- Marquez (399 Punkte) muss in Katar 30 Punkte auf Jorge Martin (355) gutmachen und je nach Sonntagsergebnis 7 oder 8 Punkte auf Marco Bezzecchi (332)
- Fermin Aldeguer und Raul Fernandez sind fit gemeldet, Martin muss am Freitag noch zur ärztlichen Untersuchung
- Der Grand Prix startet am Sonntag um 19 Uhr Ortszeit, in Deutschland ist es dann 17 Uhr
Eigentlich hätte die MotoGP schon im April in Lusail fahren sollen. Wegen der Lage im Nahen Osten wurde der Grand Prix von Katar aber vom 10. bis 12. April auf den 6. bis 8. November verschoben. Als 20. Lauf der MotoGP-Saison 2026 eröffnet er jetzt das Finale, das danach in Portimao und Valencia zu Ende geht. Für Marc Marquez ist es nach seinem Sieg in Sepang der erste Matchball. Gleichzeitig ist offen, wer überhaupt auf dem Motorrad sitzt, und die Reifen müssen mit Bedingungen klarkommen, die es in Lusail so bisher kaum gab.

Was braucht Marc Marquez, um in Katar MotoGP-Weltmeister zu werden?
Marquez muss am Wochenende mindestens 30 Punkte mehr holen als Jorge Martin und zusätzlich genug Abstand zu Marco Bezzecchi gewinnen. Der Titel kann frühestens nach dem Grand Prix am Sonntag feststehen, der Sprint am Samstag allein entscheidet nichts.
Vor dem Wochenende führt der Ducati-Werksfahrer mit 399 Punkten vor den beiden Aprilia-Piloten Martin (355) und Bezzecchi (332). Pro Rennwochenende gibt es höchstens 37 Punkte, 12 für den Sprintsieg und 25 für den Sieg im Grand Prix. Nach Katar sind in Portugal und Valencia also noch 74 Punkte zu vergeben.
Gegen Martin hilft Marquez die Zahl seiner Siege. Er hat in diesem Jahr sieben Grands Prix gewonnen, Martin einen. Bei Punktgleichheit am Saisonende läge Marquez vorn, deshalb genügen ihm genau 74 Punkte Vorsprung. Holt er Sprint und Rennen, darf Martin am Wochenende höchstens sieben Punkte sammeln. Umgekehrt heißt das: Schafft Martin acht Punkte, ist die Titelfeier in Katar ausgeschlossen, egal wie gut Marquez fährt.
Bei Bezzecchi liegt der Fall etwas anders. Der Italiener hat fünf Grand-Prix-Siege und mehr zweite Plätze als Marquez. Gewinnt Marquez am Sonntag, steht er bei acht Siegen, die Bezzecchi mit zwei weiteren Erfolgen nicht mehr einholen kann. Dann reichen sieben Punkte Gewinn auf den Aprilia-Fahrer. Ohne Sonntagssieg müssen es acht sein, weil sonst die zweiten Plätze den Ausschlag geben könnten.
Daraus ergeben sich einige feste Grenzen. Ein Sprintsieg und Platz zwei im Grand Prix bringen 32 Punkte und können reichen, wenn Martin höchstens zwei Punkte holt. Ein dritter Platz am Sonntag genügt dagegen nie, auch nicht mit einem Sprintsieg. Und selbst ein Sieg im Grand Prix bringt nur dann den Titel, wenn Marquez im Sprint mindestens Fünfter geworden ist. Pedro Acosta ist mit 104 Punkten Rückstand rechnerisch noch im Rennen, scheidet aber automatisch aus, sobald Marquez die 30 Punkte schafft.
Gelingt es, wäre es sein achter Titel in der Königsklasse und der zehnte über alle Klassen. Damit würde er an Valentino Rossi vorbeiziehen. Ein Sieg am Sonntag wäre außerdem sein 81. Grand-Prix-Erfolg in der MotoGP, Rossi kommt auf 89.
Marquez selbst kündigt an, nichts an seiner Strategie zu ändern und von Tag zu Tag zu arbeiten. Lusail beschreibt er als schöne Strecke, die aber nicht zu seinen Favoriten zählt. In manchen Jahren hatte er dort große Probleme, im Vorjahr war er dagegen sehr schnell und gewann Sprint und Rennen jeweils von der Pole Position. Ducati-Rennchef Gigi Dall’Igna lobt, dass Marquez seit seiner Rückkehr nach der Verletzung praktisch keinen Fehler gemacht hat. Gleichzeitig warnt er, dass noch drei schwere Wochenenden anstehen und die Arbeit erst erledigt ist, wenn der Titel rechnerisch feststeht.
Wer fährt beim MotoGP in Katar und wer fehlt?
Das Feld in Lusail ist deutlich kleiner als sonst. Yamaha bleibt dem Rennen aus Sicherheitsgründen mit allen vier Motorrädern fern, Gresini fehlt Alex Marquez, und gleich mehrere Fahrer kehren erst nach Verletzungen zurück.
Ohne Yamaha fehlen Fabio Quartararo, Alex Rins, Jack Miller und Augusto Fernandez. Bei Honda springt Superbike-Pilot Jake Dixon für den angeschlagenen Joan Mir ein. Gemeinsam mit Luca Marini, MotoGP-Neuling Diogo Moreira und Iker Lecuona gehört Dixon zu den vier Fahrern im Feld, die an diesem Wochenende ihren ersten Grand-Prix-Sieg in der Königsklasse holen könnten.
Jorge Martin: Entscheidung erst am Freitagmittag
Ob Martin fahren darf, entscheidet sich erst kurz vor dem ersten Training. Der Aprilia-Werksfahrer ist zwar an der Strecke, muss aber am Freitag um 12:15 Uhr Ortszeit zu MotoGP-Medizinchef Angel Charte. Das erste Training beginnt um 14:45 Uhr. Einen Grund für den späten Termin hat Aprilia nicht genannt.
Martin hatte sich im Sprint auf Phillip Island im Zweikampf mit Marquez die Speiche im rechten Handgelenk gebrochen. Für Sepang bekam er sechs Tage später zwar grünes Licht, stieg aber nach dem letzten freien Training wegen fehlender Kraft aus. Danach flog er kurz nach Spanien zurück. In Katar gibt er sich optimistisch: Er fühle sich besser und tue sein Bestes, die täglichen Kontrollen hält er für richtig.
Der Rennkalender erinnert ihn an keine gute Zeit. Im April 2025 stürzte Martin in Lusail bei seinem verspäteten Debüt für Aprilia vor Fabio Di Giannantonio, brach sich elf Rippen, verletzte sich an der Lunge und fiel für sieben Rennen aus. Dabei liegt ihm die Strecke eigentlich: Zwei der drei bisherigen Sprints in Lusail hat er gewonnen, und eine Pole Position wäre seine vierte dort. Neben dem Titelkampf geht es für ihn auch um Platz zwei in der WM, denn Teamkollege Bezzecchi liegt nur noch 23 Punkte hinter ihm. 2027 fährt Martin bereits für Yamaha.
Raul Fernandez bremst mit einem anderen Finger
Raul Fernandez hat den medizinischen Check am Donnerstag bestanden und darf das ganze Wochenende fahren. Der Trackhouse-Pilot hatte sich im Sprint in Indonesien bei einer Kollision mit Bezzecchi den rechten Zeigefinger gebrochen und wurde am Sonntag trotzdem Zweiter. Auf Phillip Island musste er den Sprint nach 10 von 13 Runden aufgeben, in Sepang war nach dem ersten Training Schluss, weil sich das Gewebe um den Bruch entzündet hatte.
Zwischen Malaysia und Katar flog der 26-Jährige nach Andorra, um mit seinem eigenen Physiotherapeuten zu arbeiten. Er fühlt sich nach eigener Aussage besser, muss aber mit seiner Kraft haushalten, weil er zum Bremsen weiterhin einen anderen Finger benutzt. Deshalb will er seinen Fahrstil Schritt für Schritt anpassen. In einem MotoGP-Hauptrennen in Katar hat Fernandez bisher noch nie gepunktet, was er an diesem Wochenende ändern möchte.
Aldeguer zurück, Lecuona ersetzt Alex Marquez
Bei Gresini Ducati kehrt Fermin Aldeguer ins Feld zurück. Er war in Mandalika in der zweiten Runde gestürzt und hatte sich die Basis des ersten Mittelhandknochens der rechten Hand gebrochen. Nach einer Operation verpasste er Phillip Island und Sepang. Es war bereits seine dritte größere Verletzung in diesem Jahr: Ein Oberschenkelbruch kostete ihn die Testfahrten und den Auftakt in Thailand, ein Wirbelbruch in Assen drei weitere Rennen.
Iker Lecuona, der Aldeguer zuletzt vertreten hatte, bleibt trotzdem im Team. Der Superbike-Fahrer übernimmt jetzt die Werks-GP26 von Alex Marquez, der sich nach dem Grand Prix von Malaysia an der rechten Schulter operieren ließ und dabei auch Metallteile entfernen ließ. Alex Marquez hofft auf eine Rückkehr in Portugal. Für Lecuona ist Katar bereits das fünfte MotoGP-Wochenende der Saison.

Warum sind die Bedingungen in Katar im November anders?
Durch den späten Termin wird es in Lusail deutlich kühler als bei den bisherigen Rennen im Frühjahr. Dazu kommt, dass die Strecke im Laufe des Abends abkühlt und sich Tau bilden kann, was den Grip schwerer einschätzbar macht.
Im April 2025 lag die Asphalttemperatur in den Tagessessions noch bei 54 bis 56 Grad. Für November rechnet Michelin mit Lufttemperaturen zwischen 22 und 30 Grad, dafür steigt die Luftfeuchtigkeit im Laufe des Abends. Bei den meisten Rennen wird der Asphalt im Lauf des Rennens wärmer. Beim Nachtrennen in Lusail ist es umgekehrt, die Oberfläche kühlt ab. Zusammen mit Feuchtigkeit und Sand, den der Wind auf die Strecke weht, kann das die Haftung spürbar verändern.
Die Strecke nahe Doha ist seit 2004 im MotoGP-Kalender und wurde 2023 komplett neu asphaltiert. Die raue Oberfläche bietet viel Grip, lässt die Reifen aber auch schneller verschleißen, vor allem die weicheren Mischungen. Mit 1.068 Metern hat Lusail die längste Gerade der Saison, dazu kommen zehn Rechts- und sechs Linkskurven.
Michelin-Rennchef Piero Taramasso erwartet trotz der milderen Temperaturen ein anspruchsvolles Wochenende. Bei den Reifen setzt der Hersteller auf Bekanntes: Vorne gibt es die Mischungen Soft und Medium mit symmetrischem Aufbau, die harte Variante aus dem Vorjahr bleibt diesmal zu Hause, weil sie 2025 niemand gefahren hat. Hinten kommen ebenfalls Soft und Medium, beide asymmetrisch mit verstärkter rechter Flanke. Im Vorjahr hatten sich die mittleren Mischungen vorne und hinten als besonders vielseitig erwiesen. Für Regen stehen Soft und Medium als Regenreifen bereit.
Pecco Bagnaia sieht in den Bedingungen sogar einen Vorteil für sich. Der Asphalt soll sich ähnlich gut anfühlen wie in Brünn, deshalb rechnet er mit weniger Grip-Problemen und hält ein Ergebnis unter den ersten sechs für möglich.
Wie erfolgreich war Ducati bisher in Lusail?
Ducati hat in Katar bisher neun Grands Prix der MotoGP gewonnen. Ein zehnter Sieg würde den Yamaha-Rekord auf dieser Strecke einstellen und den eigenen Bestwert auf einer einzelnen Strecke erreichen.
Die Liste reicht von Casey Stoners drei Siegen in Folge von 2007 bis 2009 über Andrea Dovizioso bis zu den Gresini-Erfolgen mit Enea Bastianini und Fabio Di Giannantonio. 2024 gewann Bagnaia für das Werksteam, 2025 Marquez. Gewinnt Marquez erneut, wäre er der erste Fahrer seit Dovizioso 2018 und 2019, der in Lusail zweimal hintereinander siegt. Mit dann drei Lusail-Siegen läge er gleichauf mit Jorge Lorenzo, nur Rossi und Stoner haben dort vier gewonnen.
Leicht vorhersagbar war Katar zuletzt allerdings nicht. Die letzten sieben Grands Prix in Lusail endeten mit sieben verschiedenen Siegern, und sechsmal gewann hier schon ein Fahrer, der nicht aus der ersten Startreihe kam. Auch 2026 ist die Saison breit gestreut: Acht verschiedene Fahrer haben bereits einen Grand Prix gewonnen. Ein neunter würde den Rekord aus den Jahren 2016 und 2020 einstellen. KTM und Aprilia warten in Lusail noch auf ihren ersten MotoGP-Sieg. In der Konstrukteurswertung führt Ducati drei Rennen vor Schluss.

Wie verabschiedet sich Pecco Bagnaia von Ducati?
Pecco Bagnaia bestreitet in Katar das drittletzte Rennen für Ducati, bevor er 2027 ins Aprilia-Werksteam wechselt. Ducati-Chef Claudio Domenicali wünscht sich zum Abschied noch einmal ein gutes Ergebnis.
Bagnaia fährt seit seiner ersten MotoGP-Saison für Ducati, inzwischen seit acht Jahren. In dieser Zeit holte er zwei Weltmeistertitel und 31 Siege, mehr als jeder andere Ducati-Fahrer in der MotoGP. Sein letzter Sieg liegt aber mehr als ein Jahr zurück, und seit der Sommerpause stand er nicht mehr auf dem Podest. In Sepang reichte es nach Platz sechs im Sprint am Sonntag nur zu Rang 13. Mit 173 Punkten ist der 29-Jährige aktuell WM-Neunter.
Domenicali sagt, Bagnaia fehle es weder an Talent noch an einem guten Verhältnis zum Team, man habe aber den Schlüssel für die verfahrene Lage nicht gefunden. Er erinnert an die Titeljahre 2022 und 2023 und an die elf Siege von 2024. Ein gutes Resultat in Katar, Portimao oder Valencia wäre für ihn der passende Abschluss einer gemeinsamen Geschichte mit zwei WM-Titeln.
Lusail liegt Bagnaia grundsätzlich. Er gewann dort in der Moto2 und in der MotoGP jeweils einen Grand Prix, 2025 wurde er im Sprint Achter und im Rennen Zweiter. Über die Sicherheitslage in Katar sagt er offen, dass er zunächst besorgt war. Inzwischen vertraut er nach eigener Aussage den Veranstaltern und der Regierung vor Ort, die fast alle Forderungen der Fahrer erfüllt hätten.
Warum wechselt Pedro Acosta zu Monster Energy?
Pedro Acosta hat Monster Energy vor seinem Wechsel zu Ducati als persönlichen Sponsor unter Vertrag genommen. Der Getränkehersteller ist Sponsor des Ducati-Werksteams und hat dort einen Vertrag bis Ende 2027.
Monster kündigte den Neuzugang am Vorabend des Katar-Wochenendes mit einem kurzen Video an. Darin sind Bilder vom offenen Meer und ein neues Logo zu sehen, das ein Haifischprofil mit dem Schriftzug Acosta verbindet. Der Spanier fuhr seit dem Red Bull Rookies Cup 2019 in Red-Bull-Farben, wurde dort 2019 Zweiter und 2020 Meister. Danach holte er 2021 als Neuling den Moto3-Titel und später die Moto2-Krone, jeweils mit dem KTM-Team von Ajo. 2024 stieg er bei Tech3 in die MotoGP ein und wechselte dann ins Werksteam.
Persönlicher Sponsor war Red Bull in dieser Zeit allerdings nie. Acosta war an die Sponsorvereinbarungen von KTM gebunden und trug deren Logos auf Helm, Kappe und Lederkombi. Mit dem Wechsel zu Ducati ist er frei, einen eigenen Vertrag abzuschließen. Marc Marquez hatte bei seinem Wechsel zu Ducati einen anderen Weg gewählt. Er gab seine persönliche Partnerschaft mit Red Bull auf, unterschrieb aber nicht bei Monster, sondern setzt auf die Biermarke Estrella Galicia.
Für Monster passt der Schritt in eine größere Neuordnung. Das Unternehmen wird 2027 Titelsponsor des Aprilia-Werksteams, wo mit Bagnaia und Bezzecchi zwei Monster-Fahrer sitzen, während es bei Yamaha kürzertreten soll. Red Bull könnte im Gegenzug Fabio Quartararo gewinnen, der 2027 zu Honda wechselt. Bestätigt ist das noch nicht. Acostas Vertrag mit Ducati umfasst die ersten beiden Jahre der neuen 850er-Ära mit Pirelli-Reifen. Sportlich zeigt seine Form nach oben: In dieser Saison holte er am Red Bull Ring seinen ersten Grand-Prix-Sieg in der Königsklasse und gewann die Sprints in Buriram und zuletzt in Sepang.

Häufige Fragen
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Kann Marc Marquez beim MotoGP in Katar Weltmeister werden?
Ja, Lusail ist sein erster Matchball. Dafür muss er am Wochenende mindestens 30 Punkte mehr holen als Jorge Martin und je nach Ergebnis am Sonntag sieben oder acht Punkte mehr als Marco Bezzecchi. Holt Martin acht Punkte, ist die Titelentscheidung in Katar vom Tisch.
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Kann der MotoGP-Titel schon im Sprint in Katar fallen?
Nein, nach dem Sprint sind noch 99 Punkte zu vergeben. Der Sprint kann aber die Voraussetzungen schaffen, denn Marquez muss dort mindestens Fünfter werden, damit ein Sonntagssieg für den Titel reicht.
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Wann startet der Grand Prix von Katar 2026?
Das Rennen der MotoGP in Lusail beginnt am Sonntag, 8. November, um 19 Uhr Ortszeit. In Deutschland ist es dann 17 Uhr. Der Sprint findet am Samstag statt.
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Fährt Jorge Martin in Katar?
Das entscheidet sich erst am Freitagmittag bei einer Untersuchung durch MotoGP-Medizinchef Angel Charte. Martin ist vor Ort und fühlt sich nach eigener Aussage besser, sein gebrochenes Handgelenk ist aber noch nicht ausgeheilt.












