- Sechs Prototypen: XC 125 SM, XC 125 Enduro, XC 300 Enduro, XC 300 Rally, Montana XR4 und Montana XR6
- Die Montana XR6 kommt mit 66 PS, elektronischem Fahrwerk, Totwinkel-Assistent und Kameras vorne und hinten
- Die Montana XR1 125 EVO bekommt für das Modelljahr 2027 ein neues Topcase und mehr Komfort
Die spanische Marke Macbor stellt auf der EICMA 2026 in Mailand zum vierten Mal in Folge aus. Am Stand in Halle 7 stehen neben der aktuellen Modellpalette sechs neue Motorräder, die bisher alle Prototypen sind. Die Spanne reicht von zwei 125ern für Einsteiger über zwei Einzylinder mit knapp 300 Kubikzentimetern bis zu zwei Reiseenduros mit Zweizylindermotor. An der Spitze steht die Montana XR6, die Macbor als künftiges Flaggschiff der Marke einordnet. Bisher übernimmt diese Rolle die Montana XR5 510. Damit gehört Macbor zu den Herstellern, die ihre Neuheiten für den Jahrgang 2027 in Mailand zeigen.

Was zeigt Macbor auf der EICMA 2026?
Macbor zeigt in Mailand sechs Prototypen, die alle aus dem Adventure-Bereich stammen: die XC 125 SM, die XC 125 Enduro, die XC 300 Enduro, die XC 300 Rally, die Montana XR4 und die Montana XR6. Auf allen technischen Datenblättern weist der Hersteller darauf hin, dass sich die Modelle noch in der Entwicklung befinden und alle Angaben vorläufig sind.
Den Schwerpunkt auf Reiseenduros und Geländemotorräder begründet Macbor mit drei Punkten. Das Trail- und Adventure-Segment gehört in Europa weiterhin zu den wichtigsten Marktbereichen. Das Thema Abenteuer passt nach eigener Darstellung zum Selbstverständnis der Marke. Und die neuen Modelle sollen sowohl Einsteiger als auch erfahrene Fahrer ansprechen.
Gleichzeitig hält Macbor an der Linie „designed in Barcelona“ fest, also an eigenem Design aus Spanien. Begonnen hat dieser Weg 2023 mit der zweiten Generation der Montana XR1 125 sowie der Rockster 125 und der Rockster Flat 125.
Was bietet die Macbor Montana XR6?
Die Montana XR6 ist mit ihrem 625 Kubikzentimeter großen Zweizylinder das stärkste und am umfangreichsten ausgestattete der sechs neuen Modelle. Der Motor leistet 66 PS (49 kW) bei 8.500/min und liefert 59 Nm (43,5 lb-ft) bei 6.500/min.
Der flüssigkeitsgekühlte Twin hat zwei obenliegende Nockenwellen, acht Ventile und eine Einspritzung von Bosch. Das Gas wird elektronisch gesteuert (Ride-by-Wire), es gibt also keinen Gaszug mehr zwischen Griff und Drosselklappe. Dazu kommen ein Sechsganggetriebe, ein Quickshifter für Gangwechsel ohne Kupplung und eine Anti-Hopping-Kupplung, die beim schnellen Herunterschalten ein Stempeln des Hinterrads verhindern soll. Der Motor ist nach Euro 5+ homologiert.
Beim Fahrwerk setzt Macbor auf elektronisch geregelte Komponenten an beiden Achsen. Die Dämpfung passt sich an die Fahrsituation an. Die Upside-down-Gabel mit 43 Millimetern Rohrdurchmesser bietet 200 Millimeter Federweg, das Federbein hinten 230 Millimeter. Über das elektronische Fahrwerk lässt sich auch die Sitzhöhe zwischen 810 und 835 Millimetern verstellen.
Die XR6 rollt auf einem 19-Zoll-Vorderrad und einem 17-Zoll-Hinterrad mit Pirelli Scorpion Rally in den Größen 110/80 R19 und 150/70 R17. Vorne verzögern zwei schwimmend gelagerte 298-Millimeter-Scheiben mit radial montierten Vierkolbensätteln von Taisko, hinten arbeitet eine 240-Millimeter-Scheibe. Das ABS ist abschaltbar, die Traktionskontrolle einstellbar. Vier Fahrmodi stehen zur Wahl: Eco, Sport, Rain und Off-road.
Fahrfertig wiegt die Montana XR6 214 kg (472 lbs). Der Tank fasst 20 Liter, der Radstand beträgt 1.495 Millimeter, die Bodenfreiheit 205 Millimeter.
Welche Assistenzsysteme hat die Montana XR6?
Die Montana XR6 ist das einzige der sechs neuen Modelle mit Fahrerassistenzsystemen, die Macbor unter dem Begriff ARAS (Advanced Rider Assistance Systems) zusammenfasst. Dazu gehören ein Totwinkel-Assistent (BSD), ein Spurwechselassistent (LCA) und eine Heckkollisionswarnung (RCW).
Der Totwinkel-Assistent meldet Fahrzeuge, die sich seitlich hinter dem Motorrad im nicht einsehbaren Bereich befinden. Der Spurwechselassistent soll beim Wechsel der Fahrspur warnen, die Heckkollisionswarnung vor einem drohenden Auffahrunfall von hinten. Ergänzt wird das Paket durch eine Kamera vorne und eine hinten.
Auch sonst ist die Ausstattungsliste lang. Sie umfasst einen Tempomat, ein Keyless-System, Heizgriffe und eine Sitzheizung, eine Reifendruckkontrolle, ein 6,75 Zoll großes TFT-Display mit Smartphone-Spiegelung und App-Anbindung, Voll-LED-Licht, eine von Hand verstellbare Scheibe sowie einen USB-Anschluss mit zusätzlicher Typ-C-Buchse. Als Zubehör führt das Datenblatt Topcase und Seitenkoffer, Sturzbügel, einen Hauptständer und einen kurzen hinteren Kotflügel auf.

Wie unterscheidet sich die Montana XR4 von der XR6?
Die Montana XR4 ist kleiner, leichter und stärker auf das Gelände ausgerichtet als die XR6. Macbor bezeichnet sie als die abenteuerlichste Variante der Montana-Familie und knüpft damit an die Erfahrungen mit der Montana XR5 an.
Angetrieben wird die XR4 von einem flüssigkeitsgekühlten Zweizylinder mit 449,5 Kubikzentimetern. Er leistet 47 PS (35 kW) bei 9.500/min und liefert 41 Nm (30,2 lb-ft) bei 8.000/min. Auch hier gibt es zwei obenliegende Nockenwellen, acht Ventile, sechs Gänge, eine Anti-Hopping-Kupplung und einen Quickshifter.
Der größte Unterschied zur XR6 liegt im Fahrwerk. Statt elektronischer Dämpfung arbeitet hier eine konventionelle Ausstattung von Marzocchi: eine Upside-down-Gabel mit 41 Millimetern und ein Federbein mit Ausgleichsbehälter und progressiver Umlenkung. Beide bieten 200 Millimeter Federweg und lassen sich in Vorspannung, Zug- und Druckstufe einstellen. Vorne dreht sich ein 21-Zoll-Rad, hinten ein 18-Zoll-Rad, bereift mit Pirelli Scorpion Rally in 90/90-21 und 140/70-18.
Die Sitzhöhe liegt bei 835 Millimetern, die Bodenfreiheit bei 220 Millimetern und der Radstand bei 1.525 Millimetern. Gebremst wird mit Brembo-Komponenten: vorne eine schwimmend gelagerte 320-Millimeter-Scheibe mit Vierkolbensattel, hinten eine 240-Millimeter-Scheibe mit Einkolbensattel.
Mit 188 kg (415 lbs) fahrfertig ist die XR4 26 Kilogramm leichter als die XR6. Der Tank fasst 18 Liter. Zur Ausstattung gehören abschaltbares ABS, eine einstellbare Traktionskontrolle, die Fahrmodi Standard und Off-road, ein 7-Zoll-TFT mit Smartphone-Spiegelung und App, Heizgriffe und Sitzheizung, Reifendruckkontrolle, Sturzbügel, Hauptständer, eine von Hand verstellbare Scheibe und USB mit Typ-C-Buchse. Elektronisches Fahrwerk, Kameras und ARAS-Assistenzsysteme führt das Datenblatt der XR4 nicht auf.
XC 300 Enduro und XC 300 Rally: ein Motor, zwei Konzepte
Mit der XC 300 Enduro und der XC 300 Rally baut Macbor ein neues Offroad-Angebot oberhalb der 125er auf. Beide nutzen denselben flüssigkeitsgekühlten Einzylinder mit 292,4 Kubikzentimetern, zwei obenliegenden Nockenwellen und vier Ventilen. Er kommt auf 33,5 PS (25 kW) bei 9.000/min und 27 Nm (19,9 lb-ft) bei 8.500/min.
Auch beim Rest der Technik sind sich die beiden Modelle sehr ähnlich. Sie teilen sich sechs Gänge, eine Anti-Hopping-Kupplung, eine Aluminium-Schwinge, 21-Zoll-Vorderrad und 18-Zoll-Hinterrad, 890 Millimeter Sitzhöhe, 300 Millimeter Bodenfreiheit und 1.460 Millimeter Radstand. Vorne stehen jeweils 250 Millimeter Federweg zur Verfügung, Gabel und Federbein mit Umlenkung sind voll einstellbar. Beide haben abschaltbares ABS, Voll-LED-Licht und USB mit Typ-C-Buchse.
XC 300 Enduro
Die XC 300 Enduro ist mit 149 kg (328 lbs) fahrfertig die leichtere der beiden. Ihr Tank fasst 11 Liter, als Instrument dient ein einfaches LED-Display. Macbor sieht sie als Freizeitmotorrad für erfahrene Fahrer und als Einstiegsmodell für alle, die erst mit dem Fahren im Gelände anfangen.
XC 300 Rally
Die XC 300 Rally ist optisch an Rallye-Motorräder angelehnt und für längere Touren abseits der Straße gedacht. Der Tank fasst 18 Liter, also 7 Liter mehr als bei der Enduro. Mit 1.430 statt 1.160 Millimetern baut sie deutlich höher. Fahrfertig wiegt sie 159 kg (351 lbs).
Beim Fahrwerk kommt KYB zum Einsatz, als Reifen sind Michelin Tracker montiert. Die Bremsscheiben messen 260 Millimeter vorne und 220 Millimeter hinten. Dazu kommen ein 7-Zoll-TFT mit Smartphone-Spiegelung und App, Fahrmodi, eine Traktionskontrolle und eine Reifendruckkontrolle. Diese Elektronik fehlt der Enduro laut Datenblatt.

Für wen sind die XC 125 Enduro und XC 125 SM gedacht?
Die beiden XC 125 richten sich an Einsteiger, die mit einer 125er ins Gelände oder sportlich auf die Straße wollen. Macbor setzt damit den Weg fort, den die Marke 2018 mit der Montana XR1 125 begonnen hat, die seitdem ihr meistverkauftes Modell ist.
Technisch sind beide Varianten weitgehend gleich. Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder hat eine obenliegende Nockenwelle, vier Ventile, eine Ausgleichswelle und eine Bosch-Einspritzung vom Typ MSE 8.0. Er leistet 15 PS (11 kW) bei 9.500/min, das ist die Höchstgrenze in der 125er-Klasse. Das maximale Drehmoment liegt bei 12,1 Nm (8,9 lb-ft) bei 7.000/min. Geschaltet wird über sechs Gänge.
Beide Modelle wiegen fahrfertig 119 kg (262 lbs), haben einen 8-Liter-Tank und 1.430 Millimeter Radstand. Vorne arbeitet eine Upside-down-Gabel mit 225 Millimetern Federweg, hinten ein Federbein mit progressiver Umlenkung und einstellbarer Vorspannung. Gebremst wird vorne mit einer 320-Millimeter-Wave-Scheibe und Zweikolben-Schwimmsattel, hinten mit 220 Millimetern. Zur Ausstattung gehören ein Zweikanal-ABS, Voll-LED-Licht und ein LED-Display.
Was unterscheidet die XC 125 Enduro von der XC 125 SM?
Der Unterschied liegt vor allem bei Rädern und Sitzhöhe. Die XC 125 Enduro rollt auf einem 21-Zoll-Vorderrad und einem 18-Zoll-Hinterrad (90/90-21 und 140/80-18). Die Sitzhöhe beträgt 925 Millimeter, die Bodenfreiheit 310 Millimeter.
Die XC 125 SM ist eine Supermoto mit 17-Zoll-Rädern vorne und hinten (100/80-17 und 130/70-17). Ihre Abstimmung ist auf wendiges Fahren auf Asphalt ausgelegt. Die Sitzhöhe liegt mit 875 Millimetern 5 Zentimeter niedriger als bei der Enduro, die Bodenfreiheit bei 280 Millimetern.
Was ändert sich an der Montana XR1 125 EVO für 2027?
Für das Modelljahr 2027 überarbeitet Macbor bei der Montana XR1 125 EVO vor allem Optik, Komfort und Alltagsdetails. Die 125er-Reiseenduro ist das Einstiegsmodell der Adventure-Familie und nach Angaben von Macbor der Bestseller der Marke.
Das Topcase hat ein neues Befestigungssystem und lässt sich mit einer Hand anbringen und abnehmen. Die Gabelbrücke ist komplett neu und mit Silentblöcken gelagert, dazu kommt ein neuer Lenker. Beides soll Vibrationen verringern und den Fahrkomfort verbessern. Neu sind außerdem ein Roadbook-Halter, der in die Halterung der Scheibe integriert ist, und ein USB-Anschluss mit zusätzlicher Typ-C-Buchse.
Laut aktuellem Datenblatt leistet der Einzylinder 15 PS (11 kW) bei 9.500/min und 11 Nm (8,1 lb-ft) bei 7.500/min. Die XR1 125 EVO wiegt fahrfertig 164 kg (362 lbs), hat einen 14-Liter-Tank und eine Sitzhöhe von 780 Millimetern. Das ABS lässt sich in drei Stufen schalten: an, aus oder nur hinten aus. Dazu kommen eine Traktionskontrolle und ein 5-Zoll-TFT mit Smartphone-Spiegelung. Zum Koffersatz gehören ein Topcase mit 35 Litern sowie Seitenkoffer mit 20 und 15 Litern. Die Farben sind Rot, Schwarz, Blau und Weiß.

Wann kommen die neuen Macbor-Modelle auf den Markt?
Einen Termin für den Marktstart gibt es noch nicht. Macbor nennt für keines der sechs neuen Modelle einen Preis oder einen Verkaufsstart, alle technischen Daten gelten als vorläufig und können sich bis zur Serie noch ändern.
Auch zum Vertrieb in Deutschland macht die Marke keine Angaben. Nach dem Heimatmarkt Spanien kam Ende 2020 Portugal dazu, seit Anfang 2025 werden die Motorräder auch in Frankreich verkauft. Inzwischen ist Macbor nach eigenen Angaben in 15 Märkten vertreten.
Welche Modelle hat Macbor aktuell im Programm?
Aktuell umfasst die Palette von Macbor sieben Modelle für Adventure, Street und Custom. Neben den beiden Montana-Modellen XR1 125 EVO und XR5 510 gehören dazu zwei Street-Bikes und drei Cruiser.
Die Shifter 125 EVO ist das Naked Bike der Marke. Sie leistet 15 PS (11 kW), wiegt 139 kg (306 lbs) und hat unter anderem ein 5-Zoll-TFT, eine Reifendruckkontrolle und eine Frontkamera. Die Eight Mile 125 LC ist ein Scrambler mit 13 PS (9,5 kW) und ebenfalls 139 kg (306 lbs).
Im Custom-Bereich gibt es die Rockster 125 EVO und die Rockster Flat 125 EVO in dritter Generation. Beide nutzen dieselbe Technik mit 12,25 PS (9 kW), 147 kg (324 lbs) und 730 Millimetern Sitzhöhe. Die Rockster 125 EVO ist eher klassisch gestaltet, die Flat 125 EVO eher urban. Darüber sitzt die Rockster 410 mit 401 Kubikzentimetern, Zweizylinder, 42 PS (31 kW) und 33,3 Nm (24,6 lb-ft) bei 185 kg (408 lbs).
Macbor ist die Eigenmarke der spanischen Grupo Motos Bordoy. Gegründet wurde sie 1999 mit Kindermotorrädern, 2017 kamen leichte Schaltmotorräder mit 125 und 250 Kubikzentimetern dazu. 2020 folgte mit der Montana XR5 500 das erste Mittelklasse-Modell. Parallel zur Messe bereitet sich die Marke auf die Rallye Dakar 2027 vor, bei der sie erstmals mit einem eigenen Team und Gerard Farrés antritt.

Häufige Fragen
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Was kostet die Macbor Montana XR6?
Einen Preis für die Montana XR6 gibt es noch nicht. Macbor zeigt sie auf der EICMA 2026 als Prototyp und hat weder Preis noch Marktstart genannt.
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Wie viel PS hat die Macbor Montana XR6?
Die Macbor Montana XR6 leistet 66 PS (49 kW) bei 8.500/min. Ihr Zweizylinder hat 625 Kubikzentimeter und liefert 59 Nm (43,5 lb-ft) bei 6.500/min. Die Werte sind laut Hersteller vorläufig.
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Was ist der Unterschied zwischen XC 300 Enduro und XC 300 Rally?
Beide nutzen denselben Einzylinder mit 33,5 PS. Die Rally hat einen 18-Liter-Tank statt 11 Liter, ein 7-Zoll-TFT, Traktionskontrolle und KYB-Fahrwerk. Sie wiegt 159 kg, die Enduro 149 kg.
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Welche neuen 125er zeigt Macbor auf der EICMA 2026?
Macbor zeigt die XC 125 Enduro und die XC 125 SM. Beide haben einen flüssigkeitsgekühlten Einzylinder mit 15 PS und wiegen 119 kg. Die Enduro rollt auf 21 und 18 Zoll, die SM auf 17 Zoll vorne und hinten.
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