- Die BMW M 1000 RR hat 218 PS, wiegt fahrfertig 194 kg und kostet ab 36.300 Euro.
- Die CFMoto V4 SR-RR leistet laut Hersteller über 213 PS und ist ein Prototyp ohne Preis und ohne Marktstart.
- Die oft genannten 180 kg der CFMoto sind ein Trockengewicht und lassen sich nicht mit dem Fahrfertig-Gewicht der BMW vergleichen.
Die BMW M 1000 RR ist das Motorrad, mit dem Toprak Razgatlıoğlu 2024 und 2025 Superbike-Weltmeister geworden ist. Jetzt schiebt sich mit CFMoto ein chinesischer Hersteller in das Feld der großen Superbikes. Dessen V4 SR-RR ist im Juni mit 315,82 km/h gemessen worden, das ist mehr als die 314 km/h, die BMW für die M 1000 RR angibt. Ob die CFMoto der BMW wirklich gefährlich werden kann, entscheidet sich allerdings nicht an der Höchstgeschwindigkeit. Entscheidend sind Preis, Seriendaten, Händlernetz und die Frage, was nach dem Kauf passiert.
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Was unterscheidet die BMW M 1000 RR von der S 1000 RR?
Die M 1000 RR ist die stärkere und leichtere Version der S 1000 RR und wurde als Basis für die Superbike-WM gebaut. Weil die beiden Namen oft vermischt werden, lohnt sich ein genauer Blick auf die Daten.
Die S 1000 RR ist das normale Superbike von BMW. Laut Hersteller leistet sie 210 PS (154 kW) bei 13.750 Umdrehungen und 113 Nm (83 lb-ft). Sie wiegt fahrfertig 198 kg (437 lbs) und kostet ab 21.150 Euro (circa 23.680 US-Dollar). Die M 1000 RR kommt auf 218 PS (160 kW) bei 14.500 Umdrehungen und 113 Nm (83 lb-ft) bei 11.100 Umdrehungen. BMW gibt das DIN-Leergewicht mit 194 kg (428 lbs) an. Das ist das Gewicht fahrfertig mit zu 90 Prozent gefülltem Tank. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 314 km/h. Damit ist die M acht PS stärker und vier Kilo leichter als die S. Mit 36.300 Euro (circa 40.640 US-Dollar) kostet sie aber gut 15.000 Euro mehr.
Für das Modelljahr 2027 hat BMW die M 1000 RR noch einmal überarbeitet. Sie bekommt serienmäßig die dritte Generation des M-Motorsport-Rahmens. Seine Wände sind laut BMW rund 30 Prozent dünner, dadurch spart der Rahmen etwa 1,3 kg (2,9 lbs). Dazu kommen serienmäßig geschmiedete M-Räder, Carbonräder gibt es als Teil des neuen M Track Pakets. An der Motorleistung hat BMW nichts geändert. Bestellbar ist diese Version seit August 2026.
Wie erfolgreich ist die M 1000 RR in der Superbike-WM?
Mit der M 1000 RR hat BMW 2024 und 2025 den Fahrertitel geholt, in der Saison 2026 ist der Hersteller dagegen noch ohne Sieg. Das Werksmotorrad der Superbike-WM basiert auf dem Serienmodell, und dort hat die M 1000 RR ihren Ruf erarbeitet.
2024 wurde Toprak Razgatlıoğlu damit Weltmeister. 2025 wiederholte er den Titel beim Finale in Jerez mit 616 zu 603 Punkten, also 13 Punkten Vorsprung auf Nicolò Bulega. Danach wechselte der Türke in die MotoGP, sein Platz im BMW-Werksteam ging an Miguel Oliveira. Seitdem hat sich das Bild gedreht. Auch nach dem Wochenende in Estoril am 10. und 11. Oktober, wo Bulega alle drei Rennen gewann, steht BMW in dieser Saison ohne Rennsieg da. Die Siege gingen bisher an Ducati.
Der Maßstab wackelt also gerade. Und ausgerechnet jetzt meldet sich ein Hersteller, der vor knapp einem Jahr noch gar kein Superbike gezeigt hatte.

Was ist über die CFMoto V4 SR-RR bisher bekannt?
Die CFMoto V4 SR-RR ist ein Prototyp mit 997 Kubikzentimetern und einem V4-Motor mit 90 Grad Zylinderwinkel. CFMoto hat sie im November 2025 auf der EICMA in Mailand gezeigt. Der chinesische Hersteller gibt die Leistung mit über 157 kW an der Kurbelwelle an, das entspricht gut 213 PS. Häufig ist von „über 210 PS“ die Rede. Diese Zahl stammt aus der englischen Angabe in hp, nicht in PS.
Auffällig ist die Aerodynamik. Der Prototyp hat verstellbare Winglets, die CFMoto im Windkanal von Pininfarina getestet hat. Der Hersteller nennt außerdem ein semiaktives elektronisches Fahrwerk und eine Abgasanlage von Akrapovič aus Titan. Am gezeigten Prototyp waren Federelemente von Öhlins und Bremsen von Brembo verbaut.
Am 15. Juni 2026 fuhr die V4 SR-RR auf einem Testgelände im chinesischen Shangrao 315,82 km/h. Nach chinesischen Angaben hat ein staatliches Prüfzentrum für Motorräder die Fahrt gemessen und ein Notar sie beglaubigt. Damit gilt sie als schnellstes Motorrad mit Verbrennungsmotor eines chinesischen Herstellers.
Ende September zeigten Bilder Testfahrten mit Fahrern aus dem Aspar-Team. Dabei waren David Alonso, der 2027 für Honda in der MotoGP fährt, Dani Holgado, der 2027 zu Gresini wechselt, und Máximo Quiles. In Europa testet zusätzlich Matteo Ferrari den Prototyp.
Was es nicht gibt, ist genauso wichtig. Auf der Motorradmesse in Chongqing lief die V4 SR-RR im September offiziell als Entwicklungsmuster, das noch nicht in Serie ist. Einen Preis und einen Termin gibt es nicht. Ob die V4 SR-RR in Deutschland eine Straßenzulassung bekommt, ist ebenfalls noch nicht bestätigt.
Ist die CFMoto V4 SR-RR wirklich leichter als die BMW M 1000 RR?
Nach den offiziellen Angaben lässt sich ein Gewichtsvorteil der CFMoto nicht belegen. Der Eindruck entsteht durch zwei Zahlen, die unterschiedlich gemessen werden.
Für die CFMoto kursieren oft 180 kg (397 lbs). Neben den 194 kg der BMW sieht das nach einem Vorsprung von 14 Kilo aus. Die Zahl kommt nicht von ungefähr. CFMoto gibt selbst an, dass auf jedes hp Leistung 0,86 kg Gewicht kommen. Bei 210 hp ergibt das rund 180 kg. Dieses Leistungsgewicht rechnet CFMoto aber mit dem Trockengewicht, also ohne Sprit und ohne Flüssigkeiten wie Öl und Kühlmittel. Fahrfertig nennt der Hersteller selbst nur „unter 200 kg“ (441 lbs). Die 194 kg der BMW gelten dagegen fahrfertig mit fast vollem Tank. Wer 180 und 194 Kilo gegenüberstellt, vergleicht also ein leeres Motorrad mit einem vollgetankten.
Bei der Leistung liegt die BMW mit 218 PS vorn, die CFMoto kommt auf gut 213 PS. Weil CFMoto „über“ schreibt, bleibt der genaue Wert allerdings offen. Bei der Höchstgeschwindigkeit trennt beide Motorräder weniger als 2 km/h. Die 314 km/h der BMW sind ein Wert aus dem Datenblatt, die 315,82 km/h der CFMoto stammen aus einer einzelnen Rekordfahrt mit einem Prototyp. Unter gleichen Bedingungen sind die beiden Werte nicht unbedingt entstanden.

Ist die CFMoto eher ein Gegner für die S 1000 RR?
Nach den bisherigen Daten liegt die CFMoto V4 SR-RR näher an der S 1000 RR als an der M 1000 RR. Mit gut 213 PS und unter 200 kg fahrfertig bewegt sie sich auf dem Papier im Bereich der S mit 210 PS und 198 kg.
Das verändert die eigentliche Frage. Bei so ähnlichen Daten entscheiden am Ende Dinge, die in keinem Datenblatt stehen. Daraus ergibt sich eine Liste mit sieben Punkten, die CFMoto noch beantworten muss.
Was kostet die CFMoto V4 SR-RR?
Einen offiziellen Preis für die CFMoto V4 SR-RR gibt es noch nicht. Es kursieren zwar Schätzungen aus Großbritannien und China, keine davon stammt aber von CFMoto.
Für die Einordnung gibt es zwei Messlatten. Die S 1000 RR kostet ab 21.150 Euro, die M 1000 RR ab 36.300 Euro. Liegt die CFMoto in der Nähe der M, muss sie sich mit dem Motorrad messen, das die beiden letzten WM-Titel geholt hat, ohne selbst ein einziges Rennen gefahren zu sein. Liegt sie unter der S, wird sie für viele Käufer zu einer echten Alternative. Wo CFMoto landen will, hat der Hersteller bisher nicht gesagt. Das ist der erste Punkt auf der Liste.

Was ändert sich vom Prototyp zur Serie?
Wie viel von Leistung und Gewicht des Prototyps im Serienmotorrad übrig bleibt, ist offen. Das ist der zweite Punkt.
Am gezeigten Prototyp hing eine Titananlage von Akrapovič. Ein Serienmotorrad braucht dagegen eine Zulassung nach der Abgasnorm Euro 5+, außerdem Licht, Spiegel und einen Kennzeichenhalter. All das kann Leistung kosten und Gewicht bringen.
Der dritte Punkt ist das Fahrwerk. In China wird über eine günstigere Grundversion mit einfacherem Fahrwerk und eine teurere Topversion spekuliert. Offiziell ist davon nichts. Für den Vergleich wäre das aber wichtig. Eine Grundversion wäre eher eine Gegnerin der S 1000 RR, nicht der M 1000 RR.
Technik lässt sich mit Geld und Entwicklungszeit lösen. Bei den nächsten Punkten ist das deutlich schwieriger.
Welche Fragen sind nach dem Kauf noch offen?
Offen sind vor allem Werkstattnetz, Ersatzteile, Garantie und Wiederverkauf. Gerade diese Punkte entscheiden bei einem Superbike oft über den Alltag nach dem Kauf.
Händlernetz
CFMoto nennt über 140 Motorradhändler in Deutschland und Österreich. Ein Superbike mit über 210 PS stellt eine Werkstatt allerdings vor andere Aufgaben als ein Motorrad der Mittelklasse. Das reicht vom Einstellen des Ventilspiels beim V4 bis zur Diagnose der Elektronik. Ob jeder Händler das leisten soll oder nur ausgewählte Betriebe, hat CFMoto noch nicht gesagt.
Ersatzteile
Wer mit einem Superbike auf die Rennstrecke fährt, braucht früher oder später Verkleidungsteile, Hebel oder Winglets, und zwar schnell. Für ein Motorrad, das noch nicht verkauft wird, gibt es dazu naturgemäß keine Erfahrungswerte.
Garantie
Hier kann CFMoto etwas vorweisen. Für alle CFMoto-Motorräder, die seit dem 1. April 2026 über den Importeur für Deutschland und Österreich verkauft werden, gibt es fünf Jahre Garantie oder 40.000 Kilometer. Ob das auch für ein Superbike gilt und was bei Einsätzen auf der Rennstrecke passiert, ist offen.
Wiederverkauf
Den Wiederverkaufswert kann heute niemand einschätzen. Ein gebrauchtes Superbike eines chinesischen Herstellers gibt es in dieser Form noch nicht. Ohne Markt kann sich auch kein Preis bilden. Bei der BMW ist dagegen ungefähr bekannt, worauf sich Käufer einlassen.

Steigt CFMoto mit der V4 SR-RR in die Superbike-WM ein?
Offiziell hat CFMoto einen Einstieg in die Superbike-WM nicht angekündigt. Seit Anfang Oktober heißt es im Fahrerlager allerdings, dass CFMoto schon 2027 starten will. Gemeint ist möglicherweise ein einzelner Gaststart beim Saisonfinale 2027 in Shanghai, also frühestens in gut einem Jahr. Ende September hatte es noch geheißen, der Einstieg komme eher um 2028. Aufbauen soll das Team angeblich Jorge Martínez, der mit Aspar bereits eng mit CFMoto zusammenarbeitet.
Samantha Liu, Leiterin des Motorsport-Managementzentrums von CFMoto, hat auf die Berichte inzwischen reagiert. Sie erzählt, dass ihr im Fahrerlager mehrfach ein Start 2027 nachgesagt worden sei. Bestätigt hat sie ihn nicht. Stattdessen betont sie: „But, to be very honest with you, we are very happy with our V4 performance as a street vehicle product“ (Übersetzung: „Aber ehrlich gesagt sind wir mit der Leistung unserer V4 als Straßenmotorrad sehr zufrieden“). Eine Antwort soll es bald geben: „keep an eye on us, and, you will find the answer very soon“ (Übersetzung: „Behaltet uns im Auge, und ihr werdet die Antwort sehr bald finden“).
Parallel baut CFMoto im italienischen Rimini ein Technikzentrum für den Rennsport auf. Es soll neben der bestehenden Entwicklungs- und Designabteilung arbeiten und langfristig auch einem MotoGP-Projekt dienen. Kurzfristig ist das allerdings unwahrscheinlich, denn die fünf aktuellen MotoGP-Hersteller sind vertraglich bis 2031 gebunden. Im Fahrerlager der Superbike-WM ist CFMoto ab 2027 trotzdem vertreten: Die 675SR-R wird dann Einheitsmotorrad der Frauen-WM WorldWCR.
Wie reagiert BMW auf die neue Konkurrenz?
Auch BMW steht nicht still, die nächste S 1000 RR fährt bereits als Erlkönig. Sie soll laut Homologationsdaten 215 PS (158 kW) leisten und spätestens im Sommer 2027 beim Händler stehen. Eine neue M 1000 RR soll ebenfalls 2027 folgen, damit sie rechtzeitig für die WM-Saison 2028 homologiert ist. Bestätigt hat BMW beides nicht. Die CFMoto müsste sich damit womöglich schon mit der nächsten BMW-Generation messen, bevor sie überhaupt beim Händler steht.
Der nächste Termin ist die EICMA in Mailand vom 5. bis 8. November 2026. Dort dürfte sich zeigen, wie sich das Feld der Superbikes für 2027 sortiert. Ob CFMoto auf der Messe einen Preis, einen Serienstart oder Seriendaten für Europa vorstellt, hat der Hersteller nicht angekündigt.

Häufige Fragen
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Wie viel PS hat die CFMoto V4 SR-RR?
Die CFMoto V4 SR-RR leistet laut Hersteller über 157 kW an der Kurbelwelle, das sind gut 213 PS. Die oft genannten „über 210 PS“ sind eigentlich eine Angabe in hp. Es handelt sich um Werte des Prototyps, Seriendaten gibt es noch nicht.
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Was kostet die CFMoto V4 SR-RR?
Einen offiziellen Preis gibt es noch nicht. Die V4 SR-RR ist bisher ein Prototyp ohne Marktstart. Zum Vergleich kostet die BMW S 1000 RR ab 21.150 Euro und die M 1000 RR ab 36.300 Euro.
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Ist die CFMoto V4 SR-RR leichter als die BMW M 1000 RR?
Nach offiziellen Angaben lässt sich das nicht belegen. Die oft genannten 180 kg der CFMoto sind ein Trockengewicht, fahrfertig nennt CFMoto nur „unter 200 kg“. Die BMW M 1000 RR wiegt fahrfertig mit fast vollem Tank 194 kg.
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Wie schnell ist die CFMoto V4 SR-RR?
Die CFMoto V4 SR-RR fuhr am 15. Juni 2026 im chinesischen Shangrao 315,82 km/h. Die Fahrt wurde nach chinesischen Angaben von einem staatlichen Prüfzentrum gemessen und notariell beglaubigt. BMW gibt die Höchstgeschwindigkeit der M 1000 RR mit 314 km/h an.
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Wann kommt die CFMoto V4 SR-RR nach Deutschland?
Einen Termin gibt es nicht. Ob die V4 SR-RR in Deutschland eine Straßenzulassung erhält, ist noch nicht bestätigt. Ob CFMoto auf der EICMA im November 2026 neue Details nennt, hat der Hersteller nicht angekündigt.











