- Marc Marquez siegt in Sepang 4,172 Sekunden vor Pedro Acosta und Alex Marquez, es ist sein 80. Sieg in der MotoGP
- In der WM führt er jetzt mit 44 Punkten vor Jorge Martin und 67 Punkten vor Marco Bezzecchi
- Alex Marquez lässt sich am Montag an der Schulter operieren und fehlt in Katar
Hitze, ein rutschiger Belag und Reifen, die nach wenigen Runden nachlassen: Der Grand Prix von Malaysia war vor allem ein Rennen der Geduld. Genau darin war Marc Marquez am Sonntag allen anderen voraus. Der Spanier übernahm schon in der ersten Kurve die Spitze, gab sie danach nicht mehr ab und kam mit über vier Sekunden Vorsprung ins Ziel. Im Titelkampf der MotoGP-Saison 2026 rückt die Entscheidung damit deutlich näher. Sein schärfster Rivale Jorge Martin fehlte verletzt, und Marco Bezzecchi verlor ausgerechnet in der Schlussphase durch einen Zusammenstoß mit dem einzigen anderen Aprilia-Fahrer im Feld und einen eigenen Fehler noch zwei Plätze.

Wie hat Marc Marquez den Grand Prix von Malaysia gewonnen?
Marc Marquez gewann mit einem Start-Ziel-Sieg, bei dem er das Tempo von der Spitze aus selbst bestimmte und seine Reifen schonte. Er startete aus der ersten Reihe als Zweiter und schob sich beim Anbremsen der ersten Kurve an seinem Bruder Alex vorbei, der von der Pole Position losgefahren war.
Noch in der ersten Runde konterte Alex bergauf in Richtung Kurve 4 auf der Innenseite. Mit vollem Tank bremste er aber zu spät, kam weit von der Ideallinie ab und Marc war sofort wieder vorn. Danach gab es an der Spitze keinen Positionswechsel mehr.
Dass Marquez in den ersten Runden auffällig langsam fuhr, war Absicht. Alle 20 Fahrer hatten sich bei Asphalttemperaturen von über 50 Grad vorne und hinten für die weiche Michelin-Mischung entschieden. Auf dem rauen Belag von Sepang, der kaum Haftung bietet, war klar, dass der Hinterreifen zum entscheidenden Faktor wird. Marquez erklärte nach dem Rennen, die ersten drei Runden seien für ihn die wichtigsten gewesen, um den Reifen zu schonen. Alex habe hinter ihm dagegen viel Gummi verbraucht, weil er sich gegen die Verfolger wehren musste.
Nach dieser vorsichtigen Anfangsphase zog Marquez das Tempo Schritt für Schritt an und war meist der schnellste Mann auf der Strecke. Zur Halbzeit des Rennens betrug sein Polster schon knapp zwei Sekunden, im Ziel waren es 4,172 Sekunden. Auf den Geraden nutzte er laut eigener Aussage schon ab der ersten Runde die Höhenverstellung am Heck, also das System, das das Motorrad hinten absenkt und so Luftwiderstand und Belastung reduziert. Das gehe aber nur, wenn man vorne fährt, sagte er.
Im Gespräch nach dem Rennen zog Marquez selbst einen Vergleich, der viel über dieses Wochenende aussagt: „This weekend I take Alex Marquez skills in Malaysia because I was riding exactly like he ride last year when he won.“ (Übersetzt: „Dieses Wochenende habe ich mir in Malaysia die Fähigkeiten von Alex Marquez geliehen, denn ich bin genau so gefahren wie er im letzten Jahr, als er gewonnen hat.“) Alex hatte den Grand Prix 2025 in Sepang gewonnen.
Warum konnte niemand Marc Marquez gefährlich werden?
Hinter Marquez behinderten sich die Verfolger lange gegenseitig, während er vorne ungestört seinen Rhythmus fahren konnte. Vor allem Pedro Acosta hing fast die Hälfte des Rennens hinter Alex Marquez fest.
Die KTM bremste spät und stark, die Gresini-Ducati von Alex war auf den Geraden aber schneller. Acosta versuchte mehrfach, aus der letzten Kurve und aus Kurve 14 heraus in den Windschatten zu kommen, doch Alex fing ihn beim Anbremsen von Kurve 1 und Kurve 15 jedes Mal ab. Erst in Runde 10 klappte es: Acosta ging in der engen Linkskurve 9 innen vorbei, aus großer Entfernung angebremst.
Nach dem Rennen beschrieb Acosta diese Stelle als die einzige, an der ein Überholmanöver überhaupt möglich war. Er habe hinter Alex bewusst etwas zurückgesteckt, um Reifen zu sparen, und ab der Rennhälfte angegriffen. Kaum war er vorbei, fuhr er Alex davon und holte auf einzelnen Runden sogar Zeit auf Marc heraus. Für den Sieg reichte es trotzdem nicht. Marquez antwortete mit schnelleren Rundenzeiten und baute den Abstand wieder aus. „Marc was unbeatable today“, sagte Acosta. (Übersetzt: „Marc war heute nicht zu schlagen.“)
Für den KTM-Fahrer war es trotzdem ein starkes Wochenende. Am Samstag hatte er den Sprint gewonnen, am Sonntag folgte der siebte Podestplatz in einem Grand Prix in dieser Saison. Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil kein anderer KTM-Fahrer in Sepang um das Podium mitfahren konnte. Acosta sagte, er wolle bis zum letzten Tag auf diesem Motorrad alles geben. 2027 wechselt er ins Ducati-Werksteam und wird damit Teamkollege von Marc Marquez.
Alex Marquez rettete Platz drei ins Ziel. Nach seinem Sturz aus der Führung im Sprint am Samstag ging es für ihn vor allem darum, anzukommen und Punkte zu holen. Er bedankte sich bei seinen Mechanikern, die das stark beschädigte Motorrad über Nacht wieder aufgebaut hatten. „It was the maximum today“, sagte er. (Übersetzt: „Mehr war heute nicht drin.“) Für ihn war es das erste Podium seit Misano.

Was ist zwischen Ogura und Bezzecchi passiert?
Ai Ogura und Marco Bezzecchi, die einzigen beiden Aprilia-Fahrer im Rennen, berührten sich in Runde 18 heftig, danach war Ogura vorbei. Für Bezzecchi, der im Titelkampf jeden Punkt brauchte, war das ein schwerer Schlag.
Bezzecchi war von Startplatz fünf aus gut ins Rennen gekommen und lag lange auf Rang vier hinter Alex Marquez. Einen ernsthaften Angriff auf den Gresini-Fahrer brachte er aber nicht zustande. Einmal versuchte er es in Kurve 14, Alex konterte sofort. Im Schlussdrittel war Bezzecchi zu langsam, und von hinten kam Ogura immer näher.
Der Japaner versuchte es zuerst in Kurve 9, rutschte auf dem rauen Belag beim Anbremsen aber quer und musste die Bremse lösen. In Runde 18 griff er in Kurve 1 erneut an. Dabei prallten die beiden Aprilia seitlich zusammen, Ogura verlor ein Aero-Teil an der linken Verkleidung. In Kurve 3 schob er sich endgültig vorbei. Die Szene sah gefährlich aus. Wäre Bezzecchi gestürzt, wäre der Titelkampf für ihn praktisch vorbei gewesen.
Es kam noch schlimmer. In der letzten Runde kam Bezzecchi in Kurve 14 von der Strecke ab und rollte über die asphaltierte Auslaufzone. Enea Bastianini auf der Tech3-KTM nutzte das und holte sich Rang fünf. Bezzecchi blieb Platz sechs. Für Aprilia ist Sepang damit weiter eine schwierige Strecke: Bezzecchi stand hier in keiner Klasse je auf dem Podium, und auch Aprilia wartet in der MotoGP in Malaysia noch auf einen Podestplatz.
Dass nur zwei Aprilia am Start standen, lag an den Verletzungen im Team. Jorge Martin hatte sich beim Sturz im Sprint von Phillip Island die rechte Speiche gebrochen. Er versuchte es in Sepang trotzdem, stieg nach dem zweiten freien Training aber aus und flog zurück nach Spanien, um sich auf Katar vorzubereiten. Seine Titelchancen sieht er selbst als verloren an. Auch Raul Fernandez zog sich wegen anhaltender Probleme mit seiner Fingerverletzung zurück.
Wie lief das Rennen für die anderen Fahrer?
Beim MotoGP Malaysia 2026 holte Luca Marini bei seiner Rückkehr Platz sieben, Pecco Bagnaia erlebte als 13. ein schwaches Rennen. Vier Fahrer kamen nicht ins Ziel.
Marini hatte den Grand Prix in Phillip Island wegen eines Virus verpasst. In Sepang arbeitete er sich von Startplatz 13 schon in der ersten Runde nach vorn und setzte sich am Ende im Duell mit Fabio Di Giannantonio durch, der Achter wurde. Brad Binder kam als Neunter ins Ziel, Franco Morbidelli komplettierte die Top Ten. Die beiden Yamaha-Werksfahrer Fabio Quartararo und Alex Rins folgten auf den Plätzen elf und zwölf.
Bagnaia fand auf seiner Werks-Ducati keinen Rhythmus und fiel zeitweise sogar aus den Punkterängen. Am Ende wurde er 13. vor Maverick Vinales und Iker Lecuona. Jack Miller ging als 16. leer aus.
Bei Honda endete das Rennen für drei Fahrer vorzeitig. Joan Mir, der in Sepang nach längerer Pause sein Comeback gab, fuhr nach neun Runden an die Box und stellte sein Motorrad ab. Für das LCR-Team wurde es ein Totalausfall: Rookie Diogo Moreira stürzte in Runde 13 in der letzten Kurve, Johann Zarco lag auf Rang sieben, als ihn vier Runden vor Schluss ein technisches Problem stoppte. Schon in Runde 2 war Augusto Fernandez gestürzt, der auf der Pramac-Yamaha den verletzten Toprak Razgatlioglu vertritt.
Auf dem Podium verzichteten Marc Marquez, Acosta und Alex Marquez auf die übliche Sektdusche. Das rein spanische Podium wollte damit an die Opfer des schweren Zugunglücks bei Toledo in der vergangenen Woche erinnern. Auf der spanischen Flagge war ein Trauerflor zu sehen.

Was braucht Marc Marquez in Katar für den WM-Titel?
Marc Marquez ist in Katar Weltmeister, wenn er an diesem Wochenende mindestens 30 Punkte mehr holt als Jorge Martin und mindestens acht Punkte mehr als Marco Bezzecchi. Im Sprint und im Grand Prix zusammen sind bis zu 37 Punkte möglich.
Nach Sepang hat Marquez 399 Punkte. Martin folgt mit 355, Bezzecchi mit 332, Acosta liegt mit 295 Punkten auf Rang vier. Das Wochenende in Malaysia brachte Marquez insgesamt 34 Punkte, denn im Sprint war er hinter Acosta Zweiter geworden. Nach Katar stehen nur noch die Rennen in Portimão und Valencia auf dem Programm.
Gewinnt Marquez den Titel, wäre es sein achter in der Königsklasse und sein zehnter WM-Titel insgesamt. Bemerkenswert ist vor allem der Weg dorthin. Nach dem Grand Prix von Italien in Mugello lag er 102 Punkte hinter Bezzecchi und schrieb den Titel damals selbst ab. Er hatte sich in Le Mans am rechten Fuß verletzt und musste an der Schulter operiert werden. In dieser Saison stand er bei einem Grand Prix siebenmal auf dem Podium, jedes Mal ganz oben. Sepang war sein siebter Saisonsieg und der 80. in der MotoGP, neun Siege fehlen ihm noch auf den Rekord von Valentino Rossi.
Auch bei den Herstellern hat sich die Lage gedreht. Ducati übernahm in Sepang die Führung in der Konstrukteurswertung und liegt jetzt acht Punkte vor Aprilia. In der Teamwertung hat Aprilia Racing dagegen weiter einen großen Vorsprung von 115 Punkten auf das Ducati-Werksteam.
Für entschieden hält Marquez die WM trotzdem nicht. „Not many races to go, but many moments to go“, wiederholte er mehrfach. (Übersetzt: „Es sind nicht mehr viele Rennen, aber noch viele Momente.“) Er wolle konzentriert bleiben, denn mit Katar und Portimão kämen Strecken, auf denen Bezzecchi normalerweise sehr schnell sei. Das Rennen in Katar selbst ist wegen der Lage in der Golfregion zwischen Fahrern und Veranstalter umstritten, MotoGP hält aber am Termin fest.
Was hat Marc Marquez in der zweiten Saisonhälfte verändert?
Marquez spricht selbst nicht von Reha, sondern von Anpassung: Er fährt anders als im Vorjahr und hat nach eigener Aussage gelernt, seinen Instinkt zu kontrollieren.
„It was a great adaptation. I will not say rehabilitation. I will say adaptation this second part of the season, and I’m able to control my instinct. That was my weak point during all my career.“ (Übersetzt: „Es war eine große Anpassung. Ich würde nicht Rehabilitation sagen. Ich sage Anpassung in dieser zweiten Saisonhälfte, und ich kann meinen Instinkt kontrollieren. Das war während meiner ganzen Karriere meine Schwäche.“)
In der Pressekonferenz verriet er ein kurioses Detail: In diesem Jahr fühle er sich in Rechtskurven besser als in Linkskurven, warum, wisse er selbst nicht. Den Grund für den Sieg in Sepang sieht er auch in seinem Ansatz. Weil Martin fehlte, sei er schon ab dem ersten freien Training im Angriffsmodus gefahren. Das helfe bei der Abstimmung, und die Konkurrenz sehe gleich, wer vorne steht. Körperlich sei das Rennen trotz der Hitze nicht so sehr eine Frage der Muskeln gewesen. Weil Hitze und Reifenverschleiß viel Gefühl am Gas verlangen, gehe vor allem der Puls nach oben.
Ducati-Teammanager Davide Tardozzi lobte nach dem Rennen, wie klug Marquez von Beginn an gefahren sei und wie perfekt er mit dem Hinterreifen umgegangen sei.

Warum fehlt Alex Marquez beim Grand Prix von Katar?
Alex Marquez lässt sich am Montag in Madrid an der rechten Schulter operieren und verzichtet deshalb auf den Grand Prix von Katar. Er will in Portimão zurückkehren.
Die Probleme gehen auf seinen schweren Sturz beim Grand Prix von Katalonien im Mai zurück, bei dem er sich das Schlüsselbein brach. Seit seinem Comeback fuhr er jedes Rennen mit Schmerzmitteln, zuletzt reichten auch die nicht mehr. Drei Rennwochenenden am Stück seien für ihn unmöglich, sagte der Gresini-Fahrer in der Pressekonferenz nach dem Rennen.
Bei dem Eingriff wird die Platte aus dem Schlüsselbein entfernt. Das größere Problem ist nach seinen Worten aber die Entzündung in der Schulter, aus der Flüssigkeit entfernt werden soll. Er spricht deshalb von zwei Operationen in einer. Zu Hause könne er derzeit kaum trainieren, Muskeln habe er an der Schulter praktisch keine mehr. Mit der Pause will er sich für die beiden letzten Rennen in Portimão und Valencia fit machen. Danach steht für ihn ein Neuanfang an: 2027 fährt er für KTM.
Häufige Fragen
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Wer hat den MotoGP Malaysia 2026 gewonnen?
Marc Marquez hat den Grand Prix von Malaysia 2026 in Sepang gewonnen. Er siegte auf der Werks-Ducati mit 4,172 Sekunden Vorsprung vor Pedro Acosta auf KTM. Alex Marquez wurde auf der Gresini-Ducati Dritter.
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Kann Marc Marquez in Katar Weltmeister werden?
Ja, Marc Marquez kann in Katar seinen achten MotoGP-Titel holen. Dafür muss er am Katar-Wochenende mindestens 30 Punkte mehr holen als Jorge Martin und mindestens acht Punkte mehr als Marco Bezzecchi. Er führt die WM derzeit mit 44 Punkten Vorsprung an.
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Warum ist Jorge Martin in Sepang nicht gefahren?
Jorge Martin hatte sich beim Sturz im Sprint von Phillip Island die rechte Speiche gebrochen. Er versuchte in Sepang zu fahren, zog sich nach dem zweiten freien Training aber zurück. Sein Ziel ist eine Rückkehr in Katar.
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Wie viele Punkte hat Marc Marquez Vorsprung in der MotoGP-WM?
Nach dem Grand Prix von Malaysia hat Marc Marquez 399 Punkte. Er liegt damit 44 Punkte vor Jorge Martin und 67 Punkte vor Marco Bezzecchi. Drei Rennwochenenden stehen noch aus: Katar, Portimão und Valencia.












