- V4 mit 561 cm³, 70 PS bei 10.500/min und 53 Nm
- Upside-down-Gabel von Marzocchi, zwei 320-mm-Scheiben mit radialen Brembo-Zangen
- 210 kg und 15 Liter Tankinhalt, Preis noch nicht bekannt
Mit der SRV 600 VH baut QJMotor seine Baureihe rund um den kleinen V4-Motor aus. Bisher steckte dieser Motor vor allem in der SRV 600 V, einem tief gebauten Cruiser mit 16-Zoll-Rädern und Riemenantrieb. Die neue Variante übernimmt die Grundform, holt sich aber Elemente aus der Café-Racer-Welt und ein deutlich hochwertigeres Fahrwerk. Damit gehört sie zu den Motorrad-Neuheiten der EICMA 2026, die als Modelle für 2027 auf den Markt kommen könnten.

Was unterscheidet die SRV 600 VH von der SRV 600 V?
Der größte Unterschied liegt beim Fahrwerk und bei den Bremsen. Die SRV 600 VH hat vorne eine Upside-down-Gabel von Marzocchi und zwei Bremsscheiben mit 320 mm Durchmesser, in die radial angeschraubte Brembo-Zangen greifen.
Bei einer Upside-down-Gabel sitzen die dicken Rohre oben an der Gabelbrücke und die dünnen unten an der Achse. Das macht die Front steifer. Radial angeschraubte Bremszangen sind in Fahrtrichtung befestigt und verwinden sich beim Bremsen weniger. Die SRV 600 V kommt dagegen mit einer klassischen Telegabel aus und nennt beim Vorderrad nur eine Doppelscheibe ohne Herstellerangabe zur Bremsanlage. Hinten verzögert bei ihr eine 260-mm-Scheibe.
Auch beim Gewicht und beim Tank gibt es Unterschiede. Für die VH nennt QJMotor 210 kg (463 lbs), ohne zu sagen, ob der Wert mit vollem Tank gilt. Die SRV 600 V wiegt laut Hersteller 212 kg (467 lbs) trocken und 228 kg (503 lbs) fahrfertig. Der Tank der VH fasst 15 Liter und damit etwas weniger als die 16,5 Liter der SRV 600 V.
Offen ist, ob die VH den Riemenantrieb der SRV 600 V übernimmt. Auch zu Rädern, Reifengrößen, Sitzhöhe und Elektronik gibt es bisher keine Angaben.
Wie viel PS hat die QJMotor SRV 600 VH?
Die QJMotor SRV 600 VH leistet 70 PS (circa 51 kW) bei 10.500/min. Das maximale Drehmoment liegt bei 53 Nm (39 lb-ft).
Der Motor ist ein V4 mit 561 cm³, also ein Vierzylinder, dessen Zylinder in zwei Reihen V-förmig angeordnet sind. Bohrung und Hub betragen 61 und 48 mm, ein typisches Maß für einen drehfreudigen Motor. In der SRV 600 V kommt derselbe Motor auf 68 PS (50 kW) bei ebenfalls 10.500/min und 54 Nm bei 8.000/min. Bei der VH steigt die Spitzenleistung also leicht, das Drehmoment sinkt minimal.
Ein Vierzylinder ist in dieser Hubraumklasse bei Cruisern selten, die meisten Konkurrenten setzen auf Zweizylinder. Zur weiteren Technik gehören eine Einspritzung und eine Mehrscheiben-Ölbadkupplung mit Anti-Hopping-Funktion. Sie verhindert, dass das Hinterrad beim schnellen Herunterschalten stempelt.

Wie sieht die SRV 600 VH aus?
Die SRV 600 VH verbindet die Linie eines Cruisers mit typischen Café-Racer-Details. Dazu zählen ein runder Scheinwerfer und flache Lenkerstummel, die die Sitzposition nach vorne verlagern.
Hinten sitzt der Kennzeichenhalter tief, das Heck bleibt dadurch frei. Die Schwinge hat seitliche Aussparungen, die ihr einen Retro-Look geben. Eine Einarmschwinge ist sie aber nicht. Der Auspuff verläuft weit unten am Motorrad. Auffällig schmal fällt der Sitzplatz für den Beifahrer aus, für längere Touren zu zweit ist er erkennbar nicht gedacht.
Hat die SRV 600 VH etwas mit dem Equus-Prototyp zu tun?
Ob die SRV 600 VH mit dem Equus-Prototyp zusammenhängt, hat QJMotor nicht gesagt. Beide nutzen denselben V4, technisch unterscheiden sie sich aber deutlich.
Den Equus, offiziell EQVVS geschrieben, zeigte QJMotor bereits auf der EICMA 2025 als Café Racer. Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Pferd. Gestaltet hat ihn C-Creative, ein Designstudio in San Marino, das Giovanni Castiglioni zusammen mit Adrian Morton und Paolo Bianchi gegründet hat. Beim Equus trägt der Motor einen Teil der Last und ist in eine Rahmenstruktur aus Aluminium eingebunden. Dazu kommen eine Aluminiumschwinge, eine Upside-down-Gabel und Speichenräder für schlauchlose Reifen.
Bei der SRV 600 VH sitzt der V4 dagegen in einem Rohrrahmen. Gemeinsam haben beide den tief montierten Kennzeichenhalter und die Café-Racer-Optik. Für den Equus sind 2026 neue Patente aufgetaucht, unter anderem für einen Auspuff mit Katalysatoren und Lambdasonden. Sie deuten darauf hin, dass QJMotor an einer Serienversion arbeitet. Wann und wo sie kommen soll, ist nicht bekannt.
Wann kommt die SRV 600 VH und was kostet sie?
Einen Preis und einen Termin für den Marktstart hat QJMotor auf der Messe noch nicht genannt. Auch Farben und mögliche weitere Versionen sind bisher nicht bekannt.
Als Orientierung dient die SRV 600 V. Sie kostet in Italien 7.190 Euro (circa 8.100 US-Dollar) inklusive Mehrwertsteuer, aber ohne Zulassung und Überführung. Durch das hochwertigere Fahrwerk und die Brembo-Bremsen dürfte die VH darüber liegen, eine offizielle Angabe gibt es aber noch nicht.












