- Modena40 wurde 2016 von Carles Solsona gegründet und sitzt in Rimini
- Die CFMOTO 450MT war von Januar bis August 2026 das fünftmeistverkaufte Motorrad in Italien
- Das Team erhielt 2026 den Red Dot Award für das Design der 750SR-S
Wenn von CFMOTO die Rede ist, denken die meisten an Hangzhou, an den Firmensitz in China und an eine Marke, die in wenigen Jahren vom Außenseiter zum festen Bestandteil der europäischen Zulassungsstatistik geworden ist. Ein großer Teil der Arbeit an diesen Motorrädern findet allerdings knapp 9.000 Kilometer entfernt statt, an der italienischen Adriaküste. Dort arbeitet Modena40, das europäische Forschungs- und Entwicklungszentrum der Marke. Anfang September wurde dort das zehnjährige Bestehen gefeiert, und zwar nicht als Medientermin, sondern im internen Kreis.

Was ist Modena40 und was macht das Team für CFMOTO?
Modena40 ist die europäische Forschungs- und Entwicklungsabteilung von CFMOTO mit Sitz in Rimini. Das Team kümmert sich um Design und technische Entwicklung der Zweiräder und arbeitet dabei eng mit der Zentrale in Hangzhou zusammen.
Begonnen hat alles vor zehn Jahren mit einer vergleichsweise kleinen Zusammenarbeit. Heute tragen die Modelle, die auf den letzten EICMA-Ausgaben gezeigt wurden, eine deutlich mediterrane Handschrift. Der Standort ist bewusst gewählt: Rimini liegt im Herzen der sogenannten Motorvalley, jener Region in der Emilia-Romagna, in der sich Hersteller, Zulieferer und Rennsport auf engem Raum bündeln. Italien sei ein Synonym für Design, Innovation und Technologie, außerdem ein wichtiger Markt mit erstklassigen Zulieferern und einer ausgeprägten Motorradkultur, erklärte Solsona bereits vor einigen Jahren in einem Gespräch über die Standortwahl.
Wer ist Carles Solsona?
Carles Solsona ist Gründer, CEO und Design Director von Modena40. Der Katalane kam nach Italien, um Design zu studieren, und blieb dort.
Bevor er 2016 das Entwicklungszentrum aufbaute, sammelte er Erfahrung bei mehreren europäischen Herstellern. Beim Designbüro CRC war er an Modellen wie der MV Agusta Brutale mit Dreizylinder und der Dragster beteiligt, außerdem arbeitete er für Ducati, Benelli und Aprilia. Er selbst beschreibt sich als ehemaligen Motocross-Fahrer und Innovationsfanatiker. Als Design Director verantwortet er die Zweiradprojekte von CFMOTO nicht nur in Rimini, sondern begleitet auch die Arbeit im Designzentrum in Hangzhou.

Von der 250SR zu den EICMA-Concepts
Zu den ersten anspruchsvollen Projekten des Hauses zählt die 250SR. Die kleine Sportlerin musste zahlreiche Vorgaben erfüllen, was die Entwicklung nach Angaben des Unternehmens besonders knifflig machte. Danach etablierte sich ein Rhythmus, der bis heute funktioniert: In der Regel zeigt CFMOTO jedes Jahr auf der EICMA in Mailand ein Concept, also eine Studie ohne Serienzwang. Ein Jahr später folgt meist ein Modell, das dieser Studie sehr nahe kommt.
Solsona hat diese Showbikes einmal als Werkzeug beschrieben, um die Entwicklung technisch wie stilistisch voranzutreiben und vorwegzunehmen, wohin sich die Marke bewegt. Schwierig sei dabei vor allem gewesen, dass es keine gewachsene Markengeschichte gab, auf die sich ein Design stützen konnte.
Warum bekam Modena40 den Red Dot Award 2026?
Ausgezeichnet wurde die 750SR-S in der Kategorie Product Design, genauer im Bereich Motorcycle Design. Der Preis wurde dem Team von Modena40 bei der Zeremonie in Essen überreicht.
Der Red Dot Award wird seit 1955 vom Design Zentrum Nordrhein Westfalen vergeben. Eine unabhängige Jury aus internationalen Fachleuten bewertet dabei Kriterien wie Innovation, Funktionalität, Ergonomie, Qualität und die gestalterische Sprache. Bei der 750SR-S hob die Jury laut Hersteller das Zusammenspiel aus Leistung und sportlicher Optik hervor. Für CFMOTO war es die zweite Auszeichnung dieser Art. Die erste ging an die 800NK, mit der die Marke überhaupt erstmals in der Siegerliste des Wettbewerbs auftauchte.

Welche Rolle spielt die V4 SR-RR für Modena40?
Die V4 SR-RR gilt als das bislang aufwendigste Projekt der ersten zehn Jahre. Die Hypersport befindet sich seit mindestens zwei Jahren in der Entwicklung, und das Design verantwortet Modena40.
Bei der Jubiläumsfeier war der Motor erstmals live zu hören. Solsona sprach dort über die Komplexität eines solchen Projekts und über die Frage, wann die Maschine tatsächlich zu sehen sein wird. Wie stark die europäische Seite des Konzerns bei diesem Modell eingebunden ist, zeigt auch die Feinarbeit an der Aerodynamik. Ein vom Hersteller veröffentlichtes Video zeigt einen Prototyp im Windkanal von Pininfarina bei Turin, getestet sowohl geradeaus als auch in simulierter Schräglage, mit einer Puppe im Sattel. Dieser Windkanal hat Motorradgeschichte geschrieben: Dort entwickelte BMW 1975 den Prototyp der R100RS, die 1977 als erstes Serienmotorrad mit einer wissenschaftlich ausgelegten Vollverkleidung auf den Markt kam.
Rennsport: Aspar, Misano und ein Jubiläum im Jubiläum
Zur Geschichte des Jahrzehnts gehört auch der Rennsport. In der Moto2 fährt CFMOTO gemeinsam mit dem Team Aspar, die Zusammenarbeit läuft bis Ende 2031. Mit der Mannschaft in Spanien und Modena40 in Italien hat der Konzern damit zwei feste Standbeine im europäischen Rennsport.
Für einen besonderen Moment sorgte bei der Feier ein zweites Jubiläum. Genau in Misano gewann Jorge Martinez, den alle nur Aspar nennen, vor vierzig Jahren seinen Titel in der 80-ccm-Klasse auf einer Derbi. Diese Maschine wurde auf die Bühne geholt, in Anwesenheit des sichtlich bewegten spanischen Teammanagers. Ein kleines Motorrad aus einer Zeit, in der Zweitakter dieser Klasse extrem feinfühlig gefahren werden mussten.

Was bedeutet das Jubiläum für CFMOTO in Europa?
Das Jubiläum markiert vor allem einen Übergang: von der günstigen Alternative zum Hersteller, der in Europa entwickelt und dort auch Preise gewinnt. Die Verkaufszahlen stützen diese Entwicklung.
Bei der Feier wurden nur wenige Zahlen gezeigt, darunter das stetige Wachstum von CFMOTO bei Stückzahlen und Umsatz, zu dem Modena40 beitrage. Das sichtbarste Beispiel ist die 450MT. Die Reiseenduro war von Januar bis August 2026 das fünftmeistverkaufte Motorrad in Italien. Damit steht die Marke nicht mehr am Rand der Statistik, sondern mitten drin. Im größeren Bild der chinesischen Hersteller, die derzeit nach Europa drängen, ist Modena40 dabei ein eigener Fall: Statt europäische Kundschaft aus der Ferne zu bedienen, sitzt die Entwicklung selbst in Europa.

Häufige Fragen
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Was ist Modena40?
Modena40 ist das europäische Forschungs- und Entwicklungszentrum von CFMOTO mit Sitz in Rimini. Dort entstehen Design und technische Entwicklung der Zweiräder, in enger Abstimmung mit der Konzernzentrale in Hangzhou.
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Wann wurde Modena40 gegründet?
Das Unternehmen wurde 2016 von Carles Solsona gegründet und feiert damit 2026 sein zehnjähriges Bestehen. Begonnen hatte alles mit einer vergleichsweise kleinen Zusammenarbeit mit CFMOTO.
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Wer leitet Modena40?
Carles Solsona ist Gründer, CEO und Design Director. Der Spanier arbeitete zuvor unter anderem für CRC, Ducati, Benelli und Aprilia, bevor er das Entwicklungszentrum in Rimini aufbaute.
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Welche Modelle hat Modena40 gestaltet?
Zu den bekannten Projekten zählen die 250SR, die 800NK, die 750SR-S und die V4 SR-RR. Die 800NK und die 750SR-S brachten CFMOTO jeweils einen Red Dot Award ein.
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Wie erfolgreich ist CFMOTO derzeit in Europa?
Die 450MT war von Januar bis August 2026 das fünftmeistverkaufte Motorrad in Italien. Bei der Jubiläumsfeier von Modena40 nannte das Unternehmen außerdem ein stetiges Wachstum bei Stückzahlen und Umsatz.












