- Rückkehr beim Großen Preis von Aragón vom 28. bis 30. August, abhängig vom Medizincheck am Donnerstag
- 96 Tage Rennpause bis heute, beim ersten Training am Freitag werden es mehr als 100 Tage sein
- Beim ersten Rennen nach der Rückkehr muss Zarco eine doppelte Long-Lap-Strafe absitzen
Am Donnerstagmittag hat Castrol Honda LCR die Meldung verschickt, auf die viele im Fahrerlager seit Wochen gewartet haben: Johann Zarco fährt wieder. Das Team von Lucio Cecchinello teilte mit, dass der Franzose beim Großen Preis von Aragón zurückkehrt. Damit kommt das Comeback deutlich früher als noch im Juli geplant. Damals galt der September als Ziel, konkret das Wochenende in Misano.

Wann kehrt Johann Zarco in die MotoGP zurück?
Zarco steigt am Wochenende vom 28. bis 30. August im MotorLand Aragón wieder auf die Honda RC213V. Es wäre sein erster Renneinsatz seit dem Großen Preis von Katalonien Mitte Mai. Das erste freie Training steht am Freitag, dem 28. August, auf dem Programm. Bis dahin liegen mehr als 100 Tage zwischen dem Unfall und der Rückkehr auf die Strecke.
Was entscheidet der Medizincheck am Donnerstag?
Der Check entscheidet darüber, ob Zarco überhaupt fahren darf. Die Freigabe seines eigenen Ärzteteams liegt zwar vor, sie reicht aber nicht aus. Vor jedem Comeback nach einer schweren Verletzung muss ein Fahrer zusätzlich die vorgeschriebene Untersuchung an der Rennstrecke bestehen. Zuständig dafür ist Dr. Angel Charte, der medizinische Direktor der MotoGP. Besteht Zarco die Untersuchung am Donnerstag, darf er ab Freitag auf die Strecke.

Warum kommt das Comeback früher als geplant?
Weil die Genesung in den vergangenen Wochen schneller vorangegangen ist als erwartet. Laut Teammitteilung hat Zarco seine Belastung Schritt für Schritt gesteigert. Zum Aufbauprogramm gehörten Radfahren, Runden auf einer Supermoto in Andorra und zuletzt auch Ausfahrten auf einer Honda CBR1000RR. Gerade das Seriensportmotorrad war wichtig, weil sich damit längere Fahrten am Stück absolvieren lassen und sich zeigt, wie das Knie unter Dauerbelastung reagiert. Zarco selbst spricht davon, dass er sich wieder fit genug für das MotoGP-Motorrad fühlt. Im Original sagt er: „I feel good enough to jump back on the MotoGP bike“, auf Deutsch: „Ich fühle mich gut genug, um wieder auf das MotoGP-Motorrad zu steigen.“ Teamchef Lucio Cecchinello ordnet die Rückkehr vorsichtig ein und kündigt an, dass man Schritt für Schritt vorgehen werde.
Wie lange war Zarco verletzt und welche Rennen hat er verpasst?
Zarco fehlte bei sechs Grands Prix in Folge. Verletzt hatte er sich am 17. Mai beim Großen Preis von Katalonien in Barcelona. Nach einem ersten Rennabbruch stürzte er beim zweiten Start gleich in der ersten Kurve, verwickelt waren auch Luca Marini und Francesco Bagnaia. Sein linkes Bein geriet dabei in den Bereich des Hinterrads von Bagnaias Ducati. Die Folge waren eine schwere Bänderverletzung im linken Knie und tiefe Verbrennungen an derselben Stelle. Anfangs war von Schäden an beiden Kreuzbändern und am Innenmeniskus die Rede, dazu kam eine Verletzung am Sprunggelenk.
Eine Operation der Bänder war zunächst vorgesehen, ließ sich wegen der Verbrennungen aber nicht durchführen. Die Ärzte um Dr. Bertrand Sonnery-Cottet in Lyon stellten die Behandlung deshalb auf einen konservativen Weg um, also auf Reha statt Eingriff. Ausgefallen ist Zarco in dieser Zeit bei den Rennen in Italien, Ungarn, Tschechien, den Niederlanden und Deutschland sowie nach der Sommerpause in Silverstone.

Welche Strafe muss Zarco beim Comeback absitzen?
Bei seinem ersten Rennen nach der Rückkehr wartet eine doppelte Long-Lap-Strafe. Die Rennkommissare hatten Zarco nach dem Zwischenfall in Barcelona als Verursacher eingestuft, obwohl er selbst am schwersten verletzt wurde. Bei einer Long-Lap-Strafe muss ein Fahrer eine verlängerte Schleife neben der eigentlichen Strecke durchfahren und verliert dadurch Zeit. Zweimal hintereinander kostet das im Rennen spürbar Positionen. Sportlich ist die Erwartungshaltung ohnehin gedämpft: In der WM-Tabelle ist Zarco nach der langen Pause auf Rang 17 zurückgefallen, während vorne Jorge Martin die Saison anführt.
Was bedeutet die Rückkehr für Cal Crutchlow?
Für Cal Crutchlow endet damit sein sechster und vorerst letzter Einsatz als Vertreter. Der Brite hatte seine aktive Karriere bereits 2020 beendet und sprang bei allen sechs verpassten Rennwochenenden für Zarco ein. WM-Punkte holte er dabei nicht, am nächsten dran war er in Ungarn und in den Niederlanden mit jeweils Platz 16. Ganz aus dem Spiel ist er trotzdem nicht: Crutchlow soll nach Aragón mitreisen, falls der Medizincheck wider Erwarten schiefgeht. Auch für den Rest der Saison mit noch zehn ausstehenden Grands Prix bleibt er als Absicherung verfügbar.

Das Fahrerfeld ist erstmals seit Monaten wieder komplett
Mit Zarcos Rückkehr fahren in Aragón wieder alle Stammfahrer. Zeitgleich kehrt auch Fermin Aldeguer nach einer ausgeheilten Wirbelverletzung zu Gresini-Ducati zurück. Die Saison 2026 war bislang von auffällig vielen Verletzungen und Vertretungen geprägt, unter anderem bei Aprilia und im Honda-Lager. Aragón wird damit zum ersten Wochenende seit Monaten, an dem sich die Kräfteverhältnisse in kompletter Besetzung beurteilen lassen.
Wie geht es für Zarco bei LCR weiter?
Sein Platz für die kommende Saison ist bereits gesichert. Zarco bleibt im Team von Lucio Cecchinello. Offen ist dagegen, wer 2027 neben ihm fährt. Honda hat noch nicht entschieden, ob der aktuelle LCR-Fahrer Diogo Moreira oder Neuzugang David Alonso zu Fabio Quartararo ins Werksteam aufrückt. Diese Entscheidung fällt zeitlich mit dem Start der neuen 850er-Ära zusammen, in der die Motoren der Königsklasse kleiner werden.
Häufige Fragen
-
Wann ist das Zarco Comeback in der MotoGP?
Das Comeback ist für den Großen Preis von Aragón vom 28. bis 30. August 2026 angesetzt. Ob Zarco tatsächlich fahren darf, entscheidet sich erst nach dem Medizincheck am Donnerstag an der Strecke.
-
Wie lange war Johann Zarco verletzt?
Bis zum 20. August waren es 96 Tage seit dem Unfall am 17. Mai. Beim ersten freien Training am 28. August wären es mehr als 100 Tage ohne Renneinsatz.
-
Warum musste Zarco nicht am Knie operiert werden?
Die Verbrennungen am linken Bein machten einen Eingriff an den Bändern unmöglich. Die behandelnden Ärzte stellten deshalb auf eine Behandlung ohne Operation um, was am Ende gut funktionierte.
-
Welche Strafe erwartet Zarco bei seinem ersten Rennen?
Er muss eine doppelte Long-Lap-Strafe absitzen. Die Rennkommissare hatten ihn als Verursacher des Sturzes beim Großen Preis von Katalonien eingestuft, die Strafe gilt für sein erstes Rennen nach der Rückkehr.












