
Die Front ist kompakter und schmaler. Zwei leichte LED-Scheinwerfer sitzen unter einer kleinen Windschutzscheibe, darunter thront ein hoch angesetzter Kotflügel wie bei einem Wettbewerbsmotorrad. Das Heck ist kurz und knapp geschnitten, was beim Fahren im Stehen mehr Bewegungsfreiheit lässt. Das LED-Rücklicht hat eine Streuscheibe mit einem Muster, das Honda S-Glitter-Cut nennt und das die Sichtbarkeit verbessern soll. Die Windschutzscheibe besteht aus dem pflanzenbasierten Kunststoff Durabio, einige Verkleidungs- und Halterungsteile aus recyceltem Kunststoff.
Eine Farbauswahl gibt es nicht. Die Enduro Sports kommt ausschließlich in Extreme Red.

Welche Ausstattung hat die Africa Twin Enduro Sports serienmäßig?
Trotz des Geländefokus ist die Enduro Sports gut ausgestattet. Serienmäßig sind ein Tempomat, Handprotektoren, ein schlüsselloses Smartkey-System und ein neues Doppel-Cockpit mit kabellosem Apple CarPlay und Android Auto.
Das Cockpit kombiniert einen 7 Zoll großen TFT-Touchscreen mit einem zusätzlichen 5,7-Zoll-Infodisplay. Für Fahrten abseits der Straße gibt es eine eigene Offroad-Anzeige mit Kompass. Die neuen Schalter am Lenker sind beleuchtet. Der Smartkey steuert Zündung, elektrische Lenkersperre und Tankdeckel. In der Tankabdeckung sitzt ein abschließbares Fach für das Smartphone mit USB-C-Ladebuchse.
An Sicherheitsfunktionen bringt die Enduro Sports ein Notbremssignal mit. Bremst der Fahrer über 50 km/h abrupt, schaltet sich automatisch die Warnblinkanlage ein. Die Blinker schalten sich zudem selbst ab. Wann, berechnet das System anhand der Raddrehzahlen. Diese Funktion lässt sich bei Bedarf abschalten.
Anders als bei der normalen Africa Twin und der Adventure Sports gehören Heizgriffe nicht zur Serienausstattung. Sie sind bei der Enduro Sports ebenso als Zubehör erhältlich wie eine Sitzheizung und eine Alarmanlage.
Wo ordnet sich die Enduro Sports im Markt ein?
Mit der Enduro Sports zielt Honda auf eine andere Käufergruppe als mit der radarbestückten Adventure Sports. Statt mit Touring-Flaggschiffen wie der BMW R 1300 GS konkurriert sie eher mit geländeorientierten Reiseenduros wie der KTM 890 Adventure oder der Ducati DesertX.
Gegenüber diesen Mittelklasse-Modellen bringt die Africa Twin mehr Hubraum und mit dem optionalen Doppelkupplungsgetriebe ein Merkmal mit, das es in diesem Umfeld sonst kaum gibt. Beim Gewicht liegt sie dagegen über den leichteren Konkurrenten. Die Familie deckt damit nun eine große Spanne ab: von der geländelastigen Enduro Sports über die normale Africa Twin bis zur Adventure Sports mit Radarsystem.

Wann kommt die Africa Twin Enduro Sports und was kostet sie?
Einen Preis für Deutschland hat Honda noch nicht genannt, auch ein deutscher Liefertermin steht noch aus. In Großbritannien sollen die normale Africa Twin und die Enduro Sports im April 2027 zu den Händlern kommen, einen Monat nach der Adventure Sports.
Welches Zubehör gibt es für die Enduro Sports?
Für Reisen bietet Honda Topcases mit 58 Litern (Kunststoff), 42 Litern (Aluminium) oder 10 Litern (weiche Tasche) an. Seitenkoffer gibt es aus Kunststoff oder Aluminium mit je 70 Litern sowie als weiche Taschen mit 20 Litern. Das Gepäckangebot fällt bei der Enduro Sports aber kleiner aus als bei den beiden Schwestermodellen. Dazu kommen ein Hauptständer, eine Tanktasche, beheizte Komfortsitze, Nebelscheinwerfer sowie eine Alarmanlage. Die Teile gibt es einzeln oder in Paketen.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die Africa Twin Enduro Sports?
Die Africa Twin Enduro Sports leistet 119 PS (87,5 kW) bei 7.500/min und 119 Nm bei 5.750/min. Der Motor ist identisch mit dem der normalen Africa Twin und der Adventure Sports. Gegenüber der bisherigen CRF1100L sind das 17 PS und 7 Nm mehr.
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Wie schwer ist die Africa Twin Enduro Sports?
Vollgetankt wiegt die Schaltversion 228 kg (503 lbs), die DCT-Version 239 kg (527 lbs). Damit ist sie 9 kg leichter als die normale Africa Twin und die leichteste Variante der neuen Generation.
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Gibt es die Africa Twin Enduro Sports mit DCT?
Ja, die Enduro Sports gibt es mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder mit Doppelkupplungsgetriebe. Für das Gelände hat das DCT die eigenen Modi OFFROAD und OFFROAD+ sowie eine Steigungserkennung.
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Wie hoch ist die Sitzhöhe der Africa Twin Enduro Sports?
Die Sitzhöhe lässt sich zwischen 870 und 890 mm einstellen. Das sind 20 mm mehr als bei der normalen Africa Twin. Eine elektronische Absenkung gibt es bei der Enduro Sports nicht.
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Hat die Africa Twin Enduro Sports ein elektronisches Fahrwerk?
Nein, die Enduro Sports verzichtet auf das Showa-EERA-Fahrwerk ihrer Schwestermodelle. Sie hat eine mechanisch voll einstellbare 49-mm-Gabel und ein voll einstellbares Federbein von Showa mit 240 mm und 230 mm Federweg.












