- 585-cm³-Reihenzweizylinder mit 270-Grad-Kurbelwelle, 70 PS (51,5 kW) und 57,5 Nm
- Vier Varianten: Atlas und Atlas GT, jeweils als Basis sowie als höherwertige Apex-Version
- Preise in Europa ab 9.250 Euro (rund 10.700 US-Dollar), US-Preis noch offen
Kaum eine Motorradmarke trägt so viel Geschichte mit sich wie Norton, und kaum eine hat in den vergangenen Jahren so viele Brüche erlebt. Nach einer langen Phase der Unsicherheit übernahm der indische TVS-Konzern die Marke und arbeitet seither an einem Neuaufbau. Mit der Atlas und der Atlas GT betritt Norton nun erstmals das Segment der Mittelklasse-Reiseenduros und Sporttourer. Entwickelt und gebaut werden die beiden im britischen Werk in Solihull, gemeinsam mit den Schwestermodellen Manx und Manx R bilden sie eine komplett neue Modellfamilie.

Was unterscheidet die Norton Atlas und die Atlas GT?
Die Atlas ist die geländeorientierte Variante mit 19-Zoll-Vorderrad und mehr Federweg, die Atlas GT die straßenbetonte Schwester mit 17-Zoll-Rädern und kürzerem Federweg. Beide nutzen dieselbe technische Basis, interpretieren das Thema Mittelklasse-Tourer aber unterschiedlich. Die Atlas rollt vorn auf einem 19-Zoll-Speichenrad und hinten auf 17 Zoll, bietet 180 Millimeter Federweg an beiden Enden und kommt auf 220 Millimeter Bodenfreiheit. Die Atlas GT setzt vorn und hinten auf 17-Zoll-Gussräder, reduziert den Federweg auf 140 Millimeter und erhält eine schärfere Lenkgeometrie für direkteres Handling auf Asphalt. Auch die Sitzhöhe trennt die Modelle: Die Atlas misst 845 Millimeter, die GT liegt mit 815 Millimetern rund 30 Millimeter niedriger. Wie groß die Unterschiede im Fahralltag tatsächlich ausfallen, wird sich erst im Praxistest zeigen.
Wie viel Leistung hat der 585er-Twin der Norton Atlas?
Der flüssigkeitsgekühlte Reihenzweizylinder leistet 70 PS (51,5 kW) bei 9.300 U/min und stellt ein maximales Drehmoment von 57,5 Nm (rund 42 lb-ft) bei 7.500 U/min bereit. Aus 585 Kubikzentimetern Hubraum mit einer Bohrung von 78 Millimetern und einem Hub von 61,2 Millimetern sowie einer Verdichtung von 12,2:1 soll laut Norton ein breit nutzbares Drehmoment entstehen. Für den charakteristischen Lauf sorgt eine 270-Grad-Kurbelwelle. Technisch fällt die DOHC-Konstruktion mit einigen haltbarkeitsorientierten Lösungen auf: APS-beschichtete Zylinderlaufbahnen, zwei Ölpumpen zur Reibungsminderung und stabilen Schmierung, ein Klopfsensor für schwankende Kraftstoffqualität sowie ein geschütztes Ansaugsystem und ein speziell geformter Kühler. Die Kraft gelangt über eine Anti-Hopping-Kupplung und ein Sechsganggetriebe mit serienmäßigem Schaltassistenten in beide Richtungen an die Kette. Eine Ride-by-Wire-Drosselklappensteuerung gehört ebenfalls zur Serienausstattung.

Wie hängt der Atlas-Motor mit der BMW F 450 GS zusammen?
Beide Motorräder entstehen bei TVS, der neue Twin zeigt laut Medienberichten optische Ähnlichkeiten zum 420er-Aggregat der BMW F 450 GS, ist im Detail aber eigenständig konstruiert. TVS fertigt die F 450 GS im Auftrag von BMW, was die Parallelen erklären dürfte. Anders als der bayerische Motor mit ungewöhnlicher 135-Grad-Kurbelwelle setzt Norton auf den 270-Grad-Versatz, dazu kommt der größere Hubraum durch die abweichenden Bohrungs- und Hubmaße. Auch beim Rahmen gibt es Berührungspunkte: Der Stahl-Gitterrohrrahmen, in dem der Motor als mittragendes Element dient, teilt laut Medienberichten den Radstand von 1.465 Millimetern und den Federweg von 180 Millimetern mit der F 450 GS. Diese Einordnung stammt aus der Fachpresse und ist keine offizielle Norton-Angabe.
Fahrwerk und Bremsen der Norton Atlas im Detail
Das voll einstellbare Fahrwerk stammt komplett von KYB. Vorn arbeitet eine 43-Millimeter-Upside-down-Gabel, hinten ein Monofederbein mit hydraulischer Fernverstellung der Federvorspannung. In der Basisversion ist das Federbein in Zugstufe und Vorspannung einstellbar, die Apex-Modelle erhalten ein voll einstellbares Element. Verzögert wird vorn über zwei 310-Millimeter-Scheiben mit radial montierten ByBre-Sätteln, hinten kommt eine 270-Millimeter-Scheibe zum Einsatz. Die Apex-Varianten rüsten auf voll schwimmend gelagerte Scheiben um, behalten die Sättel aber bei. Bereift ist die Atlas mit Eurogrip Explo R Plus in 110/80 ZR19 vorn und 150/70 ZR17 hinten. Das Leergewicht ohne Kraftstoff gibt Norton mit 188 kg (rund 414 lbs) für die Atlas und 192 kg (rund 423 lbs) für die Apex-Version an.

Welche Elektronik und Ausstattung bietet die Norton Atlas?
Im Zentrum steht eine Bosch-Sechsachsen-IMU, die ein umfangreiches Assistenzpaket steuert. Dazu zählen schräglagenabhängiges ABS, Traktionskontrolle, Wheelie-Kontrolle, Slide- und Abhebeerkennung, eine Schiebemoment-Regelung sowie ein Kurven-Tempomat. Fünf Fahrmodi (Urban, Rain, Sport, Tour und Enduro) stehen zur Wahl. Die Apex-Versionen ergänzen eine Vehicle-Hold-Funktion, ein elektronisch kombiniertes Bremssystem und nutzen eine höherwertige Bosch-10.3ME-IMU statt der 10.3-Einheit der Basismodelle. Als Cockpit dient ein 8-Zoll-TFT-Touchscreen mit 720p-Auflösung, Navigation, Bluetooth- und WLAN-Anbindung, Over-the-Air-Updates, GoPro-Steuerung und Anbindung an die Norton-Rider-App, bedient über einen Joystick am Lenker. Schlüsselloses Zündsystem, elektronischer Tankdeckel, Sitzschloss und ein USB-C-Anschluss sind serienmäßig. Die Apex-Modelle bringen zusätzlich Heizgriffe, Reifendruckkontrolle, verstellbare Hebel, eine verstellbare Scheibe, Gepäckträger, Kurvenlicht und einen Aluminium-Motorschutz mit. Die Beleuchtung erfolgt vollständig per LED mit Doppel-Projektionsscheinwerfern und dynamischer DRL-Lichtstärke. Bei den Farben stehen für die Basismodelle Matrix Black, Trophy Silver, Veronica Green und Sinopia Orange bereit, die Apex-Versionen ergänzen Glacier Blue.
Was kosten die Norton Atlas und die Atlas GT?
In Europa startet die Atlas bei 9.250 Euro (rund 10.700 US-Dollar), die Atlas Apex liegt bei 10.525 Euro (rund 12.200 US-Dollar). Im Heimatmarkt Großbritannien beginnt die Atlas bei 8.250 Pfund (rund 9.400 Euro / 11.050 US-Dollar). Die Preisangaben werden von Norton bislang als Richtwerte kommuniziert. Ein offizieller US-Preis steht noch nicht fest, dürfte laut Medienberichten aber nahe am Euro-Niveau liegen. Verfügbar werden zuerst die Atlas und die Atlas Apex, vollständige Spezifikationen und Preise der Atlas GT und der GT Apex sollen zum Marktstart folgen. Ein konkretes Verkaufsdatum nennt Norton noch nicht, gerechnet wird laut Medienberichten mit einem Marktstart im Lauf des Jahres 2026. Alle neuen Norton-Modelle werden in der EU mit 36 Monaten Garantie ohne Kilometerbegrenzung sowie dem rund um die Uhr verfügbaren Service Norton Roadside Assist ausgeliefert. Damit reiht sich die Atlas-Reihe in die laufende Neuausrichtung der Marke ein, die zuvor bereits mit den Modellen Manx und Manx R Gestalt angenommen hat.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die Norton Atlas?
Die Norton Atlas leistet 70 PS (51,5 kW) bei 9.300 U/min. Das maximale Drehmoment beträgt 57,5 Nm bei 7.500 U/min. Den Antrieb übernimmt ein 585-cm³-Reihenzweizylinder mit 270-Grad-Kurbelwelle.
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Was kostet die Norton Atlas?
Die Norton Atlas startet in Europa bei 9.250 Euro (rund 10.700 US-Dollar), die Apex-Version bei 10.525 Euro (rund 12.200 US-Dollar). Ein US-Preis ist offiziell noch nicht bestätigt.
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Was ist der Unterschied zwischen Atlas und Atlas GT?
Die Atlas ist geländeorientiert mit 19-Zoll-Vorderrad, 180 Millimeter Federweg und 845 Millimeter Sitzhöhe. Die Atlas GT ist straßenorientiert mit 17-Zoll-Rädern, 140 Millimeter Federweg und 815 Millimeter Sitzhöhe.
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Welche Varianten der Norton Atlas gibt es?
Es gibt vier Varianten: Atlas und Atlas GT, jeweils als Basisversion und als höherwertige Apex-Version. Die Apex-Modelle ergänzen unter anderem Heizgriffe, Reifendruckkontrolle, Kurvenlicht und ein voll einstellbares Federbein.
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Wann kommt die Norton Atlas auf den Markt?
Ein offizielles Verkaufsdatum hat Norton noch nicht genannt. Zuerst erscheinen die Atlas und die Atlas Apex, die Atlas GT folgt etwas später. Laut Medienberichten wird mit einem Marktstart im Lauf des Jahres 2026 gerechnet.













