- Auf dem Stand: Nomad 350, Kairos 125, Kairos-R 125, Flygon 125/220 und Nexor 250
- In Spanien kostet die Letbe Flygon 125 3.290 Euro, die Nomad 4.690 Euro
- Neuer Partner für Europa ist das italienische Vertriebsunternehmen Pelpi International
Die chinesische Marke Letbe ist zum dritten Mal in Folge auf der EICMA vertreten. In Halle 10 stehen fünf Modellfamilien, die ein breites Feld abdecken: ein Maxi-Roller im Crossover-Stil, zwei leichte Straßenmotorräder, ein Scrambler und eine kleine Reiseenduro. Technische Daten, Preise und Termine für Europa gibt Letbe auf der Messe nicht bekannt. Sie sollen später und für jedes Land getrennt folgen. Wie die Modelle ausgestattet sind, lässt sich deshalb vorerst nur dort ablesen, wo zwei von ihnen schon beim Händler stehen: in Spanien und in Nepal.

Welche Modelle zeigt Letbe auf der EICMA 2026?
Letbe präsentiert in Mailand die Nomad 350, die Kairos 125, die Kairos-R 125, die Flygon mit 125 und 220 ccm sowie die Nexor 250. Die Spanne reicht damit vom Roller für den Stadtverkehr bis zum Motorrad für Schotterwege.
Der Hersteller stellt klar, dass mit dem Messeauftritt kein gemeinsamer Marktstart in ganz Europa verbunden ist. Zulassung, Vertrieb und Preise werden für jedes Land einzeln geregelt. Ob und wann ein bestimmtes Modell in Deutschland zu haben ist, bleibt damit offen.
Mit dem Naked Bike Arthur 700 und dem Bobber Punk 500 hat Letbe auch größere Motorräder im Programm. Die fünf Modelle der EICMA-Präsentation liegen dagegen alle zwischen 125 und 350 ccm. Letbe ist damit eine von vielen Marken, die die EICMA 2026 für ihre Neuheiten nutzen.
Was bietet die Letbe Nomad 350?
Die Nomad 350 ist ein Maxi-Roller mit kantiger Crossover-Optik und einem 350-ccm-Motor, der 34 PS leistet. In Spanien ist sie bereits unter dem Namen Nomad 400 bestellbar.
Der Motor ist flüssigkeitsgekühlt, hat vier Ventile und eine elektronische Einspritzung. Die Kraft gelangt über ein stufenloses Automatikgetriebe (CVT) zum Hinterrad. Die 34 PS (circa 25 kW) liegen bei 7.500/min an, das höchste Drehmoment von 34 Nm (25 lb-ft) ab 5.500/min. Letbe nennt ein Gewicht von 168 kg (370 lbs), sagt aber nicht, ob es sich um das Trocken- oder das fahrfertige Gewicht handelt.
Mit 2.147 mm Länge, 755 mm Breite und 1.310 mm Höhe fällt die Nomad recht groß aus. Die Sitzbank liegt 787 mm über dem Boden, der Tank fasst 15,2 Liter. Unter der Sitzbank passen ein Integralhelm oder zwei Jethelme, dazu kommt ein Fach hinter der Frontverkleidung.
Bei der Ausstattung setzt Letbe auf eine lange Liste:
- Scheibenbremsen vorn und hinten mit Zweikanal-ABS
- Traktionskontrolle und Reifendrucksensoren
- LED-Licht rundum und ein digitales Cockpit mit Smartphone-Anbindung
- verstellbare Scheibe, schlüsselloses Zündsystem, beleuchtete Lenkerschalter
- USB-A- und USB-C-Anschluss
In Spanien kostet die Nomad 4.690 Euro (circa 5.240 US-Dollar). Darin sind ein Topcase mit 39 Litern samt Halter und fünf Jahre Garantie enthalten. Die ersten Roller sollen dort im November ausgeliefert werden.

Wie unterscheiden sich Flygon 125 und Flygon 220?
Beide Versionen teilen sich Fahrwerk und Ausstattung, die Flygon 220 hat mit 17 PS aber deutlich mehr Leistung als die 125er mit 11 PS. Die kleine Flygon passt damit in die Führerscheinklasse A1, für die größere ist der A2-Führerschein nötig.
Die Flygon ist ein Scrambler für den Alltag in der Stadt und für leichte Ausflüge auf Feld- und Schotterwege. Auffällig sind die LED-Scheinwerfer, deren Form an die Augen einer Libelle erinnert. Vorn dreht sich ein 18-Zoll-Rad, hinten ein 14-Zoll-Rad. Eine Upside-down-Gabel und ein zentrales Federbein übernehmen die Federung. Die Sitzhöhe liegt bei 780 mm, die Bodenfreiheit bei 230 mm. Der hochgelegte Auspuff soll zusätzlich verhindern, dass das Motorrad an Bordsteinen oder Bodenwellen aufsetzt.
Flygon 125: A1-Scrambler mit viel Elektronik
Im kleinen Modell arbeitet ein luftgekühlter Einzylinder mit Einspritzung, der die Abgasnorm Euro 5+ erfüllt. Er leistet 11 PS (8 kW) bei 8.000/min und ist mit einem Fünfganggetriebe kombiniert. Der Normverbrauch liegt bei 1,8 Litern auf 100 km, der Tank fasst 12 Liter. Trocken wiegt die Flygon 125 laut Hersteller 150 kg (331 lbs), der Radstand beträgt 1.365 mm.
Gebremst wird vorn mit einer 280-mm-Scheibe und hinten mit einer 220-mm-Scheibe, unterstützt von Zweikanal-ABS und einer abschaltbaren Traktionskontrolle. Ein Kippsensor schaltet den Motor ab, wenn das Motorrad um mehr als 70 Grad zur Seite kippt, etwa bei einem Sturz. Dazu kommen ein schlüsselloses Zündsystem mit Annäherungssensor, eine Alarmanlage, ein digitales Cockpit mit Navigation und Kompass, ein USB-Anschluss und ein Gepäckträger. Ab Werk ist die Flygon in Spanien mit grobstolligen Reifen unterwegs.
In Spanien kostet die Flygon 125 3.290 Euro (circa 3.680 US-Dollar), inklusive Versicherung im ersten Jahr und fünf Jahren Garantie. Zur Wahl stehen ein Grün-, ein Gelb- und ein Grauton.
Flygon 220: mehr Kraft für den A2-Führerschein
Die größere Flygon nutzt einen luftgekühlten Einzylinder mit 220 ccm und Einspritzanlage von Bosch. Er leistet 17 PS (12,8 kW) bei 7.500/min und bringt 17 Nm (12,5 lb-ft) bei 5.500/min auf die Kette. Auch hier schaltet der Fahrer fünf Gänge. Die Reifen haben die Dimensionen 130/80-18 vorn und 180/80-14 hinten. Ein 2,8 Zoll großes TFT-Display mit Navigation, schlüsselloses Starten, eine Alarmanlage, ABS und Traktionskontrolle gehören zur Serienausstattung.
In Nepal wird die Flygon 220 seit Juli 2026 in zwei Varianten verkauft. Die Version City ist für den täglichen Weg zur Arbeit gedacht, die Version Hills steht auf grobstolligen Reifen für Schotter- und Bergstraßen. In Spanien kostet die 220er 100 Euro mehr als die Flygon 125, also 3.390 Euro (circa 3.790 US-Dollar).
Was ist über Kairos, Kairos-R und Nexor bekannt?
Zu diesen drei Modellen gibt es bisher nur kurze Beschreibungen des Herstellers. Technische Daten, Preise oder Bilder aus anderen Märkten liegen noch nicht vor.
Die Kairos 125 und die Kairos-R 125 sind zwei Straßenmotorräder mit 125 ccm, die Letbe gemeinsam zeigt. Die Kairos richtet sich an Fahrer, die ein kompaktes Motorrad mit eigenständiger Optik suchen. Die Kairos-R beschreibt der Hersteller als andere Interpretation desselben Themas. Was das R im Namen konkret bedeutet, hat Letbe noch nicht erklärt.
Die Nexor 250 ist als kleine Reiseenduro ausgelegt. Sie soll Fahrer ansprechen, die abseits der üblichen Strecken unterwegs sind, auch auf Schotter und anderen unbefestigten Wegen. Schon auf der EICMA 2025 hatte Letbe für Europa eine Reiseenduro mit 250 ccm angekündigt, ebenso einen Geländesportler mit 180 ccm, einen Roller mit 400 ccm und einen Cruiser mit 500 ccm. Ob die Nexor das damals angekündigte Modell ist, hat der Hersteller nicht bestätigt.

Welche Rolle spielt Pelpi International für Letbe?
Pelpi International ist ein italienisches Unternehmen, das Motorräder importiert und vertreibt, und soll Letbe beim Ausbau in Europa unterstützen. Die Zusammenarbeit wurde auf der EICMA offiziell angekündigt.
Drei Bereiche stehen dabei im Vordergrund. Künftige Modelle sollen stärker auf die Wünsche europäischer Motorradfahrer zugeschnitten werden. Außerdem wollen die Partner die Versorgung mit Ersatzteilen und den Service für Kunden und Händler aufbauen. Der dritte Punkt betrifft Marketing und Kommunikation, die an das europäische Publikum angepasst werden sollen. Für welche Länder Pelpi zuständig sein wird und wann die Pläne umgesetzt werden, wollen die Unternehmen später bekannt geben.
Hinter Letbe steht die Guangzhou Haojin Group, die seit rund 25 Jahren Motorräder, Motoren und Bauteile entwickelt und herstellt. Nach eigenen Angaben kann der Konzern rund eine Million Fahrzeuge im Jahr bauen und ist in mehr als 60 Ländern vertreten. Letbe selbst gibt es seit 2022 und tritt mit dem Motto „Break the Pattern. Never Settle.“ auf, was so viel heißt wie „Durchbrich das Muster. Gib dich nie zufrieden.“
Harry Wu, Marketingchef von Letbe, spricht darüber, dass die Erfahrung des Konzerns das Fundament bildet, die Marke aber eine eigene Stimme braucht. Über Pelpi will Letbe genauer erfahren, was Motorradfahrer in Europa erwarten. Pelpi-Chef Cesare Galli sieht ein gutes Produkt in Europa nur als Anfang. Händler brauchen aus seiner Sicht verlässliche Unterstützung, und genau dort will Pelpi sein Wissen über den europäischen Markt einbringen.
Wann kommen die Letbe-Modelle nach Deutschland?
Einen Termin oder Preise für Deutschland gibt es noch nicht. Letbe will technische Daten, Zulassung, Preise und Liefertermine für jedes Modell und jedes Land gesondert mitteilen.
Am weitesten ist Spanien. Dort ist die Flygon 125 seit rund einem Jahr im Handel, die Flygon 220 folgte, und die Nomad kann bei den Händlern reserviert werden. Die spanischen Preise gelten allerdings nur für den dortigen Markt. Für Kairos, Kairos-R und Nexor fehlt bisher jede Angabe zu Marktstart und Preis.

Häufige Fragen
-
Was kostet die Letbe Flygon?
In Spanien kostet die Letbe Flygon 125 3.290 Euro (circa 3.680 US-Dollar), die Flygon 220 liegt 100 Euro darüber. Einen Preis für Deutschland hat Letbe noch nicht genannt.
-
Wie viel PS hat die Letbe Nomad 350?
Die Nomad 350 leistet 34 PS bei 7.500/min und kommt auf 34 Nm Drehmoment. In Spanien wird sie unter dem Namen Nomad 400 verkauft, der Hubraum liegt aber bei 350 ccm.
-
Mit welchem Führerschein darf die Letbe Flygon gefahren werden?
Die Flygon 125 mit 11 PS ist für die Führerscheinklasse A1 ausgelegt. Für die Flygon 220 mit 17 PS ist der A2-Führerschein nötig.
-
Wer ist Pelpi International?
Pelpi International ist ein italienisches Unternehmen, das Motorräder internationaler Hersteller importiert und vertreibt. Für Letbe soll es sich um Ersatzteile, Service, Marketing und die Abstimmung künftiger Modelle auf den europäischen Markt kümmern.
-
Kommt die Letbe Nexor 250 nach Deutschland?
Dazu gibt es noch keine Aussage. Letbe hat für die Nexor 250 bisher weder technische Daten noch Preise oder einen Marktstart in einem europäischen Land genannt.












